Rezensionen

Nawalnys Vermächtnis

Die Autobiografie des im Februar in einem russischen Straflager ermordeten Kremlkritikers Alexej Nawalny ist jetzt erschienen. Sein Buch "Patriot" ist eine ebenso politische wie persönliche Anklageschrift gegen Putins Regime – und das Vermächtnis eines mutigen Mannes, der den Glauben an eine bessere Zukunft Russlands nicht aufgeben wollte.

Das neue Buch von Abdel-Samad: "Der Preis der Freiheit"

Hamed Abdel-Samad sieht in seinem neuen Buch die Freiheit in Gefahr und erinnert an den "Preis der Freiheit". So angemessen viele Ausführungen zu Gefahrenpotentialen sind, so wirkt das mit leichter Hand geschriebene Werk doch eher unverbindlich, tragen die einzelnen Kapitel doch gute Wünsche vor, welche mehr Reflexionen und Systematik vertragen hätten.

Verkaufte Zukunft

"Verkaufte Zukunft" ist weder ein Aufreger noch ein Trostbüchlein für unruhige Zeiten. Das Buch des Frankfurter Soziologen Jens Beckert konfrontiert die Leser wissenschaftsbasiert und in sachlichem Ton mit der Erkenntnis: Allen Wünschen und Versprechungen zum Trotz kriegen wir die Klimakrise mit all ihren schlimmen Folgen nicht in den Griff. Jedenfalls nicht mit den Abwehrmaßnahmen, wie sie die Weltgemeinschaft bislang in Angriff genommen hat.

Lernen aus der Geschichte: Demokratie muss nicht scheitern

Der Historiker und Journalist Volker Ullrich, bekannt aus der Wochenzeitung "Die Zeit", legt mit "Schicksalsstunden einer Demokratie. Das aufhaltsame Scheitern der Weimarer Republik" ein neues Werk vor. Er macht darin deutlich, dass die erste echte parlamentarische Demokratie in der deutschen Geschichte nicht hätte scheitern müssen, hätten die jeweiligen politischen Akteure anders und entschiedener gegen Demokratiefeinde gehandelt.

AfD-Erfolge aus der "Regression der Mitte"? – Eine soziologische Deutung

Der Humangeograph Daniel Mullis fragt in seinem "Der Aufstieg der Rechten in Krisenzeiten" betitelten Buch nach den Gründen dafür und ermittelt sie in der "Regression der Mitte" als Untertitel. Der Blick fällt stärker auf gesellschaftliche Umbrüche, genannt werden viele relevanten Aspekte, gleichwohl neigt die Deutung darauf bezogen zu einer etwas eindimensionalen Erklärung.

Ein Leben für die Forschung

Eine fesselnde Autobiografie - verbunden mit weitgefasster Wissensvermittlung: Katalin Karikó, Nobelpreisträgerin für "Physiologie oder Medizin" 2023, erzählt humorvoll, mit einer gehörigen Portion Selbstironie die inspirierende Geschichte einer Wissenschaftlerin, die immer an das glaubte, was sie tat. Spannend authentisch und emotional berührend berichtet sie von ihrem an Höhen und Tiefen reichen Leben und erläutert gleichzeitig die wichtigsten wissenschaftlichen Aspekte ihrer mehr als drei Jahrzehnte währenden Erforschung von Messenger-RNA (mRNA), die als Grundlage für die Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen Millionen Menschen vor den schlimmsten Folgen der COVID-19 Pandemie bewahrten.