Im Beschneidungspalast

Mit zu wenig Distanz berichtet die FAZ über einen Besuch im "Beschneidungspalast von Istanbul".

"Wer in der Türkei ein Mann sein will, muss den Militärdienst absolvieren, heiraten und beschnitten sein. Wer es nicht ist, gilt als so seltsam wie ein atheistischer Schweinefleischliebhaber vom Mars" heißt es in dem langen Artikel. 

Es klingt etwas wie die Schilderungen aus dem Harem, wenn sich Cidgem Akyol über die Pracht und den Luxus in dem Gebäude ausläßt. Über die Schmerzen der Jungen und späteren Männer wird kein Wort verloren.

Quelle

Kommentare (5)

Fidelis (nicht überprüft)

Do. 13 Nov 2014 - 12:45

Für mich liest sich das wie eine Satire. Und keine schlechte.
Der Artikel ist so überzeichnet, dass er wohl kaum nach Einverständnis wirbt.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 13 Nov 2014 - 16:36

Ja, der Artikel hat etwas satirisches, aber leider nicht konsequent. Vor allem ein Satz, eine Aussage darin hätte kommentiert werden müssen: „Aber die Beschneidung ist bei einer ordentlichen Durchführung keine Körperverletzung.“ Sätze wie dieser regen mich derart auf, dass mein Essen den Weg rückwärts sucht. Ordentlich können viele Operationen durchgeführt werden. Sie alle sind und bleiben per Definition - ob sinnvoll oder nicht - Körperverletzung. Das hätte kommentiert werden MÜSSEN! Trotzdem, zur Ehrenrettung des Autoren: Es gab Stellen, an denen ich meine Abscheu diesem brutalen Ritus neu aufladen konnte. Hier und da, zwischen den Zeilen, durfte ich in Kinderseelen schauen und spürte ihre Angst und ihre Verlorenheit. Ihre Einsamkeit inmitten jubelnder Meute.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 14 Nov 2014 - 04:21

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Ja, dito, Bernd; und "nichts Außergewöhnliches" ist für mich unvorstellbar, aber für viele (beschnittene) Muslime, die ich kenne, keinerlei Thema; noch nicht (?).

Susanne Thiele (nicht überprüft)

Fr. 14 Nov 2014 - 07:35

Mir tun diese Kinder unheimlich leid,die im Namen eines kriegerischen "Gottes" diese schmerzhafte und unsinnige Prozedur über sich ergehen lassen müssen und auf deren Kosten die Erwachsenen eine stimmungvolle Party feiern dürfen,währen sie selber jetzt als "Mann",ihren Schmerz unterdrücken müssen.Das ist pervers.

Reinhard Niede… (nicht überprüft)

Fr. 14 Nov 2014 - 12:01

Das perverseste an der ganzen Beschneidung ist für mich die Tatsache, dass auf der einen Seite vor einem grossen Publikum das Geschlechtsteil eines Knaben entblöst wird und sich alle daran ergözen können, auf der anderen Seite aber jegliches Geschlechtsteil aus Schulbüchern gestrichten werden soll. Für mich sind die Beschneidungen - egal ob in der Türkei oder hier bei uns in Mitteleuropa Sexorgien mit einem Kind im Mittelpunkt, das sich nicht wehren darf und kann. Einfach pervers.

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