Die Geburt der katholischen Staatskirche

Petersplatz, gesehen von der Kuppel des Petersdomes
Petersplatz, gesehen von der Kuppel des Petersdomes

Es gibt Wahrheiten, die möchte man lieber nicht wahrhaben. Sie werden verdrängt, vergraben, übertüncht, verleugnet. Eine dieser Wahrheiten ist, dass die antike Kultur am 28. Februar 380 mit der Ernennung des Katholizismus zur Staatskirche durch den römischen Kaiser Theodosius endet. Das Jahr markiert einen Paradigmenwechsel von der polytheistisch-multikulturellen Denkweise zu einer monotheistisch-monothematischen. An die Stelle der antiken Kultur tritt eine Dogmenkultur, die ihre Durchsetzungskraft aus der Allianz mit der Staatsmacht gewinnt.

Wahr ist, dass nunmehr Jenseitsdenken und autoritäre Wahrheitsgewissheit der katholischen Kirche dominieren und Kreativität und Forschung, Bildung und Wissenschaft paralysieren. An die Stelle von Theatern und Thermen treten Kirchen und Klöster, die sich ab der Gotik zwar zur erhabenen Schönheit entwickeln, aber dennoch den auf absolute Gottesverehrung eingeengten Zeitgeist nicht verleugnen können. Ohne öffentliche Schulen und Bibliotheken, ohne Theater und Kanalisation verwahrlosen die Städte. Die Stadtkultur bricht zusammen, die Städte versinken im Schmutz. Der einst freie Geist zieht sich als Kirchengeist hinter Klostermauern zurück. Die Klöster, über Jahrhunderte die einzigen Vermittler von Wissen und Kenntnissen, überliefern nur noch, was dem Glauben dient.

Ablösung des ursprünglichen Christentums

Wahr ist auch, dass die Allianz aus Katholizismus und Staat das ursprüngliche Christentum ablöst. Nur mit Hilfe dieser Konvertierungstheorie wird das Paradoxon von Matthäus-Evangelium, von einem utopischen, dennoch humanen "Liebe Deinen Nächten" einerseits zu einem totalitären, durch Judenverfolgung und Inquisition geprägten katholischen Christentum andererseits erklärbar. Die Theorie ist nicht neu. Juden, Muslime, Arianer, Katharer, Hugenotten und zuletzt Luther und Goethe haben bezweifelt, dass die Papstkirche die Nachfolge von Jesus angetreten hat.

Wahr ist, dass das katholische Mittelalter ein feudalistisches Zeitalter ist, in dem die weltlichen und kirchlichen Herrscher ihre Untertanen eine kleine Ewigkeit lang im Status von Halbsklaven dirigieren. Der Arme ist unterster Teil der Gesellschaftsordnung, und dort gehöre er durch Gottes Willen auch hin. Wahr ist, dass diese Gesellschaftsordnung weder im Germanentum noch im ursprünglichen Christentum angelegt gewesen ist.

Wahr ist, dass diese Periode des frühen und mittleren Mittelalters zu Recht als "finster" bezeichnet wird, dass das lateinsprachige Mittelalter eine Epoche ist, in der die Frage "Was sagt Gott dazu?" die einzige Frage aller Stände ist und in der gestritten wird, ob Lachen als sündige Welthaftigkeit einem Verriss unterworfen werden soll. Niemals in der Menschheitsgeschichte wurde eine derart niederschmetternde Inszenierung von der grundsätzlichen Verworfenheit des Menschen auf die Bühne gebracht. Niemals wurde Kleinstkindern eine nicht tilgbare Schuld für Vergehen ihrer Ur-Ahnen angelastet. Niemals in der Geschichte der Religionen wurde ein Gott gezeichnet, der eifersüchtig darauf achtet, dass man ihn tagtäglich lobt und der in grotesker Maßlosigkeit selbst kleinste Vergehen mit ewigen Strafen vergilt. Niemals wurde eine Ethikbilanz durch Pogrome, Zwangsbekehrungen, Bücherverbote, Ketzervertreibungen, Diskriminierungen, Religionskriege, Inquisitionen und die paranoide Überzeugung, Frauen seien unter satanischer Führung darauf versessen, weitere Opfer zu umzingeln und müssten daher verbrannt werden, derart verhagelt wie im Falle der katholischen Lehre. Niemals geschah so viel Unrecht.

Wahr ist, dass Mittelalterforschung, die sich diesem Zentralthema nicht mit eigenständigen, quellenkritisch geprägten Vorstellungen nähert, die Mord nicht Mord nennt, Zwangsmissionierung als zeitbedingt darstellt, kirchlichen Feudalismus nicht als Abkehr vom Ursprünglichen erkennt, dem Anspruch auf möglichst objektive Betrachtung nicht gerecht wird. Wahr ist, dass "katholische Kirchengeschichte" als "Geschichte" in die Hände der Vollhistoriker gehört.

Aufklärung, Höhepunkt europäischer Geistesgeschichte

Wahr ist, dass die Aufklärung des 18. Jahrhunderts eine Revolutionen für Freiheit, Mitbestimmung und Menschenrechte und damit ein Höhepunkt europäischer Geistesgeschichte ist. Ihre unsterbliche Formel lautet: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Ihre Forderungen nach Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung sind die politischen Werte, die heute die westliche Hemisphäre prägen und ihr Ausstrahlungskraft verleihen. Wahr ist, dass die katholische Kirche zu den Idealen von Freiheit, Mitbestimmung und Menschenrechte wenig beigetragen hat.

