Unberechtigte Rassismus-Vorwürfe gegen Karikaturistin Franziska Becker

Shitstorm wegen islamkritischer Karikaturen

Am Samstag wird die Karikaturistin Franziska Becker für ihr Lebenswerk mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes geehrt. Doch im Vorfeld der Verleihung entbrannte ein Shitstorm gegen Becker, weil sie in einigen Karikaturen auch den fundamentalistischen Islam satirisch aufs Korn nimmt. Der Vorwurf: Sie sei islamfeindlich und rassistisch.

Die Karikaturistin Franziska Becker "ist eine der profiliertesten, journalistisch-feministisch engagierten und erfolgreichen Persönlichkeiten, die seit Jahrzehnten spitzfedrig und scharfzüngig das Mit-, Für- und Gegeneinander von Frauen und Männern genüsslich in Szene zu setzen weiß". So der Journalistinnenbund über seine diesjährige Preisträgerin, die am Samstag in Berlin die Hedwig-Dohm-Urkunde für ihr Lebenswerk erhalten wird.

Franziska Becker wurde vor allem durch ihre Karikaturen in der Frauenzeitschrift EMMA bekannt, für die sie seit Ende der 1970er Jahre zeichnet. Doch Becker veröffentlichte auch in Zeitschriften wie der Titanic, dem Stern oder Psychologie heute. Ihre Cartoons und Karikaturen drehen sich meist um feministische Themen, mitunter auch selbstironisch. Nicht selten bekam hierbei wegen ihrer fragwürdigen Haltung zu Frauenrechten die katholische Kirche ihr Fett weg – und seit 1991 gelegentlich auch der fundamentalistische Islam aus demselben Grund.

Beispielbild
Franziska Becker (© EMMA)

Insgesamt sieben Mal beschäftigte sich Becker laut EMMA in der Frauenzeitschrift von 1991 bis 2016 zeichnerisch mit der Politisierung des Islam und der Verharmlosung von Scharia und Burka:

EMMA 9/1991: Schleierhafter Unterschied

EMMA 6/1995: Nur ein Stück Stoff

EMMA 6/2003: Kopftuch & Co.

EMMA 6/2007: Türban mültigülti

EMMA 1/2014: Aus freiem Willen.

EMMA 3/2015: Auf Tuchfühlung

EMMA 6/2016: Nur ein Stück Stoff

Diese Zeichnungen sind es, die nach Bekanntgabe der diesjährigen Preisträgerin des Journalistinnenbundes bei Twitter zu einem Shitstorm gegen Becker führten. Auslöser war ein Tweet der türkischstämmigen Autorin und Journalistin Sibel Schick vom 24. Juni: "Journalistinnenbund zeichet die Arbeit der Emma-Karikaturistin Franziska Becker aus. Sie ist hauptsächlich mit ihren islamfeindlich-rassistischen Comics bekannt."

Obwohl bereits Schicks Aussage, dass Becker hauptsächlich für ihre Comics zum Thema Islam bekannt sei, nachprüfbar falsch ist, erhielt Schicks Tweet Zuspruch von mehreren hochrangigen Medienschaffenden. Jakob Augstein, Miteigentümer der Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG sowie Verleger und Chefredakteur der Wochenzeitung "der Freitag" twitterte: "Für mich sieht das so aus als könne es auch in der Jungen Freiheit stehen." Und die Chefredakteurin des Frauen-Business- und Lifestyle-Magazins "Edition F" Teresa Bücker erklärte auf Twitter: "Da wird einem ja schwindelig, so offen rassistisch insbesondere gegenüber kopftuchtragenden Frauen sind die (Zeichnungen – Anm. d. Red.)."

Der Twitter-Shitstorm gegen Becker führte beim Journalistinnenbund zum Rechtfertigungsdruck. In einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur schwankt die Vorsitzende des Journalistinnenbunds, Rebecca Beerheide, zwischen einer Verteidigung der geplanten Auszeichnung Beckers und der Distanzierung von ihren islamkritischen Zeichnungen.

Denn genau das sind Beckers Zeichnungen: islamkritisch, nicht islamfeindlich-rassistisch. Sie kritisieren die alles andere als gleichberechtigte Stellung der Frau gegenüber dem Mann im fundamentalistischen Islam. Und sie kritisieren auch die kritiklose Verinnerlichung dieser Haltung seitens strenggläubiger muslimischer Frauen. Worum es in Beckers Karikaturen geht, ist also die "scharfe Religionskritik, bzw. die Kritik am Missbrauch von Religionen zur Frauenunterdrückung durch selbstgerechte, schriftgläubige Fanatiker", schreibt Alice Schwarzer zum aktuellen "Karikaturenstreit" in der EMMA. Und sie erinnert hierbei auch an Beckers umfangreiche Kritik an christlichen Hardlinern: "Unvergessen der Cartoon, in dem ein christlicher Priester und Lebensrechtler mit seinem Schild 'Für das Leben' auf eine Gegendemonstrantin einschlägt. Der Vatikan hat sich daraufhin übrigens nicht bei EMMA gemeldet."

