Filmfest „FrauenWelten“ stellt Programm vor

Vom Jemen bis in die Arktis

Unmittelbar vor dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen lädt das Festival vom 18. bis 24. November 2026 ins Kino in der KulturBrauerei in Berlin ein. 32 Filme aus 29 Ländern, drei Themenschwerpunkte und 27 Premieren zeigen, wie Frauen sich patriarchaler Macht widersetzen.

Festivalleiterin Sabrina Kürzinger
Festivalleiterin Sabrina Kürzinger

Das Filmfest „FrauenWelten“ der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes zeigt in seiner 26. Ausgabe Frauen, die patriarchale Machtverhältnisse herausfordern, Gewalt und Unrecht nicht hinnehmen und für Selbstbestimmung und Gerechtigkeit kämpfen. An sieben Tagen sind 32 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 29 Ländern zu sehen – darunter eine Welt-, drei Europa-, acht Deutschland- und 15 Berlinpremieren. Das vollständige Programm ist ab sofort online, der Ticketverkauf startet heute, am 26. Oktober 2026.

Eröffnet wird das Festival am 18. November um 19 Uhr mit der Berlinpremiere von „Strawberries – Die Erdbeerpflückerin“ von Laïla Marrakchi. Schirmherrin Inna Shevchenko, ukrainische Feministin und FEMEN-Aktivistin, spricht zur Eröffnung persönlich.

„Die Filme in unserem diesjährigen Programm zeigen Frauen nicht nur als Betroffene, sondern als Handelnde, die Widerstand leisten, Veränderung anstoßen und Gerechtigkeit einfordern – sei es im Krieg in der Ukraine oder im Jemen, in Kambodscha oder im digitalen Raum,“ so die Festivalleiterin Sabrina Kürzinger. „Uns ist es wichtig, mit dem Programm aktuelle Entwicklungen aufzugreifen, gleichzeitig den Blick zu erweitern und Themen sichtbar zu machen, die sonst oft übersehen werden. Mit unserem vielfältigen Programm laden wir das Publikum ein, Filme zu entdecken und im Austausch mit unseren internationalen Gästen und ExpertInnen neue Perspektiven kennenzulernen.“

Das 26. Filmfest „FrauenWelten“ setzt auf drei Themenschwerpunkte

Der Schwerpunkt „Neue Perspektiven“ widmet sich Geschichten von Frauen, Lebensrealitäten und Regionen, die im Kino und in der öffentlichen Wahrnehmung oft wenig Raum bekommen.

So erzählt Regisseurin Sara Ishaq in ihrem Spielfilm „The Station“ von Layla, die im Jemen eine Tankstelle nur für Frauen betreibt und so in einem von Krieg und patriarchalen Strukturen geprägten Alltag einen geschützten Zufluchtsort schafft. Im Dokumentarfilm „Colors of White Rock“ porträtiert Regisseur Khoroldorj Choijoovanchig eine der wenigen Lastwagenfahrerinnen der Mongolei. Als alleinerziehende Mutter behauptet sie sich in einer männlich dominierten Arbeitswelt und durchquert mit einer Ladung Kohle die Wüste Gobi.

Der Schwerpunkt „Digitale Lebenswelten“ fragt, inwiefern digitale Räume Beziehungen, Kommunikation und patriarchale Strukturen verändern. Die Geschichten zeigen Frauen, die das Netz auf ganz unterschiedliche Weise nutzen, gestalten oder mit seinen Auswirkungen konfrontiert sind.

Der Dokumentarfilm „Replica“ von Chouwa Liang begleitet drei junge Frauen in China, die Liebe und Verbundenheit in einer Beziehung zu einem KI-Chatbot finden, und fragt, kann KI menschliche Nähe ersetzen? Sam Bensteads Dokumentarfilm „Killing Anna“ zeigt die syrische Wissenschaftlerin Annsar Shahoud, die mithilfe von Facebook auf eigene Faust ermittelt und unter hohem Risiko versucht, ein Massaker an der Zivilbevölkerung aufzuklären.

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Der dritte Schwerpunkt richtet den Blick auf Frauen, die sexualisierte Gewalt im Krieg überlebt haben, und auf diejenigen, die für Gerechtigkeit kämpfen und sich ihre Selbstbestimmung zurückerobern.

Der Spielfilm „Mugabga“ von Marie-Hélène Roux erzählt die Geschichte des kongolesischen Arztes und Friedensnobelpreisträgers Dr. Denis Mukwege, der seit Jahrzehnten trotz persönlicher Gefährdung Frauen behandelt, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Der dokumentarische Kurzfilm „Not Ours to Carry“ von Veronica Blecker porträtiert drei Frauen im Norden Äthiopiens, die die Geschichten von Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt öffentlich machen und auf internationaler Ebene für Aufklärung und Gerechtigkeit kämpfen.

Kooperationen: Filme aus Kambodscha und der Kampf gegen Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung

Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung widmet sich das Festival in zwei Programmen dem feministischen Kino Kambodschas. Als internationale Premiere wird der Dokumentarfilm „Mother, There Is a Star in Me“ von Benjamin Rigley und Sreymom Mab gezeigt. Hinzu kommt eine Reihe mit fünf Kurzfilmen.

In Kooperation mit SAFE (Support and Aid for Female Genitale Mutilation and Early and Forced Marriage), einer Initiative zur Prävention und Beseitigung weiblicher Genitalverstümmelung sowie der Früh- und Zwangsverheiratung, zeigt das Festival drei Filme und ein Kurzfilmprogramm mit Lesung. Dabei liest die SAFE-Community-Expertin Bilkisu Conteh aus ihrem Buch „Strength Is Her Beauty: A Story on Overcoming Female Genital Mutilation/Cutting“.

Rahmenprogramm: Panels, Ausstellung, Stadtführungen

Drei Panels laden im Anschluss an Filmvorführungen zur Diskussion über aktuelle Fragen rund um Frauenrechte und gesellschaftlichen Wandel ein. Während der gesamten Festivalwoche ist im Kino in der KulturBrauerei die Ausstellung „Sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen in Burkina Faso, Mali und Deutschland“ zu sehen. In Kooperation mit Frauentouren finden am Festivalwochenende zwei Stadtführungen zum Thema „Frauen und Film in Prenzlauer Berg“ statt. Sie führen zu bekannten Filmdrehorten, holen vergessene Pionierinnen der Filmgeschichte zurück ins Gedächtnis und beleuchten, wie Frauen im Kino dargestellt werden.

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