USA

Suizid nach Trennung an der Grenze

Die "Keine-Toleranz"-Politik der Trump-Regierung hat wohl an der mexikanischen Grenze für das erste Todesopfer gesorgt. Die Washington Post berichtet über den Suizid eines Vaters aus Honduras, der von seiner Frau und seinem Kind getrennt wurde.

Der Vorfall soll sich wohl schon vergangenen Monat ereignet haben, darüber wurde allerdings in keinem Medium berichtet. Auch das Department of Homeland Security äußerte sich nicht zu den Todesumständen des 39-Jährigen. Die Washington Post beruft sich auf den Polizeibericht, der Zeitung vorliegen soll.

Demnach wurde der Honduraner bereits am 13. Mai tot in einer Zelle eines Gefängnisses in Texas gefunden, nachdem er dort einen Zusammenbruch erlitten habe. Einen Tag zuvor soll der Mann zusammen mit seiner Frau und ihrem dreijährigen Sohn über den Rio Grande versucht haben, die Grenze nach Texas zu überqueren. Der Ort ist ein beliebter Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus Zentralamerika, um Asyl in den USA zu erbitten.

Weder die US-amerikanische Grenzüberwachung noch der Zoll wollten sich dazu äußern. Kurz vor dem Suizid des Mannes wurde die "Keine-Toleranz"-Politik der Trump-Regierung durchgesetzt. Um illegaler Migration vorzubeugen, drohen Flüchtlingen nun Strafen wie die Trennung von Eltern und Kindern sowie der Androhung von Strafverfolgung.

Kritiker befürchten, dass die Trennung gerade bei Kindern für Trauma sorgen könnte.

Kommentare (5)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 14 Jun 2018 - 11:39

Tod nach Zusammenbruch oder Suizid? Welche Art von Suizid? Oder ist der gar nur ein Ablenkungsmaneuver?

Petra Pausch (nicht überprüft)

Fr. 15 Jun 2018 - 10:33

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Ablenkung wovon?

Schaun Sie mal: https://www.n-tv.de/politik/Bibel-soll-Familientrennung-rechtfertigen-article20481289.html

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Sa. 16 Jun 2018 - 02:29

Antwort auf von Petra Pausch (nicht überprüft)

Ablenkung davon, dass Familientrennung einen traumatischen Zusammenbruch mit Todesfolge haben kann - und stattdessen die 'böse' Sünde >Selbstmord< ins Feld führen?

libertador (nicht überprüft)

Fr. 15 Jun 2018 - 13:30

Die Grenzpolitik sorgt schon länger für Todesopfer, insbesondere durch die Grenzwüste in der Menschen sterben.

https://en.wikipedia.org/wiki/Migrant_deaths_along_the_Mexico%E2%80%93United_States_border

Die Daten beziehen sich nur auf gefundene Tote. Es gibt vermutlich mehr, da nicht alle gefunden werden. Zur Entwicklung der Grenzpolitik und Migrantenströme gibt es eine sehr informationsreiche Sendung bei Radiolab (Der Link fürht zum ersten Teil:
https://www.wnycstudios.org/story/border-trilogy-part-1

Bernd Weiter (nicht überprüft)

So. 17 Jun 2018 - 21:48

"Die "Keine-Toleranz"-Politik der Trump-Regierung hat wohl an der mexikanischen Grenze für das erste Todesopfer gesorgt."

Man sollte allerdings schon so fair sein zu unterscheiden zwischen einem Todesopfer, das gegen seinen Willen zu Tode kommt, und einer Suizidentscheidung.

Wir bestehen beim Thema Sterbehilfe auf das Selbstbestimmungsrecht (also ich jedenfalls). Das setzt voraus, das wir anerkennen, dass ein Suizid eine Entscheidung der suizidalen Person ist und die Todesursache nicht von anderen Leuten verschuldet ist. Zumindest in den Fällen, in denen es sich tatsächlich um einen Suizid handelt.

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