Blick in den Abgrund

Was schwurbeln die da auf Telegram eigentlich?

Ich möchte Sie mitnehmen auf eine Reise in die düstersten Tiefen von Social Media, in die Schwurbelwelt von Telegram, wo sich Esoteriker und Reichsbürger die Hand geben, wo sich ein prämierter Geistheiler, ein veganer Koch und eine Hutmacherin ausleben. Kommen Sie mit in den Kaninchenbau des Wahnsinns - schnallen Sie sich gut an!

Wir starten relativ harmlos: In der Gruppe "Shedding Original D-A-C-H", mit aktuell 23.602 Mitgliedern. Shedding – das ist, wenn Umgeimpfte durch Geimpfte krank werden. Wie das geht? Es heißt, Geimpfte könnten das Spike-Protein des Corona-Virus ausstoßen. Wie das gehen soll, obwohl hierzulande kein Totimpfstoff verspritzt wird? Es gibt noch eine andere Erklärung: Geimpfte haben einen Chip und strahlen wie ein 5G-Sendemast. Glaubt man an Shedding, muss man an so viel mehr glauben.

Eine Frau in der besagten Gruppe schreibt: "Ich habe ständig das Gefühl, als würde ich Abgase einatmen, so als würde ich zu wenig gute Luft bekommen". Andere Mitglieder der Shedding-Gruppe klagen über Juckreiz, Kopfschmerzen, Halskratzen, ungewöhnliche Monatsblutungen. In der realen Welt sind einige dieser Menschen wahrscheinlich mit Covid-19 infiziert, glauben aber fest daran, Shedding-Opfer zu sein und gehen natürlich nicht zum Arzt. Denn Heilpraktiker und Energetiker wissen viel besser, was gegen Shedding hilft: Globuli oder ein Amulett mit den sieben Erzengeln, andere raten dazu, sich in in einen Kreis aus Salzkristallen zu setzen und immer Knoblauch bei sich zu tragen. So weit, so gaga, aber noch ungefährlich.

Das köstliche Wundermittel Chlorbleiche

Gefährlich wird es, wenn in dieser Gruppe ständig von CDL geschwärmt wird. CDL ist Chlordioxid, bekannt als Bleichmittel. CDL scheint das Wundermittel aller Schwurbler zu sein, es hilft auch gegen Krebs und Aids, mal getrunken, mal als Einlauf. So wie früher die Eltern ihren Kindern Lebertran gegeben haben, geben die Verwirrten ihren Kindern ein Löffelchen Chlorbleiche, zum Schutz gegen Geimpfte. Wenn die Kinder sich dann übergeben, "entgiften" die sich doch nur. Man könnte jetzt denken, die CDL-Trinker werden krank durch das Saufen von Desinfektionsmitteln. Aber in der Schwurbler-Welt sind die Schlafschafe schuld. Denn die haben sich die "Giftspritze" ins System gejagt.

Apropos CDL: In der Gruppe "Chlordioxid: Anwendungsprotokolle & Selbsthilfegruppe" wird eine Simone attackiert, weil sie fragt: "Wer von euch trinkt es in verdünnter Form? (...) Entschuldigt, wenn ich so doof frage aber ich kenne es nur als Bleichmittel für die Haare oder zum reinigen von Abflussrohren und habe etwas Angst das zu trinken". Eine Anke giftet: "Warum übernimmst du denn den Begriff Bleichmittel dafür? (...) Du erscheinst in dem Post von der Wortwahl negativ und verstellend. Verdrehst die Dinge". Simone wird vom Admin stumm geschaltet.

Geistheiler Sananda hat keinen Sex mit "Gestochenen"

Bei unserem nächsten Ausflug landen wir auf der Telegram-Präsenz eines ehemaligen Polizeibeamten und Finanzberaters, Oliver, der nach eigenen Angaben eine geborene Indigo-Seele ist, ein inkaniertes höchstes Lichtwesen. In der spirituellen Welt heiße er Geistheiler Sananda. Er hat mehrere Bücher geschrieben. Der 3.652-Mal-Reinkarnierte ist sogar der Gewinner des Goldenen Aluhuts 2021 in der Kategorie Esoterik. Der Geistheiler macht Fernheilungen und wenn diese nicht funktionieren, haben ihn die Reptiloiden oder die Freimaurer gestört.