Wahr ist, dass der heutige deutsche Katholizismus als staatlich legitimierte und subventionierte "Körperschaft des öffentlichen Rechts" das Gegenteil von dem ist, was in den Evangelien als eigenständige Gemeinden mit urdemokratischer Verfassung zur Pflege der wahren Tugenden Christi beschrieben wird. Und es kann dem Christen seinen Glauben verleiden, wenn er hört, dass das Kölner Bistum auf einem Milliardenvermögen sitzt und die Hälfte der Kölner Haupteinkaufsstraße besitzt, während die Priester mit der Arroganz der Wohlgenährten zum Opfer für die Armen auffordern, ohne auch nur ein Grundstück zu verkaufen.

Religionen mit alleinigem Deutungsanspruch sind eher schädlich

Wahr ist, dass weder das Mittelalter noch die aktuelle Entwicklung geeignet sind, um aus der Verknüpfung von Staat und Religion einen Gewinn für die menschliche Gemeinschaft ableiten zu können. Denn Religionen besitzen, unabhängig von der Konfession, einen nicht konsensfähigen Gesinnungskern, der nur unter Aufgabe der religiösen Identität verhandelbar ist. Kritische Stimmen sprechen daher religiösen Systemen einen gemeinschaftsbildenden ethischen Wert ab, da sie keine Werte und Normen definieren, die für alle Menschen und zu allen Zeiten nachvollziehbar und verbindlich sind. Da sie zudem in verfassungsrelevanter Weise die große Gruppe der nicht konfessionell Gebundenen benachteiligt, sind Religionen wegen des Anspruchs auf alleinige Deutungshoheit für die Gesellschaft eher schädlich als nützlich, während sie dem Einzelnen mit Festen und Feierlichkeiten, mit Bildern und Symbolen Halt und Orientierung geben können. Aber es muss eine Entscheidung des Einzelnen bleiben.

Wahr ist, dass deutsche Politiker des 21. Jahrhunderts aus der von Religionen geprägten Epoche der Menschheitsgeschichte wenig gelernt haben und ihr Denken bedenklich hinter den kritischen Erkenntnisstand der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts zurückfällt. Ihr Versuch, den öffentlichen Raum zu sakralisieren, ist wegen der damit verbundenen Spaltung der Gesellschaft, der Einschränkung der freiheitlichen Entfaltung der Individuen und der Gefahr, sich von einer vernunftorientierten Vorgehensweisen abzuwenden, gefährlich und ihre Empfehlung, dem rasend rasch wachsenden Einfluss des Islam durch vermehrten Kirchenbesuch zu begegnen und mit Weihnachtsliedern und Blockflöten gegen den Verlust spezifisch abendländischer Werte anzukämpfen (Bundeskanzlerin Merkel, Oktober 2016) einer Regierung unwürdig ist.

Wahr ist, dass die Absicht, den Islam als den christlichen Großkirchen gleichberechtigte Körperschaft des öffentlichen Rechts zu installieren, lediglich dazu führt, den Staat für religiöse Zwecke noch mehr zu melken als bisher, noch mehr Sitze in Fernsehräten und Ethikkommissionen zu installieren, noch mehr konfessionelle Kindergärten einzurichten, kurzum, eine weitere Bedrohung der Geistesfreiheit und der Aufklärung zu fördern, weil viele seiner Anhänger sich nicht mit Kritik vertraut machen wollen und mangels Widerstand meinen, überall religiöse und kulturelle Normen setzen zu dürfen.

Wahr ist, dass monotheistische Religionen am wenigstens geeignet sind, in einer hoch differenzierten Gesellschaft eine gemeinsame Lebensbasis zu schaffen. Religionen polarisieren und bilden nicht den "Kitt der Gesellschaft" (Bundesinnenminister Thomas de Maizière, 2017). Sie fördern mit ihrem Wahrheitsverständnis den Fundamentalismus. Gleich ob in Irland oder Jerusalem, in Bagdad oder Ohio, überall glimmt eine Zündschnur, die jederzeit das Fromme explodieren lassen kann. Der deutsche Staat ist deshalb gut beraten, eine weitere islamische Verankerung in Schulen und Hochschulen zu unterbinden und stattdessen alle Religionen auf sich selbst zurückzuführen und von allen Mitgliedern jedweder Religion strikte Verfassungstreue zu verlangen und diese durchzusetzen. Unter dem geht es nicht für den, der hier lebt und der bei uns bleiben möchte.

