Spanien: Falscher Priester nach 18 Jahren enttarnt

Beichtstuhl
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Knapp 20 Jahre lang hatte der Kolumbianer Miguel Ángel Ibarra die katholische Kirche glauben lassen, Priester zu sein, obwohl er nie die Weihe erhalten hatte. Für seine Gemeinde und sein Bistum Cádiz und Ceuta bringt die Aufdeckung nicht nur einen Image-Schaden, sondern auch die Frage nach der Gültigkeit von z. B. Eheschließungen und Beichten mit sich.

In Kolumbien hatte Ibarra gefälschte Papiere vorgelegt und einige Jahre lang in verschiedenen Gemeinden gearbeitet. Schließlich war er mit einem Dokument der Diözese von Santa Fe de Antioquia nach Spanien gereist und trat dort im Oktober 2017 den Dienst in der Gemeinde Medina Sidonia bei Cádiz an. Erst jetzt flog die Unterlagenfälschung in Kolumbien auf und die spanische katholische Kirche wurde informiert. Daraufhin wurde der falsche Priester von allen priesterlichen Handlungen ausgeschlossen.

Neben der Frage, was mit dem falschen Priester nun in Bezug auf kirchliche und weltliche Bestrafung geschehen sollte, stellte sich natürlich auch die große Frage nach Taufen, Beichten, Eheschließungen und Kommunionen. Sind Sakramente gültig, wenn sie von einer nicht geweihten Person vorgenommen wurden?

Die katholische Kirche entschied wohl nach Aufwand und zu erwartendem Leidensdruck bei den Gläubigen, dass Taufen und Eheschließungen trotzdem gültig seien, Kommunionen und Beichten jedoch nicht. So ist nicht zu erwarten, dass unzählige Paare noch einmal getraut werden müssen. Höchstens werden die Beichten in den nächsten Wochen um einiges länger ausfallen.

Vielleicht überlegen sich einige Gläubige nun aber, ob sie Rituale benötigen, die ja auch von ihrem Nachbarn, Elektriker oder Lieblingsbarkeeper hätten durchgeführt und nachträglich von der Kirche legitimiert werden können.

Kommentare (41)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 13:03

Das ist typisch für die k. K. Die Dinge welche Arbeit verursachen würden sind gültig, aber die, womit man Macht bekommt, wie z.B.die Beichte, müssen wiederholt werden.
Überlegt euch doch mal alle, ob dieser ganze Hokus-Pokus sein muß und ob euch das irgendetwas bringt, oder nur der Kirche dient.

Es ist doch ein herrliches Lebensgefühl, einerseits diesen bigotten Verein seit 70 Jahren mitfinanzieren zu dürfen, ansonsten mit diesem ganzen Brimborium und dieser Scharlatanerie nichts zu tun zu haben Wenn ich allerdings zusammen rechne, wieviel aus meinen sauer erarbeiteten Steuergeldern dafür draufgegangen sind, dann ist es eine teuer erkaufte Freiheit!

Andreas Kyriacou (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 14:27

Die Kommunionen werden also rückabgewickelt. Bedeutet dies, dass die Teilnehmenden die ganze Zeit nur Kekse aßen, oder erfolgt nun post-hoc eine Entfleischwerdung der eingenommenen Oblaten? Frage für einen Biochemiker.

Vivarius (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 15:33

Nach dem Verständnis der römisch-katholischen Kirche können sogar Nichtchristen gültig taufen und das Ehesakrament spenden sich die Ehegatten gegenseitig, der kirchliche Vertreter sorgt lediglich für die Formalitäten und betet um den Segen.

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 21:43

Antwort auf von Vivarius (nicht überprüft)

Danke für den Hinweis. Frau Hella Camargo möchte ich bitten, sich über ihr unbekannte Details zu informieren, bevor sie ihren Kommentar veröffentlicht. Übrigens: Was wäre, wenn ein nicht befugter Standesbeamter eine Trauung vornimmt?
Bei der Kirche gibt es zu viel, was abgelehnt und kritisiert werden muss. War dieser Artikel förderlich? Ich meine, er kam aus dem Bauch und ist eher peinlich.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Sa. 29 Dez 2018 - 18:47

Antwort auf von Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Na, Moment mal, Herr Lathaka,
wenn die Beichten und Kommunionen dieser 20 Jahre ungültig waren, sind Hunderte , wenn nicht Tausende von guten spanischen Katholiken im Stand der Sünde gestorben und der ewigen Verdammnis anheim gefallen. Halten Sie das für peanuts?

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Mo. 31 Dez 2018 - 11:57

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Wofür ich das halte, ist uninteressant.
Gesetzt den Fall, die christliche Religion würde stimmen, dann stimmt auch ihre Gnadenlehre. Wer gebeichtet hat, hat seine Sünden bereut, sonst würde auch die Beichte vor einem gültig geweihten Priester nichts nützen. Ist nun Gott daran gebunden, nur gebeichtete Sünden zu verzeihen? Eben nicht: Darum können wir das Heil derer, die von einem ungültig geweihten Priester losgesprochen wurden, ruhig der Barmherzigkeit Gottes überlassen. Und die Kommunion? Das Verlangen, die Kommunion gültig zu empfangen, ersetzt die nicht richtig verwandelte Kommunion.

