Streit um „Skeptics in the Pub“

Judäische Volksfront oder Volksfront von Judäa?

Der Konflikt innerhalb der Skeptikerbewegung ist zurück. Nachdem sich die Auseinandersetzungen zuletzt beruhigt hatten, entzündete sich der nächste Konflikt an der Marke „Skeptics in the Pub“. Dahinter steht der mutmaßliche Versuch, Deutungshoheit über eine seit Jahrzehnten bestehende Graswurzelbewegung zu gewinnen.

Skeptics in the Pub
Das internationale „Skeptics in the Pub“-Logo

Nachdem es um die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) und ihren Konkurrenzverein Skeptix zuletzt ruhig geworden war, wo 2023/24 noch die Gemüter hochgekocht waren, geht der Streit nun in eine neue Runde. Stein des Anstoßes diesmal: die „Skeptics in the Pub“-Reihe.

Skeptics in the Pub“ ist ursprünglich ein britisches Edutainment Format, das 1999 in London erdacht wurde. In lockerer Atmosphäre werden Vorträge gehalten, um niederschwellig ein Publikum zu erreichen, das Interesse an Aufklärung und Wissenschaft hat, aber vielleicht über klassische Vortragsformate weniger zu erreichen ist. Im deutschsprachigen Raum gründeten sich Gruppen, die aus GWUP-Regionalgruppen hervorgingen, Mitte der 2010er Jahre in Wien, Köln und Hamburg. Von diesen Formaten bestehen bis heute die Vortragsreihen in Wien und Köln, die Hamburger Reihe lief irgendwann gegen Ende der 2010er Jahre wieder aus.

Nach dem Streit in der Skeptikerbewegung 2023 − die Vorgänge wurden von Kritikern als „Putsch” bezeichnet − kam es zu einer verstärkten Aktivität der Skeptikerbewegung auch im Offline-Bereich und es gründeten sich neben dem Verein Skeptix selbst zahlreiche neue „Skeptics in the Pub“-Gruppen. Unter anderem in Hamburg, München, Berlin und Hannover, die teils mit der GWUP, Teils mit den Skeptix verbunden oder auch unabhängig sind. Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft. Von den zwei langjährig bestehenden Gruppen blieb eine der GWUP verbunden (die Wiener), während die andere Gruppe sich distanzierte und heute den Skeptix nahesteht (die Kölner). So weit, so gut sollte man meinen. Viele Formate bedeuten viele Vorträge, die Aufklärung zu wissenschaftlich-skeptischen Themen in die Bevölkerung tragen und so an vielen verschiedenen Standorten zur Bereicherung der Skeptikerbewegung beitragen.

Leider blieb es nicht so einvernehmlich und die „Putschisten” von damals gründeten Skeptics in the Pub − Verein für Wissenschaftskommunikation mit einer zugehörigen Website, die den Anschein erweckt, für alle „Skeptics in the Pub“ im deutschsprachigen Raum oder zumindest in Deutschland zu sprechen. Kritisch lässt sich dies als Versuch interpretieren, einen größeren organisatorischen Einfluss auf die „Skeptics in the Pub“-Landschaft zu gewinnen. Dort werden jedoch nur mit den Skeptix assoziierte Gruppen aufgelistet, wobei die Kachel für Hamburg auf eine zukünftige Gruppe hinweist und noch nicht einmal ein bestehendes Angebot bewerben kann. Dabei hat sich das formal unabhängige und von GWUP-Mitgliedern organisierte „Skeptics in the Pub Hamburg“ seit 2025 bewährt und bereits einige erfolgreiche Veranstaltungen durchgeführt (der hpd berichtete). Für Hannover wird auf der Website des Vereins bislang nur eine mit Skeptix verbundene Gruppe aufgeführt. Diese bezeichnete eine ihrer Veranstaltungen als das „erste Skeptics in the Pub in Hannover“. Eine bereits seit 2025 bestehende, mit der GWUP-Regionalgruppe verbundene Veranstaltungsreihe wird dort hingegen nicht erwähnt.

Für diesen Artikel um eine Stellungnahme angefragt, bestätigt der Verein Skeptics in the Pub − Verein für Wissenschaftskommunikation, dass man auf seiner Webseite und in öffentlicher Kommunikation nur die eigenen Regionalgruppen aufführt. Einzige Ausnahme bilden die britischen „Skeptics in the Pub Online“. Einen Repräsentationsanspruch unabhängiger Initiativen in der Darstellung durch den Verein sieht man nicht. Ob ein exklusiver Anspruch auf das Label „Skeptics in the Pub”, „Skeptics in the Pub Deutschland” oder für die jeweiligen Orte erhoben wird, bleibt jedoch unklar. Interessant an den Antworten in der Stellungnahme ist, dass es so wirkt, als wolle man eben gerade nicht bestätigen, dass auch andere Gruppen den Begriff „Skeptics in the Pub” oder die markanten schwarz-gelben Logos, bestehend aus dem Schriftzug des Namens der Veranstaltungsreihe mit zugehörigem Gruppennamen, verwenden dürfen.

Nun ist Hamburg groß und kann sicherlich zwei, drei oder vier verschiedene Formate zur Wissenschaftskommunikation verkraften, denn es gibt ja auch noch das jährlich vom DESY organisierte Wissen vom Fass, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Ob es aber wirklich primär um Wissenschaftskommunikation geht, wenn man einen Verein gründet, bestehende Formate gleichen Namens ignoriert und stattdessen nicht existente Veranstaltungen bewirbt, darf bezweifelt werden. Eher liegt nahe, dass es hier um den Versuch einer Aneignung von Deutungshoheit geht. Dabei behaupten die Verantwortlichen auf ihrer Webseite, dass „Skeptics in the Pub“ in Deutschland von jedem Verein für Wissenschaftskommunikation „getragen” werde, obwohl es eine gleich große Zahl erfolgreicher „Skeptics in the Pub“-Veranstaltungen gibt, die über die letzten beiden Jahre eine beträchtliche Zahl von Vorträgen auf die Beine gestellt haben, die mit dem Verein nichts zu tun haben. Wenn überhaupt, werden „Skeptics in the Pub“ in Deutschland (genauso wie weltweit) von vielen unabhängigen Ehrenämtlern getragen. Dieser Versuch, den guten Namen einer seit 1999 bestehenden Bewegung für sich und die eigenen Spendeneinnahmen zu monopolisieren, wird diese auch nicht davon abhalten, weiterhin Wissenskommunikation bei einem kühlen Getränk zu organisieren.

