Schweiz

Im Operationssaal

Lässt der Himmelspförtner nur unversehrte Leichen durch?

Die Menschen in der Schweiz sind zunehmend Solidaritätsmuffel. Man könnte es auch weniger schmeichelhaft formulieren: Wir verwöhnten und anspruchsvollen Eidgenossen zeichnen uns durch eine wachsende Portion Egoismus aus. Der zeigt sich bei der Corona-Impfung, aber auch bei der ständerätlichen Diskussion um die Organspende.

Ehe wird endlich wieder zivilrechtlich gedeutet

Sämtliche Kantone der Schweiz haben am vergangenen Sonntag der Ehe für alle zugestimmt, also auch jene elf, die sowohl 1985 das neue Eherecht wie auch 1999 die neue Bundesverfassung abgelehnt hatten. Auch in ländlichen Gebieten befürworteten die Stimmberechtigten diesmal also mehrheitlich die Modernisierung der Spielregeln für unser Zusammenleben.

Ehe-für-alle-Plakat in Regionalzügen

Die Ehe wird weiter resäkularisiert

Die Freidenkenden Schweiz freuen sich über die Annahme der "Ehe für alle" und begrüssen den relevanten Schritt in Richtung Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Wir erinnern gerne an die humanistischen Rituale, die seit jeher allen offen stehen. Die Ehe wird mit dem Entscheid weiter resäkularisiert.

Gottfried W. Locher (2013)

Wenn Kirchengremien alle Warnzeichen in den Wind schlagen

Bisher konnte sich die Schweizerische Evangelische Kirche (SEK) oft zurücklehnen und zuschauen, wie die katholische Kirche mit regelmäßigen Skandalen ihren Ruf besudelte. Doch für einmal probte die SEK erfolgreich den unrühmlichen Rollentausch: Ein Untersuchungsbericht beschuldigt den ehemaligen Kirchenpräsidenten Gottfried Locher und rehabilitiert seine Mitarbeiterin.

Verschwörungsdenken beschäftigt Sektenberatung

"Wie dumm und einfältig muss man sein, um einer Sekte auf den Leim zu kriechen." Solche und ähnliche Kommentare bekommt man oft zu hören, wenn man über problematische Gruppen und Bewegungen aufklärt. Eine solche Haltung zeugt von Ignoranz, denn sektenhafte Indoktrination ist ein perfides Instrument, um Menschen anzulocken, zu täuschen und schließlich zu vereinnahmen. Außerdem geht gern vergessen, wie leichtgläubig und beeinflussbar wir Menschen sind.

Das Kruzifix muss weg

Das Kruzifix, also das Kreuz, an dem Jesus hängt, ist eines der bekanntesten religiösen Symbole. Man findet es praktisch in allen katholischen Kirchen. Kruzifixe stehen oft auch an Pilgerwegen oder auf Berggipfeln. Sie sollen zur stillen Einkehr ermuntern. Auch bei manchen Prozessionen wird das Kruzifix als urchristliches Symbol um die Kirche getragen. Vor allem an Karfreitag. Es gibt aber auch Schulen und Spitäler, in denen der gekreuzigte Heiland die Wände ziert und an das Leiden von Jesus erinnern soll. Eher speziell ist, dass zumindest früher viele Katholiken ein Kruzifix über das Ehebett hängten. Die Überwachung durch den Sohn Gottes war quasi umfassend und hautnah.

Simon Sasek

Der Sohn von Ivo Sasek packt aus

Ivo Sasek, Gründer und Führer der christlich-fundamentalistischen Freikirche "Organische Christus-Generation" (OCG), wehrt sich stets vehement gegen den Vorwurf, seine Gemeinschaft trage die Züge einer radikalen Sekte. Nun berichtet Simon, der älteste Sohn des Sektengründers, von den totalitären Allüren seines Vaters.

Missionierung

Muss den Zeugen Jehovas der KdöR-Status in Deutschland entzogen werden?

Die Äußerungen einer Sektenexpertin über die Praktiken der Zeugen Jehovas entsprechen der Wahrheit und sind somit zulässig. Das Bezirksgericht Zürich hat festgestellt, dass regelmäßig kritisierte Praktiken der Zeugen Jehovas wie unter anderem die sogenannte Ächtung und Zwei-Zeugen-Regel tatsächlich durchgesetzt werden, anders als die Glaubensgemeinschaft häufig behauptet. Somit wurden die fraglichen Äußerungen der Beklagten jeweils für wahr befunden beziehungsweise konnten für wahr gehalten werden.