Interview

Der Wolf zeigt sich, wenn man unter den Schafspelz schaut

Jürgen Beetz
Jürgen Beetz

Wenn es bei den derzeitigen Umfrageergebnissen bleibt, wird die Alternative für Deutschland (AfD) im Herbst in den Bundestag einziehen. Doch für welche Inhalte steht diese Partei? Während führende Repräsentanten wie Björn Höcke mit dem Vokabular des rechten Randes hantieren, kommt das Grundsatzprogramm der Partei "weichgespült" daher. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen, meint der Wissenschaftsautor Jürgen Beetz und hat den Text einer sprachkritischen Analyse unterzogen. Martin Bauer sprach mit ihm über sein neues Buch "Auffällig feines Deutsch", das verborgenen Schlüsselwörter des Parteiprogramms unter die Lupe nimmt.

hpd: Eigentlich gibt es doch schon genug Bücher über die AfD – was weiß ich denn, wenn ich Ihr Buch gelesen habe, was ich bislang vielleicht noch nicht mitbekommen habe?

Jürgen Beetz: Faktenwissen ist nicht das Thema des Buches, sondern Sprachgefühl. Das Gespür dafür zu entwickeln oder zu schärfen, was Politiker unterschwellig sagen oder auch nicht sagen. Was Leser hier "lernen" – in Anführungsstrichen – ist, im allgemeinen Sprachgeplätscher genau hinzuhören. Deswegen trifft auch der geäußerte Vorwurf, ich sei kein studierter Linguist, sondern Ingenieur, voll daneben. Jeder Zuhörer kann die verborgen mitschwingenden Inhalte erfassen, wenn er aufmerksam – oder sollte ich "achtsam" sagen? – hinhört. Und das nicht nur bei dieser Partei, sondern bei allen Äußerungen. Wenn ich im letzten Satz statt des so genannten generischen Maskulinums präziser formuliert hätte "Jeder Zuhörer oder jede Zuhörerin" und so weiter, dann hätte das auch eine andere Färbung gehabt. So entstehen die frames, die Deutungsrahmen.

Nach welcher Methode sind Sie dabei vorgegangen?

"Methode" ist natürlich nicht im streng naturwissenschaftlichen Sinn zu verstehen, da sie auf durchaus subjektiven Spracherfahrungen beruht. Es ist eine bestimme Sicht auf die Sprache, die nicht auf die vordergründige Wortbedeutung achtet, sondern auf die hintergründig mit transportierten Deutungsrahmen. In der Sozialpsychologie nennt man es auch priming, das "Grundieren". Ich nenne es etwas flapsig den "Bedeutungsrucksack", in dem die verborgenen Zusammenhänge mitgeschleppt werden.

Könnten Sie einen solchen "Bedeutungsrucksack" vielleicht anhand eines Beispiels anschaulich machen?

Das wird einem sofort klar, wenn an die Euphemismen betrachtet, mit denen Politiker und Wirtschaftsunternehmen arbeiten. Die Müllhalde wird zum Entsorgungspark, der Rückgang zum Negativwachstum, der Angriff zur Vorwärtsverteidigung. Das machen sie ja nicht umsonst. Im Rucksack stecken wie in einer Wundertüte positiv besetzte Begriffe: Park, Wachstum und Verteidigung. Sie setzen den Rahmen für die Deutung, sie "grundieren" das Denken mit einer sprachlichen Farbschicht. Es soll harmlos klingen. Umgekehrt funktioniert es genauso: Wenn also die Flüchtlingswelle nach Europa schwappt, wir von der Asylantenflut überrollt werden, dann steckt im Rucksack die Verknüpfung mit bedrohlichen Naturereignissen. Das schafft die ängstliche Stimmung, die Rechtspopulisten erzeugen wollen.

Sie konzentrieren sich in Ihrem Buch auf das Grundsatzprogramm der Partei; der Klappentext nennt es einen "Wolf im Schafspelz" – was genau ist damit gemeint?

In einem geschriebenen und gedruckten Programm, noch dazu von mehreren Autoren, werden radikale Formulierungen natürlich ausgemerzt. Die offen rassistischen, volksverhetzenden und revisionistischen Vokabeln mancher Redner der AfD tauchen hier nicht auf. Das ist der Schafspelz. Aber der Wolf zeigt sich eben, wenn man in den Bedeutungsrucksack blickt. Dort steckt die eigentliche Aussage, die eigentlich transportierte Bedeutung der weichgespülten Begriffe. Sie sind nicht entfernt so harmlos, wie sie sich geben. Nehmen wir "die politische Klasse", die die AfD diffamiert. Sie wird als bedrohliches Gebilde dargestellt, das sich gegen "das Volk" wendet.

Sie verdeutlichen Ihre Sprachkritik anhand von zwei Dutzend Beispielwörtern, Bei einem Begriff wie "Masseneinwanderung" klingelt es wohl bei den meisten, aber wo liegt das Problem bei Wörtern wie "ideologisch", "Islam" oder "fordern"?

