Psychologie, Traumata

Ungeliebte glauben eher an Gott

Amerikanische Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen frühkindlichen Traumata und Religiosität festgestellt.

Danach verarbeiten Menschen mit unsicheren Bindungen in der Kindheit Traumata und Verluste anders als Menschen mit sicheren Bindungen. "Unter anderem glauben sie stärker an Übernatürliches, wie amerikanische Psychologinnen in einer aktuellen Studie nachwiesen."

Manche der Betroffenen hilf der Glaube an Übernatürliches - andere leben mit lebenslangen Ängsten.

Das Erschreckende an dem Ergebnis der Studie ist, dass es gerade auch Kinder aus christlichen Familien sind, die eher unsichere Elternbindungen haben. Und durch eben diese Traumata wieder zur Religion als "Heilmittel" greifen. Aus diesem - auch von Alice Miller immer wieder beschriebenen - Kreis auszubrechen ist für die Betroffenen sehr schwer.

Quelle

Kommentare (9)

Pavlovic (nicht überprüft)

Mi. 26 Nov 2014 - 15:44

Das deckt sich weitgehend mit Berichten von Betroffenen aus evangelikalen Familien die ich schlichtweg "christliche Folteropfer" nenne. Was da alles für furchtbare "Psycho-Spielchen" mit Kindern noch vor dem 3en Lebensjahr gespielt werden ist hochtraumatisierend, wie ich aus Erzählungen lernen durfte. Ziel der Eltern ist ihren Kindern Gottesfurcht einzupflanzen - in der Regel hauptsächlich mit roher Gewalt, Vermeidung von Diskussionen und Debatten - auch innerhalb der "Freiheit des Christenmenschen", Abschottung von der Außenwelt. D.h. auch leisestes Nachfragen warum und wieso etwas geglaubt werden soll wird als Feindschaft gegen Gott ausgelegt und Gewaltexzesse gegen die eigenen Kinder werden "zelebriert". Das bewog mich das Video "Warum fördern monotheistische Religionen psychische Erkrankungen?" zu erstellen, zu finden auf Youtube. Einziges Korrektiv für Kinder aus solchen Familien stellt noch der Besuch einer öffentlichen Schule dar. Nähme man ihnen dieses auch noch durch "Homeschooling" dann wäre die Quote psychischer Erkrankungen unter Kindern aus stark-religiösen-Gruppen noch höher.

Da hilft auch die Schule nicht viel, weil man andere Meinungen ja abwehrt. Schnell und nachhaltig hilft die Erkenntnis, dass die Eltern etwas Narzisstisches haben. Da stürzt ein solcher "Glaube" in Sekundenbruchteilen zusammen. Habe ein Buch drüber geschrieben und hoffe, das lässt einigen die Augen aufgehen.

Pavlovic (nicht überprüft)

Do. 27 Nov 2014 - 07:40

Antwort auf von MariG (nicht überprüft)

Mir wurde von einem christlichen Folteropfer berichtet, dass nur die Welt außerhalb der Familie alternative Eindrücke vermittelte. Für sie war es im Rückblick die einzige Quelle zu sehen dass es eine Welt außerhalb religiöser Gemeinden gibt. Die Abschottung von Funk und Fernsehen und Internet und Zeitungen war ansonsten allumfassend. Auch alle befreundeten Familien waren aus fundamentalistisch geprägten Haushalten. Da wird es schwer emotional und menschlich nicht zu "vereinseitigen". Die Kenntnis über die Psychologie alleine ist zwar ein guter Anfang, aber oftmals ist eine jahrelange Arbeit an sich selbst - wegen der vielen Traumata - unumgänglich: Schlafstörungen, Angstzustände, Zwangsverhalten, reduzierte Stressverarbeitung, Labilität, selbstschädigendes Verhalten, vernunftloses Denken sind Spätfolgen die - je nach Familienherkunft - in ihrer Schwere variieren.

Na ja, das Video wird Gläubige eher abschrecken.
Und unsere 'sichere Kenntnis' (1:32)? Geschenkt. Solche scheinbare Selbstsicherheit halte ich für kontraproduktiv in dem Diskurs; fast schon anmaßend.

Sven Schultze (nicht überprüft)

Mi. 26 Nov 2014 - 15:49

"Ungeliebte glauben eher an Gott" ... geahnt hat und gefühlt hat ma´s ja schon immer irgendwie. Die Geschichte von MIttelalter bis in den Nationalsozialismus entspricht genau diesem Muster.

