Abstimmung der Freiheitlichen Arbeitnehmer sorgte auf Facebook für Aufregung
Kein Weihnachtsgeld für Muslime?
Foto: pixabay.com / Public Domain
Die oberösterreichische Landesgruppe der Freiheitlichen Arbeitnehmer ließ auf Facebook darüber abstimmen, ob nur Christen Anrecht auf Weihnachtsgeld haben würden. Die Botschaft richtete sich vorrangig gegen Muslime, betraf aber Konfessionsfreie ebenso.
Wer sich nicht damit einverstanden erklären wollte, dass auch muslimische Arbeitnehmer ein 13. Monatsgehalt beziehen, sollte den Satz "sonst sind sie auch gegen alle christlichen Bräuche, dann sollen sie auch auf das Weihnachtsgeld verzichten" markieren.
Diese Abstimmung wurde am vergangenen Donnerstag von der oberösterreichischen Landesgruppe der Freiheitlichen Arbeitnehmer bei Facebook eingestellt. Bis zum Sonntagvormittag – als die umstrittene Umfrage entfernt wurde – haben rund 700 Menschen abgestimmt. Dabei sprachen sich nur etwa 120 dafür aus, dass auch Muslime Weihnachtsgeld erhalten sollen; die überwiegende Mehrheit war der Meinung, dass das Arbeitsrecht für muslimische Mitarbeiter nicht gilt.
Nach der Logik der Freiheitlichen Arbeitnehmer und der Befürworter der Umfrage stünde auch Mitgliedern aller anderen (nichtchristlichen) Religionsgemeinschaften sowie allen Atheisten und Konfessionslosen kein 13. Montagsgehalt zu. Dabei ist dieses keine "christliche" Erfindung. Das "Weihnachtsgeld" ist zudem nicht einmal gesetzlich sondern in Kollektivverträgen (diese entsprechen den deutschen Tarifverträgen) geregelt.
Die Zahlungen wurde unter anderem deshalb eingeführt, um die finanzielle Lage der Menschen zu Weihnachten zu verbessern und den Konsum anzukurbeln. Hierbei spielen Religion oder Weltanschauung der Konsumenten naturgemäß keine Rolle.
Das wissen auch die Freiheitlichen Arbeitnehmer. Deren Sozialausschuss-Vertreter, Patrick Holländer, kritisierte noch vor einem Jahr, dass es Arbeitnehmer gäbe, die von dieser Sonderzahlung ausgenommen sind.
Doch offenbar sind Dummenfang und Populismus stärker als das soziale Gewissen der Freiheitlichen Arbeitnehmer.
Kommentare (7)
Netiquette für Kommentare
Unglaublich. Ebenso albern
Unglaublich. Ebenso albern wie bösartig.
Einfache Frage, einfache
Einfache Frage, einfache Antwort: Weihnachtsgratifikation, Urlaubsgeld, etc. sind arbeits- und tarifvertraglich geregelte Lohnzusatzleistungen und keine kulturbedingten Geschenke.
und jede Menge Christen
und jede Menge Christen glauben nicht an die Evolution oder Quantentheorie oder Wissenschaft und benutzen alle diese dinge
Dreifaltigkeit vertraegt sich
Dreifaltigkeit vertraegt sich mit Quanten Physik lieber David.
"Die Weihnachtsgeld-
"Die Weihnachtsgeld-)Zahlungen wurde unter anderem deshalb eingeführt, um die finanzielle Lage der Menschen zu Weihnachten zu verbessern und den Konsum anzukurbeln. Hierbei spielen Religion oder Weltanschauung der Konsumenten naturgemäß keine Rolle".
Zu dem Zitat:
Entweder betrachtet man WEihnachten nur als ein beliebiges Datum wie Winteranfang etc. oder aber man legt den Akzent auf die religiöse Bedeutung für Christen.
Ist "Weihnachten" religiös geprägtes Fest, dann gilt die Zahlung von Weihnachtsgeld allein den kirchensteuerzahlenden christlichen Arbeitnehmern, oder?
Dann kann man es ja
Dann kann man es ja weltanschaulich neutral umformulieren in "Wintergeld".
Mein Vorschlag für eine
Mein Vorschlag für eine weitere Umfrage (könnte von AfD, Pegida oder Reichsbürgern gestartet werden): Sind Sie dafür, dass Moslems sowie andere nicht christlich Gläubige die öffentlichen Bürgersteige benutzen dürfen?
Oder: Sind Sie dafür, dass "Ungläubige" (das sind alle außer Christen) einen gelben Halbmond auf der linken Brustseite der Kleidung aufgenäht tragen müssen?
Es ist doch wirklich nicht zu glauben, mit welchen phantastischen Gehirnanstrengungen die rechts außen geprägten Mitbürger in alte Zeiten zurückfallen. Pfui Teufel, kann ich da nur sagen! Einfach ekelerregend!