Vorsicht: Satire!
Schmier-was-an-die-Wand-Tag
© pixabay.com / CC0 Public Domain
Gestern begingen in Deutschland die Anhänger verschiedener Religionen den traditionellen "Schmier-was-an-die-Wand-Tag". Bedauerlicherweise empfing Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf seinem Amtssitz Schloss Bellevue jedoch nur Vertreter einer einzigen schmierenden Religion. Ein deutliches Zeichen für die aktuelle weltanschauliche Schieflage in der Bundesrepublik Deutschland.
Der 6. Januar ist ein hoher Feiertag für die Anhänger von einigen in Deutschland ansässigen Religionen. Katholische Christen begehen den Tag traditionellerweise, indem sie ihren verkleideten Nachwuchs singend von Haustür zu Haustür zu schicken und dort Geld eintreiben lassen. Im Anschluss schreiben sie an die Wand oder Tür des Hauses einen Code aus Zahlen und Buchstaben, der die erfolgreiche Transaktion quittiert und die Bewohner bis zum Folgejahr vor weiteren Schutzgelderpressungen bewahren soll. Die Verkleidung der minderjährigen Schutzgelderpresser dient hierbei vorgeblich nicht der Maskierung, sondern stellt eine im Christentum verbreitete religiöse Legende nach, nach welcher der Religionsstifter Jesus-Brian von Nazareth kurz nach seiner Geburt Besuch von drei heiligen Königen (Caspar, Melchior und Balthasar) aus dem Morgenland erhielt. Allerdings brachten diese laut Legende damals Geschenke und forderten an der Stalltür keine ein.
Weitaus weniger ruppig begehen die Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) den Tag. Auch sie erhalten Besuch, jedoch nicht von den heiligen drei Königen, sondern von den eiligen drei Köchen Fusilli, Spaghetti und Maccaroni. Auch die eiligen drei Köche hinterlassen Schutzzeichen, fordern dafür jedoch kein Geld vom Bewohner, sondern bringen ihm im Gegenteil sogar noch etwas mit: Pasta und Nudelrezepte für das neue Jahr.
Auch die Anhänger des Atheismus, deren Glauben sich bekanntlich dadurch auszeichnet, dass sie an nichts glauben, feiern den 6. Januar mit Zeichnungen an Haustüren und Wänden. Die von ihnen hinterlassenen Zeichen bringen die glückselige Verehrung ihres Nicht-Gottes zum Ausdruck.
Die Wurzeln der Tradition des "An-die-Wand-Schmierens" am 6. Januar sind unbekannt. Vieles spricht jedoch für eine Herkunft des Brauchs aus Asien. Die im Hinduismus gebräuchliche, allerdings ganzjährig angewendete Tradition der Bemalung der Stirn mit einem Punkt gibt den Wissenschaftlern Hinweise darauf, dass statt der Hauswände ursprünglich die Haut bemalt wurde. Man vermutet, dass die Tradition von Indien langsam Richtung Westen wanderte, wobei sie deutlich exzessiver wurde, wie die Tradition der Henna-Bemalung in Vorderasien zeigt. Mit den zurückkehrenden Kreuzrittern wurde die Tradition schließlich nach Europa gebracht, wobei jedoch eine signifikante Verschiebung stattfand: Nicht mehr die Haut wurde bemalt, sondern die Wände.
Auf eine Herkunft der Tradition in Asien scheint auch die pastafarianische Verehrung der eiligen drei Nudel-Köche hinzuweisen, da die Nudel bekanntlich in China erfunden und von Marco Polo nach Europa importiert wurde. In dieselbe geografische Richtung verweist auch der Brauch der atheistischen Gläubigen, die ebenso wie die in Asien heimischen Buddhisten Nichts verehren.
Die vielfältigen gelebten Traditionen des "Schmier-was-an-die-Wand-Tages" zeigen: Deutschland ist ein Land, in dem sich viele Religionen zu Hause fühlen. Umso bedauerlicher ist es, dass Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier gestern nur Vertreter einer einzigen Konfession empfing: katholische Christen. Auch wenn Steinmeier hiermit möglicherweise signalisieren wollte, dass sich die auf eine Bevölkerungsminderheit von 28 Prozent geschrumpfte religiöse Gruppe der Katholiken in Deutschland keinesfalls diskriminiert fühlen solle, bleibt dieser Akt jedoch eine grobe Verletzung der staatlichen Neutralität, nach der niemals eine Religionsgemeinschaft gegenüber anderen bevorzugt behandelt werden darf.
Es bleibt zu hoffen, dass Bundespräsident Steinmeier seinen Fehler einsehen und nachträglich die von den Katholiken an das Eingangsportal seines Amtssitzes geschmierte Segensformel "20*C+M+B+19" um ein "20 F+S+M 19", ein "G+O+T+Tlos GLÜCKLICH" sowie die traditionellen Schmierereien anderer in Deutschland ansässiger Religionsgemeinschaften ergänzen wird.