Und wenn deutsche Politiker diese in der Geschichte der Religionen tausendfach belegte Wahrheit nicht erkennen mögen, wenn die Bundesregierung noch nicht einmal in ihren konfusen "Thesen für ein Leitkultur" (Thomas de Maizière) das griechisch-römische Fundament erwähnt, auf dem Europa steht, wenn in diesem Erguss ministrabler Weisheit das Wort Freiheit nicht einmal vorkommt, dafür aber von der Religion als "Kitt der Gesellschaft" schwadroniert wird, wenn stattdessen über groteske Verordnungen zu Kaffeemaschinen und Maisanbau Europas Einheit gesucht wird, dann kann man ohne Scheu von eklatanten Bildungslücken der sogenannten politischen Eliten bei einfachsten historischen oder kulturgeschichtlichen Fragen und von einer intellektuellen Agonie quer durch alle Parteien sprechen. Sich auf die wahren Wurzeln europäischer Kultur zu besinnen, von der Kanzel herabzuspringen und sich der Aufklärung in die Arme zu werfen, an der sich Christen wie Nichtchristen unbehindert durch die geistliche Ebene gleichermaßen beteiligen können, das schaffen sie nicht, die deutschen Politiker.

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Kommentare (48)

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 13:39

Hervorragend! Ein Manifest, das man sich abspeichern und auswendig lernen sollte. Danke, Herr Bergmeier. Ich hätte allerdings einen Kritikpunkt: Beginnt die Intoleranz des Christentums nicht schon mit Jesus selbst, der alle ins ewige Feuer schickt, die nicht an ihn glauben wollen. Ist er für Toleranz eingetreten oder gar für Demokratie? Nein! Er war der absolute Boss. Kritik an ihm oder Diskussionen mit ihm waren nicht möglich. Also, das Problem beginnt mit dem "Meister"....und seinen angeblich oder tatsächlichen Worten.

Peter (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 14:00

Danke für den guten & umfassenden Überblick! Nur eine kleine Anmerkung zu Ihrer Skizze des "finsteren Mittelalters":
Nicht ganz wahr ist die Wertung "Niemals geschah so viel Unrecht." Denn Unrecht letztlich unfaßbaren Ausmaßes gab es auch in anderen historischen Perioden, z.B. der Nazi-Zeit, in der ebenfalls (jüdischen) "Kleinkindern eine nicht tilgbare Schuld ... angelastet" wurde.

Ganz sicher gehört die Kirchengeschichte zu den Höhepunkten des Unrechts. Ob sie mit dem industrialisierten Morden des Holocausts mithalten kann? Ich möchte den Vergleich hier nicht durchexerzieren - sondern nur vor vorschnellem Gebrauch von Superlativen warnen.

Und auf eine entscheidende Parallele hinweisen: Garibaldi hatte Italien geeint, doch seit Mussolini ist Italien wieder geteilt. Denn der Faschist Mussolini hat den Vatikanstaat erschaffen und der Kirche geschenkt. Der einzige Staat Europas, der die europäische Menschenrechtskonvention nicht unterzeichnet hat. Der Vatikan ist der einzige Staat Europas, der nach faschistischem Modell regiert wird (das "Papa" genannte Staatsoberhaupt ist keiner weltlichen Instanz gegenüber verantwortlich: wie Deutschlands 1000-jähriger "Führer", der nur seiner "Vorsehung" huldigte...)

Annette Wynne (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 15:31

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

... und die katholische Kirche u.a. ihre eigene Justiz (Staat im Staat) hat, die Kinder sexuell ausbeutende Priester selbst (nicht) verurteilt anstatt sie den Rechtsstaat diese Aufgabe erledigen zu lassen. Dass das möglich ist und nicht hinweggefegt wird, ist mir so unverständlich wie ‚himmel‘schreiendes UnRecht.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 17:29

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

Wir sollten hier nicht in die Nähe des Historikerstreits über die Singularität des Holocaust geraten.
Behalten wir im Blick, dass sich die Aussagen von Herrn Berghaus immerhin auf eine gesamte Kulturepoche beziehen. Ohne hier abwägen zu wollen, ist das eine gewaltige Sache.

Eine ebenso gewaltige Sache sollte sein, dass "die katholische Kirche im 20. Jahrhundert mehr durch Verbrechen belastet ist als in irgend einem früheren Jahrhundert ihrer Geschichte." (Karlheinz Deschner).

Wie sich selbst hier zeigt, grenzt es an ein Wunder, dass die im "Kroatien Gottes und Marias aller Zeiten" begangenen qualitativ u n d quantitativ (bezogen auf das Verhältnis von Bevölkerung zu Opfern) unvorstellbarsten Grausamkeits- und Völkermordsexzesse, über immer wieder so erfolgreich unter dem Teppich gekehrt bleiben.

Das "über" bitte wegdenken.
Sollte vorher heißen: "über welche sich selbst die Nazis bei den mit ihnen verbündeten Ustascha-Katholiken beschwerten", was ich dann, leider unvollständig, wieder gelöscht habe.

Ich möchte bei solcher Gelegenheit immer wieder auf die endlich wieder erhältliche Broschüre von Karlheinz Deschner "Die beleidigte Kirche" verweisen, hier KHD unbarmherzig als Gutachter vor Gericht gegen diejenige Institution, welche durch ihre "ganze Geschichte als Inbegriff und leibhaftige Verkörperung und absoluter Gipfel welthistorischen Verbrechertums ausgewiesen ist!"

https://www.amazon.de/Die-beleidigte-Kirche-%C3%B6ffentlichen-Ahriman-Flugschriften/dp/3922774059/ref=cm_cr_srp_d_pdt_img_top?ie=UTF8

Was man hier serviert bekommt, wird einen n i e wieder loslassen.

