"Marsch für das Leben"

Kein guter Tag für christliche Fundamentalisten

Gegendemo am 19. September 2015

BERLIN. (hpd) Christliche Fundamentalisten versammelten sich am vergangenen Samstag zum sogenannten "Marsch für das Leben" in Berlin. Ihren Protest richteten sie gegen Schwangerschaftsabbrüche, Sterbehilfe, Stammzellenforschung, Sexualaufklärung und Präimplantationsdiagnostik. Zwei Gegendemonstrationen stellten sich dem Schweigemarsch entgegen. 

Wie in den Jahren zuvor trafen sich selbsternannte "Lebensschützer" vor dem Bundeskanzleramt, um gemeinsam unter dem Motto "Ja zum Leben - für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie!" durch die Berliner Innenstadt zu marschieren. Etwa 5.000 Menschen kamen dem Aufruf des von christlichen Gruppierungen getragenen Bundesverband Lebensrecht nach. Zu ihren politischen Forderungen zählt das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs sowie die Krimininalisierung der aktuell noch legalen Formen der Sterbehilfe. 

Mit Plakaten, Transparenten und Holzkreuzen brachten die Teilnehmer des Marsches ihre christlich-fundamentalistische Position zum Ausdruck. Auffallend war dabei die Instrumentalisierung der Flüchtlingsdebatte und die Aneignung damit zusammenhängender Rhetorik für die eigene Sache. Slogans wie "Babies Welcome" oder "Willkommenskultur auch für Ungeborene" standen auf mitgeführten Schildern und stellten bewusst einen Bezug zu dieser Debatte her. 

Der Schweigemarsch wurde erneut von Beatrix von Storch als Bannerträgerin angeführt. Die rechtspopulistische AfD-Politikerin ist bekannt für ihre erzkonservative Lobbyarbeit innerhalb der familien- und geschlechterpolitischen Debatte. Gendermainstreaming nennt sie "pervers". Als Vorstandsmitglied der homophoben und antifeministischen Zivilen Koalition wettert sie gegen den baden-württembergischen Bildungsplan 2015. 

Dass der "Marsch für das Leben" eine beliebte Plattform für Rechtspopulisten ist, scheint für viele Unterstützer kein Problem zu sein. Grußworte erhielten die Teilnehmer des Marsches beispielsweise von Kardinal Reinhard Marx. "Durch Ihre Teilnahme verleihen Sie unserer Überzeugung vom gleichen Wert und der Würde eines jeden Menschen in einer friedlichen Demonstration öffentlich Ausdruck.", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in seinem Schreiben

Auch Patrick Sensburg, CDU-Bundestagsabgeordneter, grüßte die Teilnehmer im Vorfeld der Demonstration. "Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement, wünsche allen Beteiligten einen erfolgreichen Tag und von Herzen alles Gute", so Sensburg. Nicht überraschend: Gemeinsam mit Thomas Dörflinger und Hubert Hüppe (beide CDU) legt er in der aktuellen Sterbehilfedebatte den rigidesten Gesetzesentwurf vor. Dort ist für eine Freitodhilfe ein Strafmaß von fünf Jahren vorgesehen.

Wirklich erfolgreich sollte der Tag für die Fundamentalisten aber nicht werden. 

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung und das autonome Bündnis "What the fuck!" hatten jeweils zu Gegendemonstrationen aufgerufen, die laut Polizeiangaben rund 1.700 Personen umfassten. Mit einer Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor unter dem Titel „Leben und Lieben ohne Bevormundung“ positionierte sich das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung gegen den wachsenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss extremistisch-religiöser Gruppierungen. Im Anschluss einer gemeinsamen Abschlusskundgebung am Gendarmenmarkt spalteten sich die Gegendemonstranten auf. Ein Teil startete Blockadeversuche, um den "Marsch für das Leben" zum Stillstand zu bringen. Zeitweise konnten die Versuche von Einsatzkräften verhindert werden. Doch letztlich waren ausreichend Personen auf der Straße "Unter den Linden", um den reaktionären Marsch dauerhaft zu blockieren. Viele Passanten stellten sich spontan hinter die Blockade, um ihre Solidarität zu bekunden. 

Nachdem die Polizei die Blockade nach etwa zwei Stunden räumen konnte, setzten die radikalen Abtreibungs- und Sterbehilfegegner ihren in der Zwischenzeit geschrumpften Marsch fort. Noch bevor sie den Ort erreichten, an dem ihr Abschlussgebet stattfinden sollte, fing es in Strömen an zu regnen. Der "Marsch für das Leben" fiel 2015 also in mehrfacher Hinsicht ins Wasser.

Kommentare (24)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mo. 21 Sep 2015 - 17:31

"Noch bevor sie den Ort erreichten, an dem ihr Abschlussgebet stattfinden sollte, fing es in Strömen an zu regnen."

Wären die Gegendemonstranten davon betroffen worden, hätten darin die Blödsinnschützer ein Zeichen ihres Herrn, des alten Wettergottes erkannt. Doch in diesem Fall werden sie kaum ihren "Gott" dafür verantwortlich machen - außer "Gott" zürnte eigentlich wegen der lebensfreundlichen Gegendemonstranten und hat einfach nur schlecht gezielt.

