4,5 Mio. Euro öffentliche Gelder für "Deutschen Katholikentag" in Leipzig

Missionieren auf Kosten der "Ungläubigen"

David Farago mit Moses
Moses mit dem "11. Gebot" und seinem Schöpfer David Farago

BERLIN. (hpd) Die Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten André Schollbach (LINKE) hat bestätigt, dass der vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig stattfindende "Deutsche Katholikentag“ mit 4,5 Mio. Euro aus öffentlichen Kassen finanziert wird. So werden allein durch den Freistaat Sachsen 3,0 Mio. Euro aus dem Staatssäckel gegeben. Dazu kommen eine Mio. Euro von der Stadt Leipzig und 500.000 Euro vom Bund.

Dazu sagt André Schollbach, Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag: "Immer wieder werden Großveranstaltungen der Kirchen großzügig aus der Staatskasse finanziert. Dabei erhalten die Kirchen bereits jährlich wiederkehrende Millionenzahlungen vom Freistaat Sachsen."

Es stellt sich auch für ihn die Frage, weshalb die Kirchen ihre Veranstaltungen nicht selbst finanzieren, "sondern dafür riesige Geldgeschenke des Staates bekommen." Schollbach kritisiert: "Für viele gesellschaftlich wichtige Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich ist kein Geld da, aber hier wird es mit vollen Händen ausgegeben."

Gegenveranstaltungen

Über diese "Geschenke aus Steuermitteln" an die kath. Kirche durch das Land und die Stadt wird das Kunstprojekt das "11. Gebot" in Leipzig aufklären. In der Stadt sind etwa 80 % der Bevölkerung konfessionsfrei.

Die GBS-Regionalgruppe Leipzig wird unter dem Motto "Trennt endlich Staat und Kirche!" in zahlreichen Veranstaltungen Missstände aufzeigen, unter denen unsere Gesellschaft in einem säkularen Deutschland noch immer leidet.

In der Ankündigung zu den "Säkularen Tagen" heißt es: "Mit hochkarätigen Vorträgen, Kunstaktionen und Infoständen der GBS laden wir alle Leipziger und ihre Gäste herzlich ein, sich über die anhaltende Verstrickung von Staat und Kirche zu informieren. Dazu gehören deren historische, finanzielle und juristische Hintergründe."

Kommentare (12)

Andrea Diederich (nicht überprüft)

Do. 19 Mai 2016 - 10:42

Es kann etwas nicht stimmen, wenn in unserem Land Schulgebäude verrotten,Schwimmbäder aus Geldmangel geschlossen werden, Bücken und Straßen verfallen.
Aber die Kirch die ohnehin im Geld schwimmt, unendlich Staatsknete erhält.
Ja, ja ohne Knete helfen keine Gebete.

Wolfgang (nicht überprüft)

Do. 19 Mai 2016 - 11:00

Denn sie wollen einfach nicht wissen, was sie da glauben. Immer wieder entdecke ich, das Gläubige "entsetzt" sind, wenn man Kirchenkritik betreibt. Man ist ein Stänkerer! An Inquisition und Hexenverfolgung, Judenverfolgung und Vernichtung der Indianer waren immer nur einige beteiligt, das bringt keinen Gläubigen dazu, darüber nachzudenken. Armselig!

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Do. 19 Mai 2016 - 12:52

Ich atme ein wenig auf: Endlich scheint sich weiter zu verbreiten, was ich vor über 40 Jahren angemerkt habe: Wir leben in einem besetzten Land, in dem die verfassungsmäßige Trennung von Staat und Kirche praktisch einer Farce gleicht. Ich nannte diesen Zustand damals, allein auf weiter Flur, ein "unmoralisches Verhältnis". Niemand hat sich für das Thema interessiert, und weil eintraf, was Heinrich Böll mir sagte, nämlich dass eine Kritik an Geld und Privilegien der real existierenden Kirchen weitaus gefährlicher wirke als die seinerzeit von Theologen wie Küng betriebene Dogmenkritik, habe ich sofort die kirchliche Lehrerlaubnis drangeben müssen.

Was hat sich seither geändert? In der Sache nichts, die Kirchengläubigen leben, mit staatlicher Unterstützung, nach wie vor wie die Maden im Speck. Was für ein Land, dieses Deutschland!

