Der Nikolaus kommt: Zum Bildungsauftrag von Zoos

Tödliche Langeweile im Dresdener Zoo
Tödliche Langeweile im Dresdener Zoo

TRAIN. (hpd) Zoos hierzulande halten sich viel zugute auf den “Bildungsauftrag” der ihnen vom Gesetzgeber zugewiesen ist. Zum 1.1.1977 trat das sogenannte “Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege” in Kraft, kurz: Bundesnaturschutzgesetz oder BNatSchG, das in §42 Abs.3 Ziffer 6 vorschreibt, Zoos seien so zu errichten und zu betreiben, dass “die Aufklärung und das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Bezug auf den Erhalt der biologischen Vielfalt gefördert wird, insbesondere durch Informationen über die zur Schau gestellten Arten und ihre natürlichen Biotope”.

Eben dieser “Bildungsauftrag” ist das meistgenannte Argument, mit dem Zoos ihre Existenz rechtfertigen. Als “größte außerschulische Bildungseinrichtungen” würden sie jährlich Millionen von Menschen erreichen - die Rede ist von 65 Millionen Besuchern pro Jahr allein in deutschen Zoos -, die nicht nur wertvolle Tier- und Artenkenntnisse erhielten, sondern über das sinnlich erfahrbare Begreifen der Natur für deren Schutz sensibilisiert würden.

In Wirklichkeit trifft nichts dergleichen zu. Erhielten die Besucher tatsächlich wertvolle Erkenntnis über die in den Zoos vorgehaltenen Tiere und Arten und würden dadurch für deren Schutz sensibilisiert, wäre die “Rote Liste” vom Aussterben bedrohter Arten nicht so erschreckend lang, wie sie ist. Seit Generationen werden etwa Orang Utans in Zoos zur Schau gestellt, ohne dass dies irgendeine Auswirkung auf den Schutz ihrer natürlichen Lebensräume gehabt hätte. Auch der Megahype um den im Zoo von Berlin gehaltenen Eisbären Knut hat allenfalls die Zookasse zum Klingeln gebracht, für den Schutz der Arktis und ihrer Bewohner hat er erkennbar nichts bewirkt.

Tatsächlich geht es den Zoos um “Bildung” ihrer Besucher, wenn überhaupt, zu allerletzt. Für Kinder werden großflächige Spielplätze mit Kletter-, Schaukel- und Hüpfburgeinrichtungen vorgehalten, vielerorts gar Kirmesattraktionen wie Autoscooter, Riesenrad oder Parkeisenbahn. Fortlaufend werden irgendwelche “Aktionstage” veranstaltet: Am Ostersonntag etwa “hoppelt der Osterhase durch den Zoo und verteilt bunte Ostereier” (Zoo Augsburg), am Pfingstwochenende “verteilen als Maikäfer verkleidete Helfer Schoko-Maikäfer an die Besucher” (Tierpark München), und an Halloween gibt es eine “Gruselparty”, bei der im “gespenstig dekorierten” Zoo “Blut- oder Geisterbowle” ausgeschenkt wird (Zoo Neunkirchen). Dazu werden regelmäßige Spiel- und Bastelnachmittage angeboten, auch Märchenlesungen, Kasperletheater, Karnevals-, St.Martins- oder sonstige Lampionumzüge; zu Schuljahresbeginn werden ABC-Schützen- (West) oder Zuckertütenfeste (Ost) ausgerichtet, in den Schulferien gibt es vielerorts die Möglichkeit zu einer “Abenteuerübernachtung” im Zoo, einschließlich Micky-Maus-Filmvorführungen und Kinderdisco.

Auch für das gesetztere Publikum gibt es Sonderevents, klassische Konzerte etwa, wahlweise auch Jazz-, Dixieland- oder Tangoabende, Modenschauen, Theateraufführungen oder kulinarische 5-Gänge-Menues (bevorzugt im Aquarienhaus, in dem es nicht “riecht”). Sonntägliche Frühschoppen im Zoo werden mit Biergartenmusik angereichert, nachmittags gibt es Cafehausmusik mit Stehgeiger, spätabends ein Feuerwerk. Betriebsfeiern werden ausgerichtet, Jubiläen, Junggesellenabschiedsfeten und Hochzeiten, letztere gerne in Elefanten- oder Großkatzenhäusern, einschließlich eindrucksvoller “Erinnerungsfotos”; selbst Gottesdienste gibt es, in denen vor den eingesperrten Tieren die “Schönheit der Schöpfung” besungen wird. Nichts ist zu abseitig - noch nicht einmal Erotik-Shootings vor tierischer Kulisse -, als dass nicht versucht würde, darüber zahlende Kundschaft anzuziehen: Im Zoo Dortmund beispielsweise gibt es regelmäßige “Star-Wars-Aktionstage” mit “Lichtschwertkämpfen” vor den Tiergehegen, das Elefantenhaus des Zoos Wuppertal wird samt den Elefanten zur Bühne für “Modern Dance”-Inszenierungen. Im Berliner Zoo gibt es seit 2005 im Vorfeld des alljährlichen “Christopher Street Day” eine glamouröse “Gay Night at the Zoo”, bei der unter der Schirmherrschaft des Regierenden Berliner Bürgermeisters “Lesben und Schwule unter freiem Himmel zu Swingmusik tanzen” können.