Aktuell entsteht ein neues Verzeichnis, „Skeptics in the Pub Deutschland“, das auf seiner Website den Hinweis trägt: „Wir wehren uns gegen die Vereinnahmung durch einen Verein, der Vereine kontrolliert, um die Marke ,Skeptics in the Pub’ zu kontrollieren und andere Gruppen zu verdrängen. Daher dieses freie Verzeichnis mit allen Gruppen […] ohne moralisierende Vereinsmeinung, ohne Einschrenkung [sic!] von Meinungsfreiheit und Wissenschaftskommunikation.“


Transparenzhinweis: Der Autor ist Mitorganisator der „Skeptics in the Pub“ Hamburg.

Kommentare (38)

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Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Di. 1 Sep 2026 - 14:12

Ich möchte einen kleinen Aspekt ergänzen, der in der aktuellen Diskussion leicht untergeht:
„Skeptics in the Pub“ war von Beginn an als offenes Format gedacht.
Die britischen Initiatoren haben es bewusst als Commons angelegt – ohne Franchise‑Logik, ohne institutionelle Besitzansprüche, ohne Gatekeeping. Genau diese Offenheit hat das Format stark gemacht und seine Verbreitung ermöglicht.

Dass nun versucht wird, daraus eine Art markenrechtlich exklusivierbare Struktur zu formen, ist nicht nur unnötig, sondern eine Umdeutung der ursprünglichen Idee. Die Kölner waren früh dabei, haben das Format lokal gepflegt, und niemand hat je infrage gestellt, dass SitP in verschiedenen Städten eigenständig organisiert wurde. Das war gelebte Praxis: Pluralität ohne Besitzanspruch.

Die jetzt erkennbare Verengung – inklusive Vereinsgründung – wirkt daher weniger wie eine Weiterentwicklung als wie eine Rücknahme von Offenheit. Juristisch mag das alles sauber sein; inhaltlich ist es ein Schritt weg von dem, was SitP stark gemacht hat: niedrigschwellige Zugänglichkeit, lokale Vielfalt und ein gemeinsames Verständnis von Skeptizismus als öffentlichem Gut.

Gerade deshalb trifft die Monty‑Python‑Metapher im Artikel den Punkt:
Die skeptische Szene sollte nicht ausgerechnet die Formate fragmentieren, die sie in der Sache verbinden.

Der Artikel spiegelt die Deutungshoheit des Verfassers wieder. Es scheint hier eine Art Stimmung verbreitet werden zu sollen, die direkt, ohne weitere Prüfung, auch Anklang findet.
Funktionalisierte Meinungsmache auf vermeintlich neutral wissenschaftlichem Niveau. Ein fragwürdiger Stil. Ob er dem Verfasser würdig und der Sache zweckdienlich ist, mögen andere Beurteilen und vor allem der Verfasser sich selber hinterfragen.

Grüße

Martina Becker (nicht überprüft)

Di. 1 Sep 2026 - 15:00

warum wird hier – verdeckte – Werbung für die höchst umstrittene GWUP gemacht?

Weil Sebastian Schnelle dazu gehört? Schlechtes Argument!

Es gibt im gesamten, doch recht umfangreichen deutschen Sprachschatz nur wenige Begriffe, die so unspezifisch und substanzlos sind wie „umstritten“. Mit dem Prädikat kann man zwar prima Stimmung machen und unlauteres Handeln implizieren, aber das war es dann auch schon. Seien Sie doch so freundlich und verraten uns, wo genau der Schuh drückt.

Der HPD ist im Übrigen nicht dafür zuständig, Ihre Immersion in eine konfliktfreie Wohlfühlzone aufrechtzuerhalten -vielleicht bedienen Sie sich dazu lieber algorithmengestützter Echokammern wie TikTok oder Instagram. Da werden Sie weniger mit Tatsachen konfrontiert, die Sie über Gebühr empören.

"Da werden Sie weniger mit Tatsachen konfrontiert": "Tatsachen" von Sebastian Schnelle? Geben Sie dafür doch mal ein Beispiel.

"... nicht dafür zuständig, Ihre Immersion in eine konfliktfreie Wohlfühlzone aufrechtzuerhalten": das war wichtig, dass das mal gesagt wurde, das verändert natürlich alles!

Wie kommen Sie auf die absurde Behauptung die GWUP sei "höchst umstritten"? Völliger Unsinn! Die GWUP ist weithin anerkannt - von ein paar linksextremistischen Wokeisten abgesehen, die man wohl kaum ernst nehmen möchte.

Leon Paysan (nicht überprüft)

Do. 3 Sep 2026 - 07:48

Antwort auf von Martina Becker (nicht überprüft)

Das sind die, die sich selbst moralisch erhöhen möchten, indem sie anderen (meist wahrheitswidrig) vorwerfen, Minderheiten zu diskriminieren. Dabei betrachten sie Menschen nur als Teil von Gruppenidentitäten, nicht als mit Rechten ausgestattete Subjekte.

Höchst umstritten?

Das behaupten nur die Ex-GWUP-Mitglieder, die 2024 bei der Wahl des GWUP-Vorstandes eine Niederlage erlitten, weil die Mehrheit der GWUP'ler ihren von identätspoltiischem Aktivismus geprägt Kurswechsel inklusive autoritär agierender Führungsspitze nicht tragen wollte. Das sind dann auch dieselben Ex-GWUP-Mitglieder, die danach wie beleidigte Leberwürste aus dem Verein austraten, der GWUP ohen Beweise einen rechten Kurs unterstellten und dann ihren eigene Verein gründeten. Deren Vorstand prompt mit denjenigen Personen besetzt wurde, die vorher die Übernahme der GWUP und deren pseudoprogressive Umgestaltung mit ideologische geprägten Aktivismus vorantrieben.

@ RPGNo1 Ich war nie Mitglied der GWUP und werde es auch nie sein:

Ihre Spekulatius wären was für Weihnachten, aber nicht für eine Organisation, die für sich den Anspruch hat, "wissenschaftlich" zu sein

RPGNo1 (nicht überprüft)

Do. 10 Sep 2026 - 22:02

Antwort auf von Martina Becker (nicht überprüft)

Üben Sie bitte ihr Leseverständnis. Mein EInführungssatz war allgmein gehalten. Ich habe nicht behauptet, dass sie GWUP-Mitglied gewesen sind. Da komme ich dann zum nächsten Punkt. Warum dann Ihre Schnappatmung und Empörung über die GWUP? Der Verein könnte ihnen doch schietegal sein.

Und zuletzt: Ich spekuliere nicht. Was ich danach (zugegebenermaßen flappsig) aufgezählt habe, ist passiert und konnte über verschiedenste (soziale) Medien oder auch den GWUP-Blog ;) nachvollzogen werden.

Skeptics in th… (nicht überprüft)

Mi. 2 Sep 2026 - 11:53

Lieber Herr Dr. Dr. Schnelle & Mitorganisierende, wir können den Appell aus unserem Statement (s. u.) nur wiederholen:

Befreien Sie sich aus Ihrer Opferrolle. Es gibt keinen Konflikt zwischen Ihnen und uns.

