Rezension

Kritik des theistischen Weltbildes aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Sicht

BONN. (hpd) Der promovierte Philosoph Peter Kamleiter nimmt in seinem Buch "Der entzauberte Glaube" entsprechend des Untertitels "Eine Kritik am theistischen Weltbild aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Sicht" vor. Auch wenn die einzelnen Aussagen nicht neu sind, ist die Publikation angesichts der Kombination der Perspektiven von Interesse, hätte aber auch inhaltlich entsprechend der beschworenen Absicht auf die Kritikperspektive stärker zugeschnitten sein können.

Wie man Gutes noch besser wollen kann

BONN. (hpd) Der Philosoph William MacAskill erläutert in seinem Buch "Gutes besser tun. Wie wir mit effektivem Altruismus die Welt verändern können" eine Denkweise, die aus guten Absichten mehr gute Ergebnisse folgen lassen will. Auch an vielen praktischen Beispielen macht der Autor sein aufkläerisches Anliegen deutlich, wobei er aber auf der Ebene individuellen Agierens stehen bleibt, ohne die gesellschaftliche Dimension stärker zu berücksichtigen.

Freiheit den Flüssen

BERLIN. (hpd) Freiheit den Flüssen, Krieg den Bürokraten! Die Wandlung von einer willenlosen Kindfrau aus gutem orthodoxen amerikanischen Hause, Spielgefährtin und Spielzeug ihres Gatten, mit dem sie eine Leidenschaft zu Vögeln und erotischen Experimenten teilt, zur anarchischen und militanten Ökoaktivistin - das macht Nell Zink uns in dem Roman "Der Mauerläufer" weis. Eine entsetzlich komische Ver-Lust-Geschichte.

"Mit Platon in Palästina"

BERLIN. (rps) Dieses Buch liest man mit Begeisterung, weil man entdeckt: Philosophie ist tatsächlich mehr als die allzu oft "abgehobene" Forschung und die elitäre Debatte in den notwendigerweise begrenzten Räumen der Universitäten.

Martin Luthers judenfeindliche Hetzschrift in Neuedition

BONN. (hpd) Karl-Heinz Büchner u.a. haben Martin Luthers judenfeindliche Hetzschrift "Von den Juden und Ihren Lügen" neu herausgegeben und in heutiges Deutsch übertragen, wobei deutlich wird: Der Reformator forderte – mit Ausnahme der systematischen Ermordung – das Gleiche wie die späteren Nationalsozialisten. Bedauerlich ist, dass die Herausgeber es bei einem kurzen Vorwort belassen und kaum etwas zur Rezeptionsgeschichte schreiben.

"Ausverkauf der amerikanischen Demokratie" – eine Warnung

BONN. (hpd) Der Publizist Josef Braml macht in seinem Buch "Auf Kosten der Freiheit. Der Ausverkauf der amerikanischen Demokratie und die Folgen für Europa" insbesondere auf den Einfluss der Wirtschaft auf die Politik in den USA aufmerksam. Informativ und sachlich entsteht dabei ein anschauliches Bild von den Erosionsprozesses, die auf eine Ersetzung der Demokratie durch Klientelpolitik hinauslaufen könnten.

Kapitalismuskritik von Sahra Wagenknecht

BONN. (hpd) Die "Linken"-Politikerin Sahra Wagenknecht legt mit "Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten" eine Kritik an der ökonomischen Entwicklung vor und plädiert darin für eine Wirtschaftsordnung fern von leistungslosem Einkommen. Einerseits macht die Autorin darin zutreffend deutlich, dass der Kapitalismus keineswegs mehr der Marktwirtschaft entspricht, andererseits zeigt sich aber auch, dass hier allzu oberflächlich und populärwissenschaftlich ohne klare Alternativen argumentiert wird.

"Die Flüchtlingskrise"

BONN. (hpd) Der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft liefert in seinem Band "Die Flüchtlingskrise. Ursachen, Konflikte, Folgen" eine knappe Gesamtdarstellung zum Thema auf unter 130 Seiten. Angesichts der Aufgeregtheit der Debatte zum Thema fällt der sachliche und unterkühlte Ton positiv auf.

Trübes Wasser und der helle Klang des Geldes

BERLIN. (hpd) Wer einmal in die Verlegenheit kommt, sein Konto leer zu sehen und gleichzeitig unverfroren genug, um mit der Dummheit und der Gutgläubigkeit Dritter Geld zu verdienen, kann sich mit einer Hand voller wissenschaftlich klingender Worte und ein paar Flaschen Wasser das leere Konto wieder auffüllen.

"Opa war in Ordnung!"

BONN. (hpd) Der von den Politikwissenschaftlern Hans-Peter Kilguss und Martin Langebach herausgegebene Sammelband "'Opa war in Ordnung!' Erinnerungspolitik der extremen Rechten" enthält Beiträge zu den unterschiedlichsten Aspekten rechtsextremistischer Geschichtsmanipulation. Dabei werden anschaulich die konkreten Funktionen aufgezeigt und Anregungen zum pädagogischen Umgang gegeben, womit man es mit einer "runden Sache" zu tun hat.