Interview mit Michael Schmidt-Salomon über die neuen Strategien christlicher Rechtspopulisten

"Die AfD ist die Speerspitze des christlichen Fundamentalismus"

Dr. Michael Schmidt-Salomon
Dr. Michael Schmidt-Salomon

BERLIN. (hpd) Gemessen am Bevölkerungsdurchschnitt sind konfessionsfreie Menschen auf PEGIDA-Demos seltener anzutreffen als Christen, wie hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg unlängst darlegte, dennoch ist es befremdlich, wie viele religionsungebundene Menschen auf die Parolen christlicher Rechtspopulisten hereinfallen. Der hpd sprach hierzu mit dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon, der die Strategien des rechten christlichen Spektrums als Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung aufmerksam verfolgt.

hpd: Herr Schmidt-Salomon, laut Umfrageergebnissen würden momentan deutlich mehr als 10 Prozent der Deutschen die rechtspopulistische AfD wählen. Was kann man tun, um einen solchen Erfolg, der wohl gravierende Folgen für die" deutsche Politik hätte, zu verhindern?

Michael Schmidt-Salomon: Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich die Strategie der Rechtspopulisten vor Augen führen, die darin besteht, mit halben Wahrheiten ganze Erfolge zu erzielen. Um diese Strategie zu durchkreuzen, gibt es ein probates Mittel: Gib Demagogen Recht, wo sie Recht haben, und kritisiere sie dort, wo sie die Wirklichkeit verzerren!

Völlig verkehrt ist es dagegen, unbequeme Wahrheiten unter den Teppich zu kehren, wie das in der Vergangenheit allzu oft passiert ist. Mit solchen Verschleierungsmanövern stärkt man radikale Kräfte viel eher, als dass man sie schwächt. Denn auf diese Weise liefert man ihnen die Munition, um mit großem Getöse gegen “das Establishment” und die vermeintliche “Lügenpresse” in die Schlacht zu ziehen.

Sie sagten, man müsse Demagogen Recht geben, wo sie Recht haben. Wo hat denn die AfD Recht?

Die AfD hat zu Recht darauf hingewiesen, dass man die Gefahr des islamischen Faschismus nicht verdrängen darf und eine Appeasement-Politik gegenüber Fundamentalisten fatale Konsequenzen hätte. Es ist ein verhängnisvoller Fehler, dass die offizielle deutsche Politik auf diesem Gebiet bislang so wenig Kante gezeigt hat. Wir müssen die offene Gesellschaft sehr viel entschlossener gegen ihre Feinde verteidigen – nicht zuletzt gegen diejenigen, die das Grundgesetz durch die Scharia ersetzen wollen!

Das heißt selbstverständlich nicht, dass es gerechtfertigt wäre, Muslime unter Generalverdacht zu stellen, wie das in AfD-Kreisen häufig geschieht! Viele Muslime sind ja gerade deshalb nach Deutschland geflüchtet, weil sie in einer offenen Gesellschaft leben möchten, statt in einer islamistischen Diktatur. Selbstverständlich sollten wir Menschen, die individuelle Freiheitsrechte wertschätzen, mit offenen Armen empfangen. Allerdings dürfen wir uns eine solche “Willkommenskultur” gegenüber den Feinden der offenen Gesellschaft nicht erlauben, da dies über kurz oder lang zum Untergang des Rechtsstaats führen würde.
 

Könnte es sein, dass die AfD bei einigen konfessionsfreien Menschen gerade deshalb so gut ankommt, weil sie in ungewohnter Schärfe fordert, dass sich Muslime den staatlichen Normen zu unterwerfen haben?

Ja, das ist ein wichtiger Aspekt. Viele Bürgerinnen und Bürger leben mittlerweile so religionsfern, dass sie mit einer offen zur Schau gestellten Religiosität nichts mehr anfangen können. Religiöser Glaube wird zunehmend als Bedrohung wahrgenommen, was angesichts der Gräueltaten, die im Namen der Religion begangen wurden und werden, nicht verwunderlich ist. In dieser Situation konnte die AfD dadurch punkten, dass sie unmissverständlich klarstellte, dass der Islam nicht über dem Gesetz steht, was bei den anderen Parteien, die gegenüber den lslamverbänden einen Schmusekurs einlegten, längst nicht so deutlich rüberkam.

Die Ignoranz der etablierten Parteien in der Islamdebatte führte also zum Aufstieg der AfD?

Ja. Fälschlicherweise geriet die AfD dadurch in den Ruf, eine Partei zu sein, die den säkularen Rechtsstaat gegen religiöse Dominanzmanöver verteidigt. In Wahrheit ist jedoch das glatte Gegenteil der Fall, denn die AfD ist die Speerspitze des christlichen Fundamentalismus in Deutschland. Wer meint, die AfD wählen zu müssen, um die Privilegien der Religiösen zurückzudrängen, macht den Bock zum Gärtner.

Es ist kein Zufall, dass führende Vertreter der AfD aus der evangelikalen Bewegung bzw. dem rechtskatholischen Spektrum stammen. Diese vermeintlichen “Retter des Abendlandes” bekämpfen den lslamismus nicht, um die offene Gesellschaft gegen ihre Feinde zu verteidigen, sondern um den erzreaktionären, illiberalen Normen der christlichen Rechten zum Durchbruch zu verhelfen.

In der öffentlichen Debatte hört man davon wenig …

Aus gutem Grund, denn die Fundamentalisten innerhalb der AfD wissen nur zu gut, dass eine offen christlich-fundamentalistische Partei in Deutschland kaum Wählerstimmen erhalten würde. Nach den Misserfolgen der “Partei bibeltreuer Christen” oder der “Partei der christlichen Mitte” verfolgt die christliche Rechte seit geraumer Zeit eine neue politische Strategie, die darin besteht, die religiösen Hintergründe ihrer Kampagnen zu verschleiern. Sie besetzen zwar noch immer die gleichen “christlichen Kampfgebiete”, etwa den “Schutz der Familie” oder den “Schutz des Lebens”, geben dem Ganzen jedoch einen scheinbar säkularen Anstrich, auf den leider viele hereinfallen.

Widerstand gegen den liberalen Zeitgeist

Das ist offenbar auch dem evangelischen Theologen Andreas Fincke passiert. Im Deutschlandfunk verstieg er sich unlängst zu der (als rhetorische Frage getarnten) Aussage, dass “die aktuelle laizistische, kirchenkritische Bewegung sich im Augenblick in der AfD versammelt”, was man daran erkennen könne, dass die Partei den staatlichen Einzug der Kirchensteuer ablehne…

Eine groteske Fehldeutung! Andreas Fincke übersah (oder verschwieg?) bedauerlicherweise, dass Evangelikale und Rechtskatholiken die Kirchensteuer schon seit vielen Jahren ablehnen, weil sie die enge Anbindung der Kirchen an den Staat als eine Gefahr für die Glaubensfestigkeit ihrer Mitglieder interpretieren. In ihren Augen sollten die Kirchen unabhängige Kampforganisationen des Glaubens sein, die als staatsferne Institutionen Widerstand gegen den liberalen, als „kulturzersetzend“ empfundenen Zeitgeist leisten.

Die Tatsache, dass eine Partei gegen Kirchensteuern argumentiert, muss also keineswegs bedeuten, dass sie für eine säkulare Gesellschaft kämpft?

Nein. Es gibt einen “christlich-fundamentalistischen Laizismus”, der genau das Gegenteil erreichen will! Im Fall der AfD ist es offensichtlich, dass die Abschaffung der Kirchensteuer den rechtskonservativen, AfD-nahen Strömungen innerhalb der Kirchen weiteren Auftrieb geben soll. Wer die Hintergründe dieses “christlich-fundamentalistischen Laizismus” nicht versteht, kann leicht dem Fehlschluss unterliegen, es handle sich bei der AfD um eine kirchenfeindliche Partei. Tatsächlich jedoch steht die AfD felsenfest an der Seite jener christlichen Reaktionäre, die mit ihren liberaleren Glaubensbrüdern und -schwestern schon seit langem eine erbitterte Auseinandersetzung um die religiöse und politische Deutungshoheit führen.

Wenn schon ein Spezialist für Weltanschauungsfragen wie Andreas Fincke diese Zusammenhänge nicht durchschaut, muss man sich wohl nicht darüber wundern, dass konfessionsfreie Wählerinnen und Wähler fälschlicherweise glauben, in der AfD eine Heimat gefunden zu haben, oder?

Richtig. Es gibt sogar AfD-Funktionäre, die die Macht des christlich-fundamentalistischen Flügels innerhalb ihrer Partei völlig unterschätzen! Wie es scheint, ist die Strategie der Verschleierung der religiösen Hintergründe bestens aufgegangen. Es hat sich offenkundig bewährt, dass die Kampagnen und Netzwerke der christlichen Rechtspopulisten Namen tragen, die ihre ideologische Herkunft auf den ersten Blick nicht verraten, etwa “Zivile Koalition e.V.”, “Initiative Familienschutz” oder “Demo für alle”.

Inhaltlich stehen dahinter die gleichen Denkweisen, mit denen christliche Glaubensstreiter schon seit Jahrzehnten gegen den ach so liberalen Zeitgeist ankämpfen. Neu daran ist nur, dass sie dank der veränderten Kommunikationsstrategie auch außerhalb des rechten christlichen Spektrums Gehör finden.

Das Modell der „heiligen Familie“

Die “Demo für alle”, maßgeblich initiiert durch die AfD-Vizevorsitzende Beatrix von Storch, kämpft gegen die vermeintliche „Übersexualisierung der Jugend“ und hat Zehntausende dazu gebracht, gegen den Sexualkundeunterricht in Baden-Württemberg zu demonstrieren…

Auch dies ist ein altes Kampfgebiet der christlichen Rechten. Der Sexualkundeunterricht ist ihnen schon lange ein Dorn im Auge. Gegen freizügige Filme oder harmlose Aufklärungsserien der Jugendzeitschrift Bravo laufen sie seit Jahrzehnten Sturm. In ihren Vorstellungen von “moralischer Sittlichkeit” unterscheiden sich die rechten AfD-Christen nur wenig von strenggläubigen Muslimen.