Wir sind ein kleiner Verein mit einigen Dutzend Mitgliedern, die niederschwellige Wissenschaftskommunikation betreiben möchten, und dies tatsächlich unabhängig. Der "Verein [mit mehreren Tausend Mitgliedern], der Vereine vereinnahmen" möchte, das sind in diesem Fall Sie mit der GWUP. Wir haben niemals mit den genannten Gruppen interagiert oder Kontakt zu ihnen gesucht, und noch weniger haben wir jemals ihre Arbeit eingeschränkt oder gar gefährdet. Die in Ihrem Verzeichnis "aller" deutschen SitP tatsächlich verlinkten Gruppen sind zu 100% GWUP-Initiativen (laut Impressum, Kontakt-Email und/oder Paypal-Link). Herr Dr. Dr. Schnelle selbst und andere Beteiligte sind federführend in diese Initiativen eingebunden und erfinden hier einen Streit, der niemals stattgefunden hat – über die Motivation dafür darf spekuliert werden.

"Kritisch interpretieren" lässt sich die Gründung unseres Verein übrigens als Notwendigkeit eines rechtssicheren, unabhängigen Rahmens für unsere Veranstaltungen – anders als etwa die o. g. GWUP-eigenen und GWUP-geförderten Formate, und (Überraschung!) tatsächlich auch unabhängig von Skeptix e. V. (liebe Grüße gehen aber natürlich raus an unsere Freund*innen dort!).

Wer es genau wissen möchte, kann hier den Fragenkatalog von Herrn Dr. Dr. Sebastian Schnelle, Organisator des GWUP-Formats "SitP Hamburg", und unser vollständiges Statement dazu einsehen:
https://skepticsinthepub.de/assets/docs/Presseanfrage_zu_Skeptics_in_the_Pub_in_Deutschland.pdf

Spoiler: Was hier versucht wird, ist absolut unseriös. Die Organisierenden der o. g. Gruppen und der dahinter stehende Verein kommen nicht gut dabei weg. Unsere Empfehlung wäre, die verfügbaren Kapazitäten auf sinnvolle Arbeit zu verwenden und nicht auf eine hanebüchene Diffamierungs- und Empörungskampagne, mit der man sich allenfalls selbst öffentlich lächerlich macht.

Ganz liebe Grüße,
Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V.
https://skepticsinthepub.de

P.S. Seit wir in Ihrem "SEO-freundlichen" Verzeichnis gelistet (aber nicht verlinkt) sind, bemerken wir ein stark erhöhtes Spam-Aufkommen in unseren Kommunikationskanälen. Das kann Zufall sein, ist aber sicherlich auch nicht in Ihrem Sinne. Bitte kommen Sie doch bei Gelegenheit unseren Aufforderungen nach und entfernen Sie unsere Einträge dort. Dankeschön!

Sehr geehrte SitP-VfW,

selbstverständlich gibt es einen Konflikt, wenn Veranstaltungen gleichen Namens von unterschiedlichen Veranstaltern beworben werden und Webseiten ähnlichen Namens Unbedarften eine Zuordnung schwer bis unmöglich machen.

Dies betrifft Spenden, Unterstützung, mögliche Veranstaltungsbesuche und nicht zuletzt mögliche Vortragende, wenn diese sich ein Bild über die Veranstalter machen möchten und evtl. beim falschen Veranstalter landen, da auch die Zuordnung von Webseiten ohne Vorkenntnisse nicht eindeutig möglich ist. Insbesondere wenn man sich Mühe gibt so zu tun, als sei man selbst SitP in Deutschland.

Was das Verzeichnis der dt. SitP angeht sollten Sie sich an den Betreiber wenden. Mein Verständnis ist, dass dort alle (!) dt. SitP gelistet sind, eine Verlinkung aber auf Backlink Basis erfolgt. Eine Verlinkung wäre also nach meinem Verständnis jederzeit möglich.

Was das Verhältnis zur GWUP angeht kann ich Ihnen versichern, dass die GWUP und ihre Gremien keinerlei redeaktionellen Einfluss auf SitP Hamburg und die Auswahl unserer Gäste haben. In diesem Sinn ist SitPHH zu 100% unabhängig, freut sich aber über administrative Unterstützung. Für die anderen SitP kann ich nicht sprechen.

MfG

Sebastian Schnelle

PS: Wie ein nicht-verlinken zu einem erhöhten Traffic führen soll ist mir nicht ganz klar. Aber irgendwer sprach hier von Opferrolle?

Ralf Neugebauer (nicht überprüft)

Do. 3 Sep 2026 - 21:49

Antwort auf von Seb (nicht überprüft)

Lieber Herr Dr. Dr. Schnelle,
ich verstehe diese Antwort nicht. Bis vor kurzem waren die verschiedenen Skeptics in the Pub Veranstaltungen ohne weiteres am Logo zu unterscheiden (GWUP: blau; wir schwarz-gelb). Wir (in Köln) haben das Logo sogar extra geändert, weil z.B. Skeptics in the Pub Wien - legitim - unser bisheriges Logo genutzt hat. Wer stiftet hier Verwirrung, außer Ihnen? Und wenn Sie eine Verbindung zu der gleichzeitigen Veröffentlichung eines Verzeichnisses, das klar Ihrer SitP-Veranstaltung zugeordnet werden kann, bestreiten, vermag ich das nicht zu glauben - auch wenn ich die Spam-Angriffe auf unsere Website noch als Koindzidenz abtun kann. Müssen wir uns Ihrer Meinung bei irgendeinem Türsteher bewerben, um Skeptics in the Pub zu machen?
Viele liebe Grüße
Ralf Neugebauer

Sehr geehrter Herr Neugebauer,

Sie können selbstverständlich nicht wissen, dass seit Beginn der Gründung von SitP Hamburg eine Diskussion mit den Kollegen in Wien und München läuft sich dem internationalen Standard anzupassen, denn wie Sie selbst bemerkt haben, sind keineswegs alle SitP blau sondern Wien ist ebenfalls schwarz-gelb. Eine Anpassung war also bereits lange im Gespräch.

Ebenfalls bestreitet niemand ihr Recht in Köln SitP zu veranstalten oder in Berlin ein SitP zu organisieren. Wogegen ich mich verwehre ist Ihre Anmaßung für SitP in Deutschland zu sprechen bzw. SitP in D zu vertreten. Derartiges hat bisher zu Recht niemand beansprucht. Ebenso ist die Doppelnutzung von Namen ärgerlich. Auch darauf wurde bisher verzichtet.