Der Fall Becker zeigt erneut, dass für die Kritik am fundamentalistischen Islam hierzulande andere Regeln zu gelten scheinen als für die Kritik an fundamentalistischen Strömungen anderer Religionen. Das sollte nachdenklich stimmen. Ebenso wie die Tatsache, dass der fundamentalistische Islam ausgerechnet von freiheitsliebenden, sich selbst als feministisch begreifenden Linken verbissen gegen jede Kritik verteidigt wird.

Kommentare (44)

A. Diekmann (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 14:12

"Der Vorwurf: Sie sei islamfeindlich und rassistisch." Bilden Muslime eine eigene Rasse? Wohl kaum, also handelt es sich hier um einen Kategorienfehler. Und islamfeindlich? Islamkritisch sicherlich. Und überhaupt: Religionskritik, das ist eine Sache der Linken und der Liberalen

Bernd Herbert (nicht überprüft)

So. 30 Jun 2019 - 10:18

Antwort auf von A. Diekmann (nicht überprüft)

Ich spinne ihr Argument mal weiter:
Bilden Juden eine eigene Rasse? Wohl kaum, also kann das Dritte Reich nicht rassistisch gewesen sein, weil Kategorienfehler,
Merken Sie‘s?

Ulli Druebbisch (nicht überprüft)

Mo. 1 Jul 2019 - 11:06

Antwort auf von Bernd Herbert (nicht überprüft)

Vorsicht!
Geschichtsrelativierung. Bitte so nicht weitermachen.
Kleine informelle Korrektur: Im 3.Reich würde zu diesem Zweck die Ethnologie/Rassenlehre gefördert!

Grüsse
Ulli

Balu (nicht überprüft)

Do. 4 Jul 2019 - 02:33

Antwort auf von Ulli Druebbisch (nicht überprüft)

Was soll denn diese Einlassung bitteschön? Faktisch bilden Juden keine Rasse, nicht einmal ein ethnologisch homogenes Volk. Insofern lagen die Nazis mit ihrer Rassenargumentation (wohl bewusst) falsch. Niemand versucht durch Benennung dieses Umstandes die Geschichte zu "relativieren". Vorsicht: Politische Korrektheit vernebelt den Geist!

Daniel Revermann (nicht überprüft)

Mo. 1 Jul 2019 - 11:49

Antwort auf von Bernd Herbert (nicht überprüft)

Dabei unterschlagen sie das Juden sowohl ein eigenes Volk als auch eine Religionsgemeinschaft sind und die bezeichnung für sowohl den Gläubigen als auch einen Volksangehörigen Jude ist ...

Kann man natürlich machen ist dann halt nur unlauter

Thomas Göring (nicht überprüft)

Mo. 1 Jul 2019 - 21:05

Antwort auf von Bernd Herbert (nicht überprüft)

@ Bernd Herbert

Und was bezweckt Ihr Einwand genau? Nur das Überprüfen/Korrigieren eines (angeblichen) Logik-Fehlers? Oder aber vielmehr – mittels instrumentalisierter "Logik" – die Ächtung von Islamkritik als "islamophoben Rassismus"?

Ihr "Vergleich" stellt der Religionskritik von Islamkritikern ausdrücklich (und d.h.: genau gezielt) die Verteufelung & Verfolgung/Vernichtung der Juden als sog. "Rasse" durch die Nazifaschisten "vergleichend" gegenüber – oder setzt Letztere unterschiedslos(!) neben Erstere...
Damit unterstellen Sie, dass Beides überhaupt auch nur ansatzweise etwas miteinander zu tun hätte.

Habe ich aufgrund einer solchen Ungeheuerlichkeit also davon auszugehen, dass es Ihr Anliegen ist, Islamkritiker in die Nähe der Naziverbrecher des "Dritten Reiches" schieben?

Bernd Herbert (nicht überprüft)

Di. 2 Jul 2019 - 10:51

Antwort auf von Thomas Göring (nicht überprüft)

@ Thomas Göring:
Auf ihre Fragen ein klares Nein.
Es geht mir nicht um eine Achtung von Islamkritik. islamkritik ist absolut notwendig.
Es geht mir nicht um eine Relativierung, noch möchte ich Islamkritiker in irgendeiner Weise als Nazis pauschal brandmarken.
(Meine persönliche Sicht ist übrigens: Ich finde jedwede Form von Religion absurd. Inklusive Islam.)