Dass das alles nicht das Geringste mit dem vorgeblichen Bildungsauftrag des Zoos zu tun hat, kümmert niemanden, ebensowenig die Frage, welche Auswirkungen der zusätzliche Lärm und Rummel - für viele der Sonderveranstaltungen werden die Öffnungszeiten in die Abend- und Nachtstunden hinein verlängert - auf die Tiere hat. Diese dienen ohnehin nur als Staffage

Advent im Zoo

Zoos sind Schönwettereinrichtungen. Wie trostlos sie im Grunde sind, wird umso deutlicher, je mehr das Jahr sich dem Ende zuneigt. Die meisten Tiere sitzen der Kälte wegen in extrem beengten Innenräumen und langweilen sich buchstäblich zu Tode. Die Außengehege sind verwaist, desgleichen die Kinderspielplätze und Imbissbuden: die Lust einen Zoo zu besuchen, tendiert selbst bei ein eingefleischten Zoofreunden gegen null. Aber: nur bis zu Beginn der Weihnachtszeit.

Pünktlich zum 1. Advent präsentiert sich etwa der Zoo Hannover mit “Open-Air-Eislaufbahn, Rodelrampen, Wintermarkt, Weihnachtsmann, Kinderkarussell, Eisdisco und vielen tollen Veranstaltungen. (…) Über 1.000 Meter Lichterketten, 200 Leuchtgirlanden und -sterne, 250 Meter illuminierte Eiszapfenvorhänge und 27 tierische Leuchtfiguren tauchen den Winter-Zoo in ein stimmungsvolles Licht. (…) Auf dem Rodelberg locken die schwungvollen Bahnen zu rasanten Abfahrten -für die Eiszwerge gibt es natürlich wieder die beliebte Porutscher-Bahn. Gruppengaudi garantiert heißt es auf vier Bahnen beim Eisstockschießen und Curling (Reservierung erforderlich!), während das große Kinderkarussell mit über 40 Plätzen Kindheitsträume weckt. Auf dem stimmungsvollen neuen Wintermarkt mit Kunsthandwerk und kulinarischen Köstlichkeiten duftet es verführerisch. (…) In sieben urigen Holzhütten gibt es neben Glühwein, Apfelpunsch und Kakao jetzt auch traditionellen Grünkohl-Eintopf, deftige Kartoffelpuffer, die rustikale Kaminbox, knusprige Waffeln, Schmalzkuchen und leckeren Schafskäse im Fladenbrot.”

Auch in anderen Zoos wird weihnachtlich aufgerüstet. Im Zoo Münster etwa ist der Nikolaus “zu Gast auf dem Zoo-Weihnachtsmarkt”, auf dem “Kunsthandwerk aus der Region, Glühwein, Waffeln & Co.” angeboten werden. “Um 16.30 Uhr startet der traditionelle Lichterumzug mit dem Nikolaus (…) wo alle Kinder persönlich mit dem Nikolaus sprechen können. Das wird ein tolles Nikolaus-Weihnachtsmarkt-Wochenende im Zoo!” Ähnlich geht es im Zoo Gelsenkirchen zu, wo der “Nikolaus kleine Abenteurer zwischen 0 und 12 Jahren zu einem ganz besonderen Tag” einlädt: “Der Mann mit dem weißen Rauschebart nimmt sich Zeit für jedes einzelne Kind und hat natürlich auch für jeden eine kleine Überraschung in seiner großen, roten Manteltasche dabei.” Zu “besinnlichen Stunden” hingegen lädt der Zoo Schwerin ein: dabei “grillen wir Würstchen, schenken Glühwein, Feuerzangenbowle oder heißen Apfelsaft aus und laden Sie zur Kutschfahrt durch den Zoo-Wald ein. (…) Der Weihnachtsmann stattet uns um 16 Uhr einen Besuch ab.” Und auf der Website des Zoos Dresden heißt es: “Es dauert noch ewig lange bis Heiligabend und ihr haltet diese Warterei kaum noch aus? Dann schaut doch beim Weihnachtsmann im Zoo vorbei! Vielleicht könnt ihr ihm dann auch noch Euren größten Herzenswunsch ins Ohr flüstern. (…) Als Zeitvertreib könnt ihr natürlich auch noch den Zootieren frohe Weihnachten wünschen.”

In vielen Zoos werden in der Vorweihnachtszeit “Lebende Krippen” aufgestellt, bei denen Zoomitarbeiter, kostümiert als Maria und Joseph, sich zusammen mit ein paar Kamelen, Eseln oder Schafen die Füße in den Bauch stehen müssen. Der Nürnberger Zoo bietet neben “Lebender Krippe” und “Weihnachtsmarkt” gar eine “Waldweihnacht mit Posaunenchor” an, die in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Kirchengemeinde ausgerichtet wird.

Gloria in excelsis Deo: Dinosaurier und Weihnachtsengel im Augsburger Zoo. (Foto: GAP)
Gloria in excelsis Deo: Dinosaurier und Weihnachtsengel im Augsburger Zoo. (Foto: GAP)

Den Gipfel vorweihnachtlicher Absurdität allerdings erreicht der Zoo Augsburg, der alljährlich im Raubkatzenhaus ein Krippendioarama aufstellt, wie es in vergleichbarer Form in jeder katholischen Kirche anzutreffen ist: In der Mitte ein Stall, in dem Joseph und Maria um eine hölzerne Futterkrippe herumstehen, in dem das Jesuskindlein liegt; dahinter, wie üblich, Ochs und Esel, davor die obligaten Hirten samt Schafen und Ziegen sowie die Heiligendreikönige. Darüber hinaus – letztlich ist man in einem Zoo - findet sich eine Vielzahl weiterer Tiere (unterschiedlichster Maßstäbe) wie Giraffe, Zebra, Emu, Nashorn, Elefant, Gepard, Krokodil oder Roter Panda. Über dem Stall leuchtet der “Weihnachtsstern”; rechts daneben schwebt ein Engel mit der Frohbotschaft “Gloria in excelsis Deo” auf einem Spruchband; links davon, auf gleicher Höhe, fliegt ein Tukan vorbei, gleich daneben hängt ein Gibbon im Geäst. Direkt vor der Krippe mit Maria und Joseph aber steht einsam ein Triceratops. Ja, ein Triceratops. Was der Urweltsaurier, der bekanntlich 65 Millionen Jahre vor der jungfräulichen Niederkunft Mariens schon ausgestorben ist, in der Weihnachtsszenerie verloren hat, weiß wohl nur die pädagogische Abteilung des Augsburger Zoos.