So funktioniert selektive Wahrnehmung.

Wolfgang Brosche (nicht überprüft)

Mo. 21 Sep 2015 - 17:50

Es ist ein Irrtum, zu glauben, es handele sich hier um eine religiöse Splittergruppe. Tatsächlich sinnen die "Christen" unter Martin Lohmann auf eine staatliche Neuordnung á la Piusbrüder oder im Sinne der von Mathias von Gersdorff und seiner "Gesellschaft für Tradition, Familie und Privateigentum" propagierten neuen Ständeordnung. Hier sind dann wiederum auch die Andockstellen für die AfD-Figuren um von Storch, die vom Junkerstaat träumen. - Weiter gibt es z.B. Verbindungen zu der amerikanischen "Alliance Defending Freedom", die ganz offen daran denkt, eine christliche Staatsform wie im 5. Jahrhundert einzuführen. - Die Vernetzung dieser Gruppen ist international; und sie verfügen über große Geldsummen (woher kommen die?) und politischen Einfluß; siehe z.B. "European Dignity Watch, deren "Anführerin" in Brüssel die Tochter von Gabriele Kuby ist, Sophia Kuby, die als Cheflobbyistin beim Europäischen Parlament erste Erfolge beim Zurückdrängen von Frauen- Kinderrechten erreicht hat. - Die Alliance Defending Freedom agiert weltweit mit über2000 Rechtsanwälten, die militant gegen Organisation vorgehen, welche sich für Schwulen- oder Frauenrechte einsetzen. Nach Erhebungen des Southern Poverty Centers in den USA steht der Alliance ein jährlicher Etat von 35 Millionen Dollar zur Verfügung. Die Lebensschützer sind nur die Spitze des antihumanen, christlichen Eisberges!

Erschreckend. Ich hoffe nur, dass das -durchaus vorhandene- Positivimage dieser gemischten Fundamentalistentruppe weitere Kratzer gekriegt hat. Wir sehen hier die Funktion -hauptsächlich- religiösen Fundamentalismus als Quelle für Intoleranz, Bevormundung, Machtausübung und Überlegenheitsgefühl sehr deutlich.

Das was Sie hier beschreiben, Herr Brosche, hört sich für mich an wie die christliche Version des "Islamischen Staates". Mit einer im Mittelalter hängen gebliebenen Weltsicht, den Rechten von heute und der Technik von morgen, haben die von Ihnen genannten Leute bestimmt gute Chancen ihr Kalifat - Entschuldigung - Junkerstaat zu errichten.

Für mich sind das Brüder im Geiste und wer glaubt, das im "aufgeklärten" Europa nicht wieder Scheiterhaufen (das christliche Pendant zum Kopf abschneiden) brennen könnten, der hat nicht verstanden, dass sich die Geschichte andauernd wiederholt. Allerdings hätte ich nie damit gerechnet, dass man die Rückschritte mit Siebenmeilenstiefeln in Angriff nehmen würde.

Das einzige was dagegen hülfe, wäre Aufklärung. Aber in einer Welt, in der jeder Idiot die Wahrheit für sich beanspruchen kann und sich sicher sein kann, dass er ein paar andere Idioten findet, die ihm zuhören (und ihm ihr Geld geben), ist ein Zeitalter der Lichter nicht möglich.

Vielleicht braucht es doch noch mal dieses Aufbäumen der Religionen und die damit folgende Epoche der Finsternis, bevor die Menschheit klug wird und endlich - endlich! - ihre Götter entsorgt.

"Das was Sie hier beschreiben, Herr Brosche, hört sich für mich an wie die christliche Version des "Islamischen Staates"."

Bei aller Sympathie für die Kritik an diesen christlichen Fundamentalisten: Der Vergleich mit dem Islamischen Staat ist mehr als unpassend und verdeckt die weitaus größere Dimension der sich im IS manifestierenden religiösen Ideen und Abscheulichkeiten. Immerhin verfolgen diese Wirrköpfe ihre Ziele mit dem Wort und nicht mit Abschlagen von Köpfen und Händen.

Übrigens, warum schreiben Sie Islamischer Staat in Anführungszeichen? Machen Sie das bei der ETA, der RAF, der IRA oder den Tamil Tigers auch?

Hallo David,

ich finde den Vergleich nicht unpassend, höchstens ein wenig zu früh genannt.

Wie die Geschichte zeigt, verfolgen diese wirre Köpfe ihre Ziele erst mit dem Wort und hernach mit dem Schwert. Wenn Sie sich mal die Mühe machen, und es aushalten können, dann schauen sie doch mal zu YouTube und hören den religiösen Eiferern zu. Oder noch besser wäre, Sie gingen zu einen dieser "Gottesdienste" von den Evangelikalen und unterhalten sich
danach mit den Leuten, die glauben, was sie da zu hören bekommen. Ich bin mal zu so einer Veranstaltung eingeladen worden. Glauben Sie mir, je fröhlicher, locker-fluffiger und familiärer es dort zu geht, um so tiefer dringen die Prediger in die Hirne und Herzen der Menschen ein.