Ich wollte mit dem Posting nur zum Ausdruck bringen, dass es keiner Rasse bedarf, um Rassimus zu sehen. (Ich persönlich halte sowieso nichts davon, den Rassebegriff auf unsere Spezies anzuwenden, sogar rein aus biologischer Sicht. Nichtsdestotrotz sehe ich Rassismus als Gefahr für unsere Gesellschaft)

Thomas Göring (nicht überprüft)

Mi. 3 Jul 2019 - 18:16

Antwort auf von Bernd Herbert (nicht überprüft)

@ Bernd Herbert,

danke für Ihre klare - und klärende - Antwort!

Hinsichtlich der Notwendigkeit von Religionskritik - incl. Kritik des Islam - stimmen Sie mir somit zu.
Und hinsichtlich der Notwendigkeit strikten Widerstands gegen den Rassismus stimme ich Ihnen zu.

Die Anwendung des Konstrukts "Rasse" auf Menschen ist in letzter Konsequenz mörderisch, wie die Geschichte immer wieder zeigt(e). Siehe allein im 20. Jahrhundert das "Dritte Reich" in Deutschland, aber auch das Rassistenregime in Südafrika sowie die sog. "Rassentrennung" in den Südstaaten der USA (also des Horts von "Freedom and Democracy"...).

Balu (nicht überprüft)

Do. 4 Jul 2019 - 02:03

Antwort auf von Bernd Herbert (nicht überprüft)

Das sehe ich anders. Der "Rassismus" Vorwurf ist zu einem linken Kampfbegriff geworden, der immer unreflektierter eingesetzt wird, wie auch die sog. "Nazi-Keule" als Totschlagargument gegen Andersdenkende.
Es ist Fakt, dass Juden anthropologisch keine Rasse darstellen, ob sie sich als Volk betrachten oder betrachtet wurden, ist dabei irrelevant. Genauso Fakt ist, dass Muslime keine Rasse darstellen, sondern eine multiethnische Religionsgemeinschft sind. Insofern ist der Begriff "Rassismus" in diesem Kontext vollkommen deplaziert, wenn nicht eine intellektuelle Fehlleistung.

Balu:
Sie machen es sich leider zu einfach. Das Beispiel der Juden im 3. Reiche zeigt doch eindeutig, dass es keiner Rasse, nicht mal einer Homogenität bedarf, um rassistische Ressentiments, bis hin zur Gewalt, auszulösen. Juden im Dritten Reich waren Deutsche, es waren Bayern, Hamburger, Berliner. Nichtsdestotrotz haben die Nazis diese Menschen aufgrund ihrer absurden Rasse- und Abstammungsvorstellung nur aufgrund Ihrer Herkunft und/oder Religion bis hin zur Vernichtung verfolgt.
Leider sieht man solche Tendenzen auch heutzutage bei anderen Gruppen. Amerikanischen Neonazis beispeilsweise scheren Südamerikaner als Mexikaner untern einem Kamm, ebenso wie sie alle Moslems gleich ansehen.
Natürlich muss man auch dabei differenzieren, aber pauschal abzutun, dass es keinen Rassismus ohne "Rassen" gäbe greigt ebenfalls zu kurz

Stefan P. (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 14:18

Die hier geäußerte Kritik an vielen Linken (ich selbst stehe politisch übrigens entschieden links) finde ich ausgesprochen berechtigt!

Es scheint quer durch alle intellektuellen Richtungen eine grundlegende Unterscheidung zu geben zwischen Menschen, die sich jeden Sachverhalt differenziert betrachten wollen und solche, die sich einer Ideologie verschreiben. Ich schätze, dass dahinter trotz der inhaltlichen Übereinstimmungen innerhalb der jeweiligen Gruppe jeweils eine ganz unterschiedliche Motivation steckt:

Die einen haben ein lebendiges und mutiges Interesse am bestmöglichen Verständnis der Realität, die anderen benutzen ihre Überzeugungen quasi als „Krücke“, auf die sie sich stützen können, um ihre eigenen Unsicherheiten und Ängste abzumildern. Deshalb reagieren letztere so empfindlich, wenn sie ihre Ideologie bedroht sehen – wer lässt sich schon gern die Krücke wegziehen? Hinzukommt, das Menschen, die die Suchen nach Erkenntnis gleichzeitig auch für letztere Zwcke einspannen, „bestechlicher“ sind, d. h. anfälliger dafür, sie nach ihren Bedürfnissen zu frisieren.