Aber wenn es Ihnen abstrakt zu kompliziert ist, hier ein Gedankenexperiment: Wir suchen 2 GWUPies (vielleicht jemand, den Sie schon bei SitP-K aktiv ausgeladen hatten?), starten "Skeptics in the Pub Köln" (natürlich ohne Verweis auf die existierende Veranstaltung oder deren Geschichte), setzen eine Webseite auf (selbstverständlich ohne jeglichen Hinweis auf Ihre Existenz) und bewerben fleissig unser Format, da wir beanspruchen SitP in Köln zu vertreten. Am besten noch Publikumswirksam mit einem Thema, das Ihnen unangenehm wäre.

Jetzt verstanden?

BG,

Sebastian Schnelle

felix (nicht überprüft)

Fr. 4 Sep 2026 - 19:48

Antwort auf von Seb (nicht überprüft)

Hallo seb, grüß doch deinen rein hypothetischen, ausgeladenen GWUPie-freund mal lieb aus köln - GWUP-stammtische veranstaltet er (rein hypothetisch natürlich) ja schon seit ca 2025 ebenfalls donnerstags in der location, die SitP Köln seit 10 jahren nutzt, was bestimmt kompletter zufall ist (köln ist ja ein dorf, da gibt es nichts). einmal hätte er uns (hypothetisch) sogar tatsächlich dort antreffen können (war bestimmt nicht so geplant, denn unsere termine sind ja praktisch geheim), aber er hat nicht genau genug geguckt, denn in der woche waren wir leider aus organisatorischen gründen spontan schon mittwochs schon da, sorry ... 🥲

Moin Felix,

gerne richte ich nicht nur hypothetische Grüße aus. Aber nur um das nochmal zusammenzufassen: ein GWUPie veranstaltet eine GWUP-Veranstaltung unter GWUP-Label in einer Location, korrekt? Wo entsteht jetzt eine Verwechslungsgefahr mit Vereinen, die nicht GWUP heißen? Und wo ist das Problem für Skeptics in the Pub?

Vielleicht die Kritik nochmal lesen?

Gruß,

Seb

Christoph (nicht überprüft)

Fr. 4 Sep 2026 - 23:43

Antwort auf von Seb (nicht überprüft)

Du meinst so wie ihr es in Hannover gemacht habt?

Würde keinen Menschen stören, wenn du nicht so eine Räuberpistole drumherum erfunden hättest.

Räuberpistole, die: eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine abenteuerliche, aber unglaubwürdige oder frei erfundene Geschichte.

Welche der geschilderten Fakten ist inkorrekt? Gerne möchte ich meine Berichterstattung korrigieren, sollten mir Fehler unterlaufen sein.

Ansonsten nochmal zum Mitschreiben: 2025 ist ein Zeitpunkt _VOR_ 2026. Wer also zuerst da war ist recht eindeutig. Ich glaube allerdings den Hannoveraner Organisatoren, dass es da tatsächlich ein Problem mit der Auffindbarkeit gegeben haben kann.

Lieber Herr Dr. Dr. Schnelle,

der einzige, der hier "einen Streit entzündet", sind Sie selbst in Ihrer höchst fragwürdigen Doppelrolle als Autor dieses Artikels und Mitorganisierender einer Veranstaltungsreihe, die einerseits völlig offensichtlich und belegbar einen riesigen Verein mit sechsstelligem Jahresbudget (Spenden an Ihre Veranstaltung gehen auf das Konto GWUP) und diversen großen Publikationsorganen im Rücken hat, sich aber andererseits hier zur "Graswurzelbewegung" stilisiert und behauptet, sie sei akut bedroht von unserem kleinen Verein.

Wer Augen hat, kann sehen, dass das Gegenteil der Fall ist: Sie versuchen hier, die enorme Reichweite der GWUP und GWUP-naher Kanäle zu mobilisieren, um eine kleine, unabhängige Initiative zu diffamieren und uns nebenbei in Ihren einseitigen Konflikt mit anderen skeptischen Institutionen hineinzuziehen, mit dem wir nichts zu tun haben.

Sie sprechen von Intransparenz und Verwechslungsgefahr. Tatsache ist: Wir haben seit Ende 2024 unsere Außendarstellung zur derzeitigen geändert, auch um uns von GWUP-nahen Formaten visuell deutlich abzugrenzen – ja, auch und gerade für unsere potentiellen Speaker*innen. Sie und Ihre Mitorganisierenden haben nun innerhalb der letzten drei Wochen offenbar in Vorbereitung dieser haltlosen Kampagne die Erscheinungsbilder Ihrer Plattformen dem unseren angeglichen – das Logo auf Ihrer eilig Mitte August zusammengeschusterten GWUP-SitP-München-Seite (interessantes Layout übrigens, kommt uns bekannt vor!) wurde gar aus einem stümperhaft bearbeiteten Screenshot eines unserer eigenen Städtelogos generiert. Sie sind diejenigen, die hier bewusst und mit großem Aufwand Intransparenz schaffen und andere dazu aufrufen, es Ihnen gleich zu tun. Wir können nur spekulieren, warum Sie das tun und welches Interesse Sie haben, mit uns verwechselt zu werden; wir jedenfalls haben uns bisher immer größte Mühe gegeben, nicht mit Ihnen verwechselt zu werden.

Warum nun sprechen wir auf diese Aspekte auch konkret Sie an, Herr Dr. Dr. Schnelle, also auch auf die Umgestaltung der anderen genannten Initiativen und Plattformen, und wenden uns damit nicht direkt an die ausgewiesenen Betreiber*innen derselben und des "Verzeichnisses"?
Weil wir wissen, dass dieser Weg hier ebenfalls sehr, sehr kurz ist, und vielleicht schadet ein bisschen Öffentlichkeit auch nicht. Betreiber des "Verzeichnisses" ist Ihr Hamburger SitP-Kollege Herr A.; ob er auch persönlich in die Gestaltung der neuen Münchener Website involviert ist, können wir nicht belegen, aber die Vermutung liegt nahe, da diese Domain am selben Tag wie die des "Verzeichnisses" (07.08.) registriert wurde – übrigens auch gleichzeitig mit der derzeit noch leeren Hannover-Domain im "Verzeichnis". Auch hat Herr A. praktisch zeitgleich mit dem Eingang Ihres Fragenkatalogs am 17.08. unsere regionalen Organisierenden individuell angeschrieben und für die neue Plattform geworben. Es fällt uns hier ausgesprochen schwer, an eine Verkettung von Zufällen zu glauben.
Zudem hat sich Ihr Kollege Herr A. bisher wenig kooperativ gezeigt – die Bitten unserer regionalen Gruppen um Entfernung aus dem "Verzeichnis" wurden bislang ignoriert, obwohl doch auf der Plattform ausdrücklich dazu eingeladen wird, Korrekturen oder Änderungswünsche jederzeit vorzubringen. Geht es ihm womöglich gar nicht um eine freie und faire Vernetzung auf Augenhöhe, sondern ebenfalls nur darum, uns gegen unseren erklärten Willen zusammen mit GWUP-Formaten zu listen und die von Ihnen oben noch beklagte Intransparenz weiter zu schüren? Wir wissen es nicht, denn er beantwortet ja unsere Emails nicht. Vielleicht können Sie ihn ja fragen, wenn Sie ihn das nächste Mal bei Ihrer gemeinsamen Veranstaltung in Hamburg treffen? Wir würden uns freuen.