Von der Hölle, die bei "Fehlverhalten" angedroht wird, ist es nicht weit bis zur Hölle, die jenen, die sich "fehl verhalten", gemacht wird. Dass das möglich ist, erleben wir ja jeden Tag - wenn auch gerade nicht bei uns.

Warum ich den "Islamischen Staat" in Anführungsstrichen schreibe? Weil diese Terrororganisation weder islamisch, noch ein Staat ist. Genauso wenig wie die "RAF" eine Fraktion der Roten Armee war oder die "Irisch-Republikanische Armee" eine Armee. Das waren alles Terroristen und genau so sollte man sie auch nennen.

Nein, kein Stückchen Toleranz gegenüber diesen radikalen Leuten, denen das Wort Toleranz selbst fremd ist. Wenn die könnten wie sie dürften, dann würden sich unter ihnen garantiert Leute finden, die mir als Atheisten sofort den Garaus machten. Eben weil ich ungläubig bin.

Olaf Sander (nicht überprüft)

Mi. 23 Sep 2015 - 10:24

Antwort auf von Olaf Sander (nicht überprüft)

Kurzer Nachtrag:

Im letzten Absatz muss es natürlich heißen:

"Wenn die könnten wie sie wollten [...]."

David (nicht überprüft)

Mi. 23 Sep 2015 - 12:44

Antwort auf von Olaf Sander (nicht überprüft)

Hallo Olaf,

nun, mir scheint, dass zunächst einmal ein rein faktischer Unterschied besteht zwischen dem was ist und dem was war oder sein könnte. Allein aus diesem Umstand heraus erscheint mir der Vergleich mehr als fragwürdig.

Einige der Grosseltern der Pegida-Schreier waren sicherlich in der NSDAP aktiv und statistisch gesehen möglicherweise auch an Gewaltverbrechen beteiligt. Auch besteht die Gefahr, dass ihr derzeitiges Gedankengut tatsächlich wieder zu gewalttätigem Extremismus führt. Aber wäre es dadurch, aus diesen beiden genannten Gründen, nämlich dem was war und dem was sein könnte, redlich, eine solche Person mit Nazi-Verbrechern zu vergleichen?

Mir scheint, Sie vertreten die beliebte und so schön einfache These, dass alle Religionen gleich sind. Sie sind es nicht, genausowenig wie alle Ideologien gleich sind. Dass Religionen grundsätzlich polarisierend wirken können und allein dadurch schon ein Gewaltpotential in sich bergen, ist völlig klar. Aber es gibt da mehr, und zwar die religiösen Ideen. Nicht jede
Religionen transportiert die gleichen Ideen und es sind eben diese Ideen, die Religionen von einander unterschieden.

"ich finde den Vergleich nicht unpassend, höchstens ein wenig zu früh genannt. "

Also halten Sie eine Vorverurteilung für in Ordnung?

"Wie die Geschichte zeigt, verfolgen diese wirre Köpfe ihre Ziele erst mit dem Wort und hernach mit dem Schwert. "

Da bin ich bei Ihnen. Aber: Frömmlertum und Moralismus birgt immer die Gefahr von Gewalt. Da unterschieden sich Religionen nicht zwangsläufig von anderen Ideologien (wenngleich der unsichtbare skydaddy, der hinter einem steht, natürlich ein ausgesprochen praktisches Argument darstellt) ;)

"Oder noch besser wäre, Sie gingen zu einen dieser "Gottesdienste" von den Evangelikalen und unterhalten sich danach mit den Leuten, die glauben, was sie da zu hören bekommen."

Hier beginnt für mich der Unterschied offensichtlich zu werden. Sehen Sie tatsächlich keinen Unterschied in Quantität und "Qualität" zwischen fundamentalistisch-islamischen "Gottesdiensten" und fundamentalistisch-christlichen? Ist es nicht offensichtlich, dass die von Gewalt und Intoleranz geschwängerten Ideen im fundamentalistischen Islam zahlreicher sind als im fundamentalistischen Christentum und, wichtig, zudem so wunderbar praktisch aus den religiösen Quellen herausgelesen werden können? Meinen Sie nicht auch, dass eine "Prophet", der als mittelloser pazifistischer Wanderhippie kolportiert wird, sich weit weniger dazu eignet, gewalttätige Ideen zu transportieren, als ein Warlord und Politker des Frühmittelalters, der als ultimatives Rollenvorbild, auch als Feldherr, selbst im "moderaten" Islam vorgestellt wird?

"Von der Hölle, die bei "Fehlverhalten" angedroht wird, ist es nicht weit bis zur Hölle, die jenen, die sich "fehl verhalten", gemacht wird. "

Da bin ich bei Ihnen. Die Idee "Hölle" halte ich ebenfalls für eine ganz üble Nummer und sie ist natürlich ein Bestandteil aller drei Abrahamitischen Religionen. Aber es gibt da noch weit aus mehr Ideen - und die unterscheiden sich.

"Warum ich den "Islamischen Staat" in Anführungsstrichen schreibe? Weil diese Terrororganisation weder islamisch, noch ein Staat ist."

Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Warum sprechen Sie den ISIS Leuten ihre Selbstdefinition ab, wo sie sich doch sogar eindeutig und klar auf religiöse Schriften und Ideen beziehen können? Und wenn sie das schon so sehen, warum setzen Sie diesen relativierenden Gedanken bei den fundamentalistischen Christen nicht ebenfalls an?

Genauso wenig wie die "RAF" eine Fraktion der Roten Armee war oder die "Irisch-Republikanische Armee" eine Armee. Das waren alles Terroristen und genau so sollte man sie auch nennen. "

Natürlich kann man sie Terroristen nennen. Sie selbst sehen sich allerdings wohl etwas anders, vermutlich als Freiheitskämpfer. Mein Punkt hier ist aber ein anderer: Bei RAF, IRA etc hätten Sie die Anführungszeichen vermutlich nicht gesetzt, wenn ich nicht darauf hingewiesen hätte, so wie man eigentlich stets selbstbezeichnende Namen nicht in Anführungszeichen setzt. Mir scheint dieser Umstand ein Zeichen dafür, dass beim Islamischen Staat unbewusst oder sogar bewusst eine Unterscheidung angedeutet werden soll, wo kein Unterschied besteht.

"Nein, kein Stückchen Toleranz gegenüber diesen radikalen Leuten, denen das Wort Toleranz selbst fremd ist. Wenn die könnten wie sie dürften, dann würden sich unter ihnen garantiert Leute finden, die mir als Atheisten sofort den Garaus machten. Eben weil ich ungläubig bin."

Als Atheist bin ich da bei Ihnen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass es durchaus einen nicht ganz unwichtigen Unterschied darstellt, ob man einen Karrikaturisten mit Gerichtsklagen überzieht oder ihm fröhlich den Kopf abschneidet, weil der "Prophet" das auch so gemacht hat und für die Beleidigung der eigenen Religion eine Bestrafung fordert - sich dafür in den relevanten Schriften sogar noch Beispiele finden lassen.

Olaf Sander (nicht überprüft)

Do. 24 Sep 2015 - 07:57

Antwort auf von David (nicht überprüft)

Hallo David,

natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem was war, was ist und was sein könnte. Aber es gibt auch Parallelen und wer den Vergleich zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht zulässt, ignoriert diese Entsprechungen. Ich denke, das ist einer der Gründe, weshalb sich die Geschichte immer und immer wieder wiederholt.

Was soll ich Ihnen auf Ihren zweiten Absatz und Ihr absolutistisches Argument antworten? Selbstverständlich ist es unredlich, die Pegida-Leute mit Naziverbrechern zu vergleichen. Die Demonstranten sind und waren ja keine nationalsozialistischen Verbrecher. Dennoch lassen sie den Geist der Nazis wieder aus der Flasche und machen ihn erneut salonfähig. Was man diesen Menschen nicht vorwerfen kann ist, was die Nazis damals verbrochen haben. Was man ihnen aber sehr wohl ankreiden kann ist, dass sie nicht Willens sind, die Verantwortung für heute und morgen zu übernehmen und aus den massiven Fehlern der Ahnen Konsequenzen zu ziehen. Auch sie, also die Pegida-Leute, wollen oder können die Parallelen nicht sehen. Ließe man sie gewähren, müsste man erst Angst um jeden Moslem, später um jeden "südländisch Aussehenden" und danach jeden anderen Zugehörigen von "Randgruppen" haben.

Ja, alle Religionen sind gleich. Sie haben ganz bestimmte Wertvorstellungen, beeinflussen das Denken, Fühlen und Handeln, kurz, sie nehmen den Menschen die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung aus der Hand. Ob sich die "Ideen" der verschiedenen Religionen unterscheiden, spielt dabei keine Rolle. Ihrem Wesen nach sind sie alle gleich.

"ich finde den Vergleich nicht unpassend, höchstens ein wenig zu früh genannt."

"Also halten Sie eine Vorverurteilung für in Ordnung?"

Bitte drehen Sie mir nicht das Wort im Munde rum und gehen Sie zurück zu den Parallelen.

"Hier beginnt für mich der Unterschied offensichtlich zu werden. [...]"

Nein, ich sehe keinen Unterschied zwischen Quantität und Qualität. Weil die Taten immer zuerst im Kopf entstehen und die Resultate am Ende die Gleichen sind. Ich kann Ihnen nicht sagen, ob die Einen gewalttätiger sind als die Anderen. Tot ist tot, ganz egal ob die Menschen nun von durchgeknallten Islamisten in der Gegenwart ermordet werden oder von durchgeknallten Kreuzrittern im Mittelalter ermordet wurden und - hier wieder mein Schluss - vielleicht auch wieder in der Zukunft ermordet werden.

Im Übrigen kann auch die Bibel gewalttätig interpretiert werden. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des Koran. Dass das zur Zeit nicht passiert, haben wir der Aufklärung zu verdanken. Wie lange der Geist der Aufklärung noch durchhält vermag ich aber nicht zu sagen. Ich fürchte aber, er pfeift auf dem letzten Loch.

"Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? [...]"

Sie argumentieren unlauter, David. Hätte ich fundamentalistische Islamisten geschrieben, hätte ich keine Anführungsstriche benutzt. Aber ich habe "Islamischer Staat" gesagt, der, ich wiederhole mich, weder islamisch noch ein Staat ist. Es ist vollkommen unerheblich wie sich diese Terroristen selbst definieren und auf welches Märchenbuch sie sich beziehen.