Allerdings können innerhalb jeder Denkrichtung eben immer wieder auch akzeptierte oder sogar geforderte Überzeugungen auftauchen, die sich widersprechen oder scheinbar widersprechen – ein gutes Beispiel sind Feminismus und Emanzipation einerseits und kulturelle und religiöse Toleranz bzw. Akzeptanz andererseits bei eher links orientierten Menschen.

Die Ideologen unter ihnen scheinen das Dilemma offenbar lösen zu wollen mit einer Hierarchie ihrer Ideologien. Schwer zu sagen, was über die Rangfolge entscheidet. Vielleicht sind es ganz opportunistisch der soziale Druck oder die soziale Akzeptanz einer Idee innerhalb der Gruppe oder auch der Gesellschaft? In dem hier vorliegenden Fall scheint für einen guten Teil der „ideologischen“ Linken jedenfalls die vollkommene kulturelle und religiöse Freiheit über emanzipatorischen Anliegen und Frauenrechten zu stehen.

Ich kann nur appellieren, sich von ideologischem Denken zu lösen, und stattdessen stets genau hinzuschauen und differenziert zu entscheiden. Mutig zu schauen, was denn an sich widersprechenden Ideologien nicht stimmt, dass sie sich nicht zu einem Gesamtbild der Realität zusammenfügen lassen (der Widerspruch ist in meinen Augen ein wichtiger Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt), und die eigenen Überzeugungen und Haltungen ggf. zu differenzieren oder modifizieren.

Jürgen Becker (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 14:54

Ein Bravo dem Journalistinnenbund und der zu ehrenden Karikaturistin. Was sind das nur für Menschen (Kritiker), "die aus falschem Respekt gegenüber Überzeugungen, die man als denkender Mensch gar nicht respektieren kann, ein Stück unserer eigenen Freiheit - der Presse- und Meinungsfreiheit - opfern". (Michael Schmidt-Salomon).
Dem schließe ich mich an. Es gilt unser aller Freiheit und unsere humanistischen Werte zu verteidigen. Deshalb müsste es viel mehr dieser Ehrungen geben; angepasste Leute gibt es leider zu viele.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Becker (mit der zu ehrenden Franziska Becker leider nicht verwandt oder verschwägert)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 15:17

Immer wieder begegnen mir diese seltsamen Zeitgenossen, die sich für bessere Menschen halten, weil sie die falscheren Ideologien verteidigen. Eine Minderheit ist nicht automatisch vor Kritik zu schützen, nur weil sie eine Minderheit ist, sondern sie darf immer dann kritisieren werden, wenn bei ihr etwas schief läuft.

Es gibt eine Menge Minderheiten in Deutschland, die niemals Schlagzeilen produzieren, allerdings gibt es Minderheiten, deren ideologisch aufgeheizte Teilmenge durch menschenverachtende Praktiken auffallen. Das ist eben nicht nur Schächten und Genitalverstümmelung, sondern auch der Umgang mit Andersdenkenden, Homosexuellen und Frauen.

Da tut sich leider die konservative Teilmenge in der Minderheit der Islamgläubigen negativ hervor. Ausgrenzung und Hass sind dort an der Tagesordnung, die Opferrolle wirkt einstudiert, der Feind offenbar klar definiert: die freie Gesellschaft. Freizügigkeit - für freiheitlich denkende Menschen kein Problem - stellt für diese Hardliner ein No-Go dar. Kritik an ihrer Ideologie ein No-Go, Freiheit für Frauen ein No-Go, Akzeptanz von Homosexuellen oder Juden ein No-Go. Der monokulturelle Patriarch herrscht. Punkt.

Dass diese geschlechterapartheitliche Gesellschaftsform mitten in einer freiheitlichen Gesellschaft kritisiert und auch satirisch aufgespießt werden MUSS (wenn einem eine freiheitliche Grundordnung etwas wert ist), halte ich für eine Bürgerpflicht. Und wenn dabei die Symbole dieser unfreien Gesellschaftsform satirisch aufgespießt werden, sollten gerade jene Beifall klatschen, denen ein Spiegel vorgehalten wird. Manchmal ist Humor der Beginn des Lernens.

Ich finde es unerträglich, wenn bestimmte Journalisten in falsch verstandener Menschenfreundlichkeit gerade die kritisieren, die den Finger in die Wunde legen. Wer jedoch bestreitet, diese Wunde würde existieren, der hat eine zu dunkel getönte Sonnenbrille auf.