Wie Islamisten leiden auch AfD-Christen unter massiver Homophobie. Sie fühlen sich von der sogenannten “Schwulenlobby” bedrängt und beklagen den sogenannten “Genderwahn”…

Innerhalb ihres Denkmodells ist das absolut verständlich, denn die religiöse Ideologie beruht auf der strikten, vermeintlich “gottgewollten” Unterscheidung der Geschlechter. Im Modell der “heiligen Familie” gibt es einen Mann und eine Frau, die selbstverständlich heterosexuell sind und zu Ehre Gottes Kinder zeugen, die sie im Sinne des tradierten Wertekanons erziehen. Für sexuelle Zwischenformen und alternative sexuelle Orientierungen gibt es in dieser Sichtweise keinen Platz.

Wie ist es Storch & Co. gelungen, so viele Menschen für den Protest zu mobilisieren?

Im christlich-konservativen Spektrum gibt es seit jeher ein beachtliches Reservoir an Menschen, die von der sogenannten “sexuellen Revolution” überfordert sind. Zudem muss man den Verantwortlichen der “Demo für alle” zugestehen, dass sie recht geschickt agiert haben, um ihr Weltbild unter die Leute zu bringen.

Ein kluger Schachzug war es zum Beispiel, dass sie sich auf eine besondere Gruppe von “Gender-Forscherinnen” einschossen, die das biologische Geschlecht als “kulturelle Konstruktion” verstehen. Da ein derart radikaler Kulturismus wissenschaftlich betrachtet Humbug ist, erhielten die religiösen “Genderkritiker” partiell Rückendeckung von Biologen, die mit guten Gründen auf die biologischen Wurzeln der Geschlechterunterschiede hinweisen.

Allerdings – und das ist die eigentliche Pointe dieser Geschichte – hebt die naturwissenschaftliche Argumentation den christlichen Anti-Genderismus im entscheidenden Punkt wieder auf: Denn selbstverständlich lassen sich auch Homosexualität und Transsexualität auf biologische Faktoren zurückführen, was die rechtskonservative Angst vor der angeblich gefährlichen “Schwulenpropaganda” ad absurdum führt!

Angesichts der biologischen Faktenlage ist es schlicht wahnhaft, zu glauben, dass ein weltoffener Sexualkundeunterricht oder die sogenannte “Gender-Ideologie” Menschen in Schwule oder Transsexuelle verwandeln könnte, sofern sie eine solche Veranlagung nicht ohnehin schon in sich tragen. Dass die “Internationale der Reaktionäre” von der Tea Party-Bewegung über die Front National bis hin zur AfD einer solchen Wahnidee anhängt, verrät viel über den bedauerlichen Geisteszustand dieser Leute.

Die “Internationale der Reaktionäre”

Sie haben die “Internationale der Reaktionäre” angesprochen. Gibt es Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppierungen und wie ist das AfD-, PEGIDA-, “Demo für alle”-Spektrum international einzuordnen?

Natürlich gibt es Verbindungen. Die “Demo für alle” zum Beispiel war eine Übernahme einer Aktion der Front National, die in Frankreich in Kooperation mit rechten kirchlichen Kreisen etwa 100.000 Personen auf die Straße brachte, um gegen die gleichgeschlechtliche Ehe zu demonstrieren.

Vor allem über Beatrix von Storch verfügt die AfD über beste Kontakte zu extrem konservativen katholischen und evangelikalen Netzwerken.

Bemerkenswert ist dabei, wie reibungslos die Zusammenarbeit in diesem Spektrum über alle Konfessionsgrenzen hinweg funktioniert. Offenbar haben sich die Reaktionäre aller Länder im Kampf gegen den liberalen Zeitgeist vereinigt: Russisch-orthodoxe, katholische und evangelikale Ultras verfolgten nahezu die gleiche rückwärtsgewandte Agenda und so ist es letztlich fast egal, ob ihre politischen Gallionsfiguren Donald Trump, Vladimir Putin, Viktor Orbán, Jarosław Kaczyński, Marine Le Pen oder Frauke Petry heißen.

Verbirgt sich hinter der AfD so etwas wie eine deutsche Tea Party-Bewegung?

Es gibt deutliche Parallelen. Wie die amerikanische Tea Party-Bewegung startete die AfD zunächst mit einem wirtschaftsliberalen Programm und entwickelte sich dann mehr und mehr in Richtung des christlichen Rechtspopulismus. Wie die Tea Party hat sich auch die AfD auf das Modell der christlichen Normfamilie eingeschworen und für ein radikales Verbot von Abtreibung und Sterbehilfe stark gemacht.

Normalerweise kann man mit einem solch rigiden “No Sex, No Drugs, No Rock’n Roll!”-Programm in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen, aber bislang haben nur wenige hinter die Fassade dieser Partei geschaut. Ich hoffe, dass sich das allmählich ändern wird. Bei genauerer Betrachtung sollte den allermeisten klar sein, dass die AfD keine “Alternative für Deutschland” ist, sondern allenfalls eine “Alternative für Doofe” bzw. eine “Alternative für Desinformierte”.

Haben Sie denn überhaupt kein Herz für Protestwähler?

Nun ja, ich kann durchaus nachvollziehen, dass Bürgerinnen und Bürger kein allzu großes Vertrauen mehr in die etablierten Parteien haben, die – auch das ist eine wirkungsvolle Halbwahrheit der AfD –an den Interessen der Bevölkerung oft vorbeiregieren. Aus diesem Grund sollte jedoch niemand in die Verlegenheit kommen, ausgerechnet die AfD zu wählen!

Für Protestwähler gibt es, sofern sie kein besonderes Faible für chauvinistische, christlich-fundamentalistische Positionen haben, deutlich bessere Alternativen, etwa die Partei der Humanisten, die den unbestreitbaren Vorteil hat, dass sie tatsächlich jene säkularen Positionen vertritt, die der AfD fälschlicherweise unterstellt wurden.

Herr Schmidt-Salomon, vielen Dank für das Gespräch!

Kommentare (51)

Wolfgang (nicht überprüft)

Do. 11 Feb 2016 - 21:18

Ist das wirklich so? Ich hatte eher den Eindruck, als ob gerade bei PEGIDA-Kundgebungen in Dresden Konfessionslose überwiegen. Man sollte auch hinzubemerken, dass solche Thesen in der evangelikalen Bewegung, die übrigens äußerst binnenplural ist, unumstritten sind. Bisher war man eher apolitisch, bestenfalls staatstragend.

Imre Korikov (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 18:17

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

Schmidt-Salomon beschäftigt sich in diesem Artikel mit der AfD und ihrem Verhältnis zur christlichen Religion, zu den christlichen Großkirchen und zu evangelikalen und rechtskatholischen Bewegungen und Kräften und nicht mit der Pegida.

Ich werde, auch gerade weil ich gerne die Artikel vom Humanistischen Pressedienst lese (und trotz dieses Artikels), die AfD wählen. (Bei der übernächsten Wahl entscheide ich dann neu.)

Zu diesem Artikel passt übrigens als Kommentar der Text von Nicolaus Fest "Zur Hysteriesierung des Landes" ( http://nicolaus-fest.de/zur-hysteriesierung-des-landes )

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Sa. 13 Feb 2016 - 18:50

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

Das ist gut möglich, dass die Mehrzahl der PEGIDA-Demonstranten in Dresden konfessionslos waren, schließlich ist auch die Mehrzahl aller Straftäter in Polen katholisch. Dresden ist in seiner Mehrheit konfessionslos, also wäre es nicht verwunderlich, wenn dies auch die Mehrzahl aller PEGIDA-Demonstranten wäre. Die AfD-Anhänger sind in der Mehrzahl nicht konfessionslos.

Edgar Dahl (nicht überprüft)

Do. 11 Feb 2016 - 21:39

Ich habe mir gerade einmal die Mühe gemacht, das Parteiprogramm der AfD zu lesen. Was berechtigt zu der Annahme, dass die AfD eine verkappt christlich-konservative Partei sei, die gegen Homosexualität, Abtreibung und Sterbehilfe ist?

Horst Groschopp (nicht überprüft)

Sa. 13 Feb 2016 - 10:33

Antwort auf von Edgar Dahl (nicht überprüft)

Guter Einwurf. Mein Kommentar zu MSS, der beim Serverknall im Orbit verloren ging, war in diesem Sinne noch grundsätzlicher, denn ein übertriebener religionskritischer Blick verstellt nicht nur die Sicht auf eine "neue Rechte", die hierzulande, woanders mag das anders sein, ohne fundamentalchristliche Bezüge auszukommen vermag, auch wenn es hier Verbindungen gibt. Er vernebelt auch zu sehen, wo christliche Humanität "fundamental" auftritt und bündnisfähig ist. Aber nach wenigen Tagen laufen die Texte auch beim hpd unter "ferner liefen", da mag ich keine Kraft für Rekonstruktionsbemühungen investieren; kommt sicher bald eine neue Gelegenheit, bis dahin kann man ja meine "weiße Linie" als vorauseilenden Kommentar lesen.

Zumindest seit dem Austritt von Hans-Olaf Henkel ist mir die AfD auch suspekt. Dennoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man sich momentan gerade darin zu überbieten sucht, die Partei zu denunzieren. Ich will mich ja nicht derselben perfiden Tricks bedienen wie die AfD-Gegner, doch das aktuelle Titelblatt des SPIEGELs könnte man durchaus als eine Verharmlosung des Nationalsozialismus kritisieren.

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

So. 14 Feb 2016 - 11:13

Antwort auf von Edgar Dahl (nicht überprüft)

Glauben Sie wirklich, dass das AfD-Parteiprogramm dazu taugt, diese Frage zu bewerten?
Im gültigen Parteiprogramm (von 2013, also noch zu Lucke/Henkel-Zeiten) heißt es zum Thema "Intergrationspolitik":
Wir fordern eine Neuordnung des Einwanderungsrechts. Deutschland braucht qualifizierte und integrationswillige Zuwanderung.
Wir fordern ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. Eine ungeordnete Zuwanderung in unsere Sozialsysteme muss unbedingt unterbunden werden.
Ernsthaft politisch Verfolgte müssen in Deutschland Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehört auch, dass Asylbewerber hier arbeiten können.