Was einzig zählt ist das, was diese Leute tun. Und das sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Oben drauf kommt - und jetzt schämen Sie sich bitte für Ihre Argumentation für den "IS" - dass dieser Haufen von Massenmördern niemals völkerrechtlich anerkannt werden würde.

"Natürlich kann man sie Terroristen nennen. Sie selbst sehen sich allerdings wohl etwas anders, vermutlich als Freiheitskämpfer. [...]"

Ähm....

Woher wissen Sie, was ich vermutlich getan hätte oder nicht?

Auch hier gilt wieder nicht, wie sich diese Terroristen selbst bezeichnen oder betrachten, sondern ob sie sich im Rahmen geltenden (Völker)Rechts bewegen oder nicht. Keine der von Ihnen genannten Terrororganisationen hat das getan, bzw. tut es.

Ich denke, Sie diskutieren nur der Diskussion wegen und nicht um in der Sache klüger zu werden. Sie wollen recht bekommen. Dass Sie sich dazu aber vor lauter Lust am Debattieren ins Unterholz begeben ist sehr schade und sagt mehr über Sie, als Ihnen lieb sein kann.

David (nicht überprüft)

Do. 24 Sep 2015 - 18:17

Antwort auf von Olaf Sander (nicht überprüft)

Hallo Olaf,

"Aber es gibt auch Parallelen ..."

Da bin ich ganz bei Ihnen. Und? Weist man auf Parallelen hin, indem man einen 1:1 Vergleich des Nichtgleichen vornimmt?

"Selbstverständlich ist es unredlich, die Pegida-Leute mit Naziverbrechern zu vergleichen."

Genau, nicht mehr und nicht weniger habe ich als Argument angeführt. Damit sollte sich auch der Vergleich christliche Fundamentalisten mit ISIS verbieten.

"Ja, alle Religionen sind gleich. Sie haben ganz bestimmte Wertvorstellungen, beeinflussen das Denken, Fühlen und Handeln, kurz, sie nehmen den Menschen die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung aus der Hand. Ob sich die "Ideen" der verschiedenen Religionen unterscheiden, spielt dabei keine Rolle. Ihrem Wesen nach sind sie alle gleich."

Warum spielen die Ideen keine Rolle? Ist es nicht offensichtlich, dass die Ideen sogar eine sehr große Rolle spielen? Die Idee von Hölle und Paradis, die Idee, Babies und Kindern an Genitalien herumzuschneiden, die Idee von Jihad und Märtyrtertum, die Idee ein Gott würde sich durch aus Menschen herausgeschnittene Herzen besänftigen lassen, die Idee dass das Leben von Embryos mehr wert ist als das der Mutter usw usw. Also mir scheint, dass hier die Beweislage mehr als überzeugend ist.

Ist es nicht weiterhin offensichtlich, dass gewisse Ideen nur in gewissen Religionen vorkommen und allein damit schon ein Unterscheidungskriterium bilden?

"Bitte drehen Sie mir nicht das Wort im Munde rum und gehen Sie zurück zu den Parallelen."

Das will ich gerne tun. Als lautet Ihre neue Hypothese, dass christliche Fundamentalisten so werden KÖNNTEN wie ISIS anstatt der alten Behauptung, dass sie bereits die "christliche Version des ISIS" SIND?

"Nein, ich sehe keinen Unterschied zwischen Quantität und Qualität. Weil die Taten immer zuerst im Kopf entstehen und die Resultate am Ende die Gleichen sind. Ich kann Ihnen nicht sagen, ob die Einen gewalttätiger sind als die Anderen."

Moment, Sie können ernsthaft nicht sagen, ob die ISIS Muslims gewalttätiger sind als christlichen Fundamentalisten? Da muss ich mich schon sehr wundern. Reicht es für diese Erkenntnis nicht aus, dass die einen mit Referenz auf ihre heilige Schrift Köpfe und Gliedmassen abhacken während das die anderen nicht machen?

Und warum entstehen Tat immer zuerst im Kopf? Kennen Sie denn nicht den rechtlichen Sachverhalt der Anstiftung?

Sie halten es also für einen Zufall, dass im Koran genau das erwähnt wird, was ISIS so treibt? Dass die ISIS Muslims also rein zufällig Köpfe abhacken, Dieben die Hände abhacken, Nicht-Muslims mit Sondersteuern belegen usw? Alles Zufall?

"Tot ist tot, ganz egal ob ..."

So einfach ist das leider nicht. Es kommt schon darauf an, warum jemand tot ist und warum jemand tötet.

"Im Übrigen kann auch die Bibel gewalttätig interpretiert werden. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des Koran. "

Ist das so? Sie behaupten also, in der Bibel finden sich die gleiche Anzahl und die gleiche Qualität von Gewalt und Intoleranz propagierenden Ideen? Reicht es nicht aus, sich die beiden Propheten und ihre theologische Konzeption vor Augen zu führen, um zu erkennen, dass diese fröhliche Behauptung nicht stimmen kann?