Uns ist bewusst, dass wir allein mit der Teilnahme an Ihrer kleinen Schlammschlacht hier Ihr vermutliches Ziel leider weiter fördern: Für Außenstehende wird es mühsam zu folgen und unübersichtlich.
Wir werden uns daher an dieser Stelle zurückziehen und uns (erneut!) weiter unserer eigentlichen Arbeit widmen. Wir tun das aber nicht ohne ein Fünkchen Hoffnung, denn:
Wer so sehr versucht zu verhindern, dass potentielle Zuschauende und Speaker*innen tatsächlich einfach erkennen können, welche Art von Veranstaltung sie besuchen, der hat offenbar Angst, die eigene könnte diejenige sein, wo eigentlich niemand aus Versehen landen will, aus welchem Grund auch immer.
Irgend etwas machen wir wohl richtig, denn wir haben diese Angst nicht.

Mit sportlichen Grüßen,
Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V.
https://skepticsinthepub.de

Liebe SitP-VfW,

Es ist kein Geheimnis, dass Holger Ahrens sowohl die Seite für SitP HH, als auch das vollständige Verzeichnis aller SitP in Deutschland, sowie viele weitere Seiten betreibt. Es ist eben das, was IT-ler so tun. Ob das auch für die Münchner Seite gilt, weiß ich nicht. Er ist darüber hinaus auch Pastafari und Sozialdemokrat. Wenn es Sie interessiert, kann ich ihn auch gerne nach seiner Schuhgröße fragen? Fangen Sie jetzt aber bitte keinen Streit mit der alten Tante SPD an, der geht es nun wirklich schon schlecht genug. Der Inhalt seiner Mail vom 17.08. ist mir nach wie vor unbekannt, ändert aber auch nichts an Ihrer Anmaßung SitP in D repräsentieren zu wollen.

Ansonsten ist und bleibt SitP ein offenes Format, dass der GWUP nicht gehört und worauf sie (meines Wissens) auch keinen Anspruch erhebt. Ich bin zwar GWUP Mitglied und mache auch gerne Werbung für die GWUP, als SitP HH sind wir aber 100% redaktionell unabhängig. Aber bitte, raunen Sie gerne weiter. Auch weiß ich nicht, wer welche Vorlage verwendet hat, aber ich gehe davon aus, dass Sie nicht auch noch die Wikimedia Commons für das internationale SitP Logo beanspruchen wollen? (Wobei, wundern würde es mich nicht.)

Aber nochmal für die Mitlesenden: "Ihr" Logo und Erscheinungsbild, ist nicht Ihres, sondern schlicht der aktuelle internationale Standard von SitP weltweit. Eine Diskussion über das Logo und Erscheinungsbild führen wir intern seit Gründung von SitP HH, auch mit unseren Kollegen u.a. in Wien und München. Aber vielen Dank, das ist genau die Anmaßung, die ich im Artikel beschreibe. Performativ perfekt ausgeführt. Man muss Sie eben nur reden lassen, liebe "Kollegen".

BG,

Sebastian Schnelle

PS: Bei Gelegenheit müsste man mir nochmal erklären, wieso wir nicht mit uns selbst verwechselt werden wollen würden.

Christoph (nicht überprüft)

Mi. 2 Sep 2026 - 17:06

Ein Redakteur des hpd, der für seinen total knorken sitp in Hamburg gern maximale Aufmerksamkeit möchte und dabei von einem Kölner Verein (!) nicht unterstützt wird, schreibt hier so belanglosen Artikel ohne jeden konkreten Vorwurf oder Informationsgehalt, einzig zu dem Zweck, mehr Aufmerksamkeit für seinen Hamburger sitp zu bekommen. Der hpd war auch schon mal relevanter.

Georg Kammerer (nicht überprüft)

Mi. 2 Sep 2026 - 21:37

Sinnvoll wäre hier noch ein zweiter Transparenzhinweis gewesen, dass das am Ende beiläufig erwähnte Verzeichnis ebenfalls von einem Mitorganisator von SitP Hamburg betrieben wird.
(Quelle: der Verantwortliche schrieb u.a. mich als Organisator von SitP Berlin persönlich an, um sein explizit als Reaktion auf den neuen Verein aufgesetztes Verzeichnis zu bewerben)

Ungern (nicht überprüft)

Do. 3 Sep 2026 - 09:38

Nachdem es die GWUP in über 2 Jahren ständigen Stichelns nicht geschafft hat, den Skeptix auch nur ein einziges böses Wort herauszukitzeln, versucht man es nun offenbar auf diesem Weg - das lange angekündigte "Buch zum Putsch" erscheint ja nun angeblich wirklich bald, da schadet es sicher nicht, das Trennungstrauma hier und im Netzwerk Wissenschaftsfreiheit noch einmal aufzuwärmen.

"Nachdem es die GWUP in über 2 Jahren ständigen Stichelns nicht geschafft hat, den Skeptix auch nur ein einziges böses Wort herauszukitzeln,"

Was die offiziellen Skeptix-Kanäle angeht, haben Sie Recht. Da hält man sich zurück. Über Bluesky, Blogs & Co. hinggeen haben auch bekannte Mitglieder sehr wohl immer wieder gegen die GWUP ausgekeilt [*], wenn sie vermeintliche "rächte" Umtriebe zu entdecken glaubten, wie z.B. Kritik an identitätspolitischem Aktivismus. Die Versuche, diese Kritik mit autoritären Mitteln zu unterbinden, waren ja die wichtigste Ursache zum Verwürfnis innerhalb der GWUP.

[*] Der Frust muss wirklich tief sitzen, wenn man 2 Jahre nach der Trennung immer noch zu solchen Mitteln zurückzugreifen glaubt.

Skeptics in th… (nicht überprüft)

Do. 3 Sep 2026 - 19:30

Sehr geehrter Herr Schnelle,

wir als Skeptics in the Pub Hannover (also die, die angeblich spalten) würden uns auch gern noch äußern.

Wir wussten nicht so recht, ob wir uns von Ihrem Beitrag angegriffen oder veräppelt fühlen sollten. Denn, entgegen des Vorwurfs eines bestehenden Streits, Kriegs oder was auch immer Sie für große Worte meinen nutzen zu müssen, gingen all unsere aktiven Mitglieder bei der Gründung davon aus, dass es in Hannover kein bestehendes skeptisches Angebot gibt. Unsere erste Veranstaltung wurde auch von GWUP-Mitgliedern besucht und diese freundlich empfangen.

