Sparschwein

Die stille Umdeutung des Unterhaltsvorschusses

Politische Debatten verraten oft mehr durch ihre Begriffe als durch die konkreten Maßnahmen, über die gestritten wird. Das gilt auch für die aktuelle Diskussion um den Unterhaltsvorschuss. Nachdem Bundesfamilienministerin Karin Prien ihren ursprünglichen Vorschlag, den Unterhaltsvorschuss für 16- und 17-Jährige zu streichen, teilweise zurückgenommen hat, wird nun über eine Einkommensgrenze für Alleinerziehende diskutiert.

Berliner Appell (2022): 10 Forderungen für humane Suizidhilfe in Deutschland

"Einem Menschen bei der Wahrnehmung eines Grundrechts zu helfen, kann nicht strafbar sein"

Der "Berliner Appell (2022): 10 Forderungen für humane Suizidhilfe in Deutschland" wurde von der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben, Dignitas Deutschland, dem Verein Sterbehilfe und der Giordano-Bruno-Stiftung gemeinsam verabschiedet und gestern im Rahmen der Pressekonferenz "Zwei Jahre Karlsruher Urteil" im Haus der Bundespressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der hpd dokumentiert den Berliner Appell hier im Wortlaut.

Sudanesische Frauenrechtlerin gefangen genommen

Menschenrechtsverletzungen sind im wirtschaftlich enorm geschwächten und von einer Reihe von Konflikten geprägten Sudan keine Seltenheit. Oppositionelle, Journalist:innen, Regimekritiker:innen und viele mehr sind starken staatlichen Repressionen ausgesetzt. Die landesweit bekannte Frauenrechtlerin Amira Osman wurde nun gefangen genommen, um an ihr ein Exempel zu statuieren, damit es weniger Menschen wagen, sich für mehr Rechte für Frauen in diesem von der Scharia geprägten Land einzusetzen. Dies sorgte unter anderem bei der UN für Empörung und scharfe Kritik.

Berliner Appell (2022)

Forderungen für humane Suizidhilfe im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt

"Einem Menschen bei der Wahrnehmung eines Grundrechts zu helfen, kann nicht strafbar sein“ heißt es in dem „Berliner Appell", der von der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), DIGNITAS-Deutschland, dem Verein Sterbehilfe und der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) am heutigen Montag im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt wurde. Anlass der Pressekonferenz sind die jüngsten parlamentarischen Versuche, einen neuen § 217 StGB zu verabschieden, der die Suizidhilfe abermals streng reglementieren würde.

Der GWUP-Blog ist "Wissenschaftsblog des Jahres 2021"

Im Frühjahr 2007 ging der GWUP-Blog online, betreut vom Wissenschaftsjournalisten Bernd Harder, der unter anderem als Sachbuchautor und Chefreporter der GWUP-Zeitschrift Skeptiker bekannt ist. Seitdem berichtet der Blog tagesaktuell über News auf dem Gebiet der Pseudowissenschaften, gibt Video-, Lese- und Veranstaltungstipps. Inzwischen sind mehr als 6.800 Beiträge erschienen. Vor kurzem wurde er erstmals zum "Wissenschaftsblog des Jahres" gewählt.

Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking

Olympische Spiele in Peking: Propaganda-Erfolg auf ganzer Linie

Das IOC habe den Sport zum Spielball chinesischer Interessen werden lassen, so die Gesellschaft für bedrohte Völker in einer Pressemitteilung. Das Schweigekartell über Völkermord und Unterdrückung habe zusammengehalten. Die Olympischen Spiele müssten sich nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation in einer veränderten politischen Welt neu erfinden.

USA: "After School Satan Clubs" sorgen für Aufregung

Die Donovan Elementary School in Lebanon im Bundesstaat Ohio hat seit dem 27. Januar einen eigenen "After School Satan Club" des Satanic Temple. Proteste von Eltern und Großeltern, die ihre Kinder und Enkel mit religiösen Inhalten um Jesus und Co. gehirngewaschen haben und nun eine Hirnwäsche der Kinder zum Satanismus fürchten, blieben nicht aus. Währenddessen freut sich der Satanic Temple nicht nur über die Aufmerksamkeit, sondern nutzt die Chance, um über tatsächlich religiös motivierte Schul-Clubs aufzuklären.

