Rezension

Bücher für den März

(hpd) Thomas Hocke, der ehemalige Redakteur des ZDF für Literatur und Bildende Kunst, Begründer etlicher Literaturformate in ZDF, 3sat und arte sowie Mitbegründer des Rheingau-Literatur-Festivals stellt im hpd Bücher vor, die nicht unbedingt Bestseller sind; es aber noch werden könnten.

Der "Islamische Staat" und die Staatenbildung

BONN. (hpd) Die Terrorismusexpertin Loretta Napoleoni beschreibt in ihrem Buch "Die Rückkehr des Kalifats. Der Islamische Staat und die Neuordnung des Nahen Ostens" die Terror-Miliz als Akteur zur Bildung eines homogenen islamistischen Staates. Dabei arbeitet die Autorin auch durch vergleichende Betrachtungen eine Fülle an bislang noch nicht genügend beachteten Besonderheiten heraus, wobei nicht jede Einschätzung in den meinungsstarken, aber reflexionswürdigen Ausführungen genauer belegt ist.

"Wir sind alle Kannibalen"

BERLIN. (hpd) Schon hoch betagt, von 1989 bis 2002, veröffentlichte Claude Lévi-Strauss rund ein Dutzend kleine Essays in der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". Diese geistfunkelnden Kabinettstückchen sind Zeugnisse eines großen Humanisten.

Fritz Rück – Eine politische Biographie

HEIDENHEIM. (hpd) Elisabeth Benz schrieb eine politische Biographie, einen 440 Seiten umfassenden Bericht über einen Revolutionär in Württemberg, Fritz Rück (1895–1959). Eine spannende und umfangreiche wissenschaftliche Biographie, geschrieben als Dissertation für die Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Stuttgart im Jahr 2014.

Dschihadistische Wege

BONN. (hpd) Die Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin Lamya Kaddor geht in ihrem Buch "Zum Töten bereit. Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen" mit persönlichen Berichten und Kommentaren auf das Buchthema ein. Es handelt sich um kein wissenschaftliches Werk, gleichwohl stellt die Autorin die richtigen Fragen und kommentiert aus der Perspektive einer liberalen Muslima auch mit Kritik in Richtung der muslimischen Community.

Weltuntergangsphantasien in der europäischen Geschichte

WEIMAR. (hpd) Da eine zusammenfassende Darstellung von europäischen religiös bedingten Weltuntergangsphantasien auf wissenschaftlichem Niveau bis dato nicht vorzuliegen scheint, hat sich der Historiker Peter Dinzelbacher diesem Thema mit der nun vorliegenden Studie zugewandt. Und er will das Thema eben nicht aus der Sicht der Theologie betrachten, sondern aus der von Geistes- und Mentalitätsgeschichte.

Der Erfinder des Sadomasochismus

ZWICKAU. (hpd) Am 2. Dezember 1814 starb 74-jährig der französische Adelige Marquis de Sade. Im hpd erinnerte Horst Herrmann an ihn unter der Überschrift “‘Pornographie’ als Aufklärung”. Schon die Anführungsstriche betonen, dass umstritten ist, wie seine Schriften zu charakterisieren sind. Der Kulturwissenschaftler Horst Groschopp rezensiert die jüngst von Volker Reinhardt vorgelegte Biographie de Sades unter diesem Schwerpunkt.