Einige von uns waren früher mal Mitglieder der GWUP und fühlten sich recht isoliert in der Gegend. Wir wussten - trotz Bemühungen um Informationen u.a. im Skeptischen Netzwerk - nicht einmal von einem aktiven Stammtisch, geschweige denn von einem SitP.

Unsere Frage: Wenn es bereits eine vergleichbare Veranstaltungsreihe hier in Hannover gab, warum wurde diese dann nicht so beworben, dass Freunde von wissenschaftlich-kritischem Denken sie auch finden? Es hat schon einen schalen Beigeschmack, wenn man von einer parallelen Veranstaltungsreihe in der eigenen Stadt erst erfährt, wenn einem vorgeworfen wird, dass man diese übergeht.

Auch wenn wir kein Interesse an einer direkten Kooperation mit der GWUP und eindeutig ihnen zugeordneten Veranstaltungen haben, traut uns doch bitte zu, dass wir bei für uns interessanten Themen ebenso gern eure SitP besuchen würden wie ihr unseren. Selbst wenn ihr das immer wieder gern behauptet, sind wir keine engstirnigen Fanatiker, die einen rituellen Bannkreis um alles mit GWUP-Bezug ziehen.

Uns mit einer dubiosen Zuckerbrot-und-Peitsche-Mail incl. ungefragter Verlinkung auf der eigenen Homepage zu überrumpeln, auf der bereits eine uns völlig unbekannte Initiative in Hannover gelistet ist, anstatt vorher einfach mal zu sagen: „Hey, ihr seid übrigens nicht die einzigen in Hannover, schaut doch mal bei uns vorbei!“, ist – gelinde gesagt – wenig vertrauenserweckend. Dass unserer Bitte, die Links zu entfernen, nicht nachgekommen wird, ebensowenig.

Wir gehen einfach mal davon aus, dass Sie, Herr Schnelle, nichts von der fehlenden Werbung der anderen Hannover-Gruppe und der übergriffigen Mail an uns wussten, auch wenn diese gleichzeitig mit Ihrem Fragenkatalog eintraf. Denn sonst würden Sie uns ja nicht absichtliche Spaltung vorwerfen.

Wir jedenfalls freuen uns darauf, unter dem Dachverband Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V. weitere Veranstaltungen zu organiseren und hoffen, den vor Ort bisher ausschließlich freundlichen Kontakt mit Mitgliedern der GWUP aufrecht zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Die Volksfront von Judäa (Skeptics in the Pub Hannover)

Liebe SitP Hannover,

das von mir verwendete "große" Wort war "Streit", wie ihr davon auf "Krieg" kommt darf euer Geheimnis bleiben.

Zur Auffindbarkeit der Veranstaltungen kann ich nichts sagen. Mir war deren Existenz durch persönliche Gespräche bekannt, aber ich bin auch nicht in Hannover und habe deswegen Details weder benötigt noch gesucht. Die Veranstaltungen hatten aber Gäste, können also nicht komplett unsichtbar gewesen sein.

BG,

Sebastian Schnelle

Was das Thema "erste Skeptics in the Pub in Hannover" angeht, möchte ich die "Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V." und ihren "sitp-hannover.de" etwas entlasten. Denn der eine seit Oktober 2025 bestehende "Skeptics in the Pub in Hannover" wurde nur über einen Email-Verteiler, über das "Skeptisches Netzwerk der GWUP e.V." und Mundpropaganda beworben. Die Existenz dieser sechs SitP-Veranstaltungen in Hannover war in der breiten Öffentlichkeit vermutlich nicht bekannt. Sorry. Es gibt halt viele Wege, wie ein "Skeptics in the Pub"-Format auf die Beine gestellt werden kann. Es gibt da ja keine Vorgaben.

Was mich irritiert ist, dass die Problematik nicht verstanden wird, wie so etwas auf Außenstehende wirkt: "Dachverband Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V."

Frage an Claude: "Was versteht man in Deutschland unter einem Dachverband?" Antwort: "Ein Dachverband ist ein Zusammenschluss mehrerer selbstständiger Verbände oder Vereine mit ähnlichen Zielen, der deren Interessen bündelt und gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertritt. Die Mitgliedsorganisationen bleiben rechtlich eigenständig, koordinieren sich aber in gemeinsamen Fragen. Beispiele sind der DOSB (Sport) oder der DGB (Gewerkschaften)."

Auf https://sitp.online/about-us/ (dem britischen Original) steht: "Each group is run independently and there isn’t an overarching organisation that controls everything."

Ein "Dachverband Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V." vermittelt für Außenstehende eine scheinbare Zuständigkeit und Vertretungsmacht für das Format "Skeptics in the Pub" in Deutschland und widerspricht gleichzeitig dem ursprünglichen SitP-Geist, siehe auch Udo Endruscheits Beitrag. Und daran stören sich halt einige. In Wirklichkeit läuft alles einfach nur doppelt: zwei Skeptiker-Vereine, zwei SitP-Listen und zwei SitP-Veranstaltungsreihen in einigen Städten. Wie schade.

Lieber GLR,

danke für den Hinweis auf die nicht leichte Auffindbarkeit. Diese Problematik war mir bis vor kurzem in der Tat unbekannt. Insofern bin ich bereit, bei der Frage von einem "ersten" SitP in H von einem Versehen auszugehen. Es ändert aber nichts an der schön beschriebenen Thematik des "Dachverbandes" wobei das Wort als solches nicht verwendet wird.

RPGNo1 (nicht überprüft)

Mo. 7 Sep 2026 - 10:15

Antwort auf von GLR (nicht überprüft)

Der neue Verein heißt "Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V." ohne "Dachverband". Aber es bleibt trotzdem das Geschmäckle im Raum, dass Personen, die den Background von SitP, Skeptix oder GWUP nicht kennen, der fehlerhaften Annahme verfallen, dass neue Verein eben wie in Dachverband auftritt und ALLE SitP zu vertreten sucht.

Wenn ich dem Verein nichts Negatives unterstellen will, dann haben sie bei der Vereinsgründung und -bezeichnung geschlafen. Ebenso lässt es sich aber angesichts der Vorgeschichte der beteiligten Parteien nicht ausschließen, dass die Namensgebung ein bewusster Seitenhieb war und so eine Deutungshoheit erlangt werden soll.

Das ist eine witzige Argumentation, weil oben genannter Verein das im halt einfach nie versucht hat. Ganz im Gegensatz zur Initiative "sitp-deutschland" für die der hpd Autor hier die Werbetrommel rührt.

Christoph (nicht überprüft)

Mo. 7 Sep 2026 - 11:53

Antwort auf von GLR (nicht überprüft)

Das Wort "Dachverband" wurde auschließlich in diesem einen Kommentar benutzt, um die organisatorische Zugehörigkeit zu erklären. Das hat auf Außenstehende null Effekt. Wenn ihr eure Veranstaltungen jetzt auch an Außenstehende kommuniziert, dann ist doch gut. Das wäre aber auch ohne Sturm im Wasserglas gegangen.

