Rezension

Antisemitismus mit dem Hakenkreuz

(hpd) Der in der DDR als Faschismusforscher bekannt gewordene Kurt Pätzold legt Artikel und Aufsätze zur Deutung von Judenverfolgung und –vernichtung aus marxistisch-leninistischer Sicht vor. Auch wenn die gesellschaftlichen Bedingungsfaktoren allzu dogmatisch aus „Imperialismus“ und „Kapitalismus“ abgeleitet werden, verdienen kritische Hinweise auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus Interesse.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar...“

(hpd) Einer der am meisten angeführten Begriffe in der Wertediskussion ist die Menschenwürde. Doch was ist Menschenwürde? Der Philosoph Franz Josef Wetz gibt einen Überblick über die religiöse, philosophische, politische und rechtliche Entwicklung des Begriffs von der Antike bis in die Gegenwart.

Islam - Schrecken des Abendlands?

(hpd) Der Politikwissenschaftler Werner Ruf beschreibt in „Der Islam – Schrecken des Abendlands. Wie sich der Westen sein Feindbild konstruiert“ das Aufkommen neuer Aversionen und Vorurteile gegen den Islam und die Muslime. Dabei kritisiert er durchaus zutreffend einige bedenkliche Entwicklungen, ignoriert aber die realen Gefahren und Probleme.

Dilemma der Meinungsfreiheit?

hpd) Der Jurist und Publizist Horst Meier veröffentlicht bereits zuvor an anderer Stelle erschienene Essays, welche sich vor allem dem strafrechtlichen Umgang mit Rechtsextremisten widmen. Der Autor plädiert dabei als Anhänger eines bestimmten Grundrechtsverständnisses und nicht aus politischer Sympathie für mehr Zurückhaltung bei Repressionen und Verboten.

Konglomerate des Antikommunismus

(hpd) Der Historiker Wolfgang Wippermann schildert die historische und aktuelle Verbreitung des Antikommunismus in Deutschland, Europa, den USA und der „Dritten Welt“. Bei aller angemessenen Aufmerksamkeit für die historischen Details unterscheidet der Autor aber nicht genug zwischen ideologischem und rationalem Antikommunismus und geht auch sehr salopp mit Bewertungen um.

Wenn das Nilpferd lächelt

BERLIN. (hpd) „Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen“, heißt María Sonia Cristoffs kurzer aber wortgewaltiger Essay, er könnte auch heißen: „Was Tiere mit Menschen machen“. Die junge Argentinierin schreibt von lächelnden Nilpferden, rachsüchtigen Löwen, einem einst aus London mit dem Bus geflohenen Affen, auswandernden Kakerlaken und natürlich Kafkas Käfer. Von Tieren, die sehr oft von Menschen genug haben.

Politisch extreme Rechte seit 1949

(hpd) Der Politikwissenschaftler Gideon Botsch beschreibt die historische Entwicklung der organisierten Formen des politischen Lagers der extremen Rechten. Er trägt dabei auf engem Raum überaus kenntnisreich und gut strukturiert die wichtigsten Informationen zusammen.

Keine Panik!

BERLIN.(hpd) Die Boten der Nemesis sind die Überbringer schlechter Nachrichten und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Sie werden metaphorisch oft benutzt, um Katastrophenängste zu schüren. Warum und wem das nutzt erklärt Franz M. Wuketits in seinem aktuell erschienenen Buch.

„Kumpanei“ von Rechtsterroristen und Staat?

(hpd) Der Publizist Markus Bernhardt legt eine kurze Darstellung zu den Serienmorden des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ vor. Der Autor verzichtet darin auf genaue Belege und ergeht sich vielfach in Spekulationen, welche verschwörungsideologisch eine „Kumpanei“ von Rechtsterroristen und Staat behaupten.

Die dunkle Seite der Nationalstaaten

(hpd) Der Historiker Philipp Ther deutet „‚Ethnische Säuberungen’ im modernen Europa“ als Konsequenz von nationalen Homogenitätsvorstellungen. Da sein Werk nicht nur historisch-beschreibend, sondern auch analytisch-typologisierend angelegt ist, hebt es sich wohltuend von ähnlichen Werken mit einer Beschränkung auf die Darstellung ab.