Daher geht die Ehrung von Franziska Becker völlig in Ordnung. Ich hoffe, dass ihr viele muslimisch konditionierte Frauen insgeheim Beifall klatschen, auch wenn sie nach außen ihre Apartheitssymbole "freiwillig" tragen...

Rene Koers (nicht überprüft)

Mo. 1 Jul 2019 - 23:09

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Von welcher Minderheit wird hier geredet? Es gibt etwa 1,6 Mrd. Muslime. Das ist KEINE Minderheit. Davon abgesehen ist es Quatsch, Minderheiten nicht zu kritisieren, wenn sie zu kritisieren sind, nur weil sie Minderheiten sind. Bsp. Politiker dürfen nicht kritisiert werden, da sie eine Minderheit sind.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 15:28

Was wäre berechtigter als Kritik an frauenfeindlicher und hinterwäldlerischer Religion. Die Karikaturen sind sehr erleuchtend und entlarvend. BItte weiter so!

W.v.Sulecki (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 15:34

Sie haben Recht:
"Die Linke" hat ihre Einstellung zur Religion ganz allgemein und zum Islam insbesondere offenbar in den letzten Jahren zum Schlechteren geändert - das sollte den hpd allerdings nicht verwundern, gab er doch verschiedenen Autoren aus dem Vorstand hier schon Gelegenheit allgemein 'pro-Religion' und 'pro-Islam' zu argumentieren.

Wer wirklich *links* denkt muss islamkritisch sein, und nicht nur das, selbstverständlich auch kritisch gegenüber den Amtskirchen.

Thomas Höllriegl (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 16:10

Ich bin auch islamfeindlich. Ist das etwa etwas Schlimmes? Ist es auch schlimm, nationalsozialismusfeindlich zu sein? Verkehrte Welt...

Florian Heinrich (nicht überprüft)

Mi. 3 Jul 2019 - 10:41

Antwort auf von Thomas Höllriegl (nicht überprüft)

Nein, das ist vollkommen richtig. Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand sollte islamfeindlich sein.

Das Problem ist wohl, dass die Leute nicht dazu in der Lage sind, vernünftig zu differenzieren. Denn es ist nunmal ein elementarer Unterschied, ob man Islam-feindlich oder Muslim-feindlich ist.

Das ist wie die Frage "gehört der Islam zu Deutschland?". Aus meiner Sicht ist die Antwort völlig indiskutabel eindeutig: Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Genauso wie das Christentum oder das Judentum nicht zu Deutschland gehört - oder zumindest im Sinne eines säkularen, besser laizistischen Staates nicht gehören SOLLTE. Was aber sehr wohl zu Deutschland gehört, sind die MENSCHEN, die sich Muslim, Christ, Jude, Atheist oder leider auch Schalker nennen. Auch letztere sind traurigerweise Menschen, die ich respektieren muss.

Wenn man Muslim-feindlich ist, ist das ein Problem. Denn man sollte niemanden diskriminieren, nur weil er sich zu einer bestimmten Weltanschauung bekennt. Eine Weltanschauung selbst ist ja aber etwas, das an sich erst mal nichts mit Menschen zu tun hat. Der Islam ist eine (politische) Ideologie, die in ihrem Kern zutiefst menschenfeindlich ist. Deshalb ist der Islam in seiner Form und Funktion als Ideologie strikt abzulehnen. Daraus folgt aber nicht, dass man Menschen diskriminieren oder gar töten sollte, nur weil sie auf diesem fragwürdigen Pfad wandern. Das Grundproblem daran ist ja, dass die Menschen selbst oft gar nichts für diesen Pfad können. Wenn man da hineingeboren wird, in ein solch starres kulturelles Gebilde mit krassen Zwängen, dann kommt man da so leicht nicht heraus, schon gar nicht aus eigener Kraft.

Ursula Hollwedel (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 16:11

Wehret den Anfängen! Ich bin bekennende Islamfeindin, was für eine Feministin selbstverständlich sein sollte. Was das mit Rassismus zu tun hat, ist mir allerdings völlig unerfindlich, der Islam ist eine "Religion" (= Aberglaube) und keine Rasse.

Ursula Hollwedel (nicht überprüft)

Fr. 5 Jul 2019 - 11:48

Antwort auf von Thomas Höllriegl (nicht überprüft)

@Thomas Höllriegel
So? Der Begriff hat sich gewandelt? Warum? Bis er völlig sinnentleert ist? Ich kann Balu nur beipflichten!