Kommentare (16)
Netiquette für Kommentare
Es fasziniert mich immer
Es fasziniert mich immer wieder, die herzerfrischenden Artikel bei HPD zu lesen.
Leider vermisse ich eine politische Organisation, die richtigen Druck macht, da wäre ich sofort dabei.
Der hpd macht doch aber auch
Der hpd macht doch aber auch schon ganz "richtigen Druck", nicht wahr?
Das Schöne ist, man kann seinem Trägerverein, dem hpd e.V., sofort als Fördermitglied beitreten...
Jetzt aber schnell!
Es war einmal, vor langer
Es war einmal, vor langer Zeit in einem fernen Land, da haben die Linken Religionskritik geübt. - Heute kuscheln die mit dem totalitären Islam.
Habe schon mal versucht, das
Habe schon mal versucht, das Christentum als Satire zu betrachten. Aber es ist schon ein Schmierentheater, gelle?
Versuchen Sie doch mal, Gott
Versuchen Sie doch mal, Gott als "Bluff herrschsüchtiger Scharlatane" zu verstehen. Hilft das?
Das versuche ich gar nicht,
Das versuche ich gar nicht, denn es ist Bluff! Hilft mir jeden Tag. Gottseidank!!!
Satire Satire Satire gegen
Satire Satire Satire gegen Religioten.Danke.
Ich sehe (!) voraus, dass
Ich sehe (!) voraus, dass Steinmeier dem FSM was husten wird.
Samstag (sogar einen Tag zu
Samstag (sogar einen Tag zu früh) an unserer Haustür: es klingelt, mein Mann öffnet. Da standen verkleidete Kinder in Begleitung einer erwachsenen Frau, sangen, schüttelten eine Spendensammeldose und hatten fertig beschriftete Aufkleber dabei. Mein Mann sagte, dass wir so einen Aufkleber am Eingang nicht möchten. Völliges Entsetzen bei der Frau: "Aber jetzt wissen die Kinder gar nicht was los ist. Sowas ist uns noch nie passiert." Mein Mann: "Mir ist sowas auch noch nie passiert." Wir sind entweder in der Regel nicht Zuhause oder man erkennt an der Abwesenheit eines Vorjahresaufklebers ziemlich eindeutig, dass wir keine Katholiken sind. Den Kindern von diesem Jahr wird hoffentlich auch noch erklärt, dass es sogar in ihrem Dorf Menschen gibt, die - wie exotisch - NICHT katholisch sind. Damit sie in Zukunft nicht mehr schockiert sein müssen.
Den "Schmier-was-an-die-Wand
Den "Schmier-was-an-die-Wand - Tag" kann man juristisch auch unter folgender Perspektive sehen:
Eltern schicken ihre minderjährigen Kinder als Drückerkolonne auf den Spendenstrich - eindeutig mindestens ein Fall für den Kinderschutzbund, wenn nicht sogar, zieht man die anstiftende Institution hinzu, ein Fall für die Abteilung "Organisierte Kriminalität" bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden.
Man kann die Geldsammelei der
Man kann die Geldsammelei der Religionen auch als "Schutzgelderpressung" bewerten.
Hat die katholische Kirche es
Hat die katholische Kirche es wirklich nötig, Kinder zum Geldsammeln einzuspannen um anderen Kindern, angeblich in Peru, damit zu unterstützen. Glaubwürdig wäre, wenn die Kirche von den Milliarden Subventionen die diese jährlich von unseren Steuergeldern erhält auch etwas abgeben würden für derartige Zwecke. Aber lieber leben die Herrschaften in gehobenen Wohlstand, als davon etwas zu Spenden. Dafür hat man ja die Melkkuh Steuerzahler, und die Heerscharen von indoktrinierten Kindern und deren ebenso verblendeten Eltern. Natürlich ist es einfacher mit zu spielen als zu hinterfragen.
Wer sei Leben lang Unsinn nachgebetet hat ist kaum in der Lage selbstkritisch nachzudenken.
Einfach toll. Euren
Einfach toll. Euren Selbstgesprächen zu lauschen. Alles in meinem Sinne. Herzerfrischend, macht weiter so.
Gelle, wie wäre es denn mal,
Gelle, wie wäre es denn mal, selbst die eigene Meinung kundzutun. Wir freuen uns über jede*n neuen Kommentator*in.
Ich mach das jetzt an meiner
Ich mach das jetzt an meiner Tür:
20 * F+S+M * 19
Und abends noch Pasta mit Fleischbällchen.
Was macht ihr denn so, wenn
Was macht ihr denn so, wenn die bei euch klingeln? Öffnen und eure Meinung sagen, so tun als wärt ihr nicht Zuhause, wirklich nicht Zuhause sein? Man öffnet ja immer wieder aus Versehen einem Religioten. Hier kommen regelmäßig Vertreter sogenannter Wohltätigkeitsorganisationen und wollen Geld, Geld, Geld. Dabei kriegen die nun echt genug Geld vom Staat, auch meins. Unersättlich sind die.