Rezension

Bloßes Leben

Von seinen Fans mit Spannung und Vorfreude erwartet, legt der – nach Eigendefinition – "Schreiber, der nebenbei reist" Andreas Altmann sein 23. Buch vor, das, wie zahlreiche vorherige, die Voraussetzung erfüllt, Bestsellerstatus zu erlangen. In einer Auswahl besonderer Reportagen versteht es der mit bedeutenden Literaturpreisen und Auszeichnungen bedachte Autor, ein spannendes, überaus buntes Kaleidoskop intensiver Erfahrungen und Momente sowie unmittelbarer Betroffenheit, verbunden mit den verschiedensten Erscheinungen menschlichen, oft allzumenschlichen Verhaltens anschaulich und mitfühlend zu vermitteln.

Betroffenenvertreter vor dem Reichstagsgebäude

Kommentar

Kirchlicher Missbrauch: Die passive Mitwirkung des Staates

Seit Wochen wird über die Schandtaten der "moralischen Anstalt" Kirche, besonders der katholischen, berichtet. Sogar höchste Würdenträger geben sich bußfertig, und mitunter hat man das Gefühl, dass dabei sogar echte Reue im Spiel sein könnte. Hinter der Zerknirschtheit dürfte sich aber mehr die große Sorge vor dem Verlust der Reputation der vermeintlich heiligen Institution Kirche verbergen.

Humanistischer Verband Deutschlands legt Orientierungspunkte zur Suizidhilfe-Gesetzgebung vor

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) hat ein Sieben-Punkte-Papier zur Suizidhilferegelung an die Mitglieder des Bundestags versandt. Der HVD möchte auf der Grundlage seiner 30-jährigen praktischen und theoretischen Beschäftigung mit humaner Sterbehilfe dazu beitragen, dass die Abgeordneten die ihnen vorgelegten Entwürfe angemessen einschätzen können.

Kenia: Atheistische Organisation fordert Lärmreduktion bei Kirchen und Moscheen

Gottesdienste, vor allem bei großen Gemeinden, die Lautsprecher verwenden und ganze Nächte durchbeten und -singen, können die komplette Nachbarschaft wach halten. Kenias atheistische Organisation ruft nun Kirchen und Moscheen dazu auf, ihre Lärmverschmutzung zu reduzieren. Rückhalt finden sie dabei in der kenianischen Gesetzgebung zur Vermeidung von Lärm. Einen ersten Erfolg gibt es mit dem Versprechen einer Kirche, die Lautstärke zu reduzieren, bereits.

Dignitas: Rückblick 2021 und Ausblick 2022

Suizidversuchsprävention weiterhin im Zentrum der Beratungstätigkeit

Zum Jahresbeginn wirft der Vereins Dignitas – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben einen Blick zurück auf die Tätigkeiten 2021 und einen Ausblick auf die Planungen für das aktuelle Jahr. Auch 2022 will sich der Verein unvermindert für Suizidversuchsprävention sowie Lebensqualität bis zuletzt, Selbstbestimmung und echte Wahlfreiheit am Lebensende, verbunden mit Eigenverantwortung und Vorsorge, einsetzen – in der Schweiz und international.

Termine

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Wegweiser in viele Richtungen

Wenn Life-Coaches zu Weltdeutern werden

Experten für alles

In unserer zunehmend spezialisierten Gesellschaft erscheint der Life-Coach als Gegenmodell: er beansprucht nicht Expertise für ein einzelnes Beratungsfeld, sondern für „das Leben“ selbst. Je umfassender dieses Versprechen, desto dringlicher stellt sich jedoch die Frage nach seiner fachlichen Grundlage – und nach den Risiken von Grenzüberschreitungen, Dogmatismus und Conspirituality.