M.S. (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 21:19

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

Der Kirche standen im Mittelalter keine Massenvernichtungswaffen zur Verfügung. Sicher wären solche ohne Zögern eingesetzt worden.

Gondel (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 11:07

Antwort auf von M.S. (nicht überprüft)

@M.S.
Davon ist auszugehen, legt man zugrunde, dass die Hiroshima- und Nagasaki-Bomben vor ihrem Abwurf kirchlich gesegnet wurden.
Und wenn Torquemada automatische Waffen oder gar Giftgas zur Verfügung gehabt hätte, wer weiß ...

Sascha (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 14:22

Antwort auf von Peter (nicht überprüft)

Nicht vergessen sollte man, dass der "moderne" Antisemitismus ohne den über gut 1000 Jahre gepflegten christlichen Antijudaismus nicht erklärbar ist.
Ergo auch wenn der Holocaust ein einzigartiges Ereignis gewesen sein mag, bedeutet das noch lange nicht, dass das nichts mit der Kirche zu tun hatte.

Enrice (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 14:18

WOW! Messerscharf auf den Punkt gebracht. Sollte man immer eingesteckt haben und als Kontrapunkt zur "Lies!" Kampagne den angehenden und bestehenden Religioten (sorry dafür - aber Abkehr ist möglich) als "Lies doch besser erst mal das!" unter die Nase halten.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 14:34

Liest sich wie eine erneute Kurzfassung von Bergmeiers >Machtkampf<.
Und so werde ich nicht müde zu wiederholen:
Ein entwickeltes Staatsgebilde, das zwecks Wirtschaft, Rechtsprechung, Heer, Architektur etc. eine ausgebildete Bevölkerung benötigt (wie das Römische Reich), muss notwendigerweise kollabieren, wenn mit einer Halbwertzeit von knapp 20 Jahren nach nicht einmal 200 Jahren (im 6. Jh.) praktisch die letzte öffentliche Schule (in Athen) und die letzte nicht-klerikale Bibliothek (Vivarium des Cassiodor in Süditalien) dank einer intoleranten Staatsreligion geschlossen werden und folglich die Bevölkerung verblödet. So ein Reich zerfällt von *innen* - dazu benötigte es keine Vandalen etc.; und ebenso verwunderte es nicht, dass der Katholizismus diesen 'Persil'schein (Staatsreligion zu sein) freiwillig nie wieder abgeben würde.
Ich frage mich nur immer wieder, ob Theodosius das im Jahr 380 nicht hätte kommen sehen müssen und, wenn ja, ob er es aus irgendeinem Grund willentlich in Kauf genommen hat. Aber warum nur?

@ Hans Trutnau Weißt Du, was Bergmeier sonst noch so alles schreibt? Solltest Du ...:

"Viele Wissenschaftler unterstützen nicht das monokausale CO2-Modell – Warum die Begriffe „Klimaleugner“ und „Klimaskeptiker“ schlicht unsinnig sind, erklärt uns unser Autor! – Rolf Bergmeier 14.02.2020 (…)“, https://www.theeuropean.de/rolf-bergmeier/die-begriffe-klimaleugner-und-klimaskeptiker-sind-schlicht-unsinnig/

Das habe ich recherchiert – es gibt noch mehr "Klimaskepsis" von Bergmeier – weil mich etwas an seinem "Artikel", oben, störte: war es der Befehlston – "Wahr ist" – des Oberst Bergmeier? "Wahr ist" auch, dass, wenn es nach Bergmeier geht, es keinen vom Menschen verursachten Klimawandel gibt ...

Herr Bergmeier wird dazu im Herbst eine 230 Seiten starke Studie mit dem Titel "Die CO2-Falle" veröffentlichen. Ich kenne den Entwurf und was dort zu lesen ist, ist sehr, sehr nachdenkenswert.

Wie jetzt - "nachdenkenswert" in dem Sinne, dass er mit seiner Klimaskepsis Recht haben könnte? Vor dem Hintergrund dessen, was ich darüber vorab hörte und las, fürchte ich, eher nein.

@ Hans Trutnau Ich habe große Zweifel daran, dass Bergmeier irgendwo "gut aufgehoben ist" ...

Wie schon gesagt: ich habe zu "Bergmeier" recherchiert, weil ich den Artikel, oben, "schräg" fand. Wann kommt von der Giordano Bruno Stiftung, bei der Bergmeier ist, zur Abwechslung mal etwas "Überzeugendes"?

Oh, von der gbs kommt viel Überzeugendes, z.B. letzten So. die Pfeiffer- Präsentation über Gewalt und Religion u.v.a.m.
Und obwohl RB den gbs-Beirat inzwischen verlassen hat, gehört sein Konstantin-Buch (...die Legende über den ersten christlichen Kaiser) immer noch zum Besten, was ich jemals darüber gelesen habe.
Dies gehört unbedingt zu deinem Recherche-Ergebnis.

Andreas (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 16:01

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

@ Hans Trutnau Eine Lobpreisung für den "Klimaskeptiker" Bergmeier, weil er mal irgend etwas "Religionskritisches" geschrieben hat? Kannst Du mir sagen, warum ich das nicht überzeugend finde?

