ZDF berichtet über Plakatkampagne zur Vielfalt im Islam

Das ZDF berichtet über "Diversität im Islam" anhand der "Ich bin Muslim / Ich bin Muslimin"-Kampagne der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee und des Mernissi–de Gouges Bildungs- und Sozialwerks. Ausführlich kommen in dem Beitrag die Imamin der Moschee, Seyran Ateş, und die Bestseller-Autorin Sineb El Masrar zu Wort. Beide betonen, dass es sich bei den abgebildeten Motiven um gelebte Realität in der muslimischen Community handelt, auch wenn dies Teilen der Muslime nicht gefällt. Ein Teil der Muslime habe aggressiv auf die Kampagne reagiert, weil ihnen ein Islamverständnis vermittelt werde, das gewaltvoll und intolerant sei. So wird im Beitrag auch erwähnt, dass die Bilder KI-generiert seien, weil sich trotz Anfragen niemand für die Bildmotive zur Verfügung stellen wollte, auch aus Angst vor Repressalien aus der Community.

Die Kampagne durchbreche laut Beitrag eine eingespielte Berichterstattung, die oft beschränkt bleibe auf Symbole der Frömmigkeit, wie Kopftuch, Moschee oder Gebetskette. Dabei gehöre der mäßige Genuss von Raki eben auch zur islamischen Kultur der Türkei.

Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrates für Deutschland, hält die Motive hingegen nicht für repräsentativ für muslimisches Leben in Deutschland. Die Kampagne sei "problematisch", da sie "Abnormalitäten als normal" darstellen würde, wobei sich die Frage stellt, welche der vier Motive er für "abnormal" hält. Zur Erinnerung: die Motive zeigen 1. ein schwules Paar, 2. eine Person, die Alkohol trinkt, 3. ein interkulturelles Paar und 4. eine Lehrerin ohne Kopftuch.

Der selbe Islamrat stellte gerade erst eine Programmbeschwerde gegen das Format "Klar" des Bayerischen Rundfunks, da in diesem angeblich "muslimische Sichtbarkeit zum Warnsignal" gemacht werde. Nach den Aussagen seines Vorsitzenden, muss sich der Islamrat jedoch fragen lassen, ob das, was er als "muslimische Sichtbarkeit" bezeichnet, und wie sich sein Umgang mit der Sichtbarkeit weniger orthodoxer Muslime darstellt, nicht tatsächlich ein Warnsignal darstellen sollten.

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