Auf Telegram warnt er vor Sex mit "Gestochenen", denn die Impfstoffe könnten auch über Geschlechtsverkehr und Küssen weitergegeben werden. Der selbsternannte Exorzist jammert gerne auf seinem Kanal: "Mein Alltag, und der meiner Familie, besteht aus Verfolgungen, Drangsalen, Bedrängnis, Angriffen, Schädigungen, Verleumdungen, Diffamierungen, Zermürbungen, Verhöhnungen, Verspottungen, Beleidigungen, Bestrahlungen, Fallen, astralen und körperlichen Attacken."

Ganz nebenbei warnt Geistheiler Sananda vor künstlichen Eichhörnchen, die eigentlich Reptiloide sind. Er postet Fotos von Prominenten – zum Beispiel von dem Moderator Kai Pflaume (Äh?), mit der Warnung: "Repto-Alarm!" Und überhaupt: Wer auf dieser Welt nicht verfolgt werde, sollte sich Sorgen machen. Denn: "Derjenige ist dann ganz sicher NICHT auf dem Jesusweg". Wo Geistheiler Sananda auf jeden Fall wandelt.

Bibeltreue Christen vertrauen nur dem Allmächtigen

Wenn wir schon bei Jesus sind, schauen wir beim "Netzwerk bibeltreuer Christen" vorbei. Zwischen den Predigten per Videoclip werden die "lieben Mitbeter" informiert über "die Lügen und Täuschungen" der Politiker, Ärzte und Epidemiologen. Sie wollen das Böse nicht "einfach gewähren lassen". Denn: "Wir haben letztlich nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächten, Fürstentümern und Gewalten der unsichtbaren Welt". Okay...

Gefallene Eva bewirbt Endzeit-Produkte

Gar nicht unsichtbar aber dafür teuer sind die Produkte, die über die Schwurbel-Kanäle beworben werden. Wie bei Eva Herrman, ihr Kanal ist vollgepackt mit Werbung – für Löwenzahnextrakt zur Entgiftung und wirren Kram für die kommende Katastrophe. Die meisten Produkte kauft man dann beim rechten Kopp-Verlag. Eva Herrman ist thematisch breit aufgestellt, sie ist quasi die Herzkönigin des Schwurbellands, mit weit über 200.000 Abonnenten. Mal gibt es auf ihrem Kanal Phantasien zum "Great Reset", mal Spirituelles, mal veröffentlicht die gefallene Tagesschau-Sprecherin Zuschriften von Leser*innen, die sich bei ihr bedanken, Clips von "Spaziergängern" oder Russia Today, die gängigen Verschwörungserzählungen.

Hutmacherin hat den globalen Blick

Von der Herzkönigin kommen wir zur verrückten Hutmacherin im Ver-Wunderland. Anwältin Viviane Fischer, alias Hutmacherin Rike Feurstein, ist einer der zwei Köpfe des sogenannten "Corona-Ausschusses". Sie ist vernetzt mit der "Querdenker"-Partei "dieBasis" und anderen selbsternannten Aufklärern unter Ärzten, Psychologen und Juristen.

Die Hutmacherin hat die ganze Welt im Blick, sie kennt sowohl die Situation in Jerusalem als auch die der Aborigines in Australien. Sie berichtet auf ihrem Kanal, dass ihr aus dem Innenministerium Papiere zugespielt wurden. Mit surrealen Thesen. Kurz: Sie bespielt den Kanal für Schwurbler mit Niveau und Diplom.

Frank, der Reisende, baut Präsenz für Xavier Naidoo

Das ARD-Magazin "Kontraste" und t-online haben in einer gemeinsamen Untersuchung herausgefunden: Die Bevölkerung der Eso-Querdenker-Reichsbürger-Kanäle hat eine Größe von etwa 300.000 Personen. Die Journalist*innen haben 500 Telegram-Kanäle ausgewertet. Ergebnis: Eine der Personen ist besonders vernetzt: "Frank, der Reisende".

Er ist der wohl aktivste Telegram-Nutzer Deutschlands, guter Bekannter von "Querdenken"-Gründer Michael Ballweg, hat Bustouren zu Querdenker-Demos organisiert und wollte eine westdeutsche Pegida aufbauen. Jetzt herrscht Frank über ein riesiges Netzwerk mit hunderten Accounts, für Xavier Naidoo hat er auch welche angelegt. Er habe auch einen Kanal für Nena vorbereitet, sagt er Kontraste.

