Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

Artikel der Autorin

Nach Blasphemie-Vorwurf getötet und verbrannt

Nach einer hitzigen Diskussion mit einem muslimischen Geistlichen wurde in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ein 30-jähriger Mann von einem wütenden Mob der Blasphemie bezichtigt, geschlagen und angezündet. Er ist bereits der zweite Blasphemie-Tote in Nigeria im Verlauf der letzten Wochen.

Supreme Court Building in Washington, D.C.

USA: Oberster Gerichtshof hebelt Urteil zu Recht auf Abtreibung aus

Am 24. Juni 2022 kippte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika das "Roe v Wade"-Gerichtsurteil, welches seit seiner Entscheidung 1973 Schwangeren das Recht auf Abtreibung sicherte. Die religiöse Rechte feiert, während unzählige Menschen gegen die Beschneidung reproduktiver Rechte protestieren. Ein Blick in Länder mit Abtreibungsverboten zeigt, wie die Situation in den USA in Zukunft aussehen könnte. Hinzu kommt, dass ein Verbot der Abtreibung nur ein erster Punkt sein könnte, dem die Beschneidung weiterer Rechte folgen könnte.

Teneriffa

Spanien: Verfahren gegen Bischof wegen Hassrede eingestellt

Im Januar dieses Jahres hatte der Bischof von Teneriffa, Bernardo Álvarez, im Fernsehen Homosexualität als Todsünde bezeichnet und mit Handeln unter Alkoholeinfluss verglichen. Aussagen, die schockierten und die Anzeige einer Gewerkschaft nach sich zogen. Die Staatsanwaltschaft nahm die Untersuchungen auf. Am 17. Mai nun gab die Staatsanwaltschaft bekannt, die Anzeige wegen Mangel an Beweisen für eine Straftat einzustellen. Ein fatales Zeichen in einem Land, in dem die Ermordung Samuels, eines jungen Homosexuellen, kaum ein Jahr her ist.

Pakistan: Fast 90 Lynchmob-Mörder verurteilt

Im Dezember 2021 wurde Priyantha Kumara von einem bis auf 800 Personen angeschwollenen rasenden Mob getötet und sein Körper im Anschluss angezündet. Der Grund: Er hatte ein Poster der islamistischen Tehreek-e-Labbaik-Partei entfernt. Der Mord hatte in Pakistan für Entsetzen gesorgt. 89 Männer wurden in diesem Jahr nun zur Todesstrafe beziehungsweise Haftstrafen und Zahlungen an die Hinterbliebenen des Toten verurteilt.

Pakistan: Gefährliche Blasphemie-Vorwürfe gegen Ex-Premierminister Khan

Anfang April 2022 verlor der ehemalige pakistanische Premierminister Imran Khan ein Misstrauensvotum wegen des Vorwurfs schlechter Regierungsführung. Sein Nachfolger Shehbaz Sharif war erst kurz im Amt, als Khan in einer Moschee in Medina von pakistanischen Pilgernden beschimpft und ihm blasphemische Äußerungen vorgeworfen wurden. Ein Vorwurf, der in Pakistan zu langen Gefängnisstrafen oder gar zum Tod führen kann.