Nach Prof. Hartmut Heuermann sind Ideologien "Weltdeutungssysteme, die darauf abzielen, die Welt, die Natur, die Geschichte, die Gesellschaft so zu deuten, dass die Deutungen den Machtinteressen der Deutenden dienen". Gegen dieses vermeintliche Machtmonopol der Herrschenden, der "etablierten Politik", ganz allgemein der "anderen", die nicht "das Volk" sind, wendet sich die AfD, anstatt in demokratischer Mitwirkung Lösungsmöglichkeiten für politische Probleme anzubieten. Dieser Vorwurf, mit dem sich die Partei in eine komfortable Opferrolle manövriert, zieht sich durch das gesamte Parteiprogramm, um die Schar der "Abgehängten" hinter sich zu sammeln. Jede politische Weltsicht, die nicht der ihren entspricht, wird mit dem Stempel "ideologisch" abqualifiziert. Deswegen "fordert" sie auch ständig, insgesamt 28 mal. Dahinter (also im Rucksack) steckt ihre Weigerung oder ihr Unvermögen.

Woraus erfahren wir denn mehr über die zu erwartende Politik der AfD – aus den Aussagen des Grundsatzprogramms oder aus seiner Sprache?

Beides. Denn die Aussagen sind ja oft klar und deutlich, zum Beispiel im Kapitel 12.1 "Klimaschutzpolitik: Irrweg beenden". Haarsträubend dumme, weil uninformierte Behauptungen. Prof. Harald Lesch hat den Unsinn in einem YouTube-Video auseinander genommen. Ist ja klar, dass Nationalisten den Klimawandel leugnen, weil er eines der vielen Probleme ist, die sich durch Abschottung nicht lösen lassen. Wenn sich Inhalte aber im Schafspelz verbergen, ist es lehrreich, hinter die sprachlichen Kulissen zu blicken. Also in den Bedeutungsrucksack. Wenn die AfD über "Frühsexualisierung" räsoniert, ist er prall gefüllt mit Angst erregenden Gefühlen, die das Wort hervorruft. "Sexualisierung" impliziert, dass man jemanden gegen seine Willen zu solchen Handlungen gezwungen wird. "Früh" lässt uns an die Schutzbedürftigkeit der Kinder denken. "Kinderpornographie" ist die nächste Assoziation. Es schwingt der Missbrauch von Kindern mit.

Sie behaupten ja, Sie würden im Buch ihre persönliche Meinung zurückhalten. Das ist natürlich ein Trick, denn durch die Auswahl der passenden Zitate wird Ihr Standpunkt ja klar. Schlägt Ihr Herz links?

Anatomisch gesehen stimmt das sowieso. Und zum Thema "Standpunkt" sagte der Mathematiker David Hilbert: "Ein Standpunkt ist ein Gesichtskreis mit dem Radius null." Und das ist mein Dilemma, das ich im Buch auch offen zugebe: Ich sympathisiere je nach Problem mit den Konzepten der unterschiedlichsten Parteien, von ganz links bis ganz rechts. Wobei – auch das steht im Buch – dies sehr unscharfe Kategorien für eine innere Einstellung sind.

Welche ganz rechte Position teilen Sie?

Ich fordere eine Obergrenze (lacht). Wenn jedes Jahr die ca. 40 Millionen Wohnungen in Deutschland einen oder zwei Flüchtlinge aufnehmen, ist die Obergrenze erreicht.

Das könnte auch Martin Sonneborn gesagt haben.

Sehen Sie! Wie unsinnig die Diskussionen um solche Schlagwörter sind. Nicht umsonst heißen sie ja so. Sie sind inhaltsleere Schaumstoffkeulen, die man sich öffentlichkeitswirksam um die Ohren haut. Worum man konkret streitet, bleibt verborgen.

Glauben Sie, mit Ihren Argumenten AfD-Anhänger überzeugen oder gar bekehren zu können?

Ich habe ja geschrieben: "Wenige reagieren positiv, wenn man ihnen einen Denk bzw. Logikfehler nachweist (auch ich fühle mich dabei nicht glücklich)." Das gilt auch für jede Weltsicht. Ich sähe es gerne, wenn man zuhören, nachdenken und abwägen könnte, bevor man eine eigene Meinung heraussprudelt. Ich habe es versucht – und sogar Positives im AfD-Programm entdeckt.

Cover

Am Wochenende hat die AfD auf einem Parteitag ihr Programm für die Bundestagswahl verabschiedet. Unterscheidet sich dieses wesentlich vom Grundsatzprogramm?

Ja, der Parteitag fing schon gut an. Jörg Meuthen ist Universitätsprofessor, und man würde eigentlich Intelligenz und Bildung bei ihm vermuten. Er bezeichnete die Vertreter "aller etablierten Parteien" unter dem Gegröle der Delegierten als "diese Figuren". Was steckt in dem Bedeutungsrucksack? Diese herablassende Bezeichnung degradiert sie von Mitmenschen zu bloßen Gegenständen, die man herumschieben kann wie beim Schach. Damit werden sie zu Marionetten der "herrschenden Klasse". Also, das ist schon intelligent: die gezielte Herabwürdigung von politisch Andersdenkenden. Es schafft ein schönes Feindbild: "wir", die Guten, gegen "die anderen". Ein anständiger Umgangston gehört wahrscheinlich zur "politischen Korrektheit", die die AfD ja vehement ablehnt.

Und das neue Wahlprogramm …

… zeigt wieder, wie eine nationalistisch verzerrte Weltsicht den Blick auf die Realität trüben kann. Nachdem Frauke Petry mit ihrem Versuch, die rechten Spitzen zu zähmen, gescheitert ist, werden die Formulierungen immer radikaler – im Sinne von Jörg Meuthen. Ein sprachliches Bonbon ist die geforderte "Minuszuwanderung". Ein Euphemismus wie das erwähnte Negativwachstum. Gemeint ist: "Schmeißt sie raus, die Asylanten!" Auch der Titel des ersten Kapitels "Wiederherstellung der Demokratie" ist verräterisch – die Behauptung, Deutschland wäre keine Demokratie. Ich dachte, das glauben nur Wirrköpfe wie die "Reichsbürger".