Auch wenn man geneigt ist, das alles als unfreiwillige Komik abzutun, passt es doch ins Bild der Einrichtung “Zoo”, die ihrem gesetzlich vorgegebenen Bildungsauftrag fortlaufend Hohn spricht; auch und vor allem zur Weihnachtszeit.

Kommentare (27)

georg (nicht überprüft)

Mo. 8 Dez 2014 - 15:17

Der Autor hat sicher recht, wenn er meint, diese Art von Veranstaltungen entsprächen nicht dem Bildungsauftrag des Zoos. Zoos dienen aber auch der Erholung und Unterhaltung - und darum gibt es diese Art Veranstaltungen auch in Zoos. Durch seine selektive Wahrnehmung zählt er leider nicht die Vielzahl an Bildungsveranstaltungen auf, die es in jedem Zoo auch gibt. Der Artikel ist sehr einseitig und man fragt sich, ob es pure Missgunst, schlechte Laune oder Misanthropie ist, das den Autor antreibt ?

Genau das ist der Punkt. Zoos dienen der Erholung und Unterhaltung. Und das (u. a. durch eine Umfrage des TG Nürnberg bestätigt, wo über 90 % der Besucher den Unterhaltungswert angegeben haben) trifft auf ein Großteil der Besucher zu.
Die Menschen gehen nicht in den Zoo, um sich über das Leben der Tiere und deren natürlichen Habitat zu informieren. Es reicht ihnen, wenn sie sich einen schönen Nachmittag machen und dabei exotische Tiere begaffen können.
Ich bleibe beim Beispiel Tiergarten. Seit 40 Jahren werden dort Delfine gehalten. Die katastrophalen Bedingungen und Todesfälle lasse ich an dieser Stelle mal außer acht.
Seit ca. 20(?) Jahren hat man sich den Bildungsauftrag übergestülpt und 'klärt' die Menschen angeblich über die Umweltbelastung, Dolphin-Drive etc. auf. Ich habe bei einer von 5 Vorführungen erlebt, das Taiji erwähnt wurde. In den anderen Vorführungen wurde gerade mal 90 Sekunden auf die Problematik im Meer hingewiesen.
In den letzten 40 Jahren ist die Meeresverschmutzung, Überfischung, Beifang (u. a. Delfine) dramatisch angestiegen.
Nashörner... erst gestern habe ich gehört, dass weiße Nashörner aussterben werden.
Was ist mit den vielen Menschenaffen, die in den Zoos leben? Sie stehen für die Regenwälder Afrikas und Indonesiens.. schon mal gesehen, dass es da fast keinen Regenwald mehr gibt?
Wieviele der Besucher verzichten wohl auf Palmöl? Ich behaupte mal, die wenigsten.
Erst befriedigt man durch Affe & Co. seine menschlichen Egoismen und anschließend gehts in den Supermarkt zu den tollen Nestle-Produkten.

Sorry, aber ich kann dem Autor, Herrn Goldner, nur zustimmen.
Wieso ist unser Planet in dem Zustand, in dem er ist, wenn es in Zoos eine Vielzahl an Bildungsveranstaltungen gibt ?

Mit Missgunst, schlechte Laune oder Misanthropie hat das nichts zu tun. Das ist schlicht und ergreifend der Menschenverstand.

Aber das kennt man als Tierschützer ja. Wem die Argumente der Tierschützer nicht gefallen muss sich eben solcher Phrasen bedienen...

Claudi (nicht überprüft)

Di. 9 Dez 2014 - 04:04

Bei dem von Ihnen kritisiertem Triceratops, dem "Saurier" in der Krippe, handelt es sich wohl eher um ein dem Saurier - zugegeben- ETWAS ähnlichem-Dreihornchamäleon :-) Findet man in manchen Zoos auch lebendig, dann meist in Terrarien, statt in Krippen

jonas (nicht überprüft)

Di. 9 Dez 2014 - 09:26

Schließe mich Georg an. Der Artikel ist seeehr einseitig. Überlegen Sie, Herr Goldner, mal bitte: Zoos müssen auf jeden Cent achten, denn reich wird keiner mit einem. Im Winter gibt es weniger Besucher als normalerweise, die Unterhaltskosten bleiben oder steigen aufgrund von Heizungen etc. Warum nicht Besucher mit Weihnachstmärkten anlocken? Bildung und Unterhaltung schließt sich nicht aus.
Peinlich übrigens, dass Sie kein Dreihornchamäleon von einem Triceratops unterscheiden können...

Einseitig? Überlegen Sie mal, wieviel Zoopropaganda jeden Tag auf das geneigte Publikum niedergeht (allein schon die endlosen Dokusoaps im TV, dazu die fortlaufenden Verlautbarungen in sämtlichen Medien, welches Jungtier in welchem Zoo gerade geboren wurde, samt dazugehörigem Hype, wenn's ein Eisbär oder Delfin war, etc.pp): kommt da irgendwo eine Gegenstimme vor, die auf das namenlose Leid der auf Lebenszeit eingesperrten Tiere hinweist? Und redet da jemand von "Einseitigkeit"? Nein. Ebendeshalb sind die paar kritischen Töne zur Unrechtsinstitution "Zoo" umso wichtiger, die ab und an auf hpd zu lesen sind.

Kritik ist gut, aber die Medaille hat immer zwei Seiten.
Ich werde später weiter ausholen, habe aber jetzt keine Zeit dafür.

