Islamismus in Indonesien

Vier Personen droht Folterstrafe wegen Homosexualität

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sind in Indonesien vier Personen wegen Verdachts auf Homosexualität festgenommen worden. Ihnen droht nun eine öffentliche Folterstrafe. 

Drei Männer und eine Transfrau wurden während zwei Razzien in der indonesischen Provinz Aceh festgenommen und anschließend der Scharia-Polizei übergeben, weil sie angeblich homosexuellen Geschlechtsverkehr hatten. Alle vier Personen befinden sich derzeit in Haft, bis es zu einem Prozess vor dem islamischen Religionsgericht kommt.

Den Angeklagten droht eine brutale Folterstrafe: Nach dem islamischen Strafgesetzbuch von Aceh können sie zu bis zu 100 Peitschenhieben in der Öffentlichkeit verurteilt werden. Bereits im Mai letzten Jahres wurden zwei Männer mit je 85 Peitschenhieben bestraft, weil sie eine homosexuelle Beziehung führten. Es war das erste Urteil dieser Art, das sich auf das 2015 eingeführte Verbot von gleichgeschlechtlicher Liebe berief.

"Diese Razzien und willkürlichen Festnahmen belegen die missbräuchliche und diskriminierende Natur des Strafgesetzbuches von Aceh", erklärte Graeme Reid, Direktor des LGBT-Programms von Human Rights Watch. Die indonesischen Behörden sollten unverzüglich und bedingungslos die angeklagten Personen freilassen und Minderheiten vor Ort schützen.

Politischer Islam gewinnt an Einfluss in Indonesien

Die an der Nordwestspitze der Insel Sumatra gelegene Provinz Aceh ist bekannt für die Bestrebungen nach Unabhängigkeit und genießt als einzige Region in Indonesien gewisse Autonomierechte. Im Jahr 2003 wurde dort die Scharia als Rechtssystem eingeführt. 

Weltweit zeigen sich Menschenrechtsorganisationen zunehmend besorgt über die politische Entwicklung in Indonesien. Human Rights Watch sprach von einem "beispiellosen Angriff" auf die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten, der nicht nur von militanten Islamisten, sondern auch von staatlichen Behörden und religiösen Massenorganisationen ausgehe.

Eine Umfrage des Pew Resarch Center kam 2013 zu dem Ergebnis, dass auch die überwältigende Mehrheit der indonesischen Bürger homophob eingestellt ist: 93 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass Homosexualität abgelehnt werden sollte.

Kommentare (1)

Kay Krause (nicht überprüft)

Fr. 6 Apr 2018 - 13:46

was mich interessieren würde: ob die schwulen Herren nach ihrer Bestrafung (sprich: Folterung!) nicht mehr homosexuell (also gesund und "normal" sind?
Zur Information für den unbedarften Leser:Normal ist z.B: dass Priester kleine Jungs mißbrauchen und dafür lediglich versetzt werden. Normal ist ein heterogener Mann, der seine Frau halbtot schlägt und das Recht dazu religiös begründet, oder ein muslimischer junger Mann, der seine Schwester absticht, weil sie einen Christen liebt, und diese Tat traditionell begründet. das ist alles "normal"

Florian Chefai

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