Thomas Höllriegl (nicht überprüft)

Mi. 10 Jul 2019 - 20:53

Antwort auf von Ursula Hollwedel (nicht überprüft)

Mir entzieht sich auch der Sinn. Aber es ist eben so. Heute umfasst der Begriff eben auch Gruppierungen. Dinge es selbst schlecht, ist aber so.

René (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 16:15

Es ist zum Verzweifeln, dass das Rassismus- oder "Islamophobie"-Totschlagargument gegen die Islamkritik so eine enorme Wirksamkeit erlangt hat. :o(

Angelika Schulz (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 18:27

Ich bin fassungslos über den Protest gegenüber der Karikaturistin.
Wer Meinungsfreiheit - ein hohes Gut und Recht in unserem Land - genießen möchte und darf, muss auch religionskritische Karikaturen aushalten können. Auch islamkritische Karikaturen.
Meiner Meinung nach driften Teile unserer Gesellschaft in missverstande Toleranz ab und wertet mit unterschiedlichen Maßstäben.
Ein gesellschaftspolitischer Rückschritt

diese verklärende toleranz oder ist es schon angst gegenüber dem islam und seiner mittelalterlichen frauenverachtenden gesellschaften, führt letztendlich direkt zur AfD
und noch rechtsradikaleren gruppierungen

malte (nicht überprüft)

Do. 27 Jun 2019 - 21:48

Warum ist es relevant, dass Frau Schick "türkischstämmig" ist?

Weil Frau Schick in ihrer Heimat Türkei muslimisch sozialisiert wurde, die Unterdrückung der Frauen in einer islamischen Gesellschaft am eigenen Leib oder doch hautnah in ihrem Umfeld erfahren hat, sich gegen die frauenfeindliche Politik von Erdogan verwahrt und sich jetzt aber kapriziert an den angeblich islamfeindlichen/rassistischen Karikaturen von Becker.
Erkennen Sie den Widerspruch? Oder ist das sonst irgendwie schwer zu verstehen? Darum IST das relevant!

Na klar doch: Welcher türkischstämmige Mensch ist denn auch schon muslimisch sozialisiert? Türken & Türkinnen haben also "keinesfalls"(!!!) etwas mit dem Islam zu tun. Nie & nimmer nicht! :-) :-)

In der Tat, da haben Sie recht. Jedoch hätte eine simple Internetrecherche Ihrerseits ergeben, dass Sibel Schick 1985 in der Türkei geboren und aufgewachsen ist und erst seit 2009 in Deutschland lebt. Insofern ist sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit islamisch sozialisiert. Daher stammt wohl verständlicherweise auch ihr psychopathologischer Männerhass. Becker derartig unreflektiert zu attackieren, erscheint in diesem Lichte betrachtet tatsächlich schizophren...

Bernd Bauknecht (nicht überprüft)

Fr. 28 Jun 2019 - 00:22

Es gibt ja wesentlich witzigere und geistreichere Karikaturen zum diesem Thema als diejenigen von Franziska Becker, die mir von einem dumpfen rassistischen Islamhass geprägt zu sein scheinen.

Was die angebliche "Islamisierung des Abendlands" angeht, so verweise ich immer gerne auf Dr. Michael Blume: http://www.blume-religionswissenschaft.de/ und https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/

Stefan Dewald (nicht überprüft)

Fr. 28 Jun 2019 - 12:50

Antwort auf von Bernd Bauknecht (nicht überprüft)

Der Blume ist hier bestens bekannt.

Also: her mit den schönen Karikaturen!

Thomas Göring (nicht überprüft)

Fr. 28 Jun 2019 - 17:53

Antwort auf von Bernd Bauknecht (nicht überprüft)

@ Bernd Bauknecht

Welche "wesentlich witzigeren und geistreicheren Karikaturen zu diesem Thema" können Sie uns Allen denn bitteschön genau empfehlen?

Zudem müssten Sie als offensichtlicher Parteigänger linksbourgeoiser Islamapologeten - da Sie hier ja von deren Politjargon eindeutig Gebrach machen - ja durchaus in der Lage sein, das angeblich "Rassistische" an der von Ihnen & Ihresgleichen als "dumpfen rassistischen Islamhass" verteufelten Islamkritik hier jetzt auch kurz & bündig nachzuweisen. Also bitte: legen Sie los.

Von Ihrer "angeblichen Islamisierung des Abendlands" ist übrigens im vorliegenden hpd-Artikel nirgendwo die Rede. Warum also kommen Sie mit genau diesem Einwand daher?