Das wäre wohl in weiten Teilen der CDU/CSU und auch in Teilen der SPD zustimmungsfähig.
Von der Forderung, im Notfall müsse an der Grenze auch auf unbewaffnete Flüchtlinge geschossen werden (Petry), auch auf Mütter mit Kindern (oder doch lieber nur auf die Mütter; v. Storch) findet sich im Parteiprogramm ebenso wenig wie z.B. von den völkisch-nationalen Ideen eines Björn Höcke, der sich "eine neue politische Elite mit preußischem Dienstethos [...]" wünscht, die "eine unzerstörbare, ehrliche, reine Vaterlandsliebe in sich tragen" müsse.
Die Außenwirkung der AfD auf ihre Anhänger geschieht auch nicht über das Parteiprogramm (das ist bei anderen Parteien nicht anders). Bei der AfD sind es eher die Auftritte auf Demos und politischen Veranstaltungen sowie die Interviews in Zeitungen und Fernsehen. Und da stehen dann eben die Aussagen der Parteichefin, der Vizechefin v. Storch und des stellvertretenden Sprechers Gauland für die Inhalte der AfD. Oder die Reden von Leuten wie dem JA-Vorsitzenden Markus Frohnmaier (https://www.youtube.com/watch?v=6znCu1VMr5Q), die stellenweise nur schwer von Pegida- oder NPD-Reden zu unterscheiden sind. S. z.B. ab Minute 3:00 im verlinkten Video, wo er zum das nachweislich frei erfundene Trittin-Zitat („Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig“) wider besseres Wissen (es ist lange bekannt, dass dies eine Fälschung ist) zur Aufwiegelung der Menge nutzt, was denn auch dankbar mit "Volksverräter"-Gebrüll quittiert wird.
Im Übrigen, auch der im Interview verlinkte FAZ-Artikel lohnt die Lektüre.

Edgar Dahl (nicht überprüft)

So. 14 Feb 2016 - 16:36

Antwort auf von Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Nun, mir geht es ausschließlich um die von Michael Schmidt-Salomon angesprochene Position der AfD zu den Themen Homosexualität, Abtreibung und Sterbehilfe.

Über den wissenschaftlichen Wert der im FAZ-Artikel wiederholt angesprochenen Gender Studies mag man streiten; doch ich nehme an, dass die meisten Evolutionären Humanisten und Mitglieder der Giordano-Bruno-Stiftung es, gelinde gesagt, als befremdlich betrachten werden, dass es inzwischen zwar 146 Professuren für Gender Studies, aber bundesweit nur 8 Professuren für Medizinethik gibt.

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 19:26

Antwort auf von Edgar Dahl (nicht überprüft)

"Nun, mir geht es ausschließlich um die von Michael Schmidt-Salomon angesprochene Position der AfD zu den Themen Homosexualität, Abtreibung und Sterbehilfe." Einverstanden, auch mir ist bisher nicht aufgefallen, dass die AfD sich zu den Themen Abtreibung und Sterbehilfe besonders medienwirksam positioniert hätte. Die Homophobie allerdings ist in weiten Teilen der Partei, nicht nur bei Beatrix von Storch, offensichtlich. Die früher der Splitterpartei Arbeit-Umwelt-Familie - Christen für Deutschland (AUF) angehörige Martina Kempf hat in Baden-Württemberg einen Arbeitskreis "Christen in der Alternative für Deutschland" gegründet. "Die AfD bietet als einzige relevante Partei Menschen eine Zuflucht, die an einer Berechtigung der Homo-Ehe und einem schrankenlosen Abtreibungsrecht zweifeln", sagt Kempf. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/homophobie-in-der-afd-auf-stimmenfang-bei-den-erzkonservativen-a-944205.html
Was die Gender Studies angeht, stimme ich Ihnen vollumfänglich zu - und Michael Schmidt-salomon sicherlich auch.

Edgar Dahl (nicht überprüft)

Di. 16 Feb 2016 - 22:36

Antwort auf von Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Offenbar betrachten sehr viele Schwule Männer die AfD keineswegs als homophob. In diesem Artikel heißt es, dass die AfD unter Schwulen an dritter Stelle steht:

http://www.gaystream.info/#!AfD-in-W%C3%A4hlergunst-schwuler-M%C3%A4nner-auf-Platz-3/cjds/56c313050cf262370999f837

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-und-homosexuelle-die-afd-ist-nicht-schwulenfeindlich-a-1077446.html

Knut (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 14:07

Antwort auf von Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Ja, Parteiprogramme legen fest was eine Partei will, und daher taugen sie besser als alle Einzelzitate!
Hinzukommt, dass es medial "in" ist kritisch bis ablehnend über die AfD zu berichten. Nicht gemässigte, oder partaidurchschnittliche Meinungen bekomment eine Schlagzeile, sondern es sind dankbar hochgepuschte meist aus dem Zusammenhang gerissene Sätze. Die von Ihnen bemühte Petry Äusserung ist ein schönes Beispiel dafür. Ich empfehle es selber nachzulesen (http://www.morgenweb.de/nachrichten/politik/sie-konnen-es-nicht-lassen-1.2620328). Dann kann man feststellen, dass sie einer Grenzkontrolle die "das Gesetz vorschreibt" das Wort redet, aber keinesfalls einem neuen Schießbefehl fordert. Ob das glücklich ist sei dahingestellt, aber aus der daraus resultierten medialen Kampagne kann man wohl kaum zu einer objektive Beurteilung der AfD kommen.

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 19:42

Antwort auf von Knut (nicht überprüft)

Ich kenne das Petry-Interview. In den meisten Medien wurde es korrekt wiedergegeben (s. z.B. ZEIT und sueddeutsche online vom 30.01.). Außerdem darf es nicht verwundern, dass das Interview im Zusammenhang mit den etwa zeitgleichen Äußerungen von Storchs gesehen wurde - und natürlich mit älteren Äußerungen von Markus Pretzell, der fast wörtlich dasselbe schon im November gesagt hatte (da hat man sich wohl am Küchentisch auf eine Sprachregelung verständigt).
Dass Petrys Position rechtlich nicht haltbar ist, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.
Kleines Gedankenexperiment:
"Um rechtspopulistische Politiker zu stoppen, muss die Polizei notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz.“
„Es gibt in Deutschland ein Gesetz, das einen Schießbefehl gegen mißliebige Politiker enthält?“
„Ich habe das Wort ‚Schießbefehl‘ nicht benutzt. Kein Polizist will auf AfD-Politiker schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt."

Nun Petry ist keine Juristin, und ich finde das Zitat, selbst wenn die von ihr bemühte Gesetzeslage einen Schusswafengebrauch hergegeben hätte, nicht angemessen. Letzlich ist es ein Eigentor gewesen.
Ich wollte nur auf die mediale Kampangne daraufhin hinweisen, die es nicht gegeben hat, als andere (u.a. der Grüne Palmer) ebenfalls Grenzsicherung gefordert hben. (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-02/afd-populismus-andere-parteien). Die Petry Äusserung ist von den meisten Medien dankbar hochgejubelt worden, weil die meisten Redaktionen den etablierten Parteien nahestehen. Daher kann man aus diesen Artikeln kein objektives Bild der AfD gewinnen.

... weil es nicht im Parteiprogramm steht, sondern von den Parteioberen gepredigt werden. Bestes Beispiel: Das Familienbild der Beatrix von Storch.

Stefan (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 03:29

>"die das biologische Geschlecht als “kulturelle Konstruktion” verstehen"

Gerade dass ist eben nicht der Fall. Sondern es geht darum dass es Unterschied zwischen biologischem und sozialem Geschlecht gibt. Gerade im Englischen gibt wird da zwischen "sex" und "gender" unterschieden.

Es ist ja gerade die Lüge der Fundies da nun zu behaupten man würde biologische Grundlagen vollkommen ignorieren. Dabei geht der Streit eher darum wie viel Einfluss Biologie wirklich hat. Aber komplett abgelehnt wird dieser keineswegs.

Imre Korikov (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 18:19

Antwort auf von Stefan (nicht überprüft)

Der institutionalisierte Genderfeminismus ist nicht besser als der (orthodoxe) Islam oder die Fundamentalismen im Christentum und anderen Religionen.

malte (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 19:22

Antwort auf von Stefan (nicht überprüft)

Judith Butler behauptet, dass auch das "sex" eine kulturelle Konstruktion und nur scheinbar biologisch sei. Und alle Leute aus den Gender Studies, mit denen ich bisher gesprochen habe, haben sich auf die Ideen von Butler berufen. Ich weiß nicht, ob das Fach vielleicht doch vielfältiger ist und es da auch Leute gibt, die das anders sehen, aber meine persönliche Erfahrung bestätigt das, was Michael Schmidt-Salomon hier sagt.

Bitte keine Gerüchteküche. Wenn schon Judtih Butler nicht im Original rezipiert wird, sollte zumindest ein Blick in Wikipedia geworfen werden, bevor etwas kolportiert wird, was man nur von Hörensagen kennt. Oder anders gesagt: Es ist komplizierter... https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rper_von_Gewicht

Da steht doch genau das, was ich auch gesagt habe:

"In Bezug auf die Materialität des Geschlechtskörpers oder biologischen Geschlechts (sex) wendet sie sich gegen die Annahme eines faktischen, materiellen körperlichen Geschlechts, das mit einem sozialen Konstrukt (gender) überschrieben wird. Sie geht davon aus, dass der Begriff des biologischen Geschlechts und der damit zusammenhängende Rekurs auf Naturalität selbst „eine kulturelle Norm, die die Materialisierung von Körpern regiert“ ist."

Dennis Riehle (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 08:20

Über weite Strecken teile ich die Einschätzungen des "gbs"-Vorstandssprechers. Die Gemengelage ist im Augenblick zweifelsohne schwierig. Zwar vermag man das Ergebnis auf den Straßen, in obskuren Online-Portalen und im Hintergrund der Politik als einen Cocktail einer wilden Mischung aus Fundamentalisten, Radikalen und Extremen gleichzeitig sehen; man würde es sich damit aber zu einfach machen – gerade auch dann, wenn man demokratisch entgegenhalten und sich bewusst im sensiblen Bereich der Religionskritik von platter Instrumentalisierung abheben will. Am Thema Kirchensteuern oder an den Ablösezahlungen des Staates kann man jedenfalls kaum noch festmachen, wer säkular oder gar laizistisch eingestellt ist. Viel eher ist die Herausforderung an alle, die sich ernsthaft mit der Verquickung von Politik und religiösen Kräften auseinandersetzen wollen, Alleinstellungsmerkmale zu finden, die auch vom Außenstehenden einer eindeutigen Intention weit ab von rassistischen und verachtenden Verunglimpfungen zugeordnet werden können. Denn die Übergänge scheinen fließend: Wann ist Islamkritik Religionskritik? Und wann ist sie tatsächlich Feindseligkeit gegenüber fremden Kulturen, fremdem Glauben oder fremden Menschen? Wegweisend könnte dabei sein, stets zu hinterfragen, ob sich Kritik lediglich an EINER oder eben viel eher an DER Religion als institutionalisierte Bekenntnisgemeinschaft orientiert. Auch ich gebe zu: in diesen Tagen eignet sich der Islam aufgrund des Verhaltens einer Minderheit seiner Anhänger vortrefflich für jede Form der Missbilligung – wohl auch, weil poltischer und religiöser Islam wie bei keiner anderen Glaubensrichtung der Gegenwart so untrennbar verzahnt scheinen. Und doch will ich mich bemühen, an ihm nur beispielhaft aufzuzeigen, welch Schaden Religion verursachen kann.

