Chile: Jesuiten bestätigen 22 Missbrauchsanzeigen gegen Geistlichen

Manche Dinge dauern...
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Zwischen 1960 und 2008 soll Priester Renato Poblete 22 Menschen sexuell missbraucht haben. Vier davon sollen zur Tatzeit sogar minderjährig gewesen sein. Das bestätigt eine kircheninterne Untersuchungskommission nun nach Prüfung der Anzeigen und Beweise.

Wie CNN berichtete, soll der seit 2010 verstorbene Priester Renato Poblete über 48 Jahre lang unbehelligt Menschen sexuell missbraucht haben. Eine interne Kommission der chilenischen Compañía de Jesús kommt zu dem Schluss, dass die 22 bisher angezeigten Fälle in sich schlüssig seien und durch Beweise oder die Aussagen von außenstehenden Personen untermauert seien.

Die Kongregation, welche sich mit dem Fall Poblete befasste, bat die Opfer um Entschuldigung, weil den Anschuldigungen nicht mit der gebotenen Schnelligkeit und Ernsthaftigkeit nachgegangen worden sei. Poblete, der 2010 im Alter von 85 Jahren verstarb, wurde zu Lebzeiten weder von kirchlicher noch weltlicher Seite für seine Verbrechen belangt.

Für die Betroffenen dürfte die Entschuldigung daher wie blanker Hohn wirken. Schließlich wurde selbst die kirchliche Untersuchung, welche kaum einmal eine ernstere Strafe als eine Versetzung vorsieht, so lang verzögert, dass der Täter bereits seit fast einem Jahrzehnt tot ist.

Warum die weltlichen Behörden wie Polizei und Staatsanwaltschaft nicht schon längst alle notwendigen Informationen erhalten haben, ist unverständlich.

Kommentare (1)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 22 Aug 2019 - 12:50

Wie lange schaut die Justiz weltweit dieser Schweinerei noch tatenlos zu, inzwischen weiss
doch so ziemlich jeder Mensch was da abgeht in dem religiösen Morast, wo bleiben die Konsequenzen, oder kann sich jeder Pädophile weiterhin hinter einem Kreuz verstecken.

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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