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 12 Mär 2020 - 12:32

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Nein, das kann ich dir nicht sagen, Andreas (ich weiß aber auch nicht ganz genau, ob ich deine Frage richtig verstanden habe).
RB hat "mal irgend etwas", sondern über > 10 Jahre mehrere sehr gut belegte Bücher über die Geburt und den Einfluss der RKK geschrieben, die allesamt die traditionelle Historiker-Gilde dauerhaft Lügen strafen, allen voran den 'renommierten' Stefan Weinfurter (∆).
Und jetzt wagt er sich informell fehlgeleitet auf die naturwissenschaftliche Schiene, schreibt schlecht belegt 1 Zeitschriften-Kommentar und 1 Buch bzgl. 'Klimaskepsis'. - Und deswegen sollte ich RB insgesamt ablehnen? Oder wie meinst du das?
Das wird nicht passieren; ich kann das auseinanderhalten - und vor allem aushalten. Und dadurch ist das auch keine "Lobpreisung" für Klimaskeptiker.
Außerdem fragtest du, wann von der *gbs* etwas Überzeugendes käme. Weiß nicht, ob du das anders meintest; aber so wie gefragt habe ich das beantwortet.

@ Hans Trutnau Deine Sache, was Du mit Oberst Bergmeier, dem rechten Militaristen – siehe den Kommentar von "Klaus", unten – machst.

Den Artikel, oben, halte ich für alles, nur nicht für "sehr gut belegt": da habe ich spontan etliche Einwände, obwohl ich "Kirchengeschichte" im wesentlichen nur vom Atheisten Bertrand Russell kenne ...

Ich habe keine Ahnung, warum du dich hier wiederholt etwas kryptisch (bzw. zumind. für mich schwer verständlich) ausdrückst und mich jetzt mehrfach miss- oder sogar falsch-interpretierst. Warum? Das ist kontraproduktiv.
Ich schrieb, seine Bücher (4 oder 5 bisher) sind gut belegt! Der obige Artikel ist überhaupt nicht belegt, sondern eine - richtig: Polemik.
Dies oder was er sonst als Oberst oder so von sich gab \ gibt, schmälert seinen Verdienst, über den Ursprung und Einfluss des Katholizismus aufgeklärt zu heben, in keiner Weise.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du hier abziehst bzw. bezwecken willst.
OK, ich habe eine recht hohe Ambiguitätstoleranz; ich würde einem AfDler _dann_ applaudieren, wenn er den anthropogen bedingten Klimawandel bestätigte.
Würdest du Bertrand Russell fallenlassen oder gar verdammen, wenn du in seiner Vita etwas Negatives über sein Frauenbild fändest - oder worauf willst du hinaus?

Seine Grundthese ist beweisbar falsch. Nach Theodosius wurde das römische Reich geteilt. Aus dem östlichen Teil entwickelte zich das byzantinische Reich, für das all die Dinge die Bergmeier schreibt nicht zutreffen. Und im Gegensatz zu zum weströmischen Reich, war Byzanz eine Theokratie, die Kirche hatte also sogar noch mehr Macht. Auch seine These, dass niemals soviel Unrecht geschah ist selbst auf und ersten Blick als schlichter Unsinn zu erkennen. Alleine im letzten Jahrhundert gab es den Holocaust, Stalin und seine Säuberungen, Mao, die Killing Fields in Kambodscha, den Massakern in Indonesien von 1965–1966, dem Völkermord an den Armeniern oder dem Genozid in Ruanda. Diese Verbrechen wurden von so ziemlich jeder politischen Strömung begangen, Faschisten, Kommunisten, Monarchisten, Säkularisierer (Kemal Atatürk), Protestanten, Katholiken, Atheisten, Heiden, Moslems usw.
Der Artikel hat das Niveau das man von Leuten wie Ken Ham oder Ray Comfort erwartet. Aber das ist nicht einmal das schlimmste. Das schlimmste ist, dass hier so viele Leute zustimmen, die alle meinen sie wären ach so kritische Denker. In Wirklichkeit machen sie genau das gleiche was religiöse Fundamentalisten machen, sie glauben jeden Blödsinn solange er nur in ihr Weltbild passt. Und das ist nur noch peinlich.
Und wie groß die wissenschaftliche Integrität von Bergmeister ist, sieht man daran, dass er beriet ist Lügen über die Klimaerwärmung zu verbreiten, weil das bei seinen Freunden von der AFD halt gut ankommt.

Korrektur: >RB hat *nicht* "mal irgend etwas", sondern...< (wenn das durch das 'sondern' nicht schon klar war, sry).

@ Hans Trutnau, Zitat: "ich würde einem AfDler _dann_ applaudieren, wenn er den anthropogen bedingten Klimawandel bestätigte." Und wie hoch ist dafür die Wahrscheinlichkeit? Ich würde sagen: geht gegen null ...

"Religionskritik" rechtfertigt für mich nicht alles, da unterscheiden wir uns eben. Ich frag mich nur, wie weit Du mit Deiner "Ambiguitätstoleranz" gehen würdest, wenn jetzt schon "Rechte" – "AfDler" – o.k. sind. Wir müssen das nicht weiterdiskutierten: der Artikel, oben, ist "...", das was "Klaus" und ich über den Oberst gefunden haben ist "...", das reicht. Ist schon viel zu viel.

