Politik

Die Beschwörung des Feindes in der populistischen Rhetorik

Der Philosoph Reinhard Olschanski untersucht in "Der Wille zum Feind. Über populistische Rhetorik" die Rhetorik von Populisten hinsichtlich ihrer Besonderheiten, wobei ihm die Feindbildprojektion als zentraler Punkt erscheint. Der Autor benennt zahlreiche wichtige Erkenntnisse, auch zur Differenzierung von demokratischer und populistischer Rhetorik, hätte aber insgesamt dem Buch mehr Struktur und Systematik zukommen lassen können.

EKD-Präses erfindet Gottesgnadentum 2.0

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Henrich Bedford-Strohm bekam gut eine Woche vor dem Evangelischen Kirchentag in Berlin in der FAZ viel Platz eingeräumt, um zu erklären, warum eine Einmischung der Kirchen in die Politik nicht nur "zwingend geboten" sei, sondern mitunter gar "schmerzlich vermisst" werde. Aus säkularer Perspektive ein Beitrag, bei dessen Lektüre grundsätzliche Zweifel am Staatsverständnis des Autoren aufkommen. Ein Widerspruch!

"Trumpetisieren" als populistischer Politikstil

Der Politikwissenschaftler Florian Hartleb legt mit "Die Stunde der Populisten. Wie sich unsere Politik trumpetisiert und was wir dagegen tun können" eine Darstellung zum aktuellen Populismus-Phänomen vor. Auch wenn es sich nicht um das Buch zum Thema handelt, liefert es auch im analytischen Sinne eine Fülle von Anregungen zur Analyse, mitunter etwas abschweifend vom eigentlichen Thema.

Konkordatsunterzeichnung in Rom

Initiative zur Ablösung des Reichskonkordats (1933)

Kurz nach der "Wiedervereinigung" wurden Kirchenfunktionäre tätig, um in den "jungen Bundesländern" eigene Kirchen-Staats-Verträge unterzubringen. Die meisten Deutschen wussten seinerzeit nichts über die Inhalte und Konsequenzen solcher "Konkordate". Nicht weniger traurig ist freilich, was mit dem so genannten "Reichskonkordat" geschieht oder besser nicht geschieht. Auch hierin tut Aufklärung not.

Außenansicht des Weißen Hauses

Trump wird nicht durchkommen!

Nach der Einschätzung des Historikers Heinrich August Winkler ist Donald Trump auf dem Weg einen "schleichenden Staatsstreich" zu realisieren. Wird er damit durchkommen oder sind die Gegenkräfte der US-amerikanischen Gesellschaft stark genug dem Präsidenten in den Arm zu fallen?

Dämonenglaube, Homo-Hass und gute Geschäfte

Einmal pro Stunde wird in Brasilien eine neue Kirche gegründet: 67.951 Stück sind seit Januar 2010 dazu gekommen, so meldete es kürzlich "O Globo". Das Land, von dessen Zuckerhut aus der Erlöser als Testimonial des Katholizismus seit 1931 grüßt, erlebt in den letzten Jahren einen erstaunlichen Boom evangelikaler Kirchen mit ihrem ganz speziellen Verständnis der christlichen Botschaft. Der Glaube an Magie, Dämonen und den Teufel wird hier wiederbelebt, Exorzismen werden zelebriert, es wird in Zungen gesprochen - und vor allen Dingen: Fleißig Geld eingesammelt.

Pressefreiheit: Erdoğan mag sie nicht – weder in der Türkei noch in Deutschland

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ließ die Werbetour für das anstehende Verfassungs-Referendum in der Türkei in Oberhausen starten. In seinem Namen warb dort der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim für die Einführung eines Präsidialsystems. Journalisten einiger kritischer Medien waren nicht zugelassen. Möglichst wenig sollte die "Ja"-Rufer stören. In der Türkei setzten Erdoğans Leute unterdessen schon in den vergangenen Tagen den Welt-Korrespondenten Deniz Yücel fest.