Der Koch, der Hitler nacheifert

Am Ende der Reise wird's richtig böse: Es geht zum extremst überreizten Ex-Vegan-Koch Attila Hildmann. Auf einem seiner Profilbilder steht: "DIE HOCHBEWAFFNETE WEHRMACHT HAT GEGEN DEN BOLSCHEWIST VERLOREN UND DU WILLST IHM MIT SPAZIERGÄNGEN MIT KERZEN BESIEGEN?" Spaziergänge sind ihm zu lasch. Auf seinen Kanälen: Apokalypse! Seine Anhänger: Antisemiten. Attila Hildmann scheint im Konkurrenzkampf mit seinem Vorbild Adolf Hitler zu sein: Wer ist der allergrößte Antisemit der ganzen Weltgeschichte?

Auf einem Kanal hat er über 42.000 Abonennten. Er möchte, dass die Menschen endlich aufwachen. Mit der "Gen-Spritze" würden sich die Schlafschafe "wegspritzen" lassen. Er schreibt: "Antifadreck hat auf Bannern stehen Impfe rein Nazis raus". Attila wundert sich nicht, denn "ANTIFA = JÜDISCHE TERRORORGANISATION". Die "Giftspritzen" kämen von Juden, genau wie die "neue Weltordnung" und "Kommunismus = Erfindung vom Juden Karl Marx".

Attila, der Wütende, warnt vor "hemmungsloser Migration, Vermischung der Völker, Verdummung, Klimalüge, Viruslüge, Giftspritzen, Weltbolschewismus!" Attila kocht mit Hass, Hass, Hass.

Sorry, ich hätte Sie zusätzlich warnen müssen: Auf dieser Reise durch die schwurbeligsten Gefilde von Telegram kann einem auch übel werden.

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Kommentare (18)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 14 Jan 2022 - 13:47

Schwer zu ertragen wird es, wenn dir Freunde, gar erklärte Freigeister, plötzlich mit "Telegram"-Terminen zu "Spaziergängen", "Giftspritze" oder Eintritt in die "Basis" kommen. Da lassen alsbald AH (A. Hildmann) und der andere AH grüßen...

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 14 Jan 2022 - 16:58

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Einfach nicht erst nehmen diese Idioten, ansonsten wertet man diese nur überflüssig auf.
Lasst sie einfach in ihrer eigenen Dummheit schmoren.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 14 Jan 2022 - 16:42

Du hattest Recht Alice, mir ist schlecht geworden. Wie kann man sich aus lauter Geldgier
und Machtgier und mit unbehandelten Minderwertigkeitskomplexen,
derartig zum Idioten machen wie die im Artikel geschilderten.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 14 Jan 2022 - 16:56

Danke Alice, für die gesammelte Krötensuppe. Aufklärung ist kein reines Vergnügen! Sie kann ganz schön wehtun und ist oft schwer verdaulich.

René (nicht überprüft)

Fr. 14 Jan 2022 - 17:55

Okay... Alice Olga Meyer war also in diversen seltsamen Telegram-Kanälen auf Endeckungsreise. Aber was haben wir nun von diesem Erlebnisbericht? Einen Artikel, der unser Bedürfnis zum Naserümpfen befriedigen soll? "Aufklärung" darüber, was für absurde Subkulturen es gibt? Sorry, ich kann dem Artikel keinerlei Erkenntnisgewinn oder sonst irgendwie nützliche Information entnehmen.

Unechter Pole (nicht überprüft)

Sa. 15 Jan 2022 - 08:41

Unerträglich ist diese Stimmungsmache gegen Telegramm. Denn es handelt sich primär um einen Kommunikator, eine datensparsame Alternative zur Datenkrake Whatsapp. Im Sinne der informationellen Selbstbestimmung musste im Interesse liberal und humanistisch eingestellten Menschen sein, solche Angebote zu stärken. Dass es imTelegramm außer Face-to-Face-Nachrichten irgendwelche Gruppen gebe, war mit vor der Berichtserstattung im Zusammenhang mit Impfgegenern nicht bekannt. Und dass die gute alte SMS als die einzige andere Alternative noch lange verfügbar bleibt, ist es zu bezweifeln.

Petra Pausch (nicht überprüft)

Mo. 17 Jan 2022 - 11:32

Antwort auf von Unechter Pole (nicht überprüft)

Ihr Widerspruch ist keiner - denn in dem Artikel wird nicht die Plattform Telegram kritisiert sondern nur die Auswüchse dargestellt, die dort zu finden sind. Sie werfen der Autorin vor, den Boten töten zu wollen...