Und die Kirchensteuer, um nur ein Beispiel zu nennen? Nicht die geringste Änderung, nach wie vor werden Jahr für Jahr Milliarden für kircheneigene Zwecke eingesteckt. Meine 1972 vorgeschlagene Alternative wurde dagegen als extrem kirchenfeindlich eingestuft. Nun, inzwischen ist das Herrmann-Modell in vier europäischen Ländern eingeführt. Von einer Übernahme ihres Kirchensteuer-Modells hingegen können die deutschen Bischöfe nur träumen. In Europa will es niemand haben. Aber in Deutschland lebt es fort. Was für ein Land, dieses Deutschland! Eine verspätete Nation, wohin ich blicke.

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Sa. 4 Jun 2016 - 14:05

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Sie sprechen mir aus der Seele! Können Sie Kontakte zu säkularen Gruppen aufbauen und öffentlichkeitswirksam weiterarbeiten? Die Mrd., die uns die Kirchen für eigene Zwecke "gestohlen" haben, könnten sie rausrücken für Ethik/Humanistik ab Klasse 1 bis zu Unifakultäten - gleich gut ausgestattet wie ev./kath./islam. Theologie. Und freier Zugang zu Diuakonie, Caritas etzc. für Konfessionslose! Humanistische Grüße Karin Resnikschek

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Sa. 4 Jun 2016 - 14:06

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Sie sprechen mir aus der Seele! Können Sie Kontakte zu säkularen Gruppen aufbauen und öffentlichkeitswirksam weiterarbeiten? Die Mrd., die uns die Kirchen für eigene Zwecke "gestohlen" haben, könnten sie rausrücken für Ethik/Humanistik ab Klasse 1 bis zu Unifakultäten - gleich gut ausgestattet wie ev./kath./islam. Theologie. Und freier Zugang zu Diakonie, Caritas etzc. für Konfessionslose! Humanistische Grüße Karin Resnikschek

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Fr. 20 Mai 2016 - 02:26

Deutschland? Kirchenpolitische Diaspora, wenn dieser Ausdruck vielleicht noch erlaubt ist...

Jürgen (nicht überprüft)

Fr. 20 Mai 2016 - 09:15

Die "kleine Anfrage" war fürn A...., denn die Antwort auf die Anfrage ist seit Jahren bekannt, selbst der Katholikentag selber hat das schon seit ner Ewigkeit auf seiner Website stehen, die Anfrage war eine reine ABM. Der Katholikentag wird nicht von der "(katholischen) Kirche" veranstaltet, sondern von einem gemeinnützigen Verein, der sich auf legale Weise um Fördermittel beworben hat, wie das andere Gruppierungen Tag ein und aus auch tun. Die Gelder wurden dann entweder per Mehrheitsbeschluss oder durch erfüllen der Förderungsbedingungen gewährt. Ich wünsche Herrn Schollenbach viel Spaß bei der Beweisführung, dass es sich um einen Verfassungsbruch handelt, denn wird er nicht führen können. Eine Trennung zwischen Staat und Kirche besteht in Deutschland nämlich nur in der Tatsache, dass es keine Staatskirche gibt.

Dass hier unerwünschte Missionierung betrieben wird, ist schlicht lachhaft. Religions- und Bekenntnisfreiheit ist keine einseitige Sache. Auch 80% Nichtkirchenmitglieder (und nicht zwangsweise Nichtsglaubende), müssen ein öffentliches Bekenntnis schlicht und ergreifend ertragen.

Das ist ein Denkfehler. Es geht nicht darum, den Kirchentag verbieten zu wollen. Es geht darum, dass er nicht aus Steuergeldern zu bezahlen ist - nicht einmal anteilsmäßig. Was habe ich mit der Missionierung (und - auch wenn Sie das anders sehen - um nichts anderes geht es) der kath. Kirche zu tun? Weshalb muss ich die mitfinanzieren? (so wie Bischofsgehälter und Ähnliches?)

André (nicht überprüft)

Fr. 20 Mai 2016 - 11:39

Nun, wie wäre es denn, wenn wir für 22,5 Mio aus öffentlichen Geldern ein Glaubensfreies Treffen organisieren? Das wäre dann doch nur gerecht und fair.

Ein Anfang! Und danach die "gestohlenen" Gelder mit 70 Jahren multiplizieren.
Dann hätten wir Ethik/Humanistik/LER sofort finanziert einschl. entsprechener Uni-Fakultäten und humanistischer Zentren - für 33% konfessionsfreie Bürger!

Rainer Krenz (nicht überprüft)

Fr. 20 Mai 2016 - 14:32

In Kempten,im Allgäu, soll eine Beratungsstelle, für krebskranke Menschen, wegen Geldmangel geschlossen werden und für den Katholikentag in Leipzig werden 4,5 Mio in die Taschen der katholischen Kirche geschoben. Das nenne ich christliche Nächstenliebe.

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