Die AfD steht "Für ein klares Familienbild" und ist gegen "Propagandaaktionen wie den 'Equal Pay Day'". Aha! Die Frau gehört an den Herd und soll Kinder kriegen, "damit Deutschland sich nicht abschafft!" Das ist das "Staatsziel des Erhalts unseres Staatsvolks". Und, wenn sie schon arbeiten möchte, dann soll sie wenigstens weniger verdienen, wie bisher. Weiter geht’s: "Kohlenstoffdioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben", wie schon im Grundsatzprogramm. Es ist inzwischen zum "Spurengas" mutiert, kommt also praktisch nicht vor und hat sich schon gar nicht in seiner Konzentration in der Atmosphäre verdoppelt. Während die Gletscher wegschmelzen und die Permafrostböden auftauen, will die AfD "Das Pariser Klimaabkommen vom 12.12.2015 kündigen. Deutschland soll aus allen staatlichen und privaten »Klimaschutz«-Organisationen austreten und ihnen jede Unterstützung entziehen." Spätestens an dieser Stelle wendet sich doch jeder einigermaßen an der Realität orientierte Wähler ab.

Aber vielleicht wartet er ja auf den letzten Knüller im Wahlprogramm, den man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen muss: "Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiv identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst."

Danke für das Gespräch.

Jürgen Beetz: Auffällig feines Deutsch. Verborgene Schlüsselwörter eines Parteiprogramms. Aschaffenburg 2016, Alibri Verlag, 145 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-86569-230-6, 10,00 Euro

Siehe auch die Rezension zum Buch im hpd.

Kommentare (33)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 25 Apr 2017 - 13:27

Wohltuend anders, diese Besprechung.
Aber "Positives im AfD-Programm"? Da möchte ich doch gleich einmal nachfragen.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Do. 27 Apr 2017 - 21:37

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Aber ja. Ich will es hier nicht noch einmal aufzählen, was in meinem Buch steht (kaufen! lesen!), deswegen nur EIN Beispiel: „Tiere sind Mitgeschöpfe und keine leblosen Gegenstände. Als fühlende Wesen haben sie ein Recht auf eine artgerechte Haltung.“ Es lohnt sich immer, den politisch Andersdenkenden nicht pauschal zu verteufeln, sondern differenziert hinzuschauen. Danke für Ihren Kommentar.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Sa. 29 Apr 2017 - 01:58

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Nu ja, trotz solcher und ähnlicher Minimalismen bleibt m.E. unterm Strich ein krass fettes Minus - will sagen, unwählbar.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Sa. 29 Apr 2017 - 15:29

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Es sind schon ein paar Mimimalismen mehr, aber ja: "unterm Strich ein krass fettes Minus - will sagen, unwählbar.". Ich hoffe, das habe ich auch unmissverständlich in meinem Buch zum Ausdruck gebracht.

little Louis (nicht überprüft)

Di. 25 Apr 2017 - 14:40

Na ja, Herr Rezensent (oder Heer Jürgen Beetz),
was soll ich jetzt von dem Buch halten? :

1) "Verborgene Schlüsselwörter EINES Parteiprogramms"
Will der Autor mir damit etwa suggerieren,dass einzig und allein EIN Parteiprogramm einer einzigen Partei in unserer hiesigen Perfektdemokratie sich der von ihm analysierten propagandistisch- rhetorischen Wortbedeutungstricks (Framing usw.) bedienen würde?

Die allergeringste (wissenschaftliche) Anforderung an ein solches Vorhaben wäre wohl eine objektiv- vorurteilsfrei vergleichende Analyse der öffentlichen Verlautbarungen ALLER Parteien in die Bezug auf die Häufigkeit von Framing- Techniken.

2)Zu: "...Jede politische Weltsicht, die nicht der ihren entspricht, wird mit dem Stempel "ideologisch" abqualifiziert..." (Zitatende)
Das kommt sicher vor, ist aber auch genau die Methode, mit der weltweit Neokonservative Hardcorekapitalisten versuchen, die (vor allem linken) Kritiker Ihrer Ideologie mit penetrantem Hinweis auf Rationalität einer ideologischen Irrationalität zu bezichtigen.

3.) Generell zur Methode: Man sollte auch hier Vorsicht walten lassen: Schon K.R.Popper hat vor einer Überschätzung der Bedeutung von Sprachspielchen zu reinen Wortbedeutungen (und Definitionen) gewarnt.

4)Zu:
".... Denn die Aussagen sind ja oft klar und deutlich, zum Beispiel im Kapitel 12.1 "Klimaschutzpolitik: Irrweg beenden". Haarsträubend dumme, weil uninformierte Behauptungen. Prof. Harald Lesch hat den Unsinn in einem YouTube-Video auseinander genommen. Ist ja klar, dass Nationalisten den Klimawandel leugnen, weil er eines der vielen Probleme ist, die sich durch Abschottung nicht lösen lassen. Wenn sich Inhalte aber im Schafspelz verbergen, ist es lehrreich, hinter die sprachlichen Kulissen zu blicken....." (Zitatende)

Gerade den (vermutlich jesuitisch geprägten)Vatikanapologeten Harald Lesch als objektiven wissenschaftlichen Aufklärer zu präsentieren, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Der Autor sollte sich mal informieren, was ein Herr Lesch sonst noch so (vor allem auf seinem Youtube- Kanal) so von sich gibt.Vor allem auch bezüglich Themen mit Religionsbezügen. Nicht wenige geben sich im Hauptberuf als "knallharte" Wissenschaftler, fahren aber nach Dienstschluss die christliche Esoterikschiene.
(Wenn natürlich auch modisch christlich- entmythologisiert halbaufgeklärt).