Ich kann den Eindruck von Unechter Pole aber ganz gut nachvollziehen. Immerhin wird gleich am Anfang versprochen, dass es jetzt einen Ausflug in die "Schwurbelwelt von Telegram" gibt. Selbst wenn es nicht als Gleichsetzung von Kommunikationsplattform und beschriebenem Inhalt gemeint ist, erfolgt die Nennung von Telegram im zur Zeit üblichen Duktus - mit einem angewiderten Unterton beim Wort "Telegram". Das ist dumm. Einige Leute in meinem Umfeld kennen Telegram gar nicht als neutralen Messenger sondern nur aus der derzeitig gefärbten Berichterstattung als "die Nazi-Plattform" oder das "Schwurbler-Netzwerk". Es nervt wirklich sehr, wenn das unterstützt wird und die Politik obendren ständig öffentlich diskutiert, Telegram "abschalten" zu wollen. Ich finde wenn man über irgendwelche (a)sozialen Gruppen berichten möchte, die sich per Telefon verabreden, sollte man nicht über die "Verschwörerplattform Telefon" schwadronieren.

Petra Pausch (nicht überprüft)

Di. 18 Jan 2022 - 12:26

Antwort auf von René (nicht überprüft)

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie (und der unechte Pole) lesen, was sie lesen wollen. Wenn es einen kritischen Artikel über Schwurbel bei - sagen wir: YouTube - gibt, dann bedeutet das nicht, dass man die Plattform als solche kritisiert. Sondern die (gefährlichen) Inhalte. Man könnte nach ihrer Logik die Forderung aufstellen, Telefone zu verbieten, weil gefährliche Verbrecher sich schon einmal per Telefon zu einer Straftat verabredet haben. Und das - da werden Sie mir zustimmen - ist bislang nicht passiert. Telegram ist ein Messanger wie viele andere - nur aus irgendeinem Grunde versammeln sich dort besonders viele Wirrköpfe. Und dafür kann der Anbieter nur bedingt. Aber es darf doch wohl erlaubt sein, auf den gefährlichen Unfug hinzuweisen.

>> Man könnte nach ihrer Logik die Forderung aufstellen, Telefone zu verbieten, weil gefährliche Verbrecher sich schon einmal per Telefon zu einer Straftat verabredet haben. Und das - da werden Sie mir zustimmen - ist bislang nicht passiert.

Ja... über genau das wird aber momentan bezüglich Telegram öffentlich schwadroniert. Ob das bei Telefon früher auch mal Thema war, weiß ich nicht. Vielleicht hat man sich dabei/damals lediglich darauf ausgeruht, es einfach etwas besser zu überwachen. Das geht aber bei Telegram nun leider nicht so gut. ;o)

Und doch durchaus nennt die Autorin ausdrücklich Telegram in der Überschrift, ohne die wohl eigentlich kritisierten ausdrücklich zu benennen, und umschreibt die Letzteren mit „die da“ gefolgt von „auf Telegram“.
Auch in den ein wenig rokokoartigen Zeilen wie „Schwurbelgefilde von Telegram“ wird eben der „Bote“ betont.
Ich werfe übrigens der Autorin nicht vor, dass sie mit voller Absicht diesen „Boten töten“ will. Dennoch trägt sie wohl unwillentlich zu der negativen Stimmung bei, die in Köpfen vieler Menschen „Telegram“ mit Verschwörungstheorien gleichsetzt. Und die kurz davor ist, sich zu einem Ruf zur Zensur bzw. Verbot zu drehen. Meine Sorge ist um die Freiheit der zwischenmenschlichen Kommunikation, die trotz der Vielfalt der Kanäle paradoxerweise immer kleiner wird - auch die Freiheit meiner persönlichen Kommunikationsmöglichkeiten. Denn beim Facebook/Whatsapp gibt es kein Briefgeheimnis, der nächste gelbe Briefkasten ist aber mittlerweile meistens weiter entfernt als der Adressat. Unsere Privatsphäre gehört aber geschützt und wir müssen wirklich mehr denn je aufpassen, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten, und das nur wegen irgendeinem Hildmann oder anderem Naidoo, oder so.

Sascha Zimmermann (nicht überprüft)

Sa. 15 Jan 2022 - 14:37

Hallo,

mein Kommentar beinhaltet einen subjektiven Eindruck und einen Appell.