"Dass das zur Zeit nicht passiert, haben wir der Aufklärung zu verdanken. Wie lange der Geist der Aufklärung noch durchhält vermag ich aber nicht zu sagen. Ich fürchte aber, er pfeift auf dem letzten Loch."

Volle Zustimmung. Und ich meine, ein Grund mehr, sich zu vergegenwärtigen, wie Religionen funktionieren. Oberflächliche Pauschalisierungen ("alle gleich!") helfen uns da nicht wirklich weiter.

"Sie argumentieren unlauter, David."

Wieso? War meine Vermutung falsch, dass Sie IRA, ETA usw NICHT in Anführungszeichen gesetzt hätten?

"ich wiederhole mich, weder islamisch noch ein Staat ist. Es ist vollkommen unerheblich wie sich diese Terroristen selbst definieren und auf welches Märchenbuch sie sich beziehen. "

Ihre Argumentation ergibt nur dann Sinn, wenn Sie diese auch auf ETA, IRA, Tamil Tigers usw anweden würden. Würden Sie?

"Was einzig zählt ist das, was diese Leute tun."

Oh, großer Widerspruch. Viel wichtiger ist es zu verstehen, WARUM sie es tun.

"Oben drauf kommt - und jetzt schämen Sie sich bitte für Ihre Argumentation für den "IS" - dass dieser Haufen von Massenmördern niemals völkerrechtlich anerkannt werden würde."

Wofür sollte ich mich schämen? Für die Äußerung der offensichtlichen Erkenntnis, dass sich der Islamische Staat tatsächlich als Islamischer Staat sieht?

"Woher wissen Sie, was ich vermutlich getan hätte oder nicht? "

Wo sage ich, dass ich es weiß? Ich verwendete das Wort "vermutlich", um anzuzeigen, dass ich vermute. Erscheint mir eigentlich ziemlich schlüssig.

"Ich denke, Sie diskutieren nur der Diskussion wegen und nicht um in der Sache klüger zu werden. Sie wollen recht bekommen. Dass Sie sich dazu aber vor lauter Lust am Debattieren ins Unterholz begeben ist sehr schade und sagt mehr über Sie, als Ihnen lieb sein kann."

Warum sind Sie so feindlich? Sie können mir sehr gerne aus dem Unterholz helfen, falls Sie mich dort vermuten.

Wieso denken Sie nicht einfach einen Moment darüber nach, was ich geschrieben habe? Ich würde meinen, ich habe klar aufgezeigt, dass Religionen genausowenig gleich sind wie Ideologien. Ich habe gezeigt, dass Ihre Schreibweise von Islamischer Staat eine merkwürdige Inkonsistenz beinhaltet, über die es sich nachzudenken lohnt. Und schliesslich habe ich mit Argumenten dargelegt, dass Religionen unterschiedliche Ideen beinhalten - und dass Ideen letztendlich Konsequenzen haben.

Olaf Sander (nicht überprüft)

Fr. 25 Sep 2015 - 11:50

Antwort auf von David (nicht überprüft)

Ich gebe Ihnen in allem recht. Und wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Martin (nicht überprüft)

Di. 22 Sep 2015 - 10:28

Daß diese christlichen Extremisten nichts Gutes im Schilde führen - geschenkt! Daß die Gegendemonstrationen nicht nur berechtigt, sondern absolut notwendig sind - keine Frage! Aber die direkte Konfrontation und Blockade gegen die Fundi-Demo (es handelte sich ja nicht um eine gewaltbereite Nazihorte vor einem Flüchtlingsheim!) halte ich für völlig falsch. Die Befürworter des Rechts auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper stehen nun als Antidemokraten da. Das ist katastrophal, denn so werden viele Menschen abgeschreckt, sich im nächsten Jahr an der/den Gegendemo/s zu beteiligen.

Mark Fraser (nicht überprüft)

Di. 22 Sep 2015 - 11:07

Bei aller Befremdlichkeit muss ich sagen, dass ich mit einem Punkt Schwierigkeiten habe. Ist jeder Mensch, der gegen Abtreibung ist, christlich-fundamentalistisch?

Ein Freund von mir steht politisch links, ist nicht religiös, in seinen Ansichten insgesamt alles andere als konservativ. Trotzdem sieht er Abtreibungen kritisch (ohne sie komplett verbieten zu wollen).

Und nun?

Michael Fischer (nicht überprüft)

Di. 22 Sep 2015 - 15:46

Antwort auf von Mark Fraser (nicht überprüft)

Das ist natürlich sein gutes Recht, keine Frage!

Ein kritischer Fall sind eben gerade die Leute, welche Abtreibungen einfach so komplett verbieten wollen - weil sie meinen, das würde so als Vorschrift in einem alten Buche drinstehen. Motto: Verbieten und Basta! Aus Amen!

Was nun?