Es gibt in der Wissenschaft keine Gewissheiten. Auch nicht in Bezug auf das Ausmaß der Rolle von CO2 Im Klimageschehen. Wer etwas anderes behauptet betreibt eine politische Agenda. Ganz genauso, wie vielleicht die AfD,welche die (nach meiner persönlichen aber begründeten Ansicht noch offene) CO2 -Problematik als propagandistische Waffe benutzt. Die weltanschaulichen Gegner der AfD, die der AfD durch CO2- Naivität bewusst oder aus Verblendung offene Flanken bieten,schaden Ihrer eigenen Agenda dadurch (leider) selbst am meisten.
Leider unterschätzt der Buchautor wohl an vielen weiteren Stellen die meisten "der an der Realität interessierten Wähler". Er sollte sich nicht ganz so einfach machen.

Und woher ist der Buchautor eigentlich so sicher, dass er nicht selbst Gefangener einer durch "framing" geschaffenen Schein-"Realitätsblase ist? Seine Bemerkungen nach dem David Hilbert- Zitat lassen zumindest eine gewisse Orientierungs- bzw. Ratlosigkeit auch diesbezüglich vermuten. Mich jedenfalls hinterlassen seine Sätze dort etwas ratlos.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Do. 27 Apr 2017 - 22:47

Antwort auf von little Louis (nicht überprüft)

Danke für Ihre ausführlichen Anmerkungen. Ich versuche Ihnen zu sagen, was Sie von dem Buch halten sollen. ;-)
Zu 1: Sie haben völlig recht. Aber aus aktuellem Anlass habe ich mit der AfD angefangen. Selbstverständlich findet man Deutungsrahmen auch in den Programmen aller anderen Parteien. Vielleicht mache ich ja eine Buchserie daraus (*Scherz!*)
Zu 2: Auch da stimme ich Ihnen zu, der Ideologie-Vorwurf ist nahezu universell und eine pauschale Keule.
Zu 3: Klar, man kann die Interpretation auch überdehnen.
Zu 4: Ich bin ziemlich gut informiert, was „ein Herr Lesch sonst noch von sich gibt“. Auch Ihre Formulierung hat da schon einen kleinen Rucksack mit einem etwas verächtlichen Ton, meinen Sie nicht? Ich halte ihn für einen ernstzunehmenden Wissenschaftler. Ich bin ziemlich sicher, dass die Fachwelt sich hinsichtlich der CO2-Problematik weitgehend einig ist. Und natürlich bin ich auch (wie jeder andere Mensch) Gefangener der Interpretationen durch unsere Deutungsrahmen. Das kann man gar nicht vermeiden. Umso wichtiger ist es, sie zu erkennen (eben auch bei sich selbst).

@J.B.
Danke für die sachliche Reaktion. Dann sind wir uns ja in fast allem einig. Mal abgesehen vom Münchne Astrophysiker und Allerweltserklärer. Ich habe seine Sendungen schon seit den Anfangszeiten gesehen und auch später mal ein wenig recherchiert. Eine gewisse weltanschaulische (oder gesellschaftspolitische) Agenda (wenn auch oft etwas getarnt) kann man wohl kaum übersehen. Wär ja nicht schlimm. Leider benutzt er aber einen immer wieder gepflegten Nimbus eines völlig unabhängigen Naturwissenschaftlers für "Volksaufklärung". Wobei die oben erwähnte "Agenda" sehr vielen wegen der Ehrfurchtsstarre bezüglich des (all-) "wissenden" Wissenschaftlers nicht auffällt. Und Sie wissen selbst bestimmt auch, aus welchen Münchner (akademischen) "Ställen" der Herr Lesch kommt.
Und nur nebenbei: Wissenschaft ist keine parlamentarische Ratsversammlung ,in welcher Qualität und wissenschaftliche Relevanz von Forscherprodukten ganz einfach durch mehrheitliche Meinungsbekundungen der "Fachwelt" "festgelegt" werden. Selbst dann nicht, wenn es um eventuell drohende Weltkatastrophen geht. Zwischen Realität und hehren (oft auch richtigen) (wissenschafts-) theoretischen Ansprüchen herrscht oft ein himmelweiter Unterschied. Ganz so wie in den Religionen - oder auch im historischen
REAL- "Sozialismus".
Aber das wissen Sie sicher selbst genauso gut.
Grüße von L.L.

