Internationales

Patrioten oder Nationalisten?

Die liberale Bürgermeisterin von Warschau hatte zuerst den diesjährigen Aufmarsch wegen Sicherheitsbedenken verbieten lassen. Die seit 2009 den Unabhängigkeitsmarsch organisierenden Nationalisten kündigten an, sie werden das Verbot ignorieren. Die PiS-Regierung kam ihnen sofort zur Hilfe, erklärte den Marsch zu offiziellen Staatsfeierlichkeiten und verhandelte mit den Nationalisten, damit sie auf die rassistischen und faschistischen Symbole und Fahnen diesmal verzichten. Danach hob ein Gericht die Entscheidung der Bürgermeisterin zwar auf, aber der Pakt der Regierung mit den Nationalisten blieb bestehen.

Schweizer Freidenker wollen Blasphemie-Verbot abschaffen

Der Fall der Pakistanerin Asia Bibi zeigt: Blasphemiegesetze dienen in zahlreichen Staaten dazu, die Mehrheitsreligion vor Kritik zu schützen und um Vertreter religiöser Minderheiten und nichtreligiöse Menschen zu verfolgen. Länder wie Pakistan, Saudi-Arabien und Russland verteidigen ihre Gesetzgebungen mit dem Verweis auf Blasphemieverbote in westlichen Staaten. Es ist Zeit, diese abzuschaffen. Die Freidenkenden Schweiz fordern deshalb National- und Ständerat in einer Resolution dazu auf, Artikel 261 des Schweizerischen Strafgesetzbuches zu entschlacken.

Evangelikale und Republikaner

Die Vereinigten Staaten sind ein Land, in dem zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen in vielerlei Hinsicht tiefe Gräben verlaufen. Das zeigt sich auch im Wahlverhalten. So sind es vor allem weiße Evangelikale, die mit großer Mehrheit die Republikaner wählen. Ein Trend, der sich auch bei des jüngsten Midterm Elections bestätigte.

Schweigegeld für Missbrauchsopfer

Die Gläubigen laufen der katholischen Kirche scharenweise davon. Grund dafür sind auch die weltweit aufgedeckten Fälle von sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch katholische Würdenträger sowie deren Vertuschung. In Spanien scheint letztere für manche Kleriker noch immer das Mittel der Wahl zu sein. Besonders hervorgetan in Bezug auf Vertuschung und Angebote von Schweigegeld hat sich der Bischof von Salamanca.

Amerikanische, jüdisch-orthodoxe Touristen in Tel Rumeida in Hebron

Hebron: eine Stadt im Ausnahmezustand

Im September dieses Jahres jährte sich das Oslo-Friedensabkommen zum 25. Mal. Obwohl gescheitert, dient es noch immer als Grundlage für eine Zwei-Staaten-Lösung. Basierend auf Oslo entstanden weitere Abkommen, die den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ermöglichen sollten. Das Hebron-Protokoll von 1997, das die zweitgrößte Stadt des Westjordanlands in zwei Teile teilt, war ein solches. Genützt hat es nichts.

Katholische Kirche nach Missbrauchsfällen auf Vertrauenstiefstand

Nachdem in Chile sexueller Missbrauch Minderjähriger durch den Klerus und dessen jahre- bis jahrzehntelange Vertuschung durch hochrangige katholische Amtsinhaber bekannt geworden ist, hat die Kirche dort stark an Ansehen und Vertrauen verloren. Auch der Besuch des Papstes zu Beginn des Jahres konnte das Image der Kirche nicht retten. Die Menschen stuften die päpstlichen Entschuldigungen sowie den Willen zur Aufklärung und zur Verhinderung neuer Verbrechen als nicht ausreichend und nicht glaubwürdig genug ein.

Spanien informiert Vatikan über geplante Abschaffung der Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch Minderjähriger

Die spanische Regierung hat verkündet, sexuellen Missbrauch Minderjähriger in Zukunft nicht mehr verjähren zu lassen. Dazu ist die Änderung der Gesetzeslage notwendig. Sexuelle Übergriffe auf Minderjährige stehen dann in einer Reihe mit Verbrechen wie terroristischen Morden und Genozid, die ebenfalls nicht verjähren. Regierungsvertreterin María del Carmen Calvo Poyato informierte den Vatikan im Rahmen eines Besuches über die Neuerung.