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Di. 22 Sep 2015 - 19:45

Antwort auf von Mark Fraser (nicht überprüft)

... Ohne sie komplett verbieten zu wollen. DAS ist doch der Punkt! Die "Lebensschützer" wollen genau das... ihre fundamentalistische Sicht zur Norm erheben und allen anderen aufzwingen. Mit den Mitteln des Staates. DAS ist das Verwerfliche, gegen das gegen-demonstriert wird! Um individuelle Meinungen und Haltungen gehts nicht.
Zumal: Dringen die Fundamentalisten bis zur Gesetzgebung durch, haben viele Andersdenkende zu leiden. Gibt es liberale Bestimmungen, tun die den Fundis persönlich doch nicht weh, sie können nach ihren Einstellungen gern ihr Leben einrichten! Aber ohne Macht- und Allgemeingeltungsanspruch.

Bernd Lauert (nicht überprüft)

Mi. 23 Sep 2015 - 06:25

Antwort auf von Mark Fraser (nicht überprüft)

Ich finde es auch problematisch, wenn all diese Themen in einen Topf geworfen werden.

Es ist logisch durchaus nachvollziehbar, dass man etwa einem Fötus im weit fortgeschrittenen Schwangerschaftsstadium dieselben Rechte einräumen will wie z.B. einem gerade Neugeborenen. Damit hat man dann ein echtes Dilemma zwischen der körperlichen Selbstbestimmung der Mutter und dem Lebensrecht des Fötus.

Dies in einen Topf zu werfen z.B. mit der Suizidhilfe, bei der eine Person eine Willensentscheidung über das eigene Lebensende trifft, ohne dass andere davon in irgendeiner existenziellen Weise betroffen sind, ist völlig absurd.

Wenn die Komplexität der Themen auf den polemischen Nenner "für oder gegen das Leben" herunterdekliniert wird, verliert man jede Basis für eine vernünftige Diskussion.

Noncredist (nicht überprüft)

Di. 22 Sep 2015 - 12:00

Was für ein Problem haben diese Lebensschützer? Wer will denen etwas *wegnehmen*? Sie haben doch noch immer das "gottgegebene" Recht, ihre Schwangerschaften *mit moderner medizinischer Hilfe* bis zur Geburt auszutragen. Niemanden will ihnen an ihre Gebärmutter. Aber weshalb wollen sie die vollständige Kontrolle der Gebärmuttern *anderer* Mitmenschen? Wer gibt ihnen das Recht, über das Frühstück, die Farbe des Mantels oder des Hutes einer *anderen* Person zu entscheiden?

Wenn Christen keine Schwangerschaften abbrechen wollen, so dürfen sie jetzt auch weiterhin ihre Schwangerschaften austragen. Wo sehen die denn ein Problem darin?

Ach?! Es ist *nicht* ihre Schwangerschaft? Und deshalb möchten sie gesetzlich über die Entscheidungsfreiheit *anderer* Mitmenschen entscheiden? Na, alles logisch!

Feuerwächter (nicht überprüft)

Di. 22 Sep 2015 - 23:57

So lobend wie sich hier Herr Chefai über die blockierenden Gegendemonstranten äußert, sollte er sein Bild vom Rechtsstaat überprüfen. Der „Marsch für das Leben“ war eine angemeldete Demo unter dem Schutz von Art. 8 GG. Ob es einem gefällt oder nicht, die Meinungsäußerungen sind so legal wie legitim. Die Blockierer higegen sind gewaltbereite Straftäter (§21, 22 VersammlG), die durch ihr Handeln ihre Ablehnung sowohl von Meinungsvielfalt als auch die des Rechtsstaates zeigen, mithin einer totalitären Ideologie anhängen.

Um der Gefahr der Löschung zu entgehen, etwas ausfühlricher auf http://www.feuerwaechter.org/2015/09/der-hpd-und-die-meinungsvielfalt/

So wirklich tief scheint sich der Wächter über das Feuer als Hobbyjurist nicht mit der Rechtsprechung befasst haben. Denn eine Blockade muss nicht zwangsläufig als Nötigung strafbar sein. Siehe auch in der FAZ:

http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/bundesverfassungsgericht-sitzblockade-nicht-stets-noetigung-1605175.html

Das sind zwei vollkommen verschiedene Sachverhalte.

In zitierten Falle der FAZ ging es um die Frage, ob eine Demo in Form einer Sitzblockade von der Versammlungsfreiheit gedeckt ist oder nicht. Außerdem ging es dort um eine Verurteilung nach § 240, § 25 Abs. 2 StGB (Nötigung). Das BVerfG hat Sitzblockadenmi seinem Urteil keinesfalls generell als legitim erachtet.

Im hier vorliegenden Fall ist die Sachlage eine Andere. Die Teilnehmer einer legal angemeldeten Demo werden von einigen (durchaus gewaltbereiten) Gegendemonstranten an der Ausübung ihres Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit durch die Blockade gehindert. Der Verstoß gegen das VersammlG (§21¹, §22) ist hier nicht wegzudiskutieren.