Klaus D. Lubjuhn (nicht überprüft)

Di. 25 Apr 2017 - 15:17

Zu Rednern der AfD: "Das ist der Schafspelz. Aber der Wolf zeigt sich eben, wenn man in den Bedeutungsrucksack blickt. Dort steckt die eigentliche Aussage, die eigentlich transportierte Bedeutung der weichgespülten Begriffe". (Zitat) - "Auffällig feines Deutsch" hört man aber - gerade zu Wahlkampfzeiten - von allen Seiten, von anderen Parteien, in den verschiedenen Medien, die manchmal auch das Vokabular der Politik einfach übernehmen - nicht nur bei Zitaten. Die von Jürgen Beetz in den Fokus genommene AfD kann - wg. ihrer späten Ankunft in der Politik (seit 2013) - wohl kaum als Vorreiter dieser sprachlichen "Modulationskunst" gelten. Man schaue sich nur die "UNWORTE" der vergangenen Jahre an: 1999: Kollateralschaden"; 2001: "Gotteskrieger"; 2005: "Entlassungs-
produktivität"; 2008: "notleidende Banken"; 2010: "alternativlos" (geprägt von der Bundeskanzlerin). Also bitte mit gleichem Maß messen.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Do. 27 Apr 2017 - 22:52

Antwort auf von Klaus D. Lubjuhn (nicht überprüft)

Auch Ihnen meinen Dank, und die Antwort @little Louis gilt auch hier: Ja, alle Parteien (und andere Personen des öffentlichen Lebens) arbeiten mit solchen "frames". Die "Unworte" sind immer die herausragendsten Exemplare dieser Gattung.

Jens J. Korff (nicht überprüft)

Do. 27 Apr 2017 - 16:34

Was den letzten "Knüller" betrifft, muss ich (als Historiker) an der Stelle der AfD sogar ein Stückweit Recht geben. Wenn "deutsche Geschichte" identisch sein soll mit der Geschichte der Jahre 1933-1945, dann liegt eine grob verzerrte Optik vor. Was allerdings sind "positiv identitätsstiftende Aspekte deutscher Geschichte"? Ich nominiere z. B. Rosa Luxemburg, Hugo Haase, die Novemberrevolution 1918, die "Weltbühne", Bertolt Brecht, Heinrich Böll oder Kurt Edelhagen. Da wird kaum ein AfD-Deutschnationaler mitgehen.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Fr. 28 Apr 2017 - 19:09

Antwort auf von Jens J. Korff (nicht überprüft)

Danke auch für diesen Kommentar, aber damit etwas Leben in die Bude kommt, möchte ich hier doch widersprechen. „Ein Stück weit“ scheint ja akzeptabel, aber was ist, wenn nach dem zugestandenen kleinen Finger plötzlich der ganze Arm fehlt? Die vorgebliche Fixierung auf das Dritte Reich wird ja gerne von Relativierern benutzt, um die gesamte Zeit zu verharmlosen. Es gibt meines Wissens auch keine Zahlen, keine Studie und keine Untersuchung, wie viel Beschäftigung mit der Nazizeit „zu viel“ ist. Und außerdem ist der Historiker hier voll auf das „framing“ hereingefallen. Er kontert mit Fakten und sieht den Eisberg nicht. Die AfD will keine wie auch immer geartete „quantitativ gerechte“ Behandlung dieser Epoche, sondern alle Erinnerung daran verdrängen. An die Anfänge (ein allmähliches Erstarken der Rechten, wie heute), an die Fixierung auf „das Volk“ (das völkische, wie heute) und auf den Jubel der tumpen Massen (wie heute). Fast bin ich geneigt, Sympathie für Mutter Frauke zu empfinden, die die Partei in Richtung „mitmachen“ statt „Zerstörung des Systems“ lenken wollte. „Wehret den Anfängen!“ ist schon ein richtiges Prinzip, aber natürlich (wie immer im Leben) darf man nicht überall Gespenster sehen. Und nicht nur Inhumanes in Nazi-Dämonen entdecken und alle anderen in der menschlichen Geschichte übersehen. Aber ein Genozid wird nicht verzeihlich, wenn man auf die anderen hinweist (ein beliebter rhetorischer Tiefschlag): Ich schlage einen tot und entschuldige mich (im wahrsten Sinn des Wortes) mit dem Satz: "Aber die Mafia bringt doch auch Leute um, sogar noch viel mehr!"

Rudi Knoth (nicht überprüft)

So. 30 Apr 2017 - 18:21

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Zitat:"Es gibt meines Wissens auch keine Zahlen, keine Studie und keine Untersuchung, wie viel Beschäftigung mit der Nazizeit „zu viel“ ist. "

Meiner Meinung ist dies ganz einfach: Wenn die Leute nicht mehr wissen wie lange der Dreissigjährige Krieg war. Ich kann mich an eine Diskussionsveranstaltung erinnern, in der Oliver Pocher sagte:"Geschichte in der Schule war Ägipter, Griechen, Römer und dann das Dritte Reich. Und von der Zeit danach gab es nichts."

Ich fürchte, dass weder Oliver Pocher noch ich (und vielleicht auch nicht Rudi Knoth) wissen, welchen Raum das "3. Reich" im Geschichtsunterricht einnimmt.

Rudi Knoth (nicht überprüft)

Di. 2 Mai 2017 - 12:05

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Es soll sein Geschichtunterreicht gewesen sein.

Rudi Knoth (nicht überprüft)

Mo. 1 Mai 2017 - 09:11

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Zitat:" Er kontert mit Fakten und sieht den Eisberg nicht. Die AfD will keine wie auch immer geartete „quantitativ gerechte“ Behandlung dieser Epoche, sondern alle Erinnerung daran verdrängen."

Stimmt dies denn wirklich? Es kann auch sein, daß die Afd wie z.B. Björn Höcke in seinem Geschichtsunterricht die Zeit von 1806 bis 1870 auch im Geschichtsunterricht behandelt wird. Dummerweise war die auch die Zeit von Goethe, Schiller, Beethoven, Gauss, Liebig und Wöhler.

(siehe oben) Die Zeit von 1806 bis 1870 kommt im Geschichtsunterricht wirklich nicht vor?! Quelle? Soll ich mal die Lehrpläne gugeln?

