Ungläubiger Bischof
Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, zweifelt an der Existenz Gottes.
Das ist so, schreibt die Süddeutsche, "als würde Kanzlerin Merkel die Demokratie zu einer minderwertigen Staatsform erklären. Als würde die Queen die Sinnhaftigkeit des Fünf-Uhr-Tees in Frage stellen. Oder Flughafenchef Hartmut Mehdorn öffentlich erklären, dass der Hauptstadtflughafen BER mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu unser aller Lebzeiten seinen Betrieb nicht mehr aufnehmen wird."
"Was, um Gottes willen, sagt es über den Zustand der Welt aus, wenn er selbst einen Erzbischof an der Theodizee scheitern lässt?" fragt die Zeitung.
Das ist jedoch die falsche Frage. Denn richtig wäre: Was sagt es über "Gott" aus, wenn die Welt auch ohne ihn erklärbar ist?
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Anstatt die einzig richtige
Anstatt die einzig richtige und ehrliche Konsequenz zu ziehen, tut der Bischof das, was alle Kirchenleute tun, wenn sie erkennen, dass ihre Geschäftsgrundlage weggefallen ist: Sie verlieren sich in Tiefsinnigkeiten, faseln von Jesus - ein Hirnverzwirner sondergleichen, dieser Bischof. "Ich glaube, weil ich glaube, weil ich glaube, weil ich glaube."
Ein weiteres Stückchen Erde
Ein weiteres Stückchen Erde hat sich beim von mir vorausgesagten Erdrutsch der Religionen gelöst. Mag der Erzbischof noch ein Weilchen an Jesus festhalten, bis auch dieser ihm nicht mehr antwortet. Denn wenn es keinen Vater gibt, gibt es auch keinen Sohn - oder ist Josef sein neuer Gottvater? Und ist Jesus weg, was dann...? Jobcenter, umschulen? Die schöne Pension riskieren? Ich weiß es nicht. Jedenfalls wäre das für mich die Höchststrafe, weiterhin in bunten Frauengewändern sinnleere Formeln brabbeln - ungläubig inmitten fanatischer geistlich Kranker. Das wäre meine Definition von Hölle. Frage: Wann ist der Papst so weit?
Nur wieder einer, der denkt
Nur wieder einer, der denkt und den Mund aufmacht. Es gibt bereits viele,
die aus dem Priesteramt freiwillig ausgeschieden sind und denen geht es auch nicht schlechter oder besser, als den verbliebenen Restgläubigen.
Warum wohl wird in
Warum wohl wird in Deutschland sogar von Staats wegen den Kirchenvertretern so viel Geld gegeben? Damit die bei der Stange bleiben. Was anderes haben Priester nicht gelernt, wären also bei einem Austritt überhaupt nicht mehr versorgt. So funktioniert Kirche in Deutschland und mit der Politik zusammen gilt eine Songzeile eines Reinhard Mey Liedes von 1994 "Halt Du sie dumm, ich halt sie arm!"
Nicht ohne Sympathie
Nicht ohne Sympathie registriert man die Wandlungen des Herrn Bischof. Man sollte ihm zuflüstern, dass er mit seinen Einsichten nicht allein ist. Es scheint, dass sich Vernunft – wenn man sie denn zulässt – nicht unterdrücken lässt. Und auf den Grund gehendes Denken ist nun einmal mit dem Hinterfragen der Dinge verbunden. Denken heißt deshalb immer auch, mit Gründen zu zweifeln. Aber genau das ist ja die Ursache, weshalb sich Vernunft und Glaube eben so schlecht vertragen.