Zur Diskussion um die „Speerspitze“: Generell ist das evangelikale Spektrum nicht mit der "Alternative für Deutschland" deckungsgleich, sind Abtreibungsgegner nicht zwingend Islamhasser und nicht jeder konservative Gedanke weist auf die Zugehörigkeit zu dieser merkwürdigen Einheit der "Wutbürger" hin. Und doch gibt es bemerkenswerte Gemeinsamkeiten, nicht ohne Grund. Die AfD ist in wesentlichen Teilen auch aus einem konservativen Wählerspektrum entstanden, das den extremen Rändern des Christentums angehört. Nicht nur evangelisch-freikirchliche, sondern ebengleich streng katholische und bestimmte Strömungen der protestantischen Landeskirchen wurden durch einen immensen Aufwand an PR und Werbung über zig Verteilerlisten zu einer "Interessengruppierung" mehr oder weniger bewusst und gewollt generiert und zwangsvereint – unter Zuhilfenahme der unterschiedlichsten Verbindungen, Gesellschaftszirkel und Wirtschaftsorganisationen, die mit Klerikalismus so gar nichts zu tun haben. Verdienst an dieser mittlerweile weit über Parteigrenzen hinaus angewachsenen „Bürgerbewegung“ haben letztlich Namen, die sich heute in Initiativen, Unternehmen und Vereinen finden, von deren Vernetzungsqualität manch Lobbygruppe wirklich nur träumen könnte. Manch einer mag es perfide, andere eher als getrickst und schlau ansehen, wie sich nahezu ein System des Widerspruchs entwickelt hat, über dessen tatsächlichen Ziele, mitwirkenden Personen oder Inhalte selbst viele Unterstützer keine Ahnung haben dürften. Denn durch ein intelligentes Einbeziehen von gesellschaftsfähigen Meinungen, Positionen aus der Mitte des demokratischen Spektrums - mit oder ohne Wissen der Betroffenen - und dem Nutzen von Strukturen und Persönlichkeiten, die ihres Zeichens zwar einen gesellschaftspolitischen Konservativismus verfolgen, sich aber nicht darüber im Klaren sind, dass sie für eine Parallelwelt zur „Lügenpresse“ herhalten, gibt sich die Maschinerie einen bürgerlichen Anstrich.

In diesem Zusammenschluss verschwinden rasch die Grenzen: Nicht mehr klar erkennbar war, aus welchem Beweggrund sich einzelne Mitstreiter engagierten. War es der bloße Protest gegen alle Obrigkeit - ob Kirche oder Staat, denen man sowohl von Neoliberalen, aber eben auch von nahezu national und anarchistisch daher laufenden Kräften eine Bevormundung vorwirft? Der Einsatz gegen den "linken Gender-Mainstream", der wiederum in enger Überlagerung mit der "Lebensschutz"-Bewegung und damit als Teil einer fundamentalen Glaubensüberzeugung zu sehen ist? Oder vielleicht doch die Phobie, die schon nahezu in paranoide Züge des Untergangs von Mitteleuropa unter dem Halbmond mündet? Nein, ich lasse mich nicht hinreißen, sondern bin überzeugt, dass es legitim sein kann, auch Positionen aus diesen Reihen nachzuvollziehen und sie möglicherweise sogar zu teilen. Doch allein die Vernunft und die Begründung rechtfertigen die Übernahme jedweder Anschauung, nicht aber der blanke Trieb nach Spalterei, Emotionalisierung oder Hasstiraden. Darin muss sich ein humanistischer Atheismus von einem subversiven Laizismus, ein wertkonservativer Humanismus von einem ideologisch-historischen Traditionalismus unterscheiden.

Gemeinsam scheint sowohl der AfD, aber auch den christlich-konservativen Zusammenschlüssen und den einzelnen Aktiven aus dem Spektrum der "Empörten" der Kampf gegen das "Establishment", wobei hier jeder ein anderes meint. Insofern sind die Parallelen zu rechtspopulistischen Strömungen von Österreich über Frankreich bis nach Amerika offenkundig. Enttäuschung, Protest und Wut sammeln sich aus unterschiedlichen Wurzeln, zielen auch auf verschiedene Empfänger - sind aber gleichsam im "Dagegen" vereint. Feindbilder haben dann Konjunktur, wenn die gesellschaftlichen Gräben offenkundig sind - ob der zur angepassten und liberalen (evangelischen) Kirche, der zum tolerantem Papst in Rom, der zu unserer scheinbar in Willkür gegen "Recht und Ordnung" entscheidenden Kanzlerin, zu muslimischen Asylbewerben, die entweder Arbeitsplätze nehmen oder gleich den Terrorismus ins Land tragen oder der zum Islam als gesamter Religion, die das Abendland bedroht.

Ich gebe zu, auch ich bin stellenweise manch polemischem Argument aus diesen Reihen verfallen. Und ich musste auch merken, wie schnell man in den doch zweifelhaften Verbindungen vereinnahmt zu werden drohte. Es ist klar, dass Pauschalisierung nicht weiterhilft, ebenso wenig aber das Verschweigen, dass aus Teilen dieser Szene eine ganz entscheidende Gefahr für den Rechtsstaat ausgeht. Denn das Machtvolumen, das sich ein Ring aus privaten Initianten, Abgeordneten und teils reichen Förderern hier erarbeitet hat, gebündelt in einer Interessengemeinschaft mit klar erkennbarem Willen zu Einfluss, Mitsprache und revolutionistischer Veränderung, wiegt schwer im Verhältnis der Kräfte eines partizipativen Systems. Deshalb sind Anstrengungen unumgänglich, ehrliche Religionskritik in den klaren Gegensatz zur Hetzerei zu stellen, indem wir uns nicht der alleinigen Kulturkritik, wohl aber der Verurteilung jeder Politisierung, Dogmatisierung und Absolutheit von Religionen verschreiben.

Der Islam ist primär eine Ideologie und keine "reine Religion". Hartmut Krauss hat die Fehlbestimmung des Islam als "bloße Religion" sehr intensiv thematisiert und sie mit einer sachlichen und an Stringenz kaum zu überbietenden, detaillierten und fundierten Argumentation zurückgewiesen.

Die Phrase "Der Islam ist eine Ideologie und keine Religion" liest man regelmäßig, und sie ist ziemlich sinnfrei. ALLE Religionen sind immer auch Ideologien.

Robert Laack (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 18:47

Antwort auf von Imre Korikov (nicht überprüft)

Der Islam ist primär eine Ideologie und keine Religion. Wer immer das dargelegt hat, verfügt nicht über das Wissen und die Kompetenz, welchen Stellenwert auch heute noch der Islam als Religion für Millionen von Menschen hat, die ohne jegliche staatlich-soziale Absicherung und damit verbundener Gesetzgebung leben. So werden über den Islam und den Koran alle Aufgaben des sozialen Miteinanders bei diesen Menschen verbindlich festgelegt. Wer, wie ich, mehr als fünf Jahre in den Dörfern des Hindukuschs mit diesen Menschen gearbeitet und gelebt hat, kann den Islam als eine von allen anderen Weltreligion einordnen. Das im Namen aller Religion seit jeher unaussprechliches Leid über die Menschen gebracht wurde, steht außer Frage. Die gilt genauso für das Christentum, in das ich hineingeboren wurde.

Wirtschaftsliberaler (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 10:05

"Es gibt sogar AfD-Funktionäre, die die Macht des christlich-fundamentalistischen Flügels innerhalb ihrer Partei völlig unterschätzen!"

AfDlern wird immer vorgeworfen, Verschwörungstheoretiker zu sein. Nichts anderes sind die hier vorgetragenen Theorien, nämlich Verschwörungstheorien. Liebe AfDler, die ihr wertkonservativ und wirtschaftsliberal seid, mithin zutiefst bürgerlich, passt bitte auf, ihr werdet von radikalen Christen unterwandert, ihr wisst es nur noch gar nicht.

Thomas Göring (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 15:58

Antwort auf von Wirtschaftsliberaler (nicht überprüft)

Nennen Sie bitte klare und eindeutige Fakten, weshalb das hier Vorgetragene ebenfalls eine Verschwörungstheorie sein soll. Bloß rein rhetorisch den Spieß umzudrehen ist platt.

Imre Korikov (nicht überprüft)

Fr. 12 Feb 2016 - 18:25

Antwort auf von Wirtschaftsliberaler (nicht überprüft)

Gefährlicher ist für die AfD ist die Unterwanderung durch islamophile Kulturrelativisten und Taqiyya-Islamisten.

wie bitte? Gibt's sowas in der AfD jetzt etwa auch? Neben reaktionären Rechtskatholiken & Evangelikalen (incl. sog. "Lebensschützer") nun auch noch Islam(isten)-Versteher "für Deutschland"? Im Ernst? Führen die dort womöglich sogar einen "alternativen" interreligiösen Dialog (vielleicht zum beliebten Theistenthema "Heidenbekehrung" mit kleinem Exkurs zum unsterblichen Hit "Höllenstrafe für Atheisten & Apostaten")?

Sigmar Salzburg (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 08:36

Nach der genannten Befragung haben die Konfessionslosen bei Pegida mit 60 Prozent fast die Zweidrittelmehrheit, keine Gefahr also durch die 35 Prozent meist auch liberalen Kirchenmitglieder. Würden „Sozialisten“ und „Humanisten“ nicht zum Boykott von Pegida aufrufen, hätte sich der gewohnte Proporz von 75 Prozent Konfessionslosen auch dort eingestellt.