Wie hoch die oben angesprochene "Wahrscheinlichkeit" ist, ist m.E. piepegal; es geht um das Prinzip, jemanden nicht komplett zu 'dissen', nur weil Teile seiner Meinung inakzeptabel sind.
Und selbstverständlich rechtfertigt Religionskritik "nicht alles" (habe ich ja auch nirgends gesagt); es geht um Differenzierung. Ebenso sind AfDler für mich nicht insgesamt ok. So müssen wir das in der Tat nicht weiterdiskutieren - egal, was Klaus und du da sonst noch finden werdet.

Er hat auch einen schwer rechten Einschlag. So beschwert er sich darüber, dass Steger die rechtsextreme und zumindest in weiten Teilen schlicht faschistische AFD als eben das kritisiert und setzt sich auch sonst vehement für diesen Haufen ein:
https://www.theeuropean.de/rolf-bergmeier/15250-afd-politiker-frank-magnitz-wird-schwer-verletzt
An anderer Stelle wünscht er sich, dass die Generäle endlich wieder den Politikern vorschreiben was zu tun ist anstatt wie in demokratischen Staaten üblich die Politiker den Generälen:
https://www.cicero.de/innenpolitik/Deutsche-Bundeswehr-Nato-Angela-Merkel-Ursula-von-der-Leyen.
Da wundert es auch nicht, dass er die Klimalügen der AFD verbreitet.

Andreas (nicht überprüft)

Do. 12 Mär 2020 - 10:20

Antwort auf von Klaus (nicht überprüft)

@ Klaus "Bergmeier war zunächst Soldat der Bundeswehr und auch in NATO-Zusammenhängen tätig. 1989 schied er mit dem militärischen Rang eines Obersts aus den Streitkräften aus", Quelle: wikipedia

Wie ich oben kommentierte: "(...) weil mich etwas an seinem "Artikel", oben, störte: war es der Befehlston – "Wahr ist" – des Oberst Bergmeier? (...)"

Harald Freunbichler (nicht überprüft)

So. 15 Mär 2020 - 19:37

Antwort auf von Klaus (nicht überprüft)

Danke für den Link.
Bei "Militäraffinität" habe ich aufgehört.

Ich bin sehr froh, dass die dt. (und öst.) "Militäraffinität" endenwollend ist.
Der Mann demontiert sich mit Elan offensichtlich selbst.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 15:12

Ich sehe das ähnlich wie Herr Bergmeier. Die "der Islam gehört zu Deutschland"-Politik ist ein Vehikel der Kirchen, um Religion politisch unantastbar zu machen. Die Muslime werden vorgeschoben, die Kirchen fahren mit ihren eigenen Interessen auf dem Trittbrett mit.
Diese Politik, die von allen Parteien außer der AfD unterstützt wird, bietet aber für Aufklärer eine Chance: Den Christen kann man aufzeigen, wie bescheuert der Islam ist und umgekehrt den Muslimen, wie bescheuert das Christentum ist.

Mein Verdacht: Die AfD ist Teil des Spiels. Sie ist der Buhmann, auf dass alle anderen politischen Strömungen sich in den Kampf gegen den "antiislamischen Rassismus" einreihen. Die AfD, vermute ich, ist der Hund, der die Schafherde zusammentreibt.

Roland Weber (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 16:28

Zitat: "Ihre unsterbliche Formel lautet: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen".
So richtig dieser Ansatz auch ist; es fehlt immer das Zweite: - und handele auch danach!

Vom Denken allein ist die Welt noch genauso wenig besser geworden, wie vom Glauben!
Hilfreich wäre es schon, wenn die Gläubigen mehr über ihren Glauben wüssten. Aber "Glauben heißt eben" - vor allem - "nichts wissen wollen"! (Nietzsche)

Wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 12:57

Antwort auf von Roland Weber (nicht überprüft)

Wenn man das Wesen des Christentums kritisiert, wird man sofort als Ketzer hingestellt.
Eine Frechheit, wenn man die Verbrechen des Christentums aufdeckt und auch belegt. Verstand gibt es bei der Kirche nicht. Aber es gehört Mut dazu, sich gegen diese Institution zu behaupten. Von mir erstellte Kommentare auf der evangelischen Seite werden seht wenig veröffentlicht, auf der katholischen Seite wurde mein Login sofort eliminiert. Aber ich bereite ihnen weiter Kreuzschmerzen, göttlich. Und vor allen Dingen, keinen Gott stört das !

Ulrich Körner (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 16:52

Ausgezeichnet! Darf ich jedoch fragen, warum dieses Manifest jetzt geschrieben und veröffentlicht wird.. Man hatte doch schon eine Ahnung von diesen unsäglichen Verbrechen im Namen eines "Glaubens".

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 17:42

Ein phantastisch klar gegliederter Artikel, mit unumstösslichen Wahrheiten, von Herrn Bergmeier, dieser Artikel sollte an alle Politiker gehen, welche sich noch heute hinter den Kirchen verstecken und uns alle, die wir die beschriebenen Tatsachen wissen, einfach ignorieren.
Demokratie sieht anders aus. Aber ich fürchte, wir werden auch dann, wenn alle aus den Kirchen angetreten sind, noch genauso ignorant regiert, es sei denn, wir gehen auf die Strassen und lassen uns diese Gängeleien nicht mehr bieten.