So, jetzt hole ich etwas weiter aus.

Die von Ihnen genannten Zoo-Dokus sind in der Tat einseitig und eigentlich wahrheitsverzerrend (z.B. werden die eigentlich nicht so schönen und medial unwirksamen Momente im Zooalltag nicht gezeigt), das kann man gerne kritisieren (ich stehe an dieser Stelle auf Ihrer Seite), dennoch können und geben Zoo-Dokus einen guten Blick, das sollte man nicht unterschätzen. Sie kritisieren die mediale Aufbauschung von Geburten, da bin ich auch bei Ihnen (bspw. war der Knut-Hype deutlich überzogen; hat aber Chancen geboten, auf die Bedrohungen der Arktis aufmerksam zu machen). Nichtsdestrotrotz müssen Zoos auch Nachrichten von Geburten veröffentlichen, es geht schließlich um Transparenz. Dass gerade die Boulevardpresse das manchmal übertreibt, ist aber nicht die Schuld der Zoos.
Wenn wir schon bei Transparenz sind, dann war (und ist es auch noch) falsch, was der ein oder andere Zoo gemacht hat und mMn ohne Grund Daten zurückgehalten hat. Zoos müssen defintiv transparenter werden, aber es gibt gute erste Wege. Die neue Website zur Delfinhaltung samt aller medizinischen Daten ist beispielsweise ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, die ganze Zerrerei vor gEricht war von beiden Seiten eigentlich nicht nötig (WDSF behauptet zwar, dass die Daten unvollständig seien, aber der Zoo hat die Karten offen gelegt, jetzt ist der WDSF dran und muss das Gegeteil beweisen, wenn sie das behaupten).
Zoos haben auch in anderen Bereichen Fehler gemacht und es gibt auch immer noch Sachen, die auch ich kritisiere (z.B. hält Magdeburg jetzt Weiße Löwen, was ich nicht wirklich verstehen kann, aber Achtung -> Einzelfall!). Sinnvolle Kritik ist deshalb gut und man stößt immer uaf offene Ohren. Wenn man jedoch partout gegen Zoos ist, hilft das den Tieren und den Zoos nicht weiter. Gleich von Grund auf alle zoos zu stigmatisieren und die Mitarbeiter und Zoodirektoren partout als Tierquäler (oder sogar als Drogenhändler wie das Herr Goldner gemacht hat) zu bezeichnen, bringt niemandem etwas. Beide Seiten müssen auf sich zu gehen, um etwas zu bewirken und letztendlich den Tieren zu helfen.
Ob es Tieren im Zoo psychisch gut geht, können wir nur mutmaßen. Herr Encke hat das letztens schön formuliert: keiner weiß wirklich, wie das Tier sich im Zoo fühlt und ob es sich wohl"fühlt" (im menschlichen Sinne). Was man aber sagen kann, ist, ob es einem Tier physisch gut geht und das können die Mitarbeiter (seien es Tierpfleger, Tierärzte oder Biologen) im Zoo besser sagen als ein normaler Bürger oder eben ein Tierrechtler. Zu behaupten, dass die Tiere "frei" sein wollen, ist auch sehr schwammig. Wir wissen nicht, ob Tiere "Freiheit" empfinden können, selbst bei Menschenaffen nicht (wir wissen nur, dass Menschenaffen ein sich selbst erkennen können, in gewissen Maßen vorausschauend planen können und sich bis zu einer gewissen Zeit Erinnerungsvermögen besitzen).
Dennoch hat natürlich jedes Tier seinen Platz auf der Erde und sollte in erster Linie diesen auch ausfüllen können (und nicht im Zoo leben müssen). Heutzutage bedroht aber die *superintelligente*(Achtung: Ironie!) Spezies namens "Mensch" das ökologische Gleichgewicht. Wir alle müssen an einem Strang ziehen, um es halbwegs zu retten. Zoos, Tierschutzverbände, Naturschutzverbände können alle etwas bewirken.
Zoos können sicher nicht alle Arten, die vom Aussterben bedroht sind, retten, aber schon ein Bruchteil hilft in irgendeinem Maße das ökologische Gleichgewicht zu erahlten. Selbst wenn nur eine Tierart gerettet wird, profitieren dutzende, wenn nicht hunderte andere Arten, z.B. die, die für die eine Tierart geschaffene Reservate besiedeln.
Wisent, Przewalskipferd, Säbelantilope, Addax, Kalifornischer Kondor , Spix-Ara, Waldrapp, Sabah-Nashorn oder Goldkopflangur, diese und mehr Arten wären heute definitiv verschwunden und zwar für immer (die letzten beiden sogar ohne, dass sie je in Zoos gehlaten wurden). Eine gerettete Art ist besser als gar keine.
Zoos haben den Riesenvorteil, dass sie so viele Mesnchen erreichen können, das muss man einfach ausnutzen. Ich gebe zu, dass bei vielen Leuten nicht die Bildung, sondern die Erholung ausschlaggebend für einen Zoobesuch ist. Aber nichtsdestotrotz nehmen dann doch einige Leute die zahlreichen und stetig weiter verbesserten Bildungsangebote (Zooschule, Führungen, multimediale Angebote etc.) wahr. Und wenn nur ein paar Leute etwas mitgenommen haben, ahben wir schon etwas gewonnen. Finden Sie das nicht?
Nochmal: Zoos leben von Kritik, Kritik ist gut, aber muss realistisch sein (das ist dei Forderung von Abschaffung nicht, denn wo sollen die Tiere hin(langsames Auslaufen würde definitiv viel zu lange dauern) und wo sollen die Mitarbeiter hin?).
Und noch was: Artenschutz ist nicht immer messbar, denn viele Zoos schicken auch Personal zur Ausbildung (von Pflegern in Auswilderungsstationen bspw.) dorthin, wo man Hilfe dringend benötigt (z.B. der Zoo Leipzig nach Borneo zur Zuchthilfe der Sabah-Nashörner). Aber das was messbar ist, nämlich die finazielle Hilfe, ist ganz ordentlich wie ich finde (ca.350 Mio. US-Dollar pro Jahr spenden alle WAZA-Zoos der Welt).