Rudi Knoth (nicht überprüft)

Di. 2 Mai 2017 - 12:12

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Wohl nach Herrn Höcke zuwenig. Aber ich habe von einem Bekannten, der vor wenigen Jahren (<3) die mittlere Reife bekommen hatte, gehört, daß die NS-Zeit etwa 2 Jahre im Geschichtsunterricht dauerte. Der Dreissigjährige Krieg übrigens nur 2 Wochen. Dies hier in Bayern.

Rudi Knoth (nicht überprüft)

Mo. 1 Mai 2017 - 14:02

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Korrektur:

Zitat:" Er kontert mit Fakten und sieht den Eisberg nicht. Die AfD will keine wie auch immer geartete „quantitativ gerechte“ Behandlung dieser Epoche, sondern alle Erinnerung daran verdrängen."

Stimmt dies denn wirklich? Es kann auch sein, daß die AfD wie z.B. Björn Höcke will, daß im Geschichtsunterricht bevorzugt die Zeit von 1806 bis 1870 behandelt wird. Dummerweise war dies auch die Zeit von Goethe, Schiller, Beethoven, Gauss, Liebig und Wöhler (Harnstoffsynthese). In dieser Zeit kam auch der Spruch "die Deutschen das Volk der Dichter und Denker" auf.

Jens J. Korff (nicht überprüft)

Di. 2 Mai 2017 - 11:50

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Die Fixierung auf Hitler, Goebbels usw. beobachte ich vor allem in den Medien, besonders im Fernsehen. Der Geschichtsunterricht an den Schulen dürfte tatsächlich erheblich vielfältiger sein als Pocher in satirischer Verkürzung behauptet. Die Fixierung der Medien hat aus meiner Sicht den Nachteil, dass Sendezeit, die man für Nazigeschichten verwendet, für andere wichtige Geschichten, z. B. die der Novemberrevolution 1918, verloren geht. Damit geht oft auch der Aspekt verloren, dass viele Deutsche schon lange vor 1945 erkannt haben, welche Gefahr mit den Nazifaschisten verbunden war. Und lange vor 1918, welche Gefahr mit der Kriegstreiberei ab 1911 verbunden war. So befördert die einseitige Sichtweise ungewollt die Selbstrechtfertigung vieler Deutschnationaler und Nazi-Mitläufer nach dem Krieg, man habe ja "gar nicht anders gekonnt" und "gar nicht wissen können". Und es gerät aus dem Blickfeld, dass es in der deutschen Geschichte immer wieder alternative Entwicklungswege gab. Sie hätte auch ganz anders verlaufen können. Es war Hitler selbst, der sich in seinem Größenwahn als unausweichliches Schicksal der Deutschen stilisiert hat. In diese Falle tappen die Medienhistoriker, wenn sie immer wieder auf Hitler zurückkommen. Was die AfD dabei will, ist mir, zugegeben, ziemlich egal. Wir könnten sie mit Gedanken Kurt Eisners, Gustav Landauers oder Carl von Ossietzkys schlagen.

Rudi Knoth (nicht überprüft)

Di. 2 Mai 2017 - 12:21

Antwort auf von Jens J. Korff (nicht überprüft)

Zitat:"Der Geschichtsunterricht an den Schulen dürfte tatsächlich erheblich vielfältiger sein als Pocher in satirischer Verkürzung behauptet. "

Eigenlich war er als Gast in einer ernstgemeinten Runde zum Film "Unsere Mütter, Unsere Väter" zu sehen. Allerdings wurde mit einem Lehrplan dieses Bild widerlegt und ein doch plausibler Lehrplan vorgelegt. Also auch mit Dreissigjährigem Krieg.

Dr. Nathan War… (nicht überprüft)

Fr. 5 Mai 2017 - 20:04

*Denn die Aussagen sind ja oft klar und deutlich, zum Beispiel im Kapitel 12.1 (des Grundsatzprogramms der AfD) "Klimaschutzpolitik: Irrweg beenden.

Haarsträubend dumme, weil uninformierte Behauptungen. Prof. Harald Lesch hat den Unsinn in einem YouTube-Video auseinander genommen. Ist ja klar, dass Nationalisten den Klimawandel leugnen, weil er eines der vielen Probleme ist, die sich durch Abschottung nicht lösen lassen.*

ES reicht nicht aus, sich auf einen Prof. zu verlassen. Im Kapitel 12.1 des Grundsatzprogramms der AfD wird der Klimawandel nicht geleugnet, sondern bestätigt. (Um religiöse Gegen"Leugner" zu beruhigen : Ich wähle NICHT die AfD).
Klimawandelleugnung als Folge des Nationalismus zu erklären, ist eine steile These. Ich kenne gebildete Internationalisten, die die KlimaERWÄRMUNG nicht hauptsächlich und allein auf den Menschen konzentrieren, so wie es alle monotheistischen Religionen vormachen.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Fr. 19 Mai 2017 - 19:30

Antwort auf von Dr. Nathan War… (nicht überprüft)

Ja, die AfD hat den "Klimawandel nicht geleugnet". Aber sie hat ihn als harmlos und "natürlich" dargestellt (man lese Kap. 12.1 ff). Ja, vielleicht ist er "natürlich" --- so wie es natürlich war, dass der Meeresspiegel um 100 m höher war oder Europa vereist war. Aber kein Mensch mit Vernunft leugnet, dass die Klimaänderungen nebst vielen anderen Umweltschäden von Menschen gemacht wurden und Menschen bedrohen. Es ist nicht EIN Prof., es sind FAST ALLE Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen. (NB.: "so wie es alle monotheistischen Religionen vormachen." <== was ist damit gemeint?)