__________
¹ §21: Wer in der Absicht, nicht verbotene Versammlungen oder Aufzüge zu verhindern oder zu sprengen oder sonst ihre Durchführung zu vereiteln, Gewalttätigkeiten vornimmt oder androht oder grobe Störungen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Feuerlöscher (nicht überprüft)

Fr. 25 Sep 2015 - 02:07

Antwort auf von Feuerwächter (nicht überprüft)

Wenn die Welt denn nur so einfach wäre wie Ihr Weltbild! Ich verweise auf den Abschnitt Rechtsprechung zu § 21 VersG:

http://dejure.org/gesetze/VersG/21.html

Eine friedliche Sitzblockade ist eben nicht zwangsläufig ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Wolfgang Brosche (nicht überprüft)

Mi. 23 Sep 2015 - 21:15

Die "Lebensschützer" sind in der Tat "noch" nicht in der Position wie der IS. Sie sind aber durchaus bereit sich diese Position zu erkämpfen. - Noch leben sie natürlich in einer (halbwegs) säkularen Gesellschaft, die auf den Errungenschaften der Aufklärung aufbaut - und die ihnen bei Zuwiderhandlungen STrafen androht. Da benehmen sie sich also... Tatsächlich versuchen sie aber mit allen Mitteln den "Marsch durch die Institutionen", um die Menschen- und Bürgerrechte auszuhöhlen. - Durch einen einfachen Sprechakt ist es ihnen gemeinsam mit Neonazis und Neorechten gelungen, die Mär von derMeinungsdiktatur in die Welt zu setzen, ja noch mehr, zu behaupten, ihre Meinung sei eine Tatsache und würde unterdrückt. So kommt es zu grotesken Situationen wie z.B.dem Fall der Frau Davis in den USA, die behaupten darf, ihre Religionsfreiheit werde nicht anerkannt, wenn sie Homosexuelle nicht diskriminieren darf. Ähnliches wiederholen die "Besorgten Eltern" hier bis zum Erbrechen - und in der steten Hoffnung auf den aushöhlenden Tropfen, sind sie jetzt systematisch dabei, ihre Lügen zu verbreiten.
Dieselben Leute verweisen mit Begeisterung auf das ins Diktatorische abrutschende Putin-System, in dem systematisch Menschenrechte ausgehebelt werden.
In meinem ersten Post habe ich die weltweit agierende "Alliance Defending Freedom" genannt, die ohne daraus einen Hehl zu machen, eine christliche Theokratie des Frühmittelalters errichten will; Ähnliches im Sinne haben die Pius-Brüder und die "Gesellschaft für Tradition, Familie und Privateigentum"! - Das sind keine Minderheitenorganisationen mehr -und sie sind eng mit den Lebensschützer vernetzt!
In Brüssel betreibt "European Dignity Watch", angeführt von der Tochter Gabriele Kuby, Sophia Kuby, erfolgreiche Lobbyarbeit. In Sachen Abtreibung, sexuelle Selbstbestimmung, Sterbehilfe, Frauen- und Kinderrechte sabotiert "Dignity Watch" jede Reform und liberale neue Entwicklung. (Siehe Lunacek-, Estrella-Report)

NOCH schien es die Tat eines Paranoikers, als der evangelikale Anwalt Matthew McLaughlin im Frühjahr 2015 in Kalifornien eine Petition beantragte, in der dazu aufgerufen wurde, im Namen Gottes, Homosexuelle quasi standrechtlich zu erschießen,bzw.sie von jedermann unbestraft auf der Stelle zu töten. Ferner sollte - wie inzwischen in Rußland schon Realität) jedes Sprechen über Homosexualität mit schweren Strafen geahndet werden...

Die Lebensschützer, die besorgten Eltern und andere Organisationen, werden nur durch unsere Gesetze an Handlungen wie im IS gehindert...sie sind aber dabei, diese Gesetze zu relativieren... Ihnen hat dazu die Bresche geschlagen vor allem Benedikt/Ratzinger mit seiner unerhörten Verleumdung der Aufklärung und Wissenschaft durch sein Diktum von der "Diktatur des Relativismus" --- daß man ihm, als er dieses theokratische Produkt in Welt setzte, keinen Widerstand entgegenbrachte, führt nun zu diesen Entwicklungen.

Ramona Wagner (nicht überprüft)

Do. 24 Sep 2015 - 09:10

Nein, wenn man selbst nie abtreiben würde, ist man natürlich kein Fundamentalist, aber wenn jemand wegen seiner Ideologie, einer Frau vorschreiben will, welche Entscheidung sie zu treffen hat, dann schon. Genau so ist es mit dem Wunsch, sterben zu dürfen, wenn es dann genug ist. Hoffentlich erkennen jetzt einige hier den Unterschied.

Jochen Rumpf (nicht überprüft)

Do. 29 Okt 2015 - 21:53

Antwort auf von Ramona Wagner (nicht überprüft)

Ich würde sogar soweit gehen, diese Meinungs- und Entscheidungsfreiheit dem Kind im Mamabauch zugestehen zu wollen in Bezug darauf, was geschehen soll.
So dumm, dass man es nicht dazu fragen kann.
Immerhin mal ein Kommentar einer Frau zum Thema in diesem Blog. Man ist sonst versucht zu denken, dass vor allem Männer pro Abtreibung sind. Evtl. weil damit (für sie) leichter verdeckt werden kann, dass sie fremdgegangen sind...?

Florian Chefai

Hier sollte eine kurze Beschreibung des Autors bzw. der Autorin stehen. Die Autoren sind noch nicht angelegt, weil im Rahmen der Migration diese Daten nicht zuverlässig aus dem Freitext-Inhalt zu extrahieren sind.

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