Aber holla, wann und wo hat Colin Goldner die Zoomitarbeiter und Zoodirektoren aller Zoos als "Tierquäler oder sogar als Drogenhändler" bezeichnet? Im Übrigen ist er klinischer Psychologe und kann zum psychischen Leid von Wildtieren, besonders von Menschenaffen, vermutlich mehr sagen, als jeder Tierpfleger, Tierarzt und Biologe.

Im Buch "Lebenslänglich hinter Gittern" bzw. in den WELT-Artikeln zur angeblich massenhaften Vergabe von Psychopharmaka heißt es (als Aussage von Goldner gekennzeichnet) "aus vielen Zoos heraus werde die örtliche Drogenszene beliefert" und "In den Futterküchen der einzelnen Reviere lagern teilweise riesige Mengen an Diazepam und anderen Tranquilizern, die von den Pflegern nach Gutdünken, ohne tierärztliche Einzelfallverordnung, verabfolgt werden". Das kann man mit Tierquälerei gleichsetzen, wenn man das interpretiert. Mal so nebenbei: diese Aussagen kann man übrigens als fälschliche Bezichtigungen von Straftaten werten, denn diese Vorwürfe sind Schwachsinn (ich war selbst schon hinter den Kulissen in unterschiedlichen Revieren bzw.. habe selbst schon ein Tierpflegepraktikum gemacht und kenne Leute, die in verschiedenen Zoos arbeiten, wir alle sind entweder blind oder Goldner hat noch nie Futterküchen von innen gesehen...).
Richtig, Herr Goldner ist klinischer Psychologe, aber von Menschen. Dass er behauptet, er könne Psychopharmaka in den Augen der Affen erkennen, halte ich für sehr gewagt. Klar, bestimmte Drogen lassen die Pupillen erweitern, aber ich habe noch keine Quellen gefunden, die diese Aussage von Goldner stützen.
Ich bestreite nicht, dass Psychopharmaka verabreicht wird, aber dass die Affen ständig unter dem Einfluss stehen,dafür hätte ich gerne mehr Beweise (mal abgesehen davon, dass sich die Zoos diese enormen Mengen gar nicht auf legalem Wege leisten könnten).

Ich habe nachgeguckt: in dem Buch "Lebenslänglich hinter Gittern" steht nichts dergleichen, von wegen Goldner bezeichne die Mitarbeiter und Direktoren in toto "als Tierquäler und sogar als Drogenhändler". Nicht mal der Welt-Artikel, von dem man nicht weiß, was Goldner gesagt und was man ihm in den Mund gelegt hat, gibt das her. Das ist eindeutig eine falsche (und damit rechtsrelevante) Tatsachenbehauptung, die Sie da in den Raum stellen. Da Sie das Buch offenbar gar nicht kennen (sie zitieren nur den Welt-Artikel), hier die Passage, in der's um Psychopharmaka in Zoos geht: "Von korrekter Buchführung über den Verbrauch der verschreibungspflichtigen Medikamente kann keineswegs in allen Zoos die Rede sein. Vielfach, gerade in kleineren Zoos, in denen es keinen festangestellten Zooveterinär gibt, wird überhaupt kein Medikamentenbuch geführt bzw. keine ernstzunehmende Kontrolle ausgeübt. Die Medikamentenvorräte in den einzelnen Zoos, einschließlich Betäubungsmitteln jedweder Sorte (z.B. Ketamin [das auch als „Partydroge“ gilt und dem Vernehmen nach von einzelnen Tierpflegern gerne konsumiert bzw. unter der Hand verkauft wird]), entsprechen vielfach denen eines Großkrankenhauses." That's it. Nirgendwo ist von dem die Rede, was Sie da fälschlich daherbehaupten.

Ich kenne das Buch tatsächlich nicht (ich habe aber relativ viel schlechtes gehört, deswegen weiß ich nicht, ob ich mein Geld da so sinnvoll anlege). Wenn da der Artikel falsch zitiert, dann tut es mir Lied, aber im Artikel/in den Artikeln ist da eindeutig die Rede davon. Ich habe hier von zitiert: http://www.welt.de/print/wams/wissen/article127589699/Einer-flog-uebers-Affenhaus.html (das mit den Medikamentenbergen steht in Absatz 9). Aber in dem Buch wird das ja über Umwege auch behauptet, wenn Herr Goldner die Medikamentenvorräte mit den eines Großkrankenhauses vergleicht und meint, dass Ketamin "dem Vernehmen nach von einzelnen Tierpflegern gerne konsumiert bzw. unter der Hand verkauft wird" (das ist mMn die Bezichtigung einer kriminellen Handlung, aber nicht bestätigt, deswgen sollte man sich dort lieber zurückhalten, selbst wenn es nur "dem Vernehmen nach" ist). Die Aussage zum Drogenahndel existierte vermutlich hier (http://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article127589875/Unter-Drogen.html). Leider ist der Artikel nicht mehr kostenlos aufrufbar.
Aber ich habe diese Aussage mit 100 prozentiger Sichherheit aus einem Artikel zitiert.
Um zum Thema zurückzukehren:
Ich habe es selbst gesehen, dass die Pfleger keinen Zugang zur "Zoo-Apotheke" haben, ich habe als Tierpflegerpraktikant natürlich zum einen die Tierpflegersicht miterlebt als auch Gelegenheiten gehabt mal persönlich mit einem Zoo-Tierarzt zu reden. Und nie konnte ich (und die anderen, die ich kenne) Goldners Behauptungen nachvollziehen, weil sie eben nicht der Wahrheit entsprechen, das versuche ich Ihnen die ganze Zeit zu erklären. Ich habe übrigens kein Geld gekriegt, hier zu schreiben oder wurde anderweitig von irgendeinem Zoo-Verantwortlichen gezwungen, diese Meinung zu vertreten. Es ist (nicht nur) meine persönliche Beobachtung. Fragen Sie doch einfachmal in irgendeinem Zoo nach, hinter die Kulissen zu blicken, da können Sie genug kritische Fragen stellen (die ohne Frage auch wichtig sind), erfahrungsgemäß wir d da auch alles beantwortet.