Dieter Weller (nicht überprüft)

Fr. 5 Mai 2017 - 23:28

Mir scheint, dass man hier im linken Kreis unter sich ist, denn die Diskussion hier im Forum gleicht einer, in der es nur um Nuancen der moralischen Empörung, Ablehnung und "Entlarvung" der AfD geht.
Mir machen Politiker dieser Partei keine Angst, wohl aber regierende Politiker, die eine grenzenlose und obergrenzenlose Zuwanderung als alternativlos darstellen, die den Leuten einreden, dass man Grenzen nicht schützen kann, und daher auch nicht genau wissen kann, wer eigentlich im Land ist.
Wenn man dieses für falsch hält, den politischen Islam durchaus als Bedrohung einer freiheitlichen Gesellschaft ansieht, oder den Euro als eine volkswirtschaftlich unsinnige Frühgeburt ansieht, bietet die deutsche Parteienlandschaft keiner Alternative zur AfD.
Alle diese Ansichten sind übrigens mitnichten demokratiefeindlich, oder rassisitsch, und Herr Beetz, den "Schaf im Wolfspelz", den finden Sie in jeder Partei, wenn Sie nur danach suchen würden. Kleines aktuelles Beispiel: SPD-Vize Stegner, hat jüngst nach einer verhinderten Wahlveranstaltung der AfD hier in Kiel öffentlich bekundet, dass er es "sehr bedauerlich" findet, dass die Partei schließlich in einer Dorfgaststätte einen Ersatzort gefunden hat. Was zeigt er damit für ein Demokratieverständnis?

"... die den Leuten einreden, dass man Grenzen nicht schützen kann, und daher auch nicht genau wissen kann, wer eigentlich im Land ist. ..." Zur Zeit sind ca. 40 Mio Leute "auf der Flucht". Mir ist kein humaner Weg bekannt, eine solch grosse Menge aufzuhalten. Sagen Sie bitte Ihre Vorstellungen, wie dies gemacht werden soll. Sonst fühle ich mich gezwungen, inhumane Vorstellungen zu vermuten.

Wer meint das Grenzen durchaus zu schützen sind (wenn auch sicher nicht zu 100%), der ist Ihrer Meinung nach "inhuman"?
Dann seien Sie doch konsequent und fordern die Abschaffung aller Grenzen, und stellen allen Menschenm die ihr Land aus welchen Gründen auch immer verlassenm eine Bleiberecht in Aussicht.
Den hiesigen Sozialstaat können Sie dann aber vergessen, und den gesellschaftlichen Frieden auch.
Und wie human ist das dann eigentlich?

Gepetto (nicht überprüft)

Di. 16 Mai 2017 - 22:23

Interessant. Die meisten kritischen Kommentare lauten in etwa "Das machen die anderen doch auch", besser bekannt aus dem Sandkasten als "Der hat aber angefangen". Nur wird die Grundaussage dadurch kein bisschen weniger wahr, oder die Kritikpunkte automatisch besser. Sollte z.B. ein Taschendieb weniger Strafe bekommen, je mehr Taschendiebe es gibt? Mit guten Grund nicht. Gegenargumente habe ich kaum entdeckt.

Gerhard (nicht überprüft)

Fr. 19 Mai 2017 - 10:21

Antwort auf von Gepetto (nicht überprüft)

Zitat: "Die meisten kritischen Kommentare lauten in etwa "Das machen die anderen doch auch"..."
Das liegt vielleicht daran, dass kritischere Kommentare vom hpd wegzensiert werden.
Laut Wikipedia ist die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre seit Beginn der Industrialisierung um 40 % gestiegen, für den "studierten Ingenieur" Jürgen Beetz ist das eine Verdoppelung. Die Konzentration von CO2 in der Erdatmosphäre beträgt 0,04%, laut Wikipedia handelt es sich um ein Spurengas.
https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Erw%C3%A4rmung
https://de.wikipedia.org/wiki/Erdatmosph%C3%A4re
Zum Thema "Equal Pay Day" empfehle ich Herrn Beetz die Diskussion im Heise Forum.
https://www.heise.de/tp/features/Der-Equal-Pay-Day-und-die-22-Prozent-3364443.html

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Fr. 19 Mai 2017 - 19:36

Antwort auf von Gerhard (nicht überprüft)

re. "dass kritischere Kommentare vom hpd wegzensiert werden." <== haben Sie dafür Beweise?
re. "Verdoppelung" <== ja, das war zu ungenau. 40% ist richtig. Ist das weniger bedrohlich (zudem ist CO2 nur EIN Faktor beim Klimawandel)
re. "Spurengas" <== auch das stimmt, wörtlich gesehen. Aber das habe ich im SPRACHLICHEN Kontext gemeint (wie vieles in meinem Buch). Mit 6 Promille haben Sie auch nur SPUREN von Alkohol im Blut, sind aber vermutlich daran gestorben!

Gerhard (nicht überprüft)

Mo. 29 Mai 2017 - 15:10

Antwort auf von Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Zitat: "haben Sie dafür Beweise?"
Ja, es wurden bereits mehrere meiner kritischen Kommentare nicht freigeschaltet, auch zu diesem Artikel wurde ein Kommentar nicht freigeschaltet. Da ich von den meisten Kommentaren vor dem Absenden Kopien mache kann ich das auch jederzeit belegen.

