USA: Religiöse Eltern dürfen Kindern Schulbücher mit LGBTQ+-Themen nicht vorenthalten
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Ende August 2023 entschied Richterin Deborah L. Boardman im US-Bundesstaat Maryland, dass Eltern ihre Kinder nicht aus religiösen Gründen vom Unterricht abmelden dürfen, wenn in der Schule Bücher mit LGBTQ+ Inhalten besprochen werden.
Nachdem öffentliche Schulen im Distrikt Montgomery/Maryland Eltern diese Unterrichtsabmeldungen mehr gestattete, hatten drei Familien geklagt. Nun soll es eine beschleunigte Berufungsverhandlung geben.
Bis zum letzten Schuljahr konnten Eltern ihre Kinder aus zum Beispiel aus politischen oder religiösen Gründen von Unterrichtsinhalten abmelden. Für den neu kreierten Bereich zu englischer Literatur im aktuellen Schuljahr sollte das so genannte opt-out, nicht mehr möglich sein. Weil auch Bücher mit LGBTQ+ Inhalten gelesen werden könnten, verlangten religiöse Eltern eine opt-out Möglichkeit. Ohne diese sei eine Verletzung ihrer religiösen Freiheiten gegeben. Als dies abgelehnt wurde, weil Lehrkräfte Kindern und Jugendlichen nicht vorgäben, wie sie die Bücher aufnehmen sollten und zudem die vorherigen opt-out Möglichkeiten nicht reich an religiöse Gründe geknüpft waren, klagten drei Familien, deren Kinder auf eine Elementary school (Grundschulkinder im Alter von vier bis elf) im Mai diesen Jahres angemeldet sind. Die drei klagenden Familien sind muslimischen, römisch katholischen, beziehungsweise christlich orthodoxen Glaubens. Bekannt wurde die Klage als Tamer Mahmoud et al. v. McKnight et al.. Unterstützt wurden sie von Becket Religious Liberty for All, einer Organisation, die sich juristische für religiöse Belange einsetzt.
Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres entschied Richterin Deborah L. Boardman Ende August diesen Jahres, dass Eltern keine opt-out Möglichkeiten für Unterrichtseinheiten mit LGBTQ+ Inhalten bekommen müssen. In ihrer Begründung erklärt Richterin Boardman, dass Eltern nicht das fundamentale Recht hätten, öffentliche Bildung im Namen ihres Glaubens zu stören. Mit der Ausführung, dass die Beschäftigung mit diesen Themen Eltern Anreize gäbe, sie mit ihren Kindern zu besprechen, schloss sich die Richterin auch Ansichten der Schulen an.
Konkret ginge es um sieben Bücher, die dazu führen sollten, dass Kinder eine vielfältige, gerechte und nicht diskriminierende Welt kennenlernen. Eine Welt, die auch homo- und bisexuelle Menschen, sowie trans Personen umfasst. Bei den Büchern handelt es sich zum Beispiel um Pride Puppy, die Geschichte um einen Familienausflug zu einer Pride Parade, Uncle Bobby’s Wedding, ein Buch, in dem ein Mädchen nicht seinen Onkel an seinen neuen Ehemann verliert, sondern einen weiteren Onkel dazu gewinnt oder auch My Rainbow das von einem Mädchen mit trans Hintergrund handelt, das sich lange Haare wünscht.
Für die vor dem Gericht Protestierenden eine Lektüre, die ihrer religiösen Erziehung der Kinder gegenüberstehe. Sie forderten opt-out, wie es ihnen gesetzlich auch für Unterrichtseinheiten zu Familienleben und menschlicher Sexualität im Bereich Gesundheit zustehe. Für sie fallen gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Besprechung von gender Identitäten in den selben Bereich. Eine Argumentation, der die Schulen nicht folgen können.
Da das Thema so brisant ist, soll nun eine verkürzte Frist für die Berufungsverhandlung gelten, um rasch eine Entscheidung für Schulen und Eltern zu bringen.

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