Im übrigen habe ich die Parteiprogramme von AfD und Humanisten-Partei verglichen. Sie unterscheiden sich in ihrem Verständnis von Demokratie und Menschenrechten nicht wesentlich, beide bekennen sich zu Europa. Allerdings denken die Humanisten an „Deutschland“ nur als Ziel von „Flüchtlingen“, während die AfD zehnmal mehr an Deutschland denkt. „Christliches“ kommt bei der AfD nicht vor, die Humanisten dagegen wollen die Freigabe von Drogen, Doping, Ehe, Abtreibung und Adoption. Sympathisch finde ich dort die Forderung „Menschenrechte für Menschenaffen“, aber das ist eigentlich kein deutsches Minderheitenproblem.

Thomas Göring (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 17:23

Antwort auf von Sigmar Salzburg (nicht überprüft)

Christliches (ob mit oder ohne "") kommt in der AfD aber in der Tat vor, als "Pforzheimer Kreis" - darunter selbstredend natürlich auch (g)eifernde Abtreibungsaustreiber & Homohasser. Und zwar auch dann, wenn im AfD-Programm nix davon drinsteht. Parteiprogramme sagen nur sehr bedingt etwas über die realen politischen Ziele einer Partei aus. Folgender Spruch vom alten Hegel hat schon seinen Grund: "Die Wahrheit des Gedankens ist die Tat."

Knut (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 10:16

Ich bin Agnostiker, Mitglied der Giodarno Bruno Stiftung und Sympatisant der AfD. Darin sehe ich keinen Widerspruch. Meine Erfahrungen mit der AfD sind keine der hier dargestellten. Ich habe keine christlichen Fundamentalisten getroffen, kein entsprechendes Gedankengut gehört. Ich würde -anders als der geschätzte Michael Schmidt-Salomon- die AfD noch nicht verdammen und in eine fundamentalistische Ecke stellen, sondern erst einmal abwarten wie das noch zu erarbeitende Parteiprogramm denn genau ausfällt.

Achim vom Ende (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 13:10

Ich bin selbst undogmatischer Atheist, Sympatisant der AfD und schätze Herrn Schidt-Salomon sehr.
Mit seiner Analyse liegt er jedoch krachend daneben. Es ist nicht auszuschließen, dass einige christliche Fundamentalisten meinen in der AfD ein Vehikel zum Transport Ihrer kruden Ideen gefunden zu haben. Sie befinden sich aber in der absoluter Minderheit .

Fred Helbig (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 13:44

Jede Partei vertritt Positionen mit denen ich nichts anfangen kann und Frau von Storch ist für mich genauso unerträglich wie Frau Roth; trotzdem sehe ich sonst keine Alternative und wenn das Ganze auch dort aus dem Ruder läuft (z.B. Christlicher Fundamentalismus), werden sie wieder abgewählt.

T. Franke (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 15:33

Die philosophischen Grundlagen scheinen auch mir eher erfreulich zu sein, so jedenfalls mein Eindruck. http://www.thorwalds-internetseiten.de/PhilosophischeGrundlagenAfD.htm

Alfred Farkas (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 19:51

Ich stimme Ihnen zu, stimme mit Ihren Ausführungen überein! Darüber hinaus möchte ich, ergänzend, Folgendes ausdrücklich, unmißverständlich festhalten (die Zeilen stammen aus einer E-Mail an besagten Karikaturisten):

Eine andere Perspektive, ein weiterer Gesichtspunkt ...

Wie gesagt: Merkel-Versteher Stuttman macht es sich, was jenes Thema angeht, etwas leicht. (Über deutsche "Flüchtlings-Karikaturisten", zu wohlfeilen Cartoons und den anbiedernden Gardinenpredigten kriecherischer (nicht uneigennütziger) piefkenesischer Stand-up-Comedians (Paradebeispiel: Michael Mittermeier, in jeder Hinsicht ordinär, dessen "Goldene-Kamera"-Standpauke neulich so berechnend wie selbstgefällig wie peinlich ausfiel (seine Karriere muß ja wieder in die Gänge kommen)) demnächst (vielleicht) mehr.) Dabei stellt ohnedies niemand (jedenfalls kein geistig gesunder Mensch) die Motive jener bedauernswerten Leute in Frage. Ja, selbst die Beweggründe sogenannter Wirtschaftsflüchtlinge werden per se anerkannt! (Nahezu jeder Politiker beginnt seine Suade sinngemäß, brav mit: "Es ist zwar vom Blickwinkel des Individuums aus betrachtet verständlich ..." Nona! Wer von uns wollte nicht ein besseres Leben? Versuchte nicht, bitterer Armut zu entfliehen? Der Perspektivlosigkeit zu entrinnen?)

Nur: Nicht bloß sie, auch unsereins hat Interessen! Und unsere Interessen gelten wahrlich nicht Geringerem! (Auch wenn sie nicht akut gefährdet, nicht kurzfristiger, sondern quasi chronisch gefährdet, langfristiger Natur sind. Auch wenn sie weniger offensichtlich erscheinen, so sind sie doch nicht weniger eminent.) Sie gelten dem Fortbestand unseres ideellen (nicht materiellen) Reichtums. Sie gelten der Freiheit und dem Frieden! (Es sollte kein Problem sein, materiellen Reichtum zu teilen.) Wir wollen auch weiterhin unsere Art der Lebensführung beibehalten, unseren Lebensstil gesichert wissen. Wir sind nicht gewillt, die Art und Weise, wie wir gemeinhin unser Leben gestalten, aufzugeben! Und unser Lifestyle beruht auf Freiheit! Sie ist das Fundament unseres Lebens, an dem wir niemals rütteln lassen dürfen. Weder von Religioten noch Rassisten noch anderweitigen Feinden der offenen Gesellschaft. Ja, wir sollten diesen Herrschaften von allem Anfang an, von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen. Wohlgemerkt: Allen! Herrschaften, die es anders sehen, anderer Auffassung sind und dementsprechend handeln, welche beispielsweise ihre Ehefrauen in schwarze Sacktücher stecken, ihre Kinder nicht am Schwimmunterricht teilnehmen lassen etc., sollte man - salopp formuliert - ratzfatz in den Wind schießen! Statt Verständnis für diese Haltung oder jenes Benehmen aufzubringen! (Siehe den ein oder anderen Dödel, Trampel unter Deutschlands Spitzenpolitikern, -politikerinnen.) Nein, ein - bildlich gesprochen - allseits vernehmbarer Tritt in den Hintern ist es, was manche brauchen! (Nicht wenige dürften nur diese Sprache verstehen. (Der Gottes- und Prophetenwahn steht der Zugänglichkeit rationaler wie humaner Argumente im Wege.)) Man sollte ihnen in aller Deutlichkeit zeigen, wo es lang geht; statt Verständnis für deren Wahnvorstellungen aufzubringen. (Hallo?) Statt ihr menschenverachtendes Verhalten zu rechtfertigen versuchen, statt "heilige" Bücher schönzureden. (Geht's noch?) Aus Bequemlichkeit. Um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Aus Feigheit. Aus Blödheit. Aus Gleichgültigkeit.

Während Araber, Orientalen, Nordafrikaner, Bewohner des Maghrebs in großer, ja überwältigender Zahl, im allgemeinen, alles in allem, an materiellem Wohlstand (ist kein Problem; ist legitim; hierzulande tickt man nicht anders) und, nicht zuletzt, an "Mohammed" (ist ein Problem, ja ist ein großes Problem) interessiert sind. An einem muslimisch geprägten Frieden! (Der bekanntermaßen nichts anderes als ein Friedhofsfriede ist, der für jeden freiheitsliebenden Menschen die Hölle bedeutet.) Nur ein Narr oder Spitzbube vermag sich einzureden, daß sie alle demnächst die Ideologie des Islam (in welcher Ausprägung auch immer) hinterfragen, in Frage stellen werden (der nach ihrem Selbstverständnis nicht bloß eine Betreligion ist, sondern den Anspruch erhebt, eine allumfassende Weltanschauung zu sein, die das Leben der Menschen ganz und gar zu regeln hat); deutlicher formuliert: Es ist der Koran, der Prophet, der einen immens prominenten Platz in ihren Gehirnwindungen einnimmt. Die Kultur der Ehre, die muslimische Kultur ist deren oberste Instanz. Nicht der moderne Rechtsstaat, nicht Aufklärung und Humanitas.

Hunderttausende, demnächst Millionen Moslems, ganze Horden viriler, intoleranter Hinterwäldler strömen in kürzester Zeit in säkulare, freiheitliche, tolerante, fröhliche, lebenslustige Gesellschaften - und Sie glauben allen Ernstes, Probleme wären nicht geradezu vorprogammiert? Träumen Sie, nein, träumen Sie nicht weiter!

Und noch einmal - der Clou: Es geht ja nicht um irgendein Problem! Es geht vielmehr um alles! Wenn nicht heute, dann morgen oder übermogen. Wenn es nicht in zehn Jahren offenkundig ist, wird man es in 25 Jahren begreifen, in einem halben Jahrhundert sehen. Die Suppe, die uns bigotte, durchgeknallte Politiker (und Journalisten) miteingebrockt haben, dürfen dann freilich andere auslöffeln ...

Sie meinen, ich übertreibe? Führe irre? Zeichne schwarzweiß? Male den Teufel an die Wand? Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus! Sie und Ihresgleichen mögen das Unglück heraufbeschwören! Nicht unsereins! Täuschen Sie sich nicht! Unterschätzen Sie nicht religiöse Ideologien, Ideologen! (Christopher Hitchens schrieb ein Buch, dessen Untertitel lautete: "Wie Religion die Welt vergiftet". Bums. Nagel auf den Kopf getroffen, möchte man hinzufügen.)