Zitat: "Ist das weniger bedrohlich"
Die Meinungen der Klimaforscher sind dazu sehr widersprüchlich.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/vorhersagen-im-5-ipcc-bericht-2013-kritik-am-uno-klimareport-a-926348.html

Zitat: "Mit 6 Promille haben Sie auch nur SPUREN von Alkohol im Blut, sind aber vermutlich daran gestorben!"
0,04 Prozent entsprechen allerdings auch nicht 6 Promille sondern 0,4 Promille, und mit dieser Blutalkoholkonzentration dürfen Sie sogar Auto fahren, solange Sie keinen Unfall verursachen, niemanden gefährden oder kein auffälliges Fahrverhalten zeigen. Kann es sein, dass Sie mit der Mathematik auf Kriegsfuß stehen?
Während eine Blutalkoholkonzentration von 0,0 Prozent keinerlei negative Folgen für Sie oder für das Überleben der Menschheit hätte würden Sie und die Menschheit bei einer CO2-Konzentration von 0,0 Prozent vermutlich in relativ kurzer Zeit sterben, weil die Pflanzen ihr Wachstum einstellen würden (Stichwort Photosynthese).
Zitat Wikipedia: "Die oxygene Photosynthese ist der bedeutendste biogeochemische Prozess der Erde und auch einer der ältesten. Sie treibt durch die Bildung organischer Stoffe mittels Sonnenenergie direkt und indirekt nahezu alle bestehenden Ökosysteme an, da sie anderen Lebewesen energiereiche Baustoff- und Energiequellen liefert."
Ich kann inhaltlich keinen großen Unterschied zur Aussage der AfD "Kohlenstoffdioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben" sehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Photosynthese

Zitat: "Aber das habe ich im SPRACHLICHEN Kontext gemeint"
Kennen Sie die Redewendung "Öffentlich Wasser predigen und heimlich Wein trinken"?

Zitat. "Während die Gletscher wegschmelzen und die Permafrostböden auftauen ..."
"Der Himalaya schmilzt" war wohl eine Ente des IPCC.
http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/533682/Statt-Himalaya-schmilzt-Glaubwuerdigkeit

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Di. 30 Mai 2017 - 14:05

Antwort auf von Gerhard (nicht überprüft)

re. "auch zu diesem Artikel wurde ein Kommentar nicht freigeschaltet." Der würde mich interessieren. Wie können Sie mir den zur Verfügung stellen?
re. "6 Promille": Sie wollen mir doch nicht unterstellen, "dass Sie mit der Mathematik auf Kriegsfuß stehen?", oder? Dass ich im Ernst die menschliche Toleranz gegen Alk mit der CO2-Toleranz der Atmosphäre vergleichen will? Sie haben nicht verstanden, dass ich damit nur das Argument "ist ja nur ganz wenig" karikieren wollte? Und auch nicht, dass AfD's "Kohlenstoffdioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben" natürlich eine richtige Aussage ist, aber in ihrem Kern die Leugnung der bedrohlichen Klimaänderungen rüberbringt?
re. Ihre sonstigen Argumente: Wenn ich Sie richtig interpretiere, sind also auch Sie (im Gegensatz zur überwältigenden Mehrheit der Fachleute) der Meinung, der "menschengemachte Klimawandel" sei eine Schimäre, existiere nicht. Das ist also alles Quatsch, den sich ein paar Spinner beim IPCC (oder wie Trump meint, die Chinesen) ausgedacht haben?
PS. Die Wasser/Wein-Anspielung habe ich nicht verstanden.

Jürgen Beetz (nicht überprüft)

Di. 30 Mai 2017 - 14:13

Antwort auf von Gerhard (nicht überprüft)

PPS. Hier kann man auch noch Interessantes lesen:
http://blog.gwup.net/2015/12/04/klimawandel-das-netzwerk-der-leugner-und-der-aktuelle-stand-der-forschung/
Eine Untersuchung von John Cook von der University of Queensland aus dem Jahr 2013 sagt: "Von allen Fachveröffentlichungen zum Klimawandel, die zwischen 1991 und 2011 erschienen (ca. 12.000), stimmten mehr als 97 Prozent mit dem wissenschaftlichen Konsens überein.”

Zitat: "Wenn ich Sie richtig interpretiere, sind also auch Sie (im Gegensatz zur überwältigenden Mehrheit der Fachleute) der Meinung, der "menschengemachte Klimawandel" sei eine Schimäre, existiere nicht."
Nein, Sie verstehen mich nicht richtig, weil Sie offenbar nur Schwarz-Weiß denken können.

Ah, die 97-Prozent-Falle darf natürlich auch nicht fehlen.
Zitat aus Spiegel Online: "Die Uno berät über einen Weltklimavertrag, Wissenschaftler nutzen das für eine Kampagne: Sie behaupten, 97 Prozent der Klimaforscher seien sich einig. Doch das ist nur die halbe Wahrheit."
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-97-prozent-konsens-bei-klimaforschern-in-der-kritik-a-992213.html

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Sie persönliche Herabsetzungen ("keine Ahnung von Mathe" und "offenbar nur Schwarz-Weiß denken" unterlassen könnten?!
"Nein, Sie verstehen mich nicht richtig," <== dann reden Sie doch mal Klartext (anstelle der kleinlichen Argumenten- und Zitateklauberei) --- wie ist denn Ihre Position a) zum "Klimawandel" und b) zur AfD?
Dann könnten wir vielleicht konstruktiv weiter diskutieren.

Unterstützen Sie uns auf Steady!

Mehr lesen über:

Verwandte Artikel