Internationales

Bedrängt, verfolgt, ermordet

Wer in Indien öffentlich für Humanismus und kritisches Denken eintritt, lebt gefährlich. Mit Erstarken des Hindu-Nationalismus wächst die Bedrohung für Aktivisten, die sich für soziale Gerechtigkeit und wissenschaftliches Denken, gegen Aberglauben und Diskriminierung von Minderheiten stark machen. 

Katholische Kirche gibt Handbuch zum Umgang mit Kindern heraus ... und löscht es schnell wieder

Sexuelle Übergriffe, Vertuschung, Schweigen. Die chilenische katholische Kirche hatte über mehrere Jahrzehnte den Missbrauch, vor allem Minderjähriger, durch ihre Amtsinhaber gedeckt und verschwiegen. Nach halbherzigen Versprechen zur Kooperation mit Behörden bei der Aufarbeitung der Fälle hat die chilenische Kirche nun ein neunseitiges Handbuch zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen für ihre Würdenträger herausgebracht. Doch binnen Stunden verschwand das Dokument wieder vom Webauftritt der Kirche.

Muslimische Sofortscheidung durch den Ehemann verboten

Die indische Regierung hat einen Erlass verabschiedet, nach dem die muslimische "Sofortscheidung" Talāq verboten wird. Die Regierung setzt damit ein Urteil des Obersten Gerichts von vor einem Jahr um, welches die Rechte muslimischer Frauen durch diese Scheidungspraxis verletzt sah. Wer gegen den Erlass verstößt, hat mit einer Geldstrafe oder einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren zu rechnen. Das Oberhaus des Parlaments ließ den Erlass zunächst durchfallen, während das Unterhaus ihn bestätigte. Einige muslimische Verbände kritisieren ihn als Einmischung in religiöses Recht.

Exhumierung Francos ist Teufelswerk

Die sozialistische Regierung Spaniens plant die Exhumierung und Umbettung der Überreste des Diktators Francisco Franco und des Gründers der faschistischen Bewegung Falange, José Antonio Primo de Rivera. Die Umbettung soll dafür sorgen, dass Rechtsextreme und Franco-Fans nicht mehr zur Grabanlage "Valle de los Caídos" (Tal der Gefallenen) bei El Escorial pilgern, in der beide begraben sind. Kirchenvertreter wie der Prior Administrator des Valle de los Caidos erklärten das Vorhaben zum Teufelswerk und sehen Unglauben nebst Hass, Neid und Sünde aufziehen.

Recep Tayyip Erdoğan

"Dialog darf kein Selbstzweck sein"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird morgen zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland erwartet. Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" fordert von der Bundesregierung, die verheerende Lage der Pressefreiheit in der Türkei mit Nachdruck anzuprangern.

Kanton St. Gallen stimmt für Verhüllungsverbot

Am Sonntag hat sich der Schweizer Kanton St. Gallen mit 66,6 % der Stimmen für ein Gesichts-Verhüllungsverbot im öffentlichen Raum ausgesprochen. St. Gallen ist damit der zweite Schweizer Kanton, der ein solches Gesetz erlässt. Bereits im Juli 2016 trat im Kanton Tessin ein solches Verbot in Kraft. Obwohl gegen die Vollverschleierung des Gesichts von Frauen mittels Burka oder Niqab gerichtet, sind auch Fußballfans und andere Gruppen ohne religiöse Motivation vom Verbot betroffen.

Tote und Verletzte durch Baupfusch an Kirchen

In Adagbrasa, Nigeria, kam es während einer Messe in der St. Paul Catholic Church Anfang September zu einem Einsturz, bei dem eine Person getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Dieses traurige Ereignis ist leider kein Einzelfall. Immer wieder begraben Kirchen in Nigeria Gläubige unter sich. Schuld daran sind nicht alte Gebäude mit Sanierungsstaus aus Geldmangel, sondern Korruption, Pfusch und das Wegsehen reicher Kirchen.

Katholischer Priester wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen zu Haft verurteilt

In Izabal, Guatemala, ist der katholische Priester Ignacio López García wegen Missbrauchs einer Minderjährigen zu 16 Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er das Mädchen seit dessen Erstkommunion im Jahre 2016 mehrfach vergewaltigt hatte. Durch Liebesbotschaften und Drohungen hatte er das Mädchen zum Schweigen gebracht.