Kommentar
Faschingsabsage in München: Ein falsches Signal
Foto: © Reinhard Burkl, FLickr CC BY-NC-ND 2.0
Die Stadt München hat vor dem Hintergrund des Anschlags auf die ver.di-Demonstration letzte Woche alle großen Faschingsveranstaltungen in der Innenstadt abgesagt. Begründet wird die Absage der Veranstaltungen wie zum Beispiel des beliebten "München narrisch" mit der Trauer um die Opfer des Attentats.
Bei dem Anschlag sind ein zweijähriges Mädchen und seine Mutter tödlich verwundet und mindestens 37 weitere Menschen verletzt worden. Die Ermittlungsbehörden gehen inzwischen von einem islamistischen Hintergrund der Tat aus.
Die von der Stadt zum Ausdruck gebrachte tiefe Trauer und Betroffenheit ist verständlich und wird von ganz Deutschland geteilt.
Dennoch ist die Absage der Faschingsveranstaltung falsch.
Eine Festivität, die nur nebenbei bemerkt auch düstere Elemente enthält, wie etwa bei der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, und die zigtausende Menschen begeistert und zum Tanzen und Singen einlädt, nach einem mutmaßlichen islamistischen Anschlag abzusagen, ist evident falsch, weil damit die Feinde der Freiheit gewinnen.
Das unbeschwerte Feiern auf öffentlichen Plätzen ist wie kaum etwas anderes Ausdruck einer freiheitlichen, pluralistischen, friedlichen und offenen Gesellschaft. Anschläge wie diese sind nicht nur verabscheuungswürdige Attacken auf willkürlich ausgewählte Opfer, sondern stellen immer auch Angriffe auf die demokratischen und humanistischen Werte der Bundesrepublik Deutschland dar. Namentlich auf die staatliche Ordnung und damit auf die Basis unser aller Zusammenlebens.
Die menschenfeindliche Ideologie des Islamismus zielt auf nicht weniger ab, als die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu zerstören. Das Recht auf Leben wird in ihr ebenso negiert wie das Recht auf Meinungs-, Versammlungs- und Glaubensfreiheit sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Es ist die Aufgabe aller staatlichen Institutionen, aber auch der Zivilgesellschaft, laut und deutlich für die Freiheit einzutreten. Genauso wenig wie sich der Staat erpressbar machen darf (Stichwort: Deutscher Herbst), darf er durch Entscheidungen wie diese dem Attentäter letztlich bei seiner Zielerreichung helfen.
Freilich war das nicht die Absicht der Stadt München, aber gleichwohl ist das die unvermeidbare Folge.
Das Signal der Stadt München lautet aktuell: "Terroristen können lang geplante öffentliche Feste der Freude und der Ausgelassenheit durch Anschläge torpedieren. Sie können uns die Freiheit nehmen, zu feiern wie, wann und wo wir wollen." Die österreichische Stadt Villach, in der sich vor wenigen Tagen ebenfalls ein mutmaßlicher terroristischer Anschlag ereignet hat, scheint dem (schlechten) Vorbild Münchens zu folgen und hat ebenfalls seine Faschingsveranstaltung abgesagt.
Diese Macht, bei allem Respekt vor den Toten und Verletzten, darf der Staat Terroristen nicht verleihen. Noch ist es nicht zu spät, die Entscheidung zu überdenken und dem Attentäter und allen Feinden des freiheitlichen Rechtsstaats ein "Jetzt erst Recht" zu entgegnen.

Kommentare (11)
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Ich finde das Vorgehen der
Ich finde das Vorgehen der Stadt München genau richtig: Wie würden denn wohl die öffentlichen Aufschreie hallen, wenn die Stadt sich Ihre "Jetzt erst recht"-Attitüde aneignet und es passiert ein weiterer Anschlag? So etwas ist realistischerweise praktisch nicht zu verhindern! Hier ist Umsicht gefragt und die zeigen die Verantwortlichen in München IMHO hier sehr gut.
Da bin ich spontan geteilter
Da bin ich spontan geteilter Meinung. Einerseits ja, man soll Islamisten in nichts nachgeben,- andererseits finde ich es richtig, zumindest in München den Fasching abzusagen, gerade weil es eine Mutter und ihr Kind aus muslimischen Kreisen war. Das bezeugt eben auch den Respekt vor unseren Mitbürger/innen, gerade weil sich diese Familie mit muslimischem Hintergrund zu unseren Werten bekannt hat.
Sehr guter Artikel!
Sehr guter Artikel!
Die Veranstaltung durchzuführen ist keine Respektlosigkeit vor den Opfern. Die Veranstaltung aber abzusagen ist ein Kotau vor den Tätern!
Darauf antworte ich mit einem
Darauf antworte ich mit einem deutlichen "Jain". Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Und fände einen Kompromiss dann doch dienlicher: Vielleicht etwas weniger lauten Fasching feiern, mit Abstand zum Ort des Attentats.
Wir sollten nicht unser gesellschaftliches Leben an die Normen und Werte von Extremisten anpassen! Aber wir sollten auch der Trauer Raum geben. Das ist beides machbar und möglich. Doch die Stadt München hat wieder (typisch bayerisch) nur schwarz oder weiß gesehen und gegen die Offene Gesellschaft entschieden.
Dem Artikel stimme ich zu,
Dem Artikel stimme ich zu, diese ideologisch verdummten Menschen sollen nicht triumphieren über unsere freiheitliche Demokratie. Deren verquere Religion, welche mit
Gewalt und Unterdrückung arbeitet, darf nicht die Oberhand über unsere Einstellung zu
unserer Lebensart gewinnen.
Genau diese Einschüchterung ist das Ziel dieser Leute, welche leider von Kindheit an von
den dortigen Religion derartig indoktriniert wurden, daß sie kein vernünftiges Bild auf die Realitäten und den Wert des Lebens bekommen haben.
Mit der Absage der
Mit der Absage der Feierlichkeiten hat der Täter viel mehr erreicht als "nur" Menschen zu töten.
Ich würde für Faschingsfeierlichkeiten mit Gedenkminuten plädieren.
In Köln würde eine Absage die
In Köln würde eine Absage die Bevölkerung verunsichern.
Das vermute ich zumindest.
Da weder Tagesschau, FAZ,
Da weder Tagesschau, FAZ, Funkemedien, oder Kölner Zeitungen darüber berichteten, dachte ich, hpd wäre auf Fake hereingefallen - und ich dann auch.
Aber auf der Internetseite der Stadt München und in der SüddeutschenZeitung stehts auch.
Hat das Thema nur regionale Relevanz?
Wird da etwas vom hpd aufgebauscht?
Was genau meinen Sie, wenn
Was genau meinen Sie, wenn Sie kommentieren mit: "Wird da etwas vom hpd aufgebauscht?" Inwiefern aufgebauscht?
"Da weder Tagesschau, FAZ,
"Da weder Tagesschau, FAZ, Funkemedien, oder Kölner Zeitungen darüber berichteten..." ja umso besser ist es, dass der hpd berichtet. Ich verstehen Ihre Kritik nicht. Oder darf oder soll Ihrer Meinung nach über das Thema nicht berichtet werden? Ich jedenfalls finde nicht, dass das nur ein regionales Thema ist - sondern ein grundlegendes.
Wie Sie da ein "Aufbauschen" erkennen können verstehe ich nicht.
Hallo Frau Pausch, vielleicht
Hallo Frau Pausch, vielleicht haben sie ja recht.
Ist vielleicht ganz gut, dass es hpd.de gibt.