Österreich
Leere Klöster haben keinen Platz für Flüchtlinge
Foto: © "Hans", pixabay.com, public domain
WIEN. (hpd/pur) Kirchliche Immobilien sind durch die vielfache Befreiung von Grund- und Grunderwerbssteuer und durch Denkmalpflegezuschüsse subventioniert. Trotzdem sind – durch den steigenden Bedeutungsverlust der Kirche - immer mehr Leerstände zu verzeichnen. So verlassen etwa die Kapuziner ihr Kloster in Imst, im riesigen Hauskomplex leben derzeit nur noch zwei Mönche.
Erst letztes Jahr haben die Franziskaner in Rheute ein Kloster geschlossen. "Wir dürfen davon ausgehen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und die allermeisten Klöster große Flächen an Leerstand haben", sagt Christian Fiala von der Initiative gegen Kirchenprivilegien. Und Christoph Baumgarten, Mitautor des Buches "Gottes Werk und unser Beitrag" fordert mehr kirchliches Engagement bei der Unterbringung von Flüchtlingen: "Die Österreicherinnen und Österreicher subventionieren das System Kirche jährlich mit 3,5 Milliarden Euro. Das ist ein Vielfaches dessen, was die Unterbringung aller Asylwerber in Österreich kostet."
Leere Pfarrhäuser für Flüchtlinge?
"Wenn wir mit unserem Steuergeld kirchliche Infrastruktur fördern, dürfen wir auch einen gesellschaftlichen Beitrag der Kirchen angesichts des Betreuungsnotstands für Flüchtlinge erwarten", bekräftigt auch Fiala. Er erinnert an die millionenschweren Mensalgüter – kirchliche Immobilen, die ausschließlich dem feudalen Leben des Kardinals und der Bischöfe dienen. Und dann wären da noch die insgesamt 3051 österreichischen Pfarren, zu denen ebenso viele, meist leerstehende Pfarrhäuser zählen, die vielfach nur mehr vom Pfarrer selbst bewohnt werden.
Nur christliche Flüchtlinge erwünscht
Einerseits höre man ständig Lippenbekenntnisse der Kirche für einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen. Andererseits ist der Beitrag, den die Kirche selbst dafür leistet, verwunderlich gering, denn Flüchtlinge will sie dort nicht unterbringen. Trotz massiver Kritik im Nachrichtenmagazin profil bleiben die Klöster verschlossen. Ein Grund: Kardinal Schönborn möchte nur christliche Flüchtlinge in den Klöstern aufgenommen wissen. "Das ist angesichts des aktuellen Betreuungsnotstands einfach nur zynisch", moniert Christian Fiala. Und selbst das kirchliche Flaggschaff der Nächstliebe, die Caritas, wird nur zu 2 Prozent von der Kirche selbst finanziert.
Österreichs verwaiste Klöster
Eine Recherche offenbart: Österreichs Klöster verwaisen: "Unserem Augustiner-Vikariat gehören derzeit 12 Mitglieder an", schreibt etwa der Augustiner-Orden in einer Selbstbeschreibung: 12 Leute in drei Klöstern also. Die Benediktiner geben an, dass sie 360 Mitglieder haben. Das macht sie zum größten Orden Österreichs. Dafür haben sie aber auch sehr viel Platz: Ihre Wohnsitze verteilen sich über insgesamt 14 Klöster.
Die Kreuzherren hingegen zählen ganze fünf Mitglieder, die Mechitaristen wiederum zählen 17 Mitglieder in der Wiener Abtei. Die Dominikaner – das ist Schönborns Orden – zählen in Österreich 31 Mitglieder. Die Minoriten verfügen über 27 Brüder, verteilt in sechs Gemeinschaften. Der schrumpfende Franziskaner-Orden verfügt über 135 Mitglieder, verteilt auf 23 Standorte. "Die wenigen in Österreich verbleibenden Klosterbrüder und –schwestern leben also in weiträumigen Immobilien, deren Erhalt massiv von uns Steuerzahlern finanziert wird", fasst Buchautor Baumgarten zusammen.
Kommentare (20)
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Mammon oder Gott ....
Mammon oder Gott ....
Manfred Fischer
Das wäre doch mal ein guter
Das wäre doch mal ein guter Anlass die Gesetzeslage, dass jede Zuwendung an die Kirche steuermindernd wirkt in Frage zu stellen.