PJ (nicht überprüft)

Di. 8 Sep 2026 - 13:00

Lieber hpd, lieber Dr. Dr. Schnelle, liebe SitP (alle!),
reißt euch einfach alle zusammen.
Was genau soll dieser sch*** Kindergarten?
Wir haben als Gesellschaft ganz andere Probleme. Aus welchem fu** Grund bekämpft ihr euch hier? Aus welchem Grund blamiert ihr die gesamte atheistische, säkulare und humanistische community im gesamten DACH-Raum?

Reißt euch am Riemen und arbeitet zusammen, haltet zusammen. Wir dürfen uns nicht in Grabenkämpfen und Scharmützeln verlieren.

Holger Ahrens (nicht überprüft)

Do. 10 Sep 2026 - 16:44

Noch ist nicht von jedem zu allem etwas gesagt - daher von mir hier, natürlich unter Realname, noch mal meine Gedanken zur Situation. Weniger als Appell an den neuen Verein “Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V.” (SitP-VfW e.V.) gerichtet, noch einmal in sich zu gehen... sondern vielmehr als möglichst rationale Zusammenfassung meiner pessimistischen Gedanken und Fakten. Damit sich andere und die Wissenschafts-Community das ganze Bild machen können. Vielleicht bin ich ja auch zu skeptisch und irre mich. Schön wäre es.

[Disclaimer] Ja: ich bin Mitglied der GWUP. Und das ist gut so. Eingetreten nach der Konterrevolution. Ja: ich kenne den Dr. Dr. Sebastian Schnelle persönlich. Ja: wir machen gemeinsam mit anderen seit 2025 “Skeptics in the Pub Hamburg” (https://www.sitp-hh.de). Nein: wir sind in keiner Form abhängig von der GWUP oder anderen Organisationen. Ja: ich habe das Verzeichnis “Skeptics in the Pub Deutschland” (https://www.sitp-deutschland.de) erstellt. Ja: ich kann Rollen und Interessen differenzieren. Nein: als Opfer sehe ich mich in diesem Spiel nicht.

Die Gründung eines Vereins für Wissenschaftskommunikation begrüße ich: davon sollte es mehr geben! Nie fehlte es in Deutschland in den letzten Jahren mehr an rationalem, aufgeklärten und insbesondere ideologiefreiem offenen Diskurs. Moralisierung und Ideologisierung führen uns nun in diesen Konflikt um “Skeptics in the Pub” (SitP).

Was ich auch für eine Gefahr für die freie und offene Gesellschaft halte: sich Begriffen und Bewegungen bemächtigen zu wollen. Zum Beispiel, sich über den Namen “Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V.” (SitP-VfW e.V.) die Kontrolle und Deutungshoheit über die weltweit gemeinfreie Marke “Skeptics in the Pub” aneignen zu wollen. Nebst Logo. Beim SitP-VfW e.V. sehe und sah ich aktuell kein neutrales, wohlwollendes und vereinendes Verhalten, das die Wissenschaftskommunikation im Rahmen der Wissenschaftsfreiheit nachhaltig für alle fördert.

Diese Erwartung halte ich für gerechtfertigt, wenn man “Skeptics in the Pub” im Namen trägt.

Anfragen oder Dialogangebote an seit Jahr und Tag bestehende Gruppen, die das Format “Skeptics in the Pub” umsetzen, gab und gibt es vom Verein SitP-VfW e.V. nicht. Eine einfache Markenrecherche oder auch nur googeln/bingen/duckduckgoen/… hätte jedem Akteur schon vor der Gründung in 2024 mögliche Konflikte um das Format „Skeptics in the Pub“ frühzeitig aufzeigen können. Es bleibt mir nur die Vermutung: die aktuellen und zukünftigen Unbillen wurden bewusst in Kauf genommen.

Ab Eintragung ins Vereinsregister im Juni 2026 wird der Verein seinen, als gemeinnützig eingeordneten, Prämissen nicht gerecht - und schadet passiv und aktiv allen Gruppen, die das als frei und unabhängig angelegte Format “Skeptics in the Pub” in ihren Städten umsetzen oder neu etablieren wollen! Die vom SitP-VfW e.V. final kolonialisierten Gruppen sind jetzt frei von individuellem Entscheidungsdruck.

Schaut man ins öffentliche Register, findet man dort als Vereinsvorstände des SitP-VfW e.V. Gerald Sorko, Ralf Neugebauer und Sabine Breiholz: das sind schon mal mindestens zwei überzeugte Mitglieder des Skeptix e.V., eine sogar dortige Vorständin. Das riecht mir nach absoluter Fremdkontrolle der Organisation: es steht “Skeptics in the Pub” drauf - drin ist ein Verein mit Gesinnungspflicht. Interne geheime Unvereinbarkeitsbeschlüsse können beide Organisationen auf Linie halten. Der Lackmus-Test: wie viele biologische Geschlechter gibt es, kann Atomkraft sinnvoll sein? Darf ich Mitglied werden?

Für Hamburg wird auf der Website angekündigt “Bald!” ein Skeptics in the Pub auszurichten - dabei gibt es das schon seit 2025 wieder. Wir, ich und meine Mitorganisatoren, bieten gern Dialog an. Von nichts gewusst zu haben wird niemand glauben, vielleicht sind ja die lokalen Akteure doch für aufgeklärte diplomatische Beziehungen zu haben. Zumindest soweit, dass man nicht gegeneinander arbeitet und Referenten wie Interessierte verwirrt. Lösungen ließen sich sicher finden.

Für Hannover wurde nur die eigene Gruppe auf der Seite vermerkt. Die Erkenntnis zur zuerst präsenten Gruppe könnte untergegangen sein, findet sich aber noch immer nicht auf der Seite des SitP-VfW e.V.. Meine wohlwollende Mail an den Organisator zur Anpassung des Eintrags im freien Verzeichnis wurde freundlich ohne Anpassungswünsche beantwortet. Gern hätte ich bei einem Link zum Verzeichnis auch auf die Gruppe gelinkt - so viel Fairness ist möglich.

Für Köln hat sich der vor Jahren von GWUP-Mitgliedern gegründete Stammtisch etabliert. Die machen zumeist gute Arbeit; das man für ein SkeptiCamp einen formellen Unterbau haben möchte, kann ich verstehen - aber damit dann "Skeptics in the Pub" kaputt zu spielen…
Änderungswünsche am Eintrag im freien Verzeichnis gab es nicht.

Für Berlin gab es eine Kontaktadresse @skeptix. Mein direkt an den Organisator gerichtetes Angebot, Änderungswünsche mitzuteilen, wurde leider abgelehnt. Ausscheren nicht erwünscht, dabei könnte man gemeinsam mehr erreichen.

