Rezensionen

Humanismusperspektiven

(hpd/AuK) Dieser anregende Sammelband geht im Kern auf eine Humanismustagung in Berlin im November 2008 zurück. Einige Beiträge weiterer Autoren wurden als Ergänzung hinzugefügt. Entstanden ist eine Abfolge großenteils lesenswerter Fachbeiträge, Analysen und Stellungnahmen, die in ihrer Länge und dem Grad ihrer akademischen Ausarbeitung recht heterogen sind, jedoch alle einen erkennbaren Bezug zur reichen Ideenwelt des säkularen Humanismus aufweisen.

Die Unabweisbarkeit des Erinnerns

(hpd) Der Althistoriker Christian Meier erörtert die Frage, ob der „öffentliche Umgang mit schlimmer Vergangenheit“ eher von Erinnerung oder Vergessen geprägt sein soll. Aus der historischen Betrachtung plädiert er für Letzteres, macht bezüglich der NS-Vergangenheit aber eine Ausnahme, die aber nur ab den 1960er Jahren gelten soll.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

(hpd) Rechtsextremismus gibt es nicht nur unter ethnisch Deutschen, sondern auch bei Menschen mit Migrationshintergrund: Dafür stehen bezüglich der Einstellungen Antisemitismus und Nationalismus ebenso wie hinsichtlich der Organisationen Gruppierungen wie die türkischen „Grauen Wölfe“. Die Texte einer Broschüre beschäftigen sich nun mit Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft.

Schlüsseldokument des Atheismus

(hpd) Der im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts entstandene „Traktat über die drei Betrüger“ – gemeint sind Moses, Jesus und Mohammed – gehört zu den klassischen Texten der Aufklärung und der Religionskritik. Die von Winfried Schröder sorgfältig edierte Ausgabe enthält ausführliche Informationen zur ideengeschichtlichen Einordnung und Rezeption eines frühen Schlüsseldokuments der Geschichte des Atheismus.

Im feindlichen Berlin

(hpd) Erst den letzten Seiten ist zu entnehmen, dass dieses Buch eines aus einer ganzen Reihe, ja, eines ganzen Kunst- und Kultur-Imperiums ist. Es gibt Webseiten, Fanseiten ... eine ganze kleine Welt voller verrückter Geschichten um „Hartmut und ich“. Das nicht zu wissen schadet allerdings nicht, wenn man dieses Buch liest. Es ist voller skurriler Einfälle und Menschen.

Religiöse Legenden für ideologische Interessen

(hpd) Der Journalist Christian Schüle fragt in seinem Buch nach der historischen Angemessenheit von biblischen Berichten, wobei er in den damit angesprochenen Ereignissen nur religiöse Legenden zur Rechtfertigung seinerzeitiger ideologischer Interessen sieht. Es handelt sich um ein locker geschriebenes Buch – leider ohne genaue Belege und Literaturverweise – aber auf Basis neuester Forschungsergebnisse aus der Archäologie.

Ein verlorener Sohn rechnet ab

(hpd) Der Journalist Ulli Schauen wirft in einen kritischen Blick auf die „normalen Skandale“ der Kirche, vor allem bezüglich der Folgen einer unterbliebenen Trennung von Kirche und Staat. Es handelt sich eher um eine Sammlung von einzelnen Beispielen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, welche in dem Buch insgesamt eher fragmentarisch wirken.

„Volksgemeinschaft statt Kapitalismus?“

(hpd) Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen die sozialpolitische Agitation von Rechtsextremisten. Dabei arbeiten die Autoren den nationalistischen und völkischen Hintergrund des scheinbaren „Antikapitalismus“ in diesem politischen Lager auf, argumentierten dabei aber mitunter aus der Perspektive eines schematischen Marxismusverständnisses im traditionellen Sinne.

Die deutsche Linke und der Nahost-Konflikt

(hpd) Wolfgang Gehrcke, Jutta von Freyberg und Harri Grünberg wollen in ihrem Buch Positionsbestimmungen zu aktuellen und historischen Fragen des Themas vornehmen. Bilanzierend betrachtet enttäuscht das Werk, da es auf Basis einer geringen Literaturkenntnis zusammen geschrieben wurde, sich zu wichtigen Problemen gerade nicht ausführlicher und klarer positioniert und doch mit pauschalen Zuordnungen über Israel und die Palästinenser arbeitet.

„Die Terroristen von nebenan“

(hpd) Die Journalisten Rolf Clement und Paul Elmar Jöris schildern die Aktivitäten von gewaltgeneigten Islamisten in Deutschland, wobei die „Sauerland“-Gruppe im Zentrum des Interesse steht. Es handelt sich um eine informative und sachliche Darstellung aus journalistischer Sicht, die allerdings nur in Ansätzen analytische Einschätzungen formuliert.