Grund genug dies in Frage zu stellen gibt es aber auch schon bisher, da die meisten Einnahmen die so privilegiert werden nicht für gemeinnützige und mildtätige Zwecke ausgegeben werden. Ausgaben etwa für Klerus oder Betreuung eigener Mitglieder sind nicht gemeinnützig sondern eigennütig. Wirtschaftsbetriebe wie Betreuungs- und Pflege-Einrichtungen, die nahezu vollständig aus öffentlichen Mitteln, Sozialversicherung oder von den Kunde bezahlt werden, ebensowenig.
Die Flüchtlinge in Klöster
Die Flüchtlinge in Klöster unterzubringen, wäre eine elegante und humane Lösung. Aber lieber lässt man Flüchtlinge in Zelten und auf dem nassen Wiesen- oder Betonboden schlafen, als dass man das bei sich umsetzte, was man -- oft mit erhobenem Zeigefinger -- von anderen fordert: NÄCHSTENLIEBE.
Eine noch elegantere und
Eine noch elegantere und humane Lösung gibt es immer. Das Wort Nächstenliebe gibt es in allen Religionen so auch im Islam. In Deutschland gibt nachgewiesenermassen über 3000 Moscheen und sicher auch jede Menge in Österreich. Es ist nicht bekannt das auch nur ein Moscheeverein, eine einzigen Flüchtling aufgenommen hat. Flüchtlinge, die durch ihre Brüder und Schwestern in der islamischen Welt verursacht wurden. Hier könnten die Moslems beweisen wie friedliebend und tolerant der Islam ist.
Diese Forderung würde aber gleich als Fremdenhass gebrandmarkt werden.
In welch einer Verkehrten Welt leben wir eigentlich.
ja, ja human! denk einmal
ja, ja human! denk einmal nach was dort passiert. warum können nicht reiche länder aus diesem kulturkreis humanität zeigen und selbst flüchtlinge aufnehmen?
Von welchen Ländern "dort"
Von welchen Ländern "dort" ist die Rede? Die meisten Flüchtlinge aus Syrien nehmen die Türkei, Pakistan, Libanon und Afghanistan auf. Und das sind nicht unbedingt (zumindest die drei Letztgenannten nicht) "reiche" Länder.
zb saudi arabien ist gemeint
zb saudi arabien ist gemeint
In Deutschland gibt es viele
In Deutschland gibt es viele Klöster, die Flüchtlinge aufgenommen haben so zum Beispiel St. Ottilien. Warum schreiben sie nicht mal etwas über die? Auch in Österreich gibt es Klöster, die Flüchtlinge aufgenommen haben und nicht alle sind Christen. Das ganze sieht mal wieder nach übler Propaganda gegen die katholische Kirche aus. Und was die Privilegien der Kirche angeht, wie sieht es denn mit der Finanzierung des HVD? Fließen da keine Steuergelder oder finanziert er sich allein durch Mitgliedsbeiträge? Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!
Ja - ist nicht leicht zu
Ja - ist nicht leicht zu verkraften die Wahrheit Frau Ulrike. Es wurdenüber Österreich geschrieben nicht über Deutschland oder sonst wo. Tatsache ist das die Kirche bei uns nicht müde wird zu predigen dass wir Flüchtlinge aufnehmen sollen und müssen, aber selbst keine nimmt. Feuerwehrprinzip! Herr vrschone unser Haus und zünde das des Nachbarn an.
aus aktuellem Anlaß suche ich
aus aktuellem Anlaß suche ich eine Antwort , warum Klöster wenig anbieten
Per Definition sind Klöster -
Per Definition sind Klöster - vor allem kontemplative Klöster wie z.B. die der Benediktiner - nun einmal abgeschlossene(!) Bereiche (wie der Begriff schon vermuten lässt). Im Artikel geht es eben nicht um leere(!) Klöster, sondern um bewohnte Klöster, die aber nicht 'ausgelastet' sind. Ich frage mich, wie Klosterleben möglich sein soll, wenn im selben Gebäude Menschen leben, die sich dem klösterlichen Leben nicht verschrieben haben.
Die Rechnung mit Quadratmetern und Bewohnerzahlen ist eine Milchmädchenrechnung. Da könnte man auch von Alleinstehenden in einer reltiv großen Wohnung fordern, sie könnten ja noch 2-3 Flüchtlinge bei sich zuhause wohnen lassen. Platz genug wäre ja.