Gehen Sie in dieser Angelegenheit kein unkalkuliertes Risiko ein! Die Dinge, die auf dem Spiel stehen, sind zu groß, zu wichtig, zu bedeutsam, zu wesentlich, um hier nur ansatzweise irgend etwas fahrlässig zu riskieren. Lernen Sie aus der Geschichte! Von anderen Gemeinwesen! (Oder ist der Deutsche (wieder einmal) größenwahnsinnig (auf eine andere Art), wenn er glaubt, ihm gelinge, was anderen Nationen und Völkern nicht gelungen ist? Man kann auch aus Fehlern lernen. Einverstanden! Aber weder haben Franzosen und Briten alles falsch gemacht, noch genügt es, daß eine der Parteien ihren Job macht. Es gehören zwei dazu! Es geht um Integration! Ich sage Ihnen: Sie unterschätzen die fatale Erziehung (von klein auf), die (brutale) Sozialisation Unmündiger, den (latenten, immanenten) Fanatismus solcherart geprägter Menschen! Sie begreifen nicht (oder wollen nicht begreifen), was eine von Kindesbeinen an stattfindende Indoktrination mit Allah, Mohammed und Koran in jenen Ländern mit den dortigen Menschen anstellt! (Obschon es mehr als offenkundig ist! Wer sehen kann, der sehe!) Was der Islam (welche Variante auch immer) in jenen Gefilden aus den dort lebenden Menschen macht, kann man auch "abartig" nennen ... Wenn Sie meinen, Sie können nun aus diesen Menschen mir nichts, dir nichts - in dieser Angelegenheit - andere Menschen machen (die, beiläufig bemerkt, ihrerseits Kinder haben werden, sie regelmäßig nach demselben Muster erziehen werden, nach dem sie selbst einst erzogen wurden), dann sind Sie nicht nur naiv, dumm, sondern handeln auch grob fahrlässig. Dann agieren Sie verantwortungslos!

Anders formuliert: Bei solchen Zahlen von Zuzüglern, die in jener Kultur aufwuchsen, in jenen Kreisen groß wurden, bei Millionen Arabern, Moslems (insgesamt; in den nächsten vier, fünf, sechs Jahren) genügte bereits ein kleiner Prozentsatz an Idioten (Stichworte: stur, grob, fanatisch, missionarisch, uneinsichtig, verblendet, unbelehrbar, intolerant, gewalttätig, brutal, beleidigt, frustriert, sich ausgegrenzt fühlend), damit sich dieser Zuzug in der Tat verheerend auf eine friedliche, großzügige, damit sich derartige Völkerwanderungen buchstäblich katastrophal auf das friedliche Zusammenleben, das friedliche Miteinander einer weltoffenen Gesellschaft auswirkten. Nein, man läuft tatsächlich Gefahr, daß in diesen und in kommenden Tagen alle Errungenschaften, die Generationen von Menschen über Jahrhunderte erfochten (bei Gefahr von Leib und Leben), im Nu wieder verloren gehen. Wegen im wahrsten Sinne des Wortes vertrottelter Horden; die eine lebensverachtende Kultur der Ehre quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben, die einem ständig mit einem mittelalterlichen Buch kommen, "Allah ist groß" krakeelend. (Als ob uns nicht das Christentum reichte! Dessen Pappenheimer. Als ob es nicht genug Hinterwäldler in diesem Lande gäbe!)

Wehret den Anfängen!? Mangelnde Zivilcourage, gar Feigheit, kindlich unbefangene Gemütsart, unkritische Denkart, ja Tunnelblick, Naivität, "gutmenschliche" Dummheit gepaart mit moralischer Überheblichkeit der Islam-Versteher, der Mulitkulti-Apologeten, mögen mit die Saat zu Zwietracht in einem Ausmaß legen, das uns heute noch äußerst fragwürdig erscheint. Gewißlich würde in einem solchen Falle am Ende jedermann seine Hände in Unschuld waschen, beteuern, daß man doch nur das Beste wollte, die besten Absichten hegte ... Ja. Wir glauben es! Es mag Sie ehren. Allein es ist keine Entschuldigung für Verbohrtheit (Vorurteile funktionieren auch anders herum), für Blauäugigkeit, für ein Vabanquespiel. Sage dereinst keiner, er hätte es nicht wissen können! Es hätte keine kritischen Stimmen gegeben! Stimmen, die vehement auf diesen oder jenen Umstand aufmerksam machten! (Und in aller Regel in die rechte Schmuddelecke verbannt wurden.) Wie war das gleich noch einmal mit Verantwortungsethik? Handeln, Unterlassen, (gewollte) Wirkungen, (ungewollte) Nebenwirkungen, Verantwortung für jedwede Wirkung? Schlag nach bei Helmut Schmidt!

Stuttmann (siehe dessen stupiden, weil immergleichen Kommentare zur Flüchtlingsproblematik) und Prediger haben eines nicht begriffen: Nur weil ein Mensch vor Krieg und Bomben flüchtet, muß er, der Flüchtende, der Flüchtling, noch lange kein friedfertiger, redlicher, geistvoller Mensch sein. Noch einmal: Jene Leute flüchteten vor dem Bürgerkrieg, vor einem Bombenhagel; nicht vor dem Islam, dem Koran, patriarchalischen Strukturen et cetera. Im Gegenteil: Sie waren selbst Teil eines immer schon repressiven Systems; waren sie doch ihrerseits einer Gehirnwäsche unterzogen worden; von Kindesbeinen an mit archaischen (Wahn-)Vorstellungen (muslimisch oder vormuslimisch) indoktriniert. (Der fehlende Respekt vor dem weiblichen Geschlecht kommt doch nicht von ungefähr!)
Wir müssen uns Folgendes vor Augen halten: Der Großteil der Flüchtlinge zählt selbst zu Menschen, die Mitmenschen niederzuhalten versuchen (die Hälfte der Bevölkerung?), die andere behindern, ihrerseits unterdrücken, an Gesinnungsterror beteiligt waren. (Man kann sowohl Täter als auch Opfer sein, man kann beides in einem sein!)

Darauf habe ich von Anfang an hingewiesen (siehe meine E-Mails), von Beginn an habe ich betont, daß die Flucht vor einem Krieg (der alles und jeden trifft) noch lange nichts über den Charakter eines Kriegsflüchtlings aussagt. (Siehe beispielsweise das Pack von Köln, zu dem auch syrische Flüchtlinge zählten.) Und diese Leute müssen sämtlich integriert werden, nahezu allesamt müssen richtiggehend umerzogen werden! Hunderttausende (demnächst Millionen?) Menschen! (Halbwüchsige! Erwachsene!) Wenn man nicht den sozialen Frieden, die Freiheit im eigenen Land, sein eigenes Glück aufs Spiel setzen will!

Ein weiteres, das Stuttmann und Prediger nicht verstanden haben, ist dies: Syrien zählt oder zählte mehr als 22 Millionen Einwohner. Wenn nur ein Fünftel davon nach Deutschland (Schweden, Österreich) flüchten will, wenn man sie alle aufnehmen will, dann ... Dann Gute Nacht, Germany (Sweden, Austria)!
Ohnehin kommt es mir komisch vor, daß Deutschland neuerdings meint, es hätte unter allen Umständen möglichst viele Flüchtlinge aufzunehmen. Koste es, was es wolle. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Tatsächlich gibt es neben besten Absichten, ehrenwerten Gründen, löblichen Argumenten, auch höchst egoistische Motive ... (Was per se nicht illegitim ist.) Stichworte: Wirtschaft, Bedarf an Arbeitskräften. So wundert es einen nicht, daß Lobbyisten der hiesigen Wirtschaft leichtfertig in die Welt hinausposaunen, daß man ohne weiteres noch eine Million (arabischer Muslime!) aufzunehmen vermöge. Noch Fragen?

Die Geschäftstüchtigkeit dieser Leute läßt sie nicht weiter sehen, als ihre Nasenspitze reicht; die Gier versperrt ihnen den Blick über den Tellerrand; kurz: ihre Geilheit könnte das Land regelrecht in den Abgrund führen! Sie selbst, skrupellos, reden natürlich von gesamtwirtschaftlichen Erfordernissen, über die Zukunft des Standortes Deutschland, Arbeitsplatzsicherung, Pensionen ... Was nicht falsch ist. D'accord! Nur: Erstens sehen diese Leute (nebenbei: nicht wenige von ihnen dürften dann und wann Steuern hinterziehen) in erster Linie, vor allem, überhaupt und sowieso ein Heer von billigen Arbeitskräften vor sich. (Beiseite die Frage nach der Qualifikation dieser Leute.) Sowie weitere Verbraucher, höheren Konsum, kurz: mehr Geschäft. Zweitens aber vermögen sie nicht zu sehen, daß pekuniärer Gewinn, materieller Wohlstand, dinglicher Reichtum nicht alles ist (nebenbei: nicht wenige von ihnen schimpfen sich Christen). Anders formuliert: Ohne Freiheit (die diesen Namen wirklich verdient), ohne (echten) Frieden - kein Scheinfriede! - ist letztlich alles nichts!

Wann wird man es begreifen? Wenn ein Problemviertel nach dem anderen aus dem Boden schießt? Wenn Parallelgesellschaften noch und noch entstehen? Wenn der Antisemitismus zu grassieren beginnt? Wenn gewalttätige Ausschreitungen von Massen (beispielsweise falls Muslime solcherart ihren Unmut über die Palästinapolitik Israels äußern? einen Vorgeschmack auf derlei gab es ja schon ...), Straßenschlachten, Randale, Vandalismus, womöglich gar Terroranschläge zur Gewohnheit geworden sind? Wenn es nicht mehr selbstverständlich ist, daß Frauen, ohne behelligt zu werden, im kurzen Rock, ohne Büstenhalter, shoppen gehen können? Unbehelligt im Bikini im Freibad sonnenbaden können? Wenn eine Krawall-Demonstration vonseiten beleidigter Muslime die andere jagt (weil irgendwer den Islam oder den Propheten - wieder einmal - "beleidigt" hat)? Wenn muslimische Politiker, Mitbürger dereinst die "Beleidigung" des Propheten auch hierzulande unter Strafe stellen wollen? Usw. usf.