Elke (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 23:35

Antwort auf von jonas (nicht überprüft)

Halten wir also fest: Nirgendwo bezeichnet Goldner die Mitarbeiter und Direktoren von Zoos "als Tierquäler und sogar als Drogenhändler", wie Sie das behauptet haben (unter Verweis auf ein Buch, das Sie nie in der Hand hielten). Das war und ist eine rechtsrelevante falsche Tatsachenbehauptung, die Sie da aufgestellt haben. Nehmen Sie sie gefälligst zurück!

Nachgerade putzig ist Ihre Aussage: "Ich habe es selbst gesehen, dass die Pfleger keinen Zugang zur 'Zoo-Apotheke' haben. (...) Und nie konnte ich (und die anderen, die ich kenne) Goldners Behauptungen nachvollziehen, weil sie eben nicht der Wahrheit entsprechen.

Um welche Behauptungen genau geht es denn, die nicht wahr sein sollen?

Und wieviele der 865 Zoos und zooähnlichen Einrichtungen in Deutschland kennen Sie denn, um die Aussage treffen zu können, es hätten "DIE Pfleger keinen Zugang zur 'Zoo-Apotheke'"? Zwei, drei oder gar vier? Wollen Sie Goldner unterstellen, er habe unsauber recherchiert oder irgendetwas erfunden?

Und weshalb mußte im Tiergarten Nürnberg fünf Jahre und durch sämtliche Instanzen geklagt werden, bis man Einblick in das Medikationsbuch der Delfine nehmen durfte, wenn doch Ihrer Erfahrung zufolge immer alles bereitwillig beantwortet wird???

jonas (nicht überprüft)

Fr. 12 Dez 2014 - 14:44

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Jetzt habe ich im anderen Welt-Artikel die Passage mit dem Drogenhandel gefunden. Meinetwegen nehme ich zurück, dass er das im Buch geschrieben hat, aber er hat zumindest laut Artikel (http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article127612535/Die-Tiere-in-deutschen-Zoos-stehen-unter-Drogen.html Absatz 40) das hier gesagt: "'Im Berliner Zoo kommen auf 20.000 Tiere zwei Tierärzte. Macht pro Tier ein paar Minuten pro Jahr für fachmedizinische Versorgung.'" Was hier der Arzt nicht schafft, fällt den Pflegern zu. Auch diese hätten freien Zugang zur Zooapotheke. Das verleite nicht selten zu kriminellen Nebenwirkungen. Aus vielen Zoos heraus werde ein schwunghafter Handel mit der Drogenszene betrieben: 'Die Pfleger handeln damit, um ihre Einkünfte aufzubessern.'" Ich interpretierte das als "Drogenhändler" und die Passage mit dem unrechtmäßigen Gebarcuh als "Tierquäler", denn wenn man wirklich es wirklich so übertreiben würde, dann wäre das meiner Meinung nach Tierquälerei. Ich nehme meinetwegen zurück, dass er das explizit gesagt hat, aber er hat es zumindest umschrieben.
"Wollen Sie Goldner unterstellen, er habe unsauber recherchiert oder irgendetwas erfunden?" Nein, ich unterstelle ihm wenn dann, dass er die Sache mit dem Psychopharmaka nicht explizit in sein Buch (das übrigens durchaus der Menschenaffenhaltung positiv helfen könnte) schreibt. Anscheinend ist das ja nur der von Ihnen zitierte Absatz. Um das klarzustellen, mir ist das persönlich zu ungenau, um das letztendlich zu bewerten, ich hatte nie vor Herr Goldner persönlich zu beleidigen, nur decken sich halt meine Beobachtungen nicht mit seinen. Klar, ich kann ebenfalls schlecht aufgrund meines Hintergrundwissens zu einem Zoo (genauer gesagt der Berliner) etwas sagen, aber zusammen mit den anderen Leuten (wir diskutieren übrigens auf zoobeobachter.de reglmäßig zu verschiedenen Themen und beobahcten manche Sachen in manchen Zoos kritisch), die ganz unterschiedliche Zoos genau kennen, ergibt sich dann doch ein relativ eindeutiges Bild.
Der Tiergarten Nürnberg hat teilweise auch sehr, naja, seltsame Ideen Wie ich ganz oben schrieb, die Medaille hat zwei Seiten. " Und weshalb mußte im Tiergarten Nürnberg fünf Jahre und durch sämtliche Instanzen geklagt werden, bis man Einblick in das Medikationsbuch der Delfine nehmen durfte, wenn doch Ihrer Erfahrung zufolge immer alles bereitwillig beantwortet wird???" Das kann ich Ihnen nicht beantworten, ich möchte mich da mit meinen Beurteilungen auch zurückhalten, aber meine kritschen Fragen wurden im Berliner Zoo und auch anderswo beantwortet. Wie gesagt, ich sehe auch manches sehr kritisch in Zoos, fidne aber, dass man das ausgewogen bewerten und kritisieren sollte.

