Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Ein informativer Sammelband zur AfD

BONN. (hpd) Der von dem Sozialwissenschaftler Alexander Häusler herausgegebene Sammelband "Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung" enthält eine Fülle von kritische Beiträgen zu deren Auffassungen von außenpolitischen bis zu familienpolitischen Fragen. Dem hohen Informationsgehalt stehen aber auch Lücken zu wichtigen Fragen gegenüber, wie etwa der, inwieweit hier von einer rechtsextremistischen Partei allgemein oder etwa bezogen auf den Höcke-Flügel gesprochen werden kann.

"Neoliberalismus zur Einführung" ist keine wirkliche Einführung

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher will in seinem Band "Neoliberalismus zur Einführung" die genannten Bezeichnung nicht als politisches Schlagwort, sondern als wissenschaftliche Kategorie behandeln. Die angekündigte Einführung ist indessen keine wirkliche Einführung, da ihr mit der geballten Textpräsentation ein wenig die Systematik fehlt – und auch soziökonomische Folgen und demokratietheoretische Probleme stärkeres Gewicht hätten finden können.

Die "PEGIDA-Bewegung" aus sozialwissenschaftlicher Sicht

BONN. (hpd) Die Politikwissenschaftler Hans Vorländer, Maik Herold und Steven Schäller fassen in ihrem Buch "PEGIDA. Entwicklung, Zusammensetzung und Deutung eine Empörungsbewegung" die sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser Protestbewegung von "rechts" vor. Dabei argumentieren sie mit Vorsicht und Zurückhaltung, bleiben doch noch viele Fragen offen, wenngleich die empirischen Befunde klar das Bild einer Bewegung der Empörung zeichnen.

Aus der Perspektive der Logik

BONN. (hpd) Der ehemalige Chemie-Professor Uwe Hillebrand setzt sich in seinem Buch "Warum glaubst Du noch? Lehren der christlichen Kirchen unter dem Gesichtspunkt der Logik" kritisch mit bestimmten Aspekten der christlichen Lehre auseinander. Da er dies in Form von kurzen Artikeln und in alphabetischer Reihenfolge tut, hat man es letztendlich mit einem kleinen Lexikon zur Kritik an den jeweiligen Auffassungen zu tun.

Rechtsextremismus und Satanismus

BONN. (hpd) Der von Niels Penke und Matthias Teichert herausgegebene Sammelband "Zwischen Germanomanie und Antisemitismus. Transformationen altnordischer Mythologie in den Metal-Subkulturen" enthält acht Aufsätze zu unterschiedlichen Aspekten des "National Socialist Black Metal". Die kompetenten Beiträge geben einen anschaulichen Einblick in die Ideologie einschlägiger Bands in der "Black Metal"-Subkultur, wobei der Sammelband wie fast jeder Sammelband nur ein fragmentarisches Bild zeichnet.

Ein problematisches Plädoyer für militante Aktionen der Tierbefreiung

BONN. (hpd) Der US-amerikanische Philosoph Steven Best legt mit "Totale Befreiung. Eine Revolution für das 21. Jahrhundert" eine Art Manifest für die militante Tierbefreiungsbewegung vor. Einerseits macht er auf eine Fülle von Problemfelder in der Mensch-Tier-Beziehung aufmerksam, andererseits münden diese in einem problematischen Plädoyer auch für gewalttätige Aktionen.

Köln am 26. Oktober 2014

Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus

BONN. (hpd) Bei der Diskussion über die AfD und Pegida, den Front National und die NPD geht es mit den Begriffen häufig durcheinander. Sind die gemeinten politischen Akteure rechtsextremistisch, rechtsradikal oder rechtspopulistisch? Was ist damit eigentlich gemeint? Für den hpd erklärt Pfahl-Traughber die erwähnten Begriffe aus Sicht der politikwissenschaftlichen Extremismusforschung.

Musik im Jihadismus

BONN. (hpd) Der Islamwissenschaftler Behnam T. Said liegt mit "Hymnen des Jihads. Naschids im Kontext jihadistischer Mobilisierung" eine erste deutschsprachige Forschungsarbeit zur Rolle von Musik im Jihadismus vor. Die Studie liefert eine Fülle von beachtenswerten Informationen und nimmt auch eine differenzierte Einschätzung bezüglich der Wirkung bei der Radikalisierung vor.

Konrad Adam, Frauke Petry und Bernd Lucke (v.l.n.r.) beim Gründungsparteitag der AfD 2013 in Berlin

Die AfD – keine Alternative für Deutschland

BONN. (hpd) Demokraten sollten eigentlich nicht von der "Alternativlosigkeit von Politik” sprechen, denn es gibt zu jeder politischen Entscheidung auch andere Optionen. Diese müssen nicht immer eine realistische und unproblematische Ausrichtung aufweisen, gleichwohl gehören sie in eine offene und pluralistische Gesellschaft.

Der "kategorische Imperativ" mit Tieren

BONN. (hpd) Der österreichische Tierrechtler Martin Balluch legt mit "Der Hund und sein Philosoph” ein, so lautet der Untertitel, "Plädoyer für Autonomie und Tierrechte” auf Basis von persönlichen Erfahrungen, wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und philosophischen Reflexionen vor. Der Autor plädiert dabei für eine Erweiterung des Kantschen "kategorischen Imperativs”, womit auch Tiere als Zweck gelten würde, schießt aber mit manchen Forderungen wie denen nach "Staatsbürgerrechen” für Tiere in einer "Multi-Spezies-Gesellschaft” über das Ziel hinaus.