Religionen

Der Fisch stinkt vom Kopf her

Gestern wurde von der Deutschen Bischofskonferenz eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt gravierende strukturelle Probleme der katholischen Kirche auf, die den Missbrauch in diesem Umfang erst ermöglichten. Ein Kommentar von hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.

Vom Sieg des Katholizismus und dem Verlust an Menschlichkeit

Im Jahre 385 rollen die Köpfe. Priscillian, Bischof von Faro (Portugal), ein Christ, wenngleich nicht katholischer Art, und weitere sechs Männer seiner Umgebung werden in Trier öffentlich hingerichtet. Ihr Verbrechen: Sie fordern unter Verweis auf die Briefe des Paulus Ehelosigkeit und Verzicht auf Fleisch und Wein, ein Ende der Sklaverei und die Gleichstellung von Frauen. Das ist zu viel. Gerade ist der Katholizismus zur Staatsreligion erhoben worden, gerade wurde die unsterbliche Wahrheit per Dekret verkündet, und immer noch erheben die Schlangen der Häresie ihre Köpfe.

"Abtreiben macht frei"

Eine christliche Buchhandlung in Köln provoziert mit einem Plakat, auf dem der Schriftzug "Abtreiben macht frei" zu lesen ist – nachempfunden dem zynischen Schriftzug über dem Konzentrationslager Auschwitz "Arbeit macht frei". Das Motiv ist offenbar seit einigen Wochen bei Abtreibungsgegnern sehr beliebt.

Der Historiker, der Philosoph und der Theologe

Unter Moderation von Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), diskutierten Manfred Lütz und Rolf Bergmeier zum Thema "2000 Jahre Christentum – Skandal oder Chance?". Die Debatte verlief respekt- und anspruchsvoll, verlor aber manchmal das große Ganze aus den Augen.

Warum werden Frauen Dschihadistinnen?

Die beiden jordanischen Islamismus-Experten Hassan Abu Hanieh und Mohammad Abu Rumman legen mit "Dschihadistinnen. Faszination Märtyrertod" eine Studie mit Fallbeispielen zum Thema vor. Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Arbeit handelt und ein rundes, einfaches Ergebnis ausbleibt, werden anhand von konkreten Personen viele individuelle Entwicklungswege anschaulich aufgezeigt und untersucht.