Ist das eigentlich die einzige Passage zu dem Thema? Wenn ja, dann finde ich das doch recht unkonkret formuliert, meiner Meinung nach ist da nichts handfestes in der Aussage dabei (siehe "dem Vernehmen nach"). Es stimmt sicherlich, dass in kleineren Zoos keine festangestellten Tierärzte arbeiten, dennoch heißt das nicht, das von außen eingeholte Tierärzte die Tiere nicht behandeln können (vor allem da in kleineren Zoos eher weniger schwierig zu haltene Arten gehalten werden).

Elke (nicht überprüft)

Mi. 10 Dez 2014 - 17:42

Die von "prozoo" konzertierten Rechtfertigungskommentare begreifen offenbar gar nicht (oder wollen nicht begreifen), worum es in dem Artikel geht. Nicht darum, ob das nun ein grobgeschnitzter Triceratops sein soll (was definitiv der Fall ist) oder ein Chamäleon: die Krippe ansich hat da nichts verloren (oder ist das auch kein Engel, der da über dem Stall hängt, sondern vielleicht ein Gänsegeier?) Zoo sind reine Unterhaltungsbetriebe auf Kosten der zur Staffage degradierten Tierwelt. DARAUF wollte der Autor hinweisen.

jonas (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 07:27

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Ich habe nichts mit Prozoo am Hut, da ich nicht auf Facebook bin, also verallgemeinern Sie das nicht.
Nochmal: Weihnachtsmärkte beweisen sicher nicht, dass Zoos Artenschutz- und Bildungsaufträge haben, aber beweisen auch nicht, dass Zoos "reine Unterhaltungsbetriebe auf Kosten der zur Staffage degradierten Tierwelt". Nochmal: Mit Zoos wird keiner reich.
Ein Beispiel (Geschäftsjahr 2013 Zoo Köln):
- Umsatzerlöse: 11 Mio. Euro
- Kosten: 17,5 Mio. Euro (pro Tag fallen Kosten von 48.000 Euro an)
- der Eigenfinanzierungsanteil war aufgrund von Spenden und ähnlichen Zuwendungen bei 80%, die Stadt hat 3,6 Mio. Euro zugezahlt
- Jahresüberschuss: 49.927 Euro

Ich glaube nicht, dass knapp 50.000 Euro einem reinem Unterhaltungsbetrieb helfen würden. Klar, Zoos müssen wirtschaftlich arbeiten, denn sonst gehen sie irgendwann pleite, aber dann ist den Tieren nicht geholfen. Aber die Tierhaltung wird teurer und trotz Schulden verbessern Zoos ständig die Tierhaltung.
Wirtschaftlich gesehen geht es den Zoos im Allgemeinen eher nur halbwegs gut.
Zum Chamäleon/Triceratops oder was auch immer:
Ich verstehe aber nicht, warum Herr Goldner das als Beispiel für verfehlte Bildung durch Zoos sieht und ebenso, warum er die ganze Bildungsaufgabe auf Weihnachtsmärkte runterbricht. Wie gesagt, Weihnachtsmärkte sind definitiv kein Beispiel dafür, aber das heißt nicht, dass es trotzdem diese Bildungsaufgabe gibt.

...warum er die ganze Bildungsaufgabe auf Weihnachtsmärkte runterbricht? Na, weil Weihnachtszeit ist. (Außerdem hat er auch den Blödsinn mit den hoppelnden Osterhasen, den verkleideten Maikäfern und den Halloween-Gespenstern kritisiert.)

jonas (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 12:57

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Naja, da haben Sie in dem Punkt Recht.
Nochmal: das alles hat nichts mit Bildung zu tun, das bestreite ich gar nicht. Jedoch müssen halt auch irgendwie für Kinder attraktive Angebote existieren, für die ist das sicher kein Blödsinn ist. Wenn das für Sie Blödsinn ist, ist das okay, ich akzeptiere im Übrigen auch Ihre und Herr Goldners Anti-Zooeinstellung, ich kritisiere nur, dass der Bildungsauftrag mit diesen Aktionen wie Weihnachtsmärkte oder Ostereiersuche ad absurdum geführt wird, obwohl nie ein Zoo behauptet hat, mit diesen Aktionen bilden zu wollen
Ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine.

jonas (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 13:00

Antwort auf von Elke (nicht überprüft)

Warum sind Sie eigentlich nicht auf den Rest des Beitrages eingegangen? Der ist eigentlich der wichtige Part gewesen...

Peter (nicht überprüft)

Do. 11 Dez 2014 - 21:02

Auch wenn es völlig egal ist: das ist definitiv ein (wenngleich grobklotzig geschnitzter) Triceratops, was da in der Augsburger Weihnachtskrippe herumsteht. Bei einem Dreihornchamäleon ist das Nasenhorn bedeutend länger als die beiden Stirnhörner, das Augsburger Krippentier hat ersichtlich überhaupt kein Nasenhorn, oder nur ein sehr kleines; zudem fehlt ihm der für Dreihornchamäleons typische einrollbare Greifschwanz. Aber was soll's.

Scheint aber doch wichtig zu sein, denn warum sonst sollten Sie noch einmal auf diesen Punkt eingehen? Kein Problem, kann ich auch: die Figur hat nicht den Nackenschild eines Triceratops, sie hat die Rückenlinie eines Chamäleons, sie hat die hellgrün/dunkelgrün gestreifte Schwanzfärbung eines Dreihorns, sie hat Occipitallappen (das sind diese komischen "Ohren"), sie sitzt auf einem Ast wie ein Chamäleon (ein 10 Tonnen Saurier auf einem Ast, echt gut). Das einzige, was fehlt, ist das dritte Horn. Dann könnte es sich um ein Bradypodion tavetanum handeln (wenngleich man in Erwägung ziehen sollte, dass der Erschaffer dieser Figur diverse Chamäleonarten möglicherweise etwas durcheinandergewürfelt hat).

