EZW greift Aktion von AK Polis und liberalen Muslimen auf

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) greift in einem Artikel mit dem Titel "Kampf gegen Islamfeindlichkeit. Zum Für und Wider eines neuen Gedenktags" eine Aktion liberaler Muslime und des Arbeitskreis Politischer Islam (AK Polis) anlässlich des in Berlin eingeführten Tags gegen Islamfeindlichkeit auf.

Der hpd berichtete über die Kampagne "Ich bin Muslim / Ich bin Muslimin" des Mernissi-de-Gouges Bildungs- und Sozialwerks der Ibn Rushd-Goethe Moschee und des AK Polis. Die EZW schreibt nun darüber, dass "die Einführung eines neuen religionsbezogenen Gedenktages [...] unter politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren nicht nur auf Wohlwollen gestoßen" sei. Ebenso erkennt die EZW an, dass "Zweifel daran geäußert [werden], mit einem ausdrücklich islambezogenen Gedenktag die grassierende Muslimfeindlichkeit nachhaltig bekämpfen zu können".

Liberale Muslime ebenso wie Konfessionsfreie kritisieren schon länger, dass mit dem Begriff der "Islamfeindlichkeit" die Positionen der traditionell-konservativen Kräfte gestärkt werden, indem eine homogene Identität von Muslimen suggeriert und die Vielfalt muslimischer Glaubens- und Lebensformen ignoriert wird. Auf genau diese Vielfalt hat die Aktion "Ich bin Muslim / Ich bin Muslimin" hingewiesen und den Vertretungsanspruch traditionell-konservativer Verbände in Frage gestellt.

Ebenso verweist die EZW auf den scheidenden Neuköllner Bürgermeister Martin Hikel (SPD), der insbesondere an die 40.000 Jüdinnen und Juden in Berlin erinnert, gegen die im Jahr 2024 über 2.500 antisemitische Übergriffe gezählt wurden und rückt damit die von der NGO CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit erhobenen Zahlen antimuslimischer Übergriffe (644 bei einer muslimischen Bevölkerungszahl von rund 400.000) in der Relation in ein anderes Licht. In Anbetracht der Zahlen kann man sich die Frage stellen, ob sogenannter "antimuslimischer Rassismus" wirklich das drängendste Problem der Hauptstadt darstellt.

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