Klaus (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 20:08

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Witzig wie hier wie in der Kirche von unumstößlichen Wahrheiten schwadroniert wird, wenn jeder sehen kann, dass der Artikel voller Unsinn ist. Das fängt schon damit an, dass das Byzantinische Reich, eine christliche Theokratie, die aus dem Oströmischen hervorgegangen ist noch 1000 Jahre weiter bestanden hat und dabei meist an der Spitze lag was Kultur oder Wissenschaft anging. Einem Althistoriker sollte dieser Widerspruch zu seiner These doch auffallen.

Epikur (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 18:03

Genial! Man darf aber nicht die Vorarbeit Kaiser Konstatins und das Konzil von Nizäa im Jahre 325 vergessen.

Klaus (nicht überprüft)

Mo. 9 Mär 2020 - 23:16

Der Kommentar greift viel zu kurz und ist in großen Teilen schlicht falsch. Wenn die Thesen richtig wären, hätte es niemals das Byzantinische Reich geben können. Wenn der Autor über die Verbrechen im finsteren Mittelalter spricht und die Aufklärung als helles Gegenmodell hinstellt, dann sollte er mal die Verbrechen während und nach der Aufklärung betrachten. Die aufgeklärten Kolonialisten des achtzehnten, neunzehnten oder zwanzigsten Jahrhunderts haben mindestens so grausam geherrscht wie die verblendeten katholischen Spanier vor ihnen? Warum sind die 300.000 Ermordeten während des Aufstandes der Vendee ein kleineres Verbrechen wie die 200.000 toten Katharer während des Albigenserkreuzzug? Der fand übrigens nicht im finsteren Mittelalter sondern im Hochmittelalter statt. Und warum wurde die Sklaverei in den aufgeklärten USA erst 1865 abgeschafft während er Papst Johannes VIII. schon 1000 Jahre vorher mitten im finsteren Mittelalter feststellte, dass Sklaverei nicht zu rechtfertigen ist?
Um das klar zu stellen, ich bin kein Freund der Kirche und bestimmt nicht dafür, dass die Kirche ihre Sonderrechte im Staat behält. Aber mit so einem Artikel, den jeder Siebtklässler auseinander nehmen kann, stärkt man höchstens die Position der Kirche.

@ Klaus Da wagt es doch tatsächlich jemand, dem 1000x wiederholten, atheistischen Imperativ "Wahr ist" zu widersprechen ... mutig! Ich bin gespannt, wie viele erboste Kommentare es als "Antwort" gibt.

@Klaus Hier mal eine Antwort in Kürze. Alle sogenannten Aufklärer waren christlich sozialisierte Menschen. Die Kolonisierung vom 17. bis ins 20. Jh. fand vor allem unter Führung der christlichen Könige von Gottes Gnaden statt, den Spaniern, Portugiesen, Franzosen, Engländern,… vom katholischen Ludwig dem XIV. 1700 bis zum Oberhaupt der evangelischen Kirche Deutschlands Wilhelm II. 1918. Papst Nikolaus V. ermächtigte 1552 den portugiesischen König Alfons V. mit seiner Bulle Dum diversas, „die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen.“ Im Auge hatte er damals vor allem die Eingeborenen Afrikas. Damit erhielt die Kolonisation der Europäer und der Sklavenhandel päpstlichen Segen.
Die Aufklärung ist ein dynamischer Prozess. Natürlich hatten die „Aufklärer“ vom heutigen Standpunkt noch ein beschränktes Blickfeld auf Frauen, Schwarze, Indogene, …die sie noch nicht als gleichwertige Menschen sahen. Natürlich haben die Revolutionäre in Frankreich und Russland Grausamkeiten verübt, weil sie noch nicht so richtig wussten, wie Macht verteilt und kontrolliert werden muss, um eine gerechte, demokratische Gesellschaft zu schaffen. Sie hatten kein Vorbild. Außerdem mussten sie sich natürlich gegen die alten Mächte schützen, die sonst, wie in Deutschland 1848, das Rad der Geschichte wieder zurückgedreht hätten.
Siehe dazu meinen Artikel: Die Menschenrechte und ihre Feinde.

Noch einmal, warum ist es schlimmer wenn die katholischen Könige die Katharer niedermetzeln um ihre Macht zu festigen wie wenn die Revolutionäre in der Vendee alles niedermetzeln? Warum ist es besser wenn in den USA oder China oder auch in dem hier so gelobten römischen Reich Sklaven gehalten wurden als wenn es die katholischen Könige von Spanien in Südamerika machen? Warum konnte das Byzantinische Reich 1000 Jahre fortbestehen und blühen, obwohl es eine christliche Theokratie war? Und warum haben die heidnischen Vandalen das nicht geschafft? Wenn der Autor recht hätte, hätte es doch genau umgekehrt sein müssen?