Aber wenn Herr Goldner behauptet, das sei in Triceratops, dann muss es wohl so ein. Der Guru hat's gesagt und seine Jünger folgen ihm.

Wenn schon naturwissenschaftlich, dann auch richtig: Könnten Sie vielleicht erklären, weshalb der Rote Panda dreimal so groß ist wie die Jungfrau Maria? Und was das komische Wesen mit sechs Extremitäten (2 Arme, 2 Beine, 2 Flügel) sein soll, das da, rechts neben dem merkwürdigen Kometen und in rosefarbenem Nachthemd, über dem Stall herumfliegt? Bei Bedarf habe ich noch jede Menge weiterer Fragen...

jonas (nicht überprüft)

Sa. 13 Dez 2014 - 16:54

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

Das ist doch alles nicht maßstabsgetreu gebaut. Vermutlich stammen die Figuren von unterschiedlichen Erbauern.

Splendor Splendid (nicht überprüft)

Sa. 13 Dez 2014 - 23:50

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

> Wenn schon naturwissenschaftlich, dann auch richtig: Könnten Sie vielleicht erklären, ...

1. Warum sollte ich? Es ging doch wohl lediglich um Ihre entschiedene Behauptung, das grüne Tierchen sei ein Triceratops.
2. Was hat der Teil Ihrer Bemerkung vor dem Doppelpunkt rein logisch mit dem Teil nach dem Doppelpunkt zu tun? Oder anders formuliert, warum sollte man jenen Roten Panda, die Jungfrau Maria, deren Größenverhältnisse und das "komische Wesen mit den sechs Extremitäten" ausgerechnet "naturwissenschaftlich richtig" zu erklären versuchen?

> Bei Bedarf habe ich noch jede Menge weiterer Fragen...

Sind die ebenfalls so sinnlos wie die von Ihnen bereits aufgeführten?

Peter (nicht überprüft)

So. 14 Dez 2014 - 12:20

Antwort auf von Splendor Splendid (nicht überprüft)

"Warum sollte man...das 'komische Wesen mit den sechs Extremitäten' ausgerechnet 'naturwissenschaftlich richtig' zu erklären versuchen?" Ganz einfach: weil Zoos vorgeben, naturwissenschaftliche oder wenigstens naturkundliche Bildung zu betreiben. Und da erhebt sich die durchaus sinnvolle Frage (auch wenn Sie das nicht so sehen wollen oder können), was das "komische Wesen mit den sechs Extremitäten" da verloren hat. Wäre das Ganze in einer katholischen Kirche ausgestellt, würde sich die Frage so nicht stellen, im Zoo aber schon. Kapiert?

Splendor Splendid (nicht überprüft)

So. 14 Dez 2014 - 15:03

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

Pardon, aber darf ich die Gegenfrage stellen: haben Sie selbst eigentlich kapiert um was es seit meinem Post geht? Ich wiederhole noch einmal, ganz langsam für Sie: es ging lediglich um die Frage, ob Triceratops oder nicht (Ihre Worte: "das ist definitiv ein (wenngleich grobklotzig geschnitzter) Triceratops"). Zu himmlischen Jungfrauen, zu zu groß geratenen Pandas, zu Engeln mit sechs Extremitäten und die Sinnhaftigkeit von Krippen in einem Zoo habe ich mich gar nicht geäußert. Ist das so schwer zu begreifen? Haben Sie Probleme mit dem Textverständnis? Oder handelt es sich um den (allerdings misslungenen) Versuch, von Ihrem Triceratops Faux-pas abzulenken, weil Sie einfach fest daran *glauben wollen*, das es sich um einen handelt? Das hätte dann ja geradezu religiöse Züge.

Wenn ein solches Arbeiten mit Tatsachenverdrehungen typisch für die Argumentationsweise des Herrn Goldner sein sollte (in einigen Posts weiter oben wurden ja schon von einem anderen Foristen in dieser Hinsicht Bedenken geäußert), was sind dann seine Veröffentlichungen überhaupt wert?

Aus meiner Sicht als Atheist empfinde ich es als ausgesprochen schädlich und peinlich, wenn jemand wie Herr Goldner ganz offensichtlich nicht zutreffende Behauptungen aufstellt, nur um seine Position zu begründen, das kannte ich bisher nur von Theologen. Und bedauerlicherweise folgen Sie ihm in dem Punkte vollkommen kritiklos wie ein höriger Jünger seinem Guru. Bei einem reliösen Menschen finde ich das prima, dass kann ich ihm nämlich ordentlich unter die Nase reiben, aber bei einem Atheisten (ich vermute einfach mal, dass Sie einer sind) bin ich da äußerst pingelig.

[Nachtrag: Jetzt musste ich gerade aber doch schmunzeln, habe nämlich soeben gesehen, dass Sie im Forum der Augsburger Allgemeinen Zeitung denselben Unsinn bezüglich Triceratops verzapfen - und ebenfalls scheitern.]

Antonietta (nicht überprüft)

Mo. 18 Mai 2015 - 19:03

Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben. Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.

Colin Goldner

Der Autor ist klinischer Psychologe, Sachbuchautor und Wissenschaftsjournalist. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Sekten, Psychokulte, sogenannte Alternativmedizin und sonstige Heilslehren aus aller Welt. Er wurde insbesondere aufgrund seiner Arbeiten über Tendzin Gyatsho (den gegenwärtigen Dalai Lama) sowie Bert Hellinger und dessen Familienaufstellungen bekannt. Sein Buch über die Psychoszene setzte Standards für die Beratungsarbeit. Seit 1988 schreibt er u. a.

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