Freilich, nicht wenige der Wirtschaftstreibenden, Wirtschaftsfunktionäre, Wirtschaftspolitiker, die allen Ernstes noch mehr Zuzug fordern, können sich relativ leicht dem Unfrieden entziehen ... Man verkrümelt sich gegebenenfalls auf die Balearen, Sylt oder wohin auch immer. Ausbaden darf es vor allem der kleine Mann, der Mann auf der Straße; der Normalo. Die Menschen, die sich mit jenen Hinterwäldlern ein Zuhause, eine Wohnanlage, einen Block, ein Viertel teilen müssen; die jene Hinterwäldler zu Kollegen haben werden, mit ihnen auf der Arbeit zurande kommen müssen. Die ihnen auf Ämtern und Behörden begegnen. Die mit jenen Hinterwäldlern Parks, Schwimmbäder, Fast-Food-Restaurants etc. zu teilen haben. Kurz: Die tatsächlich mit ihnen zu leben haben. Ja, die Folgen müssen hauptsächlich diejenigen tragen, die mit den Flüchtlingen (genauer: arabisch-afrikanischen Muselmanen) auch Umgang haben werden. Zu Hause, daheim, in der Fabrik, auf der Arbeit, in der Freizeit. (Von den Problemen an Schulen, von den Problemen, die sich ergeben, wenn in den Schulklassen zusehends fremdsprechende Migrantenkinder nicht selten religiös-wirrer Eltern sitzen, ganz zu schweigen.) Aber die Frauen und Herren Kapitalisten täuschen sich: Auch sie werden nicht ungeschoren davonkommen! (Was freilich ein - gelinde gesagt - schwacher Trost ist.) Die Ärgernisse werden auch für sie nicht ausbleiben, die Gefahren werden für jedermann größer werden (auch für Cartoonisten; Kunstfreiheit?!), die Unruhestifter an Zahl und Dreistigkeit zunehmen. Freiheiten, die heute noch selbstverständlich sind, mögen es morgen schon nicht mehr sein. (Noch einmal: Das ist keine Schwarzweißmalerei; vielmehr eine durchaus realistische Einschätzung.)

Halten wir fest: Homs, Aleppo hin oder her (Flüchtlinge müssen über alle 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union bestmöglich verteilt werden; zudem kann man ihnen auf vielfältige Weise helfen; nehmt endlich das notwendige Geld in die Hand!) - meines Erachtens können - ja dürfen! - weder Deutschland noch Schweden noch Österreich weitere Hunderttausende, gar Millionen Araber, Moslems aufnehmen, wenn sie nicht den Frieden gefährden, unsere Freiheit aufs Spiel setzen wollen. Wenn unsere Art zu leben uns etwas bedeutet. Anders betrachtet: Es sei denn, man gibt sich selbst auf! Worüber freilich nicht ein paar bigotte, verdummte, völlig überforderte Politiker, Poltikerinnen entscheiden sollten. Ebenso wenig wie biedere, weltfremde, nicht minder überforderte Meinungsmacher, Meinungsmacherinnen.

Josef Joffe hat recht: Das Immigrationstempo darf nicht das Integrationstempo übersteigen. Der Staat ist kein Kirchspiel, das Bundeskanzleramt keine Pfarrei. Ob es uns gefällt oder nicht.

Beste Grüße

A. F.

Harald Stickl (nicht überprüft)

Mo. 15 Feb 2016 - 22:55

Ein Blick in das Programm der „Partei der Humanisten“ zeigt, dass auch diese Partei meine Interessen nicht vertritt. Dort wird unter der Überschrift „Verteidigung“ gefordert, die Bundeswehr besser auszurüsten. Eine herbe Enttäuschung: wo Humanismus drauf steht, ist Militarismus drin. Humanismus bedeutet für mich zwingend auch Pazifismus und das ist das Gegenteil von Militarismus.
Wer Terrorismus mit Waffen bekämpfen möchte, befindet sich auf dem Irrweg!
Ich wünsche mir eine Partei, die sich einsetzt für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, für Abrüstung und Konversion. Demzufolge müssten die Forderungen lauten: Waffenexporte stoppen, Bundeswehr abschaffen, Nato auflösen. Mehr Geld für zivile Friedensdienste!
Weder die „Alternative für Deutschland“ noch die „Partei der Humanisten“ haben erkannt, dass das Töten von Menschen, zur „Verteidigung“, zur „Befreiung“, zum „Schutz“, aus „Bündnisverpflichtungen“ oder gar aus „humanitären Gründen“ immer ein Verbrechen ist.

Sehr geehrter Herr Stickl,

im Parteiprogramm steht auch folgender Satz:
"Die UNO ist das maßgebende Organ zur Wahrung der Menschenrechte auf internationaler Ebene. Wir wollen uns dafür einsetzen, die Unabhängigkeit und Kompetenz der UNO zu stärken, damit sie auf Krisen zeitnah und wirksam reagieren kann. Militärische Aktivitäten dürfen nur das letzte Mittel sein und müssen vor allem dazu beitragen, Menschen zu schützen und Frieden zu sichern. Notwendig sind eine transparente Informationslage, fundierte Analyse und demokratische Kontrolle."

Von Militarismus kann wohl kaum die Rede sein.

Harald Stickl (nicht überprüft)

Mi. 17 Feb 2016 - 23:33

Antwort auf von Sandra Pacholke (nicht überprüft)

Das kindgerechte Bild von blaubehelmten FriedenssoldatenInnen soll suggerieren, es handele sich um eine legale und legitime Form der Gewaltanwendung. Damit soll vertuscht werden, dass unter dem Deckmantel der UN-Mandatierung soldatische Grundsätze und Wertvorstellungen in die Politik zurückfinden. Das Dilemma „tatenlos zusehen oder militärisch eingreifen“ existiert nicht. Es gibt genügend Handlungsoptionen, die wir ergreifen können ohne die negativen Folgen eines militärischen Einsatzes – selbst in Zeiten des Genozids. Warum bekommen die zivilen Friedensdienste kein Geld für diese Arbeit ? Nochmals ganz deutlich: Soldaten werden ausgebildet um Menschen zu töten! Wer wirklich Frieden möchte, muss sich dafür einsetzen, dass dieser Beruf abgeschafft wird.

Carl Mecklenburg (nicht überprüft)

Di. 16 Feb 2016 - 10:36

Herr Dr. Schmidt-Salomon Äußerungen stellen eine bloße politisch intendierte Meinungsäußerung dar. Er stellt Behauptungen auf, die er nicht belegt. Die Nennung von Namen und Initiativen ersetzt keine Beweise. Selbst wenn einzelne Mitglieder der AfD und ihrer Führung gewissen religiösen Kräften innerhalb der Kirchen und Freikirchen nahe stehen, so sagt das noch gar nichts aus über den Einfluss derselben die Programmatik der AfD. Um zum Beispiel den verschwindend geringen politischen Einfluss der Evangelikalen in Deutschland aufzuplustern, postuliert er vermeintliche Gefahren aus diesem zerstrittenen Lager, die keine sind. Die deutschen Evangelikalen mit der mächtigen Tea-Party-Bewegung auch nur zu vergleichen, zeigt die politische und religionssoziologische Naivität des Interviewten Und sein Nichtwissen an. Ich habe mich in einer großen Studie an der Erforschung dieser heterogenen Bewegung beteiligt und ich kann nur sagen, dass die Aussagen von Dr. Schmidt-Salomon eher dem Wunsch nach einem starken Feind, als der soziologischen Wirklichkeit entsprechen. Es ist ein alter Trick, den Feind groß zu machen, um sich selbst als Retter in der Not zu präsentieren.

Doch zur AfD: Man muss wissen, dass die politische Willensbildung und inhaltliche Rahmensetzung innerhalb der konservativen Partei - die Herr Dr. Schmidt-Salomon wie die Lügenmedien (BILD, Zeit, SZ, ARD, ZDF ...) wohlweislich als "rechts" diffamiert - längst noch nicht abgeschlossen ist. Dies gestaltet sich etwas schwieriger als von außen einzusehen, da die AfD noch immer eine basisdemokratische und keine Funktionärs- oder Elitenpartei ist. Das zeigt sich besonders an den Parteitagen.
Natürlich stört es mich als Sympathisanten dieser Partei auch, dass Herr Hampel (Chef AfD Niedersachsen) so eine Art christlicher Weihnachtsbotschaft auf der Landes-hp veröffentlicht. Aber mit sowas muss man leben und es aushalten. Das gehört zur demokratischen Toleranz. Atheisten haben es in keiner Partei leicht, selbst bei den Linksradikalen der Partei Die Linke finden sich genügend fromme Christen und Kirchgänger. Es gibt eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft in der Partei (bitte Suchmaschine benutzen). In der AfD gibt es zum Beispiel auch eine Interessengemeinschaft für Homosexuelle, die von Mandatsträgern der AfD in meinem Heimatskreis unterstützt werden (siehe Facebook-Seite). Herr Dr. Schmidt- Salomon mag Vereinfachungen, um seine Position darzustellen. So kennt man ihn aus den Talkshows und oft ist das auch nicht verkehrt, um Positionen klar und verständlich zu machen. Gerade in der Flüchtlingsfrage irrt er und vertritt Meinungen, die vielen humanistisch orientierten Atheisten zuwider sind. Warum sagt er nicht, dass er hier private Überzeugungen zum Besten gibt.

Lisa (nicht überprüft)

Mi. 17 Feb 2016 - 08:25

Diese Erkenntnisse müssen dringend in die populäre Presse!
Ich halte mich für recht gut informiert, aber das wusste ich nicht!!!!!!!!!!
Danke mal wieder, MS-S!

Götz (nicht überprüft)

Mi. 17 Feb 2016 - 19:03

Man muss nicht lange suchen, um die den geistigen Hintergrund von Frau von Storch zu finden: http://kath.net/news/46162

Also, nach all dem was hier und auch anderswo über diese Dame gesagt und geschrieben wurde und wird, erwartete ich wahrlich Schlimmes!
Nun folgte ich also ihrem Link und las! Nun die Frage: Was bitte ist schlecht daran was diese Frau vertritt? Das ist doch alles ganz normal und in Ordnung!
Gemessen an diesem Artikel muss ich leider sagen dass die Kritiker ziemlich schief liegen - und es nicht erkennen. Daran sieht man welche Schäden linke Indoktrinierung anrichtet, zumal das ja nicht graue Theorie bleibt sondern zu einem großen Teil schon umgesetzt ist, sehr zum Schaden unserer Zivilisation!
Ihr Linken bzw. Atheisten haltet euch viel zu Gute auf eure Toleranz und sogenannte Humanität! Unter deren Dach betreibt ihr die Bekämpfung des Christentums - muss toleriert werden, so eure Forderung - und merkt nicht dass eben unter diesem Dach der Toleranz ganz andere Religionen einwandern, insbesondere der Islam. Die sind noch dort wo das Christentum vor 500 Jahren war! Das wird noch "lustig"!
Ich warte schon darauf dass ihr euch über Mohammed ebenso lustig macht wie über den von euch Lattenjup (oder so ähnlich) genannten Jesus! Aber dazu wird euch wohl der Mut fehlen und ihr werdet euch darauf ausreden dass man ja tolerant sein müsse gegenüber dem Islam! Ihr habt die Hosen voll, wetten?