Und was die Denkmalschutzförderung betrifft. Ich möchte mal sehen, wie man denkmalschutzgerecht Klosterräume in Flüchtlingsunterkünfte umwidmen will. Mir scheint, es gibt hier einige logische Probleme in der Argumentation.
Da könnte man genau so sagen
Da könnte man genau so sagen Österreich sit ein christliches Land und deshalb haben andersgläubige hier nichts verloren. Was genau dem selben dummen Argument gleich lautend wäre. Im Großen wie im kKeinen einfach - blödsinn. Die Kirche wäre als erster dazu angehalten zu helfen. Aber die hilft sich meist nur selbst sieh Tebarz van Elst ein typiosches Beispiel.
Als Ergänzung zu meinem
Als Ergänzung zu meinem Kommentar hier ein Link zur Ordensseite Österreichs. Dort findet man eine Liste der Klöster, die Flüchtlinge aufgenommen haben. Ich fände es angebracht wenn der hpd eine Gegendarstellung zu diesem Artikel verfassen würde, denn der Artikel gibt nur eine Teilwahrheit wieder.
http://www.ordensgemeinschaften.at/quicklinks/suche?searchword=fl%C3%BCchtlinge&searchphrase=all
..."meist leerstehende
..."meist leerstehende Pfarrhäuser ..., die vielfach nur mehr vom Pfarrer selbst bewohnt werden". Ich bewohne mein Haus auch allein, ist es dann auch leerstehend?
Man muss sich ganz sicher damit beschäftigen ob die Kirche genügend Flüchtlinge aufnimmt, aber wenn man so "argumentiert" macht man sich lächerlich und wird nicht ernstgenommen.
Hat der Schreiber sich informiert was die kirchlichen Einrichtungen (nicht) leisten, um es dann dem Leerstand gegenüber zu stellen, hat er sich die Mühe gemacht zumindest exemplarisch welche Häuser überhaupt geeignet sind?
Was ist falsch daran, wenn sich die Christen vorrangig um die Christen kümmern?
einfach einmal 'leerstehende
einfach einmal 'leerstehende pfarrhäuser' googeln. man kann umgehend und anhand von vielen beispielen genau nachlesen, was die jeweilige kirche darunter versteht.
Teile die Meinung,
Teile die Meinung, Fluechtlinge aufzunehmen.Meine Gedanken gehen auch parallel zu den Kirchenbverbrennungen und Verfolgungen von Christen in den islamischen Laendern und die Sorge, dass es viel spaeter zu einem Kulturkampf kommen wird.
Nächstenliebe wird oft
Nächstenliebe wird oft gepredigt - jetzt könnte man den Beweis antreten und wirklich helfen und nicht nur reden
Hier könnte die Kirche
Hier könnte die Kirche endlich einmal Farbe bekennen und das tun, was sie schon immer predigt - Nächstenliebe!
Wie wär's meine Herren? - das würde Euer Ansehen endlich wieder in die Höhe bringen und auch die Menschen wieder mehr glauben lassen...
Ein trauriges,aber weiteres
Ein trauriges,aber weiteres Beispiel dafür,das die römisch katholische Kirche schon lange nicht mehr das vorlebt, was sie predigt ! Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Hier stellt sich die Frage wie " dein Nächster" interprediert wird ? Dazu kann ich nur eines sagen : Es macht mich sehr betroffen das Nächstenliebe und Menschlichkeit scheinbar in der katholischen Kirche keinen Platz mehr findet !!! Hier darf sich niemand mehr wundern das immer mehr Menschen aus der Kirche austreten !
Mich ärgert maßlos, dass die
Mich ärgert maßlos, dass die Kirche nur Nächstenliebe predigt und nicht lebt.Sie müsste vielmehr für die Flüchtlinge tun.Ich schäme mich dafür,dass die armen Flüchtlinge von der Kirche im Stich gelassen werden.Diese müssen im Freien ,ob Hitze oder Regen,übernachten, während zig Gebäude die der Kirche gehören, leerstehen.Jedes Pfarrhaus müsste mit einer Familie belegt werden,damit das nicht nur leere Worte sind, was uns die Geistlichkeit predigt.