Es ist ein regelrechtes Syndrom. Wird man ohne Liebe erzogen verlässt oder lehnt man sich notgedrungen auch an leere Versprechen an. Schon eine Ahnung von einem Liebesversprechen lässt einen Hoffen. Reale Liebe von Menschen und vor allem von seinen Nächsten erhält man nämlich nicht! So wird man anfällig für Ausbeutung durch falsche Versprechen. Mit einem Vertrauensverlust zu Menschen kann man dann auch nur noch sehr schwer Hilfe annehmen und weist oft selbstschädigendes Verhalten auf. Auch ist vernünftiges Denken oft gestört. Daher prägen monotheistische Religionen narzisstisches, sado-masochistisches Verhalten. Und produzieren in der Gesellschaft "sekundäre Psychopathen" (siehe unter Youtube "Verteidigung gegen Psychopathen).

Philo (nicht überprüft)

Mi. 26 Nov 2014 - 20:26

Hinken amerikanische Wissenschaftler nicht eher dem längst festgestellten Zusammenhang zwischen frühkindlichen Traumata und Religiosität hinterher?
Oder anders gefragt: Muss man denn alle paar Jahre lang längst Bekanntes erneut feststellen?

Schon in der 13. Schwangerschaftswoche nimmt das Baby erste Geräusche wahr - die Stimme der Mutter, ihr Herzschlag, Magen- und Darmgeräusche etc..
Das Hirn des Babies entwickelt sich bis zum Zeitpunkt der Geburt und auch danach mit rasender Geschwindigkeit.
Zwar können Babies das Wahrgenommene über diesen Zeitraum hinweg entwicklungsbedingt noch nicht deuten und ordnen, erleben aber besonders im Hinblick auf die Geburtsvorgänge sowie auch, was völlig unbekannte Kräfte anschließend tun, höchst kraftvolle wie dramatische Vorgänge.
All diese angenehmen, wie auch unangenehmen Vorgänge brennen sich als emotionell prägsame Erfahrungen tief in das Hirn des Babies ein.
Mit dieser Frühprägung hat das Kind real erfahren, dass es mehr gibt, als man mit seinem Verstand erfassen kann.
Im direkten Vergleich zur Paradies-Geschichte, darin der Mensch enstanden sein soll, lassen sich folgende Parallelen feststellen:
Zunächst "ist" man plötzlich, ohne jegliche persönliche Vorgeschichte (die 1. Wahrnehmung des Kindes - Adam ist geschaffen).
Die Umgebung (Mutterleib - Paradies) ist überaus angenehm, wenn auch unbegreiflich, aber halt perfekt.
Man muss nicht essen, trinken, atmen, hungern, nicht arbeiten, nicht frieren, nicht überhietzen...
Man weiß nichts, versteht nichts und auch, dass man nackt ist, kümmert in keinster Weise.
Doch dann wirkt plötzlich eine bislang noch nie dagewesene, überaus unangenehme und ebenso nicht begreifbare Kraft auf die Umgebung ein (Sündenfall - Geburtswehen).
[...]

Den Rest erspare ich mir mal, denn hier lesen ja überwiegend sehr kluge Leute, die sich alles Weitere leicht zu Ende denken können, einschließlich dem Umstand, dass je unangenehmer das Leben wirkt (in religiösen und quasi-religiösen Kreisen sowieso), man sich frühkindlich längst geprägt, intuitiv in das einst emotionell tatsächlich erlebte Paradies zurück sehnt.
Warum sich allerdings amerikanische Forscher so schwer mit längst er- und bekannten Entwicklungsprozessen tun, mag ich offen gesagt gar nicht erst klären wollen.
Aber gut! Ähnlich qualitative Forschungsarbeiten ergaben vor erst wenigen Jahren, dass Menschen in der sogenannten 3. Welt ungleich schlechter gebildet sind, als in technologisch hochstehenden Ländern.
Man möchte kaum mehr glauben, dass Leonard Nimoi kein Vulkanier ist.

Na ja...

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 27 Nov 2014 - 00:22

Dem Artikel mag geglaubt werden - er leidet jedoch an ungenügenden Zitierungen, was ihn nicht glaubwürdiger macht.

Pavlovic (nicht überprüft)

Do. 27 Nov 2014 - 22:18

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Es gibt sogar auch einen Zusammenhang zwischen Religiosität und Schizophrenie wie der Psychologe Prof. Dr. Hans Schauer ausführt: hansschauer.de/html/dir4/ch08.html Und auf meinem Blog: monotheismus.wordpress.com - gehe ich dem Mobbing-Charakter der christlichen Religion nach.

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