Ilse Aigner

Ilse Aigner und das höchste Staatsamt

Wie viel Christentum verträgt die Bundespräsidentschaft?

Die CSU möchte Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue sehen. Die katholische Politikerin bekennt offen, wie sehr ihr Glaube ihr Leben und ihre politischen Entscheidungen prägt. Das ist ihr gutes Recht. Doch wie steht es um die weltanschauliche Neutralität eines Staatsoberhauptes, das auch die Hälfte der Bevölkerung repräsentieren soll, die keiner Religion angehört?

Cover

Eine interessante journalistische Monographie

„Wie die Demokratische Partei Trump großmachte“

Welchen indirekten Anteil die Demokraten selbst an Trumps Wahlsiegen hatten, wird in Berichterstattungen und Diskussionen häufig ignoriert. Dass sie sich zugunsten des großen Geldes von den kleinen Leuten abgewandt haben, ist in einem Buch zum Thema die zentrale These: „Die Undemokraten“ von Jörg Wimalasena.

Millionen für die katholische Kirche

Katholische Kirche beteiligt sich nicht an Renovierungskosten für Bekenntnisschule

Nein, wir geben nichts

Die katholische Kirche erfreut sich an den knapp 800 katholischen Bekenntnisschulen in Nordrhein-Westfalen, werden sie doch zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand bezahlt. Wenn aber eine verschuldete Stadt eine solche Schule für viele Millionen Euro renoviert und die Kirche um Hilfe bittet, wird diese Bitte wortreich zurückgewiesen. Das zeigt ein Fall aus dem nordrhein-westfälischen Städtchen Haan.

„Janosch“

Erinnerungen an Janosch

„Falsche Propheten schreiben sich mit f wie Fogel…“

Der Zeichner, Schriftsteller und Kinderbuchautor Janosch („Oh, wie schön ist Panama“) ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Giordano-Bruno-Stiftung erinnert an ihren ehemaligen Beirat („Herr Jott“, wie er sich manchmal nannte, verließ die Stiftung 2023 aus Altersgründen) mit dem Beitrag, den Michael Schmidt-Salomon 2021 zum 90. Geburtstag von Janosch verfasst hat.

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Säkularer Stand beim Tag der Deutschen Einheit

„Bremen hat uns mit offenen Armen empfangen”

Drei Tage, zwei Zelte auf der Einheitsmeile und ein Publikum, das zugewandt stehen blieb: Der Zentralrat der Konfessionsfreien blickt auf ein Bürgerfest zurück, das einen riesigen Zuspruch brachte. Mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionen am Informationsstand stellte er in direkter Nachbarschaft mit dem AK Polis säkulare Politik und die Aufklärung über die Gefahren des Politischen Islam zur öffentlichen Debatte. Auch der hpd präsentierte sich am Stand.

Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Marburg

Ein Humanistenpreis an Islamisten?

Die geplante Verleihung des „Marburger Leuchtfeuers 2026“ an Bilal Farouk El-Zayat sorgt für Kontroversen. Im Zentrum der Debatte stehen seine dokumentierten Verbindungen zu islamistischen Milieus und der Umgang der Humanistischen Union Marburg mit der Kritik an ihrer Preisträgerwahl.

historischer Marktplatz

Der Einfluss der abrahamitischen Religionen auf das Wirtschaftswachstum

„Warum sind manche Länder reich und andere arm?“ – Das war die Ausgangsfrage, die sich drei Ökonomen gestellt haben. Zur Beantwortung der Frage wählten sie jedoch einen für die Ökonomie unüblichen Ansatz, denn sie interessierten sich dezidiert für den Einfluss der Religion auf die historische Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Sie kamen zum Ergebnis, dass Religion das Wachstum sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

El-Zayat wiegelt ab

Der hpd hatte über die geplante Verleihung der Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer" berichtet. Es ging vor allem um die Verbindungen des Preisträgers Bilal Farouk El-Zayat zu islamistischen Milieus, über die bereits 2018 berichtet worden war.