Und dass Sie in diesem Zusammenhang ("angebliche Islamisierung") "immer gerne" auf einen Text von Michael Blume - offenbar feierlich wie auf eine anbetungswürdige Monstranz - "verweisen", mit dem dieser hpd-Artikel nur ebenfalls nichts zu tun hat, lässt für mich bloß diesen 1 Schluss zu:
Sie vollziehen ein immergleiches - schematisches - ideologisches Bekenntnis-Ritual.
Das hat schon auch etwas "Religiöses" an sich, oder etwa nicht?

P.S.
Allgemein ist noch anzumerken: Die Gleichsetzung von Islamkritik mit "dumpfem Islamhass" entspricht in ihrer geistigen Qualität m. M. n. der typisch klerikalen Gleichsetzung von Religionskritik mit "fanatischem Religionshass" oder auch von Kirchenkritik mit "verbohrtem Kirchenhass".
Schon klar: Religion ist Tabu, und ihre Kritiker sind "böse" - also schauerliche "Sendboten des Teufels" oder "des Rassismus/Faschismus"...

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 28 Jun 2019 - 01:15

Öha - Islamkritik = Rassismus.
Was für ein unverbesserlicher Rassist muss ich sein...
Nein, sogar Faschist, weil omnivor; holy crap!

Thomas R. (nicht überprüft)

Fr. 28 Jun 2019 - 07:12

"Worum es in Beckers Karikaturen geht, ist also die "scharfe Religionskritik, bzw. die Kritik am Missbrauch von Religionen zur Frauenunterdrückung ... , schreibt Alice Schwarzer..."
-
GEbrauch, liebe Frau Schwarzer, GEbrauch! Jede religiös begründete Überzeugung ist nämlich genauso irrational wie ihr religiös begründetes Gegenteil. Oder etwas aphoristischer ausgedrückt: Religionen können nicht "mißbraucht" werden, sie SIND der Mißbrauch.

G. Hantke (nicht überprüft)

Sa. 29 Jun 2019 - 00:04

Dumpfbacken und Flachpfeifen, die regelmäßig oberflächlich und undifferenziert ihren Müll ablassen, sobald sie sich ge- oder betroffen fühlen und dabei erkennbar uninformiert sind und das auch bleiben wollen,
sind ja nun mal nicht aus der Welt zu schaffen. Vielleicht sollte ihnen nur so viel Gehör und Aufmerksamkeit zukommen, wie es der Gehalt ihrer Ausführungen angemessen erscheinen läßt.

Ulf (nicht überprüft)

Sa. 29 Jun 2019 - 13:50

An der Ideologie des Islams, denn um eine Religion im Sinne einer privaten Beziehung zu einem transzendenten Wesen und dessen Verehrung geht es eben nur bedingt, ist gerade so überhaupt nichts, aber auch gar nichts "links" im eigentlichen Selbstverständnis, geschweige denn humanistisch oder den Prinzipien der Aufklärung verpflichtet. Die Kritik am Islam, genau wie an allen anderen freiheitsfeindlichen, den Pluralismus von Gedanke und Meinung ablehnenden ideologischen Konstrukten, sollte daher für jeden Menschen, der sich selbst im ursprünglichen Sinne als Philanthrop versteht und an vielfältigem Fortschritt gesellschaftlichen Zusammenlebens interessiert ist, essenziell sein. Nun kann man über die Art und Weise von Kritik oder kritischer Kunst unterschiedlicher Meinung sein, das bin ich auch, wer aber die Träger dieser Meinungsäußerungen ausschließlich und pauschal mit diskreditierenden Schubladen wie dumpfer Rassismus, Islamophobie ohnehin, oder RechtspopulistIn angreift, möchte diese Stimmen zum Schweigen bringen! Diese Personen stellen sich bewußt oder unbewußt auf jeden Fall aber bedenkenlos an die Seite gefährlich autoritärer, antisäkularer, zutiefst undemokratischer Kräfte, die letztlich die Vollimmunisierung einer totalitären Ideologie anstreben.
Damit wird dann auch ihre ungehinderte Ausbreitung zumindest billigend in Kauf genommen.
Vielen Dank an Frau Wakonigg für die Thematisierung dieses Vorganges und v.a. an die Preisträgerin Franziska Becker die eben nicht dünne Bretter bohrt oder für Gratismut ausgezeichnet wird, wie heutzutage leider zu oft üblich...
Mit freundlichen Grüßen

Achim Frenz (nicht überprüft)

Sa. 29 Jun 2019 - 15:45

Der Vorwurf Franziska Becker sei rassistisch und islamophob ist, wenn man die Arbeiten von Franziska Becker kennt
an sich ein super Witz!

Leider haben wir in letzter Zeit ähnliche Vorwürfe auch an die Comic-Zeichner Ralf König oder Robert Crump hören und lesen müssen. Künstler, die das Emanzipatorische und Aufklärerische, im Blick haben!
Es ist nicht zu Fassen!