Die unfreien Skeptics in the Pub aus dem offenen Verzeichnis https://www.sitp-deutschland.de/ zu entfernen, würde in meinen Augen dem Format und transparenter Konfliktbewältigung nicht helfen, eher schaden. Ich sehe auch keinen Anlass öffentlich verfügbare Informationen zu unterschlagen: im freien Verzeichnis sollen alle “Skeptics in the Pub” einen Platz finden! Wie man es sich auch von einem von einer breiten Basis getragenen Verein, der sich dem Thema verschreibt, wünschen könnte.

Der Backlink-Status bietet geneigten Beobachtern auch einen guten Überblick, wie frei eine Gruppe ist. Man könnte ihn als ein Zeichen für die Anschlussfähigkeit an den Gedanken der offenen und freien Wissenschaftskommunikation interpretieren. Das Angebot steht!

Um eine Verwechslung mit dem freien Format “Skeptics in the Pub” und dem von mir unterstellten Versuch einer Vereinnahmung zu widersprechen, stände es dem Verein SitP-VfW e.V. außerdem sehr gut, in jeder Kommunikation auf die übergriffige und problematische Verkürzung seines Namens zu verzichten. Das macht zumindest die Hannoveraner Seite ganz gut.

Mehrfach nennt der Verein sich ansonsten anmaßend nur “Skeptics in the Pub e.V.” was nicht korrekt ist. Eine konsequente, klare und komplette Nennung als “Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V.” wäre geboten. Insbesondere bei der Schilderung historischer Zusammenhänge. Es fällt mir schwer, von einem Versehen auszugehen.

Was schlussendlich der Versuch einer Kaperung des Formats “Skeptics in the Pub” für alle bedeutet:

- Neugründungen werden erschwert durch eine aktiv herbeigeführte vermeintliche Rechtsunsicherheit zu Marke und Gestaltung. Wer die Vereine Skeptix e.V. oder SitP-VfW e.V. nicht mag oder mit ihnen arbeiten möchte geht Risiken ein
- Eine Listung im Verzeichnis des SitP-VfW e.V. findet nur gegen Abhängigkeit statt. Die gewollte “marktbeherrschende Stellung” durch Vereinnahmung des Formates über den Namen wäre in der freien Wirtschaft wohl Anlass für die Einschaltung des Kartellamtes
- Es wird Druck zu einer Positionierung und Ideologie-Treue erzeugt: die Kontrolle übt der Verein Skeptix e.V. aus durch die Kontrolle des Vereins “Skeptics in the Pub – Verein für Wissenschaftskommunikation e. V.” (s.o.). Das bedeutet Diskursverengung und Beschneidung der Vielfalt
- Eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren wird durch weitere Lagerbildung erschwert: der offenen und freien Wissenschaftskommunikation ein Bärendienst erwiesen

Was das Verzeichnis “Skeptics in the Pub Deutschland” ermöglichen soll:

- Sichtbarmachung ALLER Gruppen, die das Format “Skeptics in the Pub” umsetzen; es werden öffentlich einsehbare Daten verwendet und Möglichkeit der Anpassung geboten
- Eine Verlinkung ist auf Basis Gegenseitigkeit ist möglich und gewünscht
- Darstellung des öffentlichen Widerspruch zur Vereinnahmung des Formates “Skeptics in the Pub” durch einzelne Vereine
- Unterstützung der freien und offenen Wissenschaftskommunikation

Ein Bonmot zum Schluss meines nun doch länger gewordenen Kommentars: Auf Instagram erreichte mich die “Collab-Anfrage” der SitP-Hannover für ein Event. Die habe ich im Sinne einer möglichen friedvollen kooperativen Zusammenarbeit und Entwicklung diplomatischer Beziehungen sehr gern angenommen. Wenige Stunden später wurde sie zurückgezogen. Mausgerutscht oder Order der Muftis/Skeptix?

Mir bleibt am Ende nur folgende persönliche Deutung: In der aktuellen Form und Kommunikation halte ich den Verein SitP-VfW e.V. für übergriffig und problematisch für die Wissenschaftskommunikation. Ein freies Verzeichnis tut Not. Die transparente Kommunikation der Fakten tut Not. Aber vielleicht spielen wir ja doch irgendwann einmal zusammen: Eine Art Mediation wäre toll, meine Hand - und ich meine auch die vieler anderer - ist ausgestreckt.

Holger

PS: In den Kommentaren zum HPD-Artikel wird von vermehrtem “SPAM” beim SitP-VfW e.V. berichtet. Bevor das Geraune überhand nimmt und zur Unterstellung wird: gern mal direkt dazu melden. Das klingt interessant, vielleicht finden wir raus, um was für SPAM es sich handelt und wie man damit umgehen kann.

Ist halt Quatsch.

SitP Hannover würde es als wirklich offenes Format (das an nicht GWUP überhaupt kommuniziert wird) ohne den Kölner Verein gar nicht geben. Wir haben Know-How und Material bekommen um das hier aufzubauen. Die Kölner haben jahrelang ihr Ding gemacht, ohne irgendwem irgendwo reinzuquatschen (wir haben ausdrücklich darum gebeten!), ihr habt ja selbst seit einer Woche kein einziges Beispiel gebraucht, wo es ein *tatsächliches* Hindernis gab.

Die Kölner haben einfach nur einen Verein gegründet. Und jetzt wacht ihr auf, hängt euch überall rein und beschwert euch gleichzeitig, die Kölner könnten das vielleicht irgendwann auch machen und sie könnten irgendwas unterdrücken und sie könnten Marken anmelden (für ein Logo, dessen Urheber in Uk sitzt!?) und sie könnten die Ursprungsidee kaputt machen und überhaupt ist das alles voll hinterlistig dort. Anderen Organsationen würdet ihr im vergleichbaren Kontext Geschwurbel unterstellen, besonders viele Fakten gabs hier jedenfalls bislang nicht.

Ich für meinen (ganz persönlichen!) Teil möchte so weit wie möglich weg einen SitP München, der regelmäßig irgendwelche Kuturkampfscheisse plattformt. Ihr wollt das nicht. Müsst ihr ja auch nicht. Und München wird aber auch nicht einen Teilnehmer weniger haben, bloß weil Hannover nicht auf irgendeiner Aggregator-Seite mit ihnen auftauchen will.

(Bezüglich der Collab übrigens: Es war tatsächlich mausgerutscht.)

Sebastian Schnelle

Der Autor ist promovierter Philosoph und betreibt den Podcast "vorpolitisch", in dem er sich mit gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart beschäftigt und mit Gästen v.a. aus Wissenschaft und Forschung spricht. Er hat zum Islamismus geforscht und publiziert und arbeitet aktuell an einem Buch über die Neue Rechte in Deutschland und ihre Ideengeschichte.

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