Roland Fakler (nicht überprüft)

Do. 12 Mär 2020 - 13:01

Antwort auf von Klaus (nicht überprüft)

@ Klaus Solche Vergleiche sind natürlich nicht angemessen. Da bin ich ganz ihrer Meinung.
Massaker und Sklaverei sind grundsätzlich zu verurteilen. Dennoch habe ich mehr Verständnis für Leute, die Gewalt anwenden, um eine Herrschaft abzuschütteln als für Leute, die Gewalt anwenden, um andere zu unterwerfen. (Katholiken gegen Katharer)
Könige, Päpste, Kirche und Adel standen eben immer auf Seite der Unterdrücker, von Anfang an bis heute, wo sie sich wieder mit denen verbünden, die die Menschen verdummen und versklaven wollen. (Islam)
Sklaverei gab es in allen antiken Kulturen, in Ägypten, Babylon, Griechenland, Rom, im Islam und im vorkolumbianischen Amerika. Die katholische, sogenannte christliche Kirche, ist aber mit einem sehr hohen ethischen Anspruch angetreten und hat die Sklaverei dennoch verschärft, was besonders verwerflich ist. Dabei gab es Philosophen, wie die Stoiker und auch Christen, wie Priscillian, 385 in Trier als Ketzer hingerichtet, die gegen die Sklaverei waren.
Das Byzantinische Reich pflegte einen anderen Umgang mit dem antiken Erbe als die katholische Kirche. Ebenso wie der Islam in seiner Blütezeit. Beide Kulturen haben die griechische, römische, persische, indische…Kultur gepflegt und geradezu aufgesogen.

Klaus (nicht überprüft)

Do. 12 Mär 2020 - 19:41

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Noch einmal warum ist es schlimmer wenn der Französische König Katharer niedermetzelt wie wenn die Französische Revolutionsregierung die Bauern in der Vendee ermordet? Beide machen das aus genau dem gleichen Grund, um ihre Macht zu stärken und wegen sonst nichts.
Und schon wieder versuchen Sie die Sklaverei schön zureden. Ich habe schon geschrieben, dass 1000 Jahre bevor die USA die Sklaverei abgeschafft hat schon Papst Johannes VIII. die Sklaverei abgelehnt hat.
Nach den Thesen des Autors dürfte es das Byzantinische Reich schlicht nicht gegeben haben. Dass es es gegeben hat, zeigt dass der Autor schlich nicht recht hat. Und bevor hier irgendjemand anfängt mit das waren aber orthodoxe Christen, die katholische und und orthodoxe Kirche haben sich erst knapp 700 Jahre später getrennt.

STEFAN WAGNER (nicht überprüft)

Di. 10 Mär 2020 - 02:46

"... das Gegenteil von dem ist, was in den Evangelien als eigenständige Gemeinden mit urdemokratischer Verfassung zur Pflege der wahren Tugenden Christi beschrieben wird."

Als Kind musste ich ja laufend in die Kirche. Ich wüsste jetzt nicht, dass in den Evangelien von einer urdemokratischen Verfassung irgendwo auch nur andeutungsweise die Rede wäre. Wo finde ich das?

Jesus und die Jünger, das ist doch mehr ein Lehrer-Schüler-Verhältnis. Da wird nie abgestimmt.

Sascha (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 14:32

Antwort auf von STEFAN WAGNER (nicht überprüft)

Ich wunderte mich auch darüber was der Autor alles über "das ursprünglichen Christentum" zu wissen glaubt, obwohl es dafür weder biblische noch belastbare auserbiblische Quellen gibt. Im Gegenteil in der Bibel ist viel von Königen die Rede, auch Gott etc. werden als Könige dargestellt. Mit Demokratie hat das sicher nichts zu tun.
Man sollte auch nicht vergessen, dass sich der Gott in der Bibel häufig wie ein Despot verhält und nicht wie ein gewählter Präsident.

Helga Beck (nicht überprüft)

Mi. 11 Mär 2020 - 10:26

Danke für den engagierten Beitrag. Der Eroberung der Macht ging schon lange vor Echnaton los und endet - vorläufig, wie ich erfreulicherweise hier höre mit dem Islam. Aber der atheistische Turbokapitalismus ist auch kein Ausbund an Menschlichkeit. Alleine die Matriarchate waren friedlich, herrschaftsfrei und haben im Konsens entschieden. Das Geld wurde nicht für Kriege ausgegeben.

Der Turbokapitalismus ist nicht "atheistisch", wie kommen sie auf diese Idee?
Die Länder die diesen betreiben sind alle stark religiös geprägt - praktisch keine Regierung ohne religiöse Würdenträger. (Saudi Arabien, USA mit ihrem Bibel-Belt ... und in Deutschland sind auch praktisch alle Regierungsmitglieder irgendwie kirchlich engagiert)
Turbokapitalismus ist quasi gelebter Calvinismus. (d.h. etwas vereinfacht "wenn es dir im Diesseits gut geht, musst du ein gottgefälliges Leben führen")

Von welchen Matriarchaten sprechen sie?
Das ist doch, soweit ich informiert bin, eher eine Hypothese als gelebte Geschichte.

Wolfgang (nicht überprüft)

Do. 12 Mär 2020 - 17:00

Es war keine Geburt, es war eine Fehlgeburt, die aufgezogen wurde. Einschließlich Scheinheiligkeit.

Rolf Bergmeier

Der Autor ist Althistoriker und Philosoph, hat zuletzt die Bücher "Machtkampf. Die Geburt der Staatkirche" (2018), "Christlich-abendländische Kultur. Eine Legende" (2014) sowie "Schatten über Europa. Der Untergang der antiken Kultur" (2012) veröffentlicht. Anfang April 2016 hat er eine 320 Seiten starke Kritik über Karl den "Großen" publiziert. 

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