"Franziska Becker hat unsere vollste Solidarität."


Achim Frenz, Direktor des Caricatura Museums Frankfurt

Norbert Schnitzler (nicht überprüft)

So. 30 Jun 2019 - 02:01

Schon 15 Kommentare, und keiner geht auf die Abbildung ein! Im Artikel heißt es "Ihre Cartoons und Karikaturen drehen sich meist um feministische Themen, mitunter auch selbstironisch." Die abgebildete Karikatur ist dafür beispielhaft, denn sie kennzeichnet einen Generationenkonflikt zwischen einer feministischen Mutter und einer multikulturell-intersectionalistisch denkenden Tochter, die den Vorwurf der Intoleranz erhebt.

Was karikiert die Zeichnung? Vermutlich sind wir uns einig, dass nach Alter und Einstellung der Karikaturistin die Haltung der Tochter karikiert wird. Der Mutter werden keine Argumente in den Mund gelegt, vielleicht ist es auch eine Kritik an ihr (Erziehung gescheitert).

Erst indirekt über die vermutliche Parteiname für eine der beiden auf generationstypische Art feministischen Frauen wird die Karikatur zur Islamkritik. Direkte Beweise gibt es nicht, man könnte sich sogar dumm stellen und es für eine Pro-Multikulti-Karikatur halten.

Ich erinnere mich an einen ähnlichen Fall 2006. Der Karikaturist Stuttmann mußte sich eine Zeit lang verstecken oder stand unter Polizeischutz, weil eine Karikatur zum von der Union geforderten Bundeswehreinsatz im Inneren - offenbar taugte deren Technik damals noch - als Angriff auf den Islam gesehen wurde. Wie konnte das geschehen? Bei der Fußball-WM spielte eine iranische Mannschaft, die in der Karikatur mit Sprengstoffgürteln gezeichnet war. Damit beantwortete sie die Frage in ihrer Überschrift: "Warum bei der WM unbedingt die Bundeswehr zum Einsatz kommen muss". Natürlich wurde damit nicht behauptet, dass diese Mannschaft so zu den Spielen kommt, sondern dass zur Begründung der blöden Forderung nach Einsatz im Innern für polizeiliche Aufgaben alles herhalten muss, auch an den Haaren herbeigezogene Argumente.

Bei Stuttmann 2006 und Becker 2019 sehe ich aber mein Vorurteil bestätigt, dass wenn der Islam vorkommt, dessen Anhänger sich gerne beleidigt fühlen, auch wenn sie gar nicht gemeint sind. Das ist eine Art Verschwörungstheorie.

A.S. (nicht überprüft)

So. 30 Jun 2019 - 13:49

Das Problem ist falsche Toleranz.

Niemand, der seine 5 Sinnen beisammen hat, würde Toleranz für die Mafia fordern.
Aber Toleranz für die rkK wird in den Schulen gelehrt. Die anderen Religionen sind auch nicht besser als die rkK, nur weniger zentralistisch organisiert. Auch für diese wird Toleranz in den Schulen gelehrt.

Wer profitiert denn am meisten von der "Toleranz für Religion"?
Die großen Kirchen.
Wem nutzt Religion?
Am meisten die großen Kirchen, die so erfolgreich ihre Privilegien verteidigen.

Ich vertrete die Ansicht, mafia-artige Organisationen, denen es erkennbar in erster Linie um Macht über die Menschen geht, darf man als Demokrat nicht tolerieren.
Bei Religion geht es immer um die Macht/Herrschaft der Priester über ihre Gläubigen.

Stephan W. (nicht überprüft)

Mi. 3 Jul 2019 - 08:55

Ein Pressedienst, der eine Meldung mit dem Hinweis "Unberechtigte Rassismusvorwürfe" einleitet, mag ja vieles sein, aber mit Sicherheit nicht "freigeistig". Haben Sie wirklich so wenig Vertrauen in das Urteilsvermögen Ihrer Leser?

David Z (nicht überprüft)

So. 7 Jul 2019 - 11:19

In Anbetracht der vergangenen Vorfälle wie Charlie Hebdo oder Jyllands-Posten halte ich die Kritik an Islamkritischen Karikaturen für eine völlig groteske Unverschämtheit.

Im Gegenteil, wir bräuchten viel mehr davon. Vielleicht stellt sich dann irgendwann mal ein Gewöhnungseffekt ein - und die Erkenntnis, dass islamkritische Karikaturen INKLUSION bedeuten und nicht Exklusion.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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