Ich freue mich sehr, dass Sie hpd lesen, da ich ebenfalls diese Webseite für sehr informativ halte. Wenn Sie dies sorgfältig tun, wird Ihnen nicht entgehen, dass sie sich sehr kritisch mit dem Islam auseinandersetzt.

Um zu verstehen, warum Sie eine linke Gesinnung mit Atheismus gleichsetzen, wäre es interessant zu wissen was Sie unter 'linker Indoktrinierung' verstehen.

PS: Nicht einfach mitdrehen sobald irgendein Spin(n)er es vormacht...

Alex Kapf (nicht überprüft)

Sa. 20 Feb 2016 - 11:51

Es ist ganz einfach:
Nähmen die Linken endlich Vernunft an hätten die AfD, Pegida und wie sie alle heißen mögen, keinen Wind mehr in den Segeln und der ganze Zauber würde in sich zusammenfallen.
Das zu begreifen ist den Linken allerdings nicht gegeben!

Edith Wohlgemuth (nicht überprüft)

Mo. 22 Feb 2016 - 22:58

So sehr ich Sie schätze, Herr Schmidt-Salomon, aber die AfD als "Speerspitze des fundamentalistischen Christentums" zu bezeichnen, ist, mit Verlaub, absoluter Quatsch! Ich war bis vor ca. einem Dreivierteljahr Mitglied dieser Partei und habe viele Veranstaltungen besucht. Ich war sogar noch bei der Veranstaltung mit Herrn Abdel-Samad in Dachau, allerdings bereits als Nicht-Mitglied. Christentum war niemals und bei niemandem dort je ein Thema! Keiner hat gebetet, niemand hat Gott oder die Heiligen um Hilfe angerufen, niemand hat eine Stärkung der Religion verlangt oder sie auch nur erwähnt. Wenn vom christlich-jüdischen Abendland gesprochen wurde, dann nur als Metapher für die westliche Welt mit ihren Werten, die, wie wir beide wissen, hauptsächlich ihre Grundlegung in der griechisch-römischen Philosophie und der Aufklärung findet. Die AfD ist in den neuen Bundesländern besonders stark. Aber gerade dort ist auch die Zahl der Konfessionslosen besonders hoch.
Kritisieren Sie ruhig die AfD, aber kritisieren Sie sie wegen anderer Dinge. Hier sind Sie auf dem Holzweg - Frau von Storch hin oder Prof. Meuthen her (Beide sind überzeugte Christen).

Barbara Schmitt (nicht überprüft)

Sa. 27 Feb 2016 - 11:31

Ich bin überrascht (bzw. entsetzt) über einige der Kommentare hier.
Von Storchs christlich-fundamentalistische Positionen finden sich durchaus in den Parteiprogrammen der AfD, vom Abtreibungs- und Sterbehilfeverbot über die Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen bis hin zum geforderten Hausunterricht (eins der wichtigsten Anliegen der Evangelikalen).
Überlesen Agnostiker und Atheisten solche Dinge aufgrund der in den Programmen etwas gemäßigteren Wortwahl?
Ich bin sicher, dass Evangelikale und Extremkatholiken es sofort erkennen, im Prinzip ist es nicht zu übersehen.
So gesehen besteht für die AfD kein Grund, deutlicher zu werden und damit konfessionsfreie Wähler zu vertreiben.
Das mag manipulativ sein, aber offensichtlich funktioniert es.

Edith Wohlgemuth (nicht überprüft)

So. 28 Feb 2016 - 18:35

Antwort auf von Barbara Schmitt (nicht überprüft)

Sie irren sich trotzdem. Diese Punkte im Parteiprogramm sind nicht Ausdruck einer christlich-fundamentalistischen Gesinnung, sondern einer konservativen. Dass es da Überschneidungen in den Ansichten gibt, ist klar. Aber konservativ kann man auch als Atheist sein. Auf einen christlich-fundamentalistischen Kurs könnte auch Frau von Storch den weitaus größten Teil der Partei nicht einschwören. Sonst hätten diese Leute ja früher auch die entsprechenden Parteien (Bibeltreue Christen, Christliche Mitte usw.) unterstützt. Die meisten sind aber frühere CDU-, FDP- und SPD-Anhänger. Sogar ein paar ehemalige Grüne habe ich in dieser Partei kennengelernt.

klaus (nicht überprüft)

So. 10 Jul 2016 - 05:41

Hallo liebe Leute,

hier schreibt ein Evangelikaler, der sich auf diese Seite verirrt hat, was aber trotzdem nicht so ganz fern liegt, weil er früher nämlich (ebenfalls) atheistisch oder agnostisch gedacht hat.

Ich bin positiv überrascht, dass der heutige korporativ existierende Humanismus immerhin eine gesunde Mindest-Skepsis gegenüber dem Islam entwickelt zu haben scheint, der nun wirklich zu einer Bedrohung für unser aller Freiheit zu werden verspricht.

Wir Christen werden ja bei seiner Machtübernahme immerhin als Dhimmis am Leben gelassen, gegen Zahlung der bekannten Sondersteuern, weil ja die moslemischen Herren immer schon die Mühen der (niedrigen) Arbeit verschmäht haben, sich oft nur als Krieger verstehen, und fähige Untertanen brauchen.

Ihr Atheisten werdet die ersten sein, die dran glauben müssen; aber langsam scheint sich diese Erkenntnis ja durchzusetzen. Wie das ausschaut, möge man am Ende der iranischen Revolution studieren, als Khomeini, der Erfinder des Begriffs "Islamophobie", seine früheren areligiösen Mitkämpfer gegen den Schah kurzerhand in luftige Höhen hängte, um sich ihrer korangemäß zu entledigen.

Als AfD-Sympathisant (kein Mitglied) besuche ich unsere "Stammtische" im Kreis und kann berichten, dass christliche Positionen klar in der Minderheit sind, allerdings meist toleriert werden, weil es halt einen konservativen Grundkonsens gibt und viele aufatmen, nach den Zeiten des 68er-Mehltaus in hoffentlich vernünftigere Zeiten zu geraten und man keine neuerlichen Spaltungen riskieren will.

Ich gebe zu, dass es auch unter Linken Vernunft gibt; aber hier rede ich von derselben unter Konservativen bzw. einfach Gegnern der herrschenden Politik.

Wer die christliche Fraktion in der AfD betont, könnte in gleicher Weise die Liberalen, die Konservativen, die Nationalen hervorheben und hätte nicht unrecht. Genauso gibt es einen AK "Schwule in der AfD", auch umweltgesinnte u.a.

Wäre auch verwunderlich, wenn eine Partei, besonders eine neue, nicht verschiedene Flügel hätte. Meuthens Streben nach Ausgrenzung extremer Positionen halte ich für sehr wichtig.

Was ich an dieser Stelle aber loswerden will, ist meine Überzeugung, dass Areligiöse und Christen eigentlich sehr gut miteinander auskommen können und sollten, nicht nur in der AfD, sondern überall in der Gesellschaft.

Denn Jesus Christus hat - im krassen Gegensatz zum totalitär gesinnten Mohammed - gelehrt: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" sowie "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist".
Dabei ist mir wohl bewusst, dass sich die Kirche/n daran oft nicht gehalten haben und auch sonst kein Mangel an bösen Taten von "christlicher" Seite besteht.

ABER: All die Untaten können sich nicht auf unsern Herren Jesus Christus berufen, der wohl einmal sagte, er sei gekommen, das Schwert zu bringen. Damit meinte er aber NICHT den Kampf gegen andere, sondern dass viele Gläubige das Schwert der Trennung von ihren ungläubigen Angehörigen werden erleben müssen; und es war auch ein Hinweis auf die Leiden der Märtyrer durch Waffengewalt der Gegner.

Der HErr befahl Petrus, sein Schwert wieder einzustecken, als dieser ihn verteidigen wollte.

Evangelikale sehen das Wirken Satans auch in den Kirchen und bestreiten die Macht der Tradition - berufen sich auf nichts als das Evangelium, und wer den lebendigen Christus selbst gesehen hat, MUSS ihm einfach nachfolgen und seinem Wort folgen und sich zu IHM bekennen.

Der Schöpfer hat uns aber die Freiheit gegeben, nach seinem Ebenbild, uns für IHN zu entscheiden oder nicht. Die Konsequenz muss jeder selbst tragen.
Dies sagen wir und müssen wir auch; dürfen, können und wollen aber niemanden zu irgendetwas zwingen. Wir sollen unsere Feinde lieben und müssen ihnen die Wahrheit sagen, gerade weil wir sie lieben.

Wenn Gott dem Menschen seine Freiheit lässt, haben wir Mitmenschen das erst recht zu respektieren.

Ja, ich trete sehr wohl für eine strikte(re) Trennung von Kirche/n und Staat ein, allein schon aus dem Grund, dass dies dann nicht mehr so leicht von fremden Religionen für sich reklamiert werden kann.

Wenn das jemand liest, der ein klein wenig offen ist und nicht meint, alles (Entscheidende) zu wissen, der sei erinnert, dass uns versprochen ist: Wer anklopft, dem wird aufgetan. In einer Stunde tiefer Not darf sich auch ein verlorenes Schaf erinnern, was der Erlöser versprochen hat. Nur will auch Beten gelernt sein, und gewiss ist es in der letzten Stunde leider oft zu spät dafür.

Es gibt 1000 Religionen, sie sind wie Hände, die der Mensch nach Gott ausstreckt. Einmal aber kam Gottes Sohn selbst in die Welt, die er - als Gottes Wort - selbst geschaffen hatte, und opferte sich für uns. Dies war die ausgestreckte Hand Gottes zu uns Menschen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, und keiner kommt zum Vater denn durch mich."

Wer ganz mutig ist, mag sich diesen Link ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=VOZoy9peCAQ

Weiter dann: https://www.youtube.com/watch?v=B8lgKg6Xsac (Roger Liebi)

Florian Chefai

Hier sollte eine kurze Beschreibung des Autors bzw. der Autorin stehen. Die Autoren sind noch nicht angelegt, weil im Rahmen der Migration diese Daten nicht zuverlässig aus dem Freitext-Inhalt zu extrahieren sind.

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