In Ihrem Text zeigt die Autorin an Beispielen, welche extremen Blüten der menschliche Verstand treiben kann. Leider geschieht das in einer Art und Weise, die keinen Beitrag für eine Verbesserung der Situation leistet. Wenn ich mich frage, warum man das Phänomen so ausführlich zur Schau stellen sollte, dann kann ich beim besten Willen keinen pro-sozialen Impetus ableiten.
Der Text ist gehässig, ohne jeglichen Erklärungsansatz und lässt die Autorin leider in einem Licht der Selbstgerechtigkeit glänzen, obwohl sie das sicher nicht beabsichtigt hat. Man könnte sogar Voyeurismus unterstellen. Satire ist etwas anderes. Humanistisch ist daran nichts.

Ich möchte die Autorin ermutigen, mehr Fragen zu stellen und Antworten zu suchen, Z.B. : Wie kommt es, dass Menschen solche Gedankenkonstrukte entwickeln und was können wir innerhalb der Gesellschaft tun, damit sie sich gar nicht erst in solchen Gruppen formieren?

Weil in vielen Fällen eine persönliche Leidensgeschichte (z.B. Trauma, Ängste, Einsamkeit, Persönlichkeitsstörungen, Erlebte Hilflosigkeit) hinter dem Verhalten dieser Menschen steht, sollten wir uns nicht an deren Leid erfreuen. Wer der Auffassung ist, über die besseren Bewältigungsstrategien zu verfügen, dessen Pflicht ist es doch, diese Strategien möglichst zu teilen. Das wäre dann humanistisch.

Beste Grüße,

Sascha Zimmermann

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 17 Jan 2022 - 12:00

Antwort auf von Sascha Zimmermann (nicht überprüft)

Hallo Sascha, dein Kommentar hat mich überzeugt und veranlasst, meine beiden dummen Kommentare zurückzunehmen. Ohne weiter nachzudenken habe ich diese geschrieben und bereue es jetzt.
Sorry, man ist eben manchmal einfach oberflächlich, werde versuchen, bevor ich wieder
Kommentiere mein Gehirn einzuschalten.

M.S. (nicht überprüft)

Mo. 17 Jan 2022 - 12:16

Antwort auf von Sascha Zimmermann (nicht überprüft)

Man muss für Probleme keine Lösung haben, um über sie berichten zu dürfen.

Und wenn man selber in solchen Sphären nicht unterwegs ist, dann bekommt man kaum mit, wie es dort zugeht. Ich kenne wenige solcher Leute persönlich und meide den Kontakt, wenn sich jemand outet. (Eine ehemalige Bekannte kann z.B. als Heilpraktikerin mit Globuli Krebs heilen bzw. hat das nach eigener Aussage bereits gemacht. Mit so jemandem ist kein normales Gespräch möglich.)

René (nicht überprüft)

Mo. 17 Jan 2022 - 18:52

Antwort auf von Sascha Zimmermann (nicht überprüft)

Danke für den Beitrag. Differenzierter und konstruktiver als meiner zuvor. :o$

Eulenalltag (nicht überprüft)

Di. 18 Jan 2022 - 11:08

Immer dieses Miesmachen von Telegram. Hummelhilf. Es ist doch nicht die Schuld des Messengers, dass sich dort Idioten tummeln. Wenn sich mehr Kluge dort anmelden würden, hätten wir das Problem gar nicht in diesem Ausmaß.
Ich habe selber einen Blog auf TG (nein, nix mit Schwurbel), und wenn ich davon erzähle, rümpfen die Leute die Nasen, ohne etwas anderes über TG zu wissen, als dass es eine Idiotenplattform ist.

Peter (nicht überprüft)

Do. 20 Jan 2022 - 21:28

Das Schlimme ist, dass diese Leute von Politik und Medien erst groß gemacht werden, indem man über jeden Spaziergang, etc. berichtet, ohne dabei zu erwähnen, dass es sich fast nur um kläglich gescheiterte Existenzen handelt, die sich hier wichtig machen, da sie sich nichts anderes leisten können, um sich wichtig zu machen. Heilpraktiker, bei denen es zum Medizinstudium nicht gereicht hat und die sich nun berufen fühlen die Schulmedizin zu verteufeln, um wenigstens im Jahr noch soviel zu verdienen, wie ein guter Arzt im Monat, sind dabei noch die Harmlosesten.

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