Rezensionen

Ein grottenschlechter Titel für ein cooles Buch

"Newton – Wie ein Arschloch das Universum neu erfand"

Dass es der promovierte Astronom Florian Freistetter wie kaum ein Zweiter versteht, Wissenschaft gut verständlich darzustellen und auch komplizierte Sachverhalte einem breiten Publikum zu vermitteln, demonstrierte er bereits mit mehreren Büchern und stellt es auch nahezu täglich mit seinem weitum geschätzten Wissenschaftsblog Astrodicticum simplex unter Beweis; dass er auch kabarettistische Fähigkeiten besitzt, zeigt er als Mitglied der Science Busters; auch, dass er locker, humorvoll-flapsig, formulieren kann, steht außer Frage. Ob er allerdings diesbezüglich beim vorliegenden Buch nicht übers Ziel hinausgeschossen ist, dürfte streitig - und eine Geschmacksfrage - sein. 

Eine kritische Betrachtung zum ideengeschichtlichen Hintergrund

Die AfD-Berufung auf das "Volk"

Der Historiker Michael Wildt geht in "Volk, Volksgemeinschaft, AfD" auf die ideengeschichtliche Entwicklung der beiden erstgenannten Begriffe ein, um danach die Berufung der AfD auf das "Volk" zu untersuchen. Erst nach zwei Dritteln kommt der Autor zum eigentlichen Thema, wobei er auf die AfD-Orientierung auf ethnische Homogenität kritisch hinweist. 

"Gebrauchsanweisung für das Leben"

Die Augen zur Welt öffnen

Andreas Altmann hat sein inzwischen zwanzigstes Buch veröffentlicht. Wie immer ist es prall voll Leben, voller Miniaturen an Beobachtungen und lebendigen Skizzen von allerlei Menschen. Es ist vielleicht keine "Gebrauchsanweisung für das Leben" – es ist aber unbedingt eine Gebrauchsanweisung für unser eigenes.

Der IS und der Staatszerfall – eine Analyse von Pierre-Jean Luizard

Der französische Historiker Pierre-Jean Luizard führt in "Die Falle des Kalifats. Der Islamische Staat oder die Rückkehr der Geschichte" den Erfolg der Organisation auf den Staatszerfall zurück. Auf engem Raum gelingt es dem Autor, diesen Kontext zu begründen und auch die Fehler westlicher Politik zu benennen, was nicht unbedingt neu und originell, aber beachtenswert und reflexionswürdig ist.

Ein Meeresbiologe über das Denken und Fühlen der Tiere

Die Intelligenz der Tiere

Der Meeresbiologe Carl Safina berichtet in seinem Buch "Die Intelligenz der Tiere. Wie Tiere fühlen und denken" von entsprechenden Eindrücken bei seinen Beobachtungen bei Elefanten, Killerwalen und Wölfen. Er macht dabei anschaulich auf die Empathie und Solidarität unter Tieren aufmerksam, wobei er mehr seine Beobachtungen referiert und weniger systematische Reflexionen anstellt.

Journalistische Darstellungen und Reflexionen zur Partei

Was will die AfD?

Der Journalist Justus Bender beschreibt und kommentiert in seinem Buch "Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland" die Entwicklung der neuen politischen Kraft in Deutschland. Es handelt sich um eine journalistische Arbeit, welche insbesondere von den interessanten persönlichen Erfahrungen und Reflexionen des Autor geprägt ist – eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung darf man daher nicht erwarten.

Ein journalistisches Portrait von Marine Le Pen

Vorbild für Rechtspopulisten

Die Journalistin Tanja Kuchenbecker legt mit "Marine Le Pen. Tochter des Teufels. Vom Aufstieg einer gefährlichen Frau und dem Rechtsruck in Europa" ein Portrait der rechtspopulistischen Politikerin vor. Als Einführung ins Thema ist das locker geschriebene, aber etwas oberflächliche Werk empfehlenswert.

Heinz-Werner Kubitza über den "Glaubenswahn"

Die Anfänge des religiösen Extremismus im Alten Testament

Der promovierte Theologe Heinz-Werner Kubitza nimmt in seinem Buch "Der Glaubenswahn. Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament" eine Analyse des dortigen Bildes von Gottes vor. Die Deutung als ein solcher der Gewalt und des Krieges stützt sich auf viele Quellen und Zitate, könnte aber auch angesichts von fehlenden Klarstellungen missverstanden werden.

Ökonomische Folgen von neonationalistischem Populismus

Wie falsche Patrioten unseren Wohlstand bedrohen

Der Wirtschaftsjournalist Henrik Müller fragt in seinem Buch "Nationaltheater. Wie falsche Patrioten unseren Wohlstand bedrohen" nach den sozialen und wirtschaftlichen Kontexten beim Aufstieg eines neonationalistischen Populismus. Dabei argumentiert er aus der Perspektive eines Anhängers von Freihandel, der insbesondere aus ökonomischen Gründen für die Offenheit der Grenzen votiert.

Edgar Dahl: Gibt es Gott?

Einführung in die Religionskritik für Jugendliche

"Ob der liebe Gott alles sieht? Ob der liebe Gott hilft, wenn ich viel bete?" So etwa wird manches Kind, mancher Jugendliche sich schon gefragt haben. "Wie sag' ich’s meinem Kind?" So wird mancher Vater, manche Mutter überlegt haben, als ihre Kinder sie mit Fragen dieser Art konfrontierten.