Ich kann und will hier keinen Religionsunterricht halten. Dem, der ohnedies Atheist ist, kann doch die kirchliche Lehre egal sein. Mir kommt vor, dass viele krampfhaft nach einem Prügel suchen, um auf die Religion loszuschlagen, obwohl ihnen das nötige Wissen fehlt. Bleiben wir dabei, dass Atheisten so oder so nicht an Gott und die Kirche glauben. Das ist ehrlicher und zielführender.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Mi. 2 Jan 2019 - 18:57

Antwort auf von Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

" Ist nun Gott daran gebunden, nur gebeichtete Sünden zu verzeihen? Eben nicht: Darum können wir das Heil derer, die von einem ungültig geweihten Priester losgesprochen wurden, ruhig der Barmherzigkeit Gottes überlassen. Und die Kommunion? Das Verlangen, die Kommunion gültig zu empfangen, ersetzt die nicht richtig verwandelte Kommunion."
Aber Sie merken schon, Herr Lakatha, wie irrational dieses ganze Gedankengebäude ist. Wenn der Gott der Katholiken schon nicht mehr auf die Befolgung der von ihm angeblich angeordneten Rituale und Vorschriften pocht, weil er sowieso tun und lassen kann, was er will, warum sollte sich die Kirche dann diese Priester genannten tickenden Zeitbomben leisten?

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Do. 3 Jan 2019 - 08:30

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Na und? Das ist eben die Lehre der Kirche, an die immer weniger Menschen glauben. Was mich stört, ist, dass Frau Helga Camargo schrieb:
"Die katholische Kirche entschied wohl nach Aufwand und zu erwartendem Leidensdruck bei den Gläubigen, dass Taufen und Eheschließungen trotzdem gültig seien, Kommunionen und Beichten jedoch nicht. So ist nicht zu erwarten, dass unzählige Paare noch einmal getraut werden müssen. Höchstens werden die Beichten in den nächsten Wochen um einiges länger ausfallen." Damit verkennt sie die Situation, weil sie m. E. nicht gründlich recherchiert hat.

Ein guter Kabarettist kennt keinen Maulkorb. Trotzdem weiß er genau, was er sagt. Würde er nur herumreden, hätte er bald seinen Namen verloren. Diskutanten in diesem Forum dulden ebenso keinen Maulkorb. Oft wissen sie aber über die zugrundeliegenden Sachverhalte nicht Bescheid. Sie reden einfach aus dem Bauch heraus. Das ist der Reiz eines offenen Diskussionsforums. Anders ist es jedoch, wenn Verfasser von Artikeln keine Ahnung von den Hintergründen dessen haben, was sie kritisieren. Das ist die Schwäche des vorliegenden Artikels, die ich kritisiere.

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Do. 3 Jan 2019 - 15:30

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

So ist es und nicht anders. Warum meinen Sie, dass so viele die Lehren der Kirche nicht mehr glauben und die Kirche verlassen? Oder wollen Sie mir das ankreiden, dass ich die Lehre der Kirche skizziert habe? Wozu ist also die Debatte gut?

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Fr. 28 Dez 2018 - 12:15

Antwort auf von Vivarius (nicht überprüft)

Das geht aber nur in Notfällen. Wenn z.B. der Tod eines ungetauften Kindes droht, dann dürfen Katholiken eine Nottaufe praktizieren, um das Kind vor der Hölle zu retten, falls es verstirbt. Ansonsten wäre doch einfach, mit einem Löschflugzeug über der Kaaba zu fliegen, während der Hadsch Tonnen von Weihwasser abregnen zu lassen, über Megaphon die Zaubersprüche aufzusagen und so eine Million Muslime mit einem Schlag zu taufen...

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Fr. 28 Dez 2018 - 18:49

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Die katholische Lehre kennt Weihevollmachten und "Amtsvollmachten". Weihevollmachten kann nur jemand ausüben, der die Priesterweihe oder eine höhere Weihe empfangen hat. Dazu gehören die Firmung, die Kommunion, die Priesterweihe und Krankensalbung.

Das Sakrament der Taufe kann jeder gültig spenden. Um eine Übersicht über die Getauften zu haben, darf sie, mit Ausnahme von Notfällen, nur von einem Priester oder Diakon der zuständigen Pfarre gespendet werden. Sie ist die Voraussetzung für alle übrigen Sakramente. Empfängt etwa ein Ungetaufter die Priesterweihe, wäre sie und alle ihre Weihehandlungen ungültig.

Das Sakrament der Ehe spenden sich die beiden Eheleute dadurch, dass sie ihren Ehewillen kundtun. Um voreiligen Eheabschlüssen vorzubeugen und eine Übersicht über die geschlossenen Ehen zu erhalten, verlangt die Kirche, dass die Ehe vor dem zuständigen Pfarrer geschlossen wird. Ist ein solcher nicht erreichbar, gelten Notstandsregelungen.

Ich möchte dazu ein Beispiel von der staatlichen Ehe anführen. Besteht in einem Land die Regelung, dass nur eigene Staatsbürger Beamte werden können, und fälscht jemand seine Staatsbürgerschaft, ist er ein ungültiger Standesamt Beamter. Das jeweilige innerstaatliche Recht regelt die sich daraus ergebenden Rechtsfolgen.

Übrigens: Ihr Gedanke an ein Löschflugzeug hat einen Haken: Wer der so Getauften wünscht sich, getauft zu werden? Es würde also der Wille fehlen, getauft zu werden. Hm: Wie ist das bei der Kindestaufe?

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 16:09

Ehm, wie viele "Leichen " schlummern noch in den Kellern? Jesus weiß es!!

Stefan Dewald (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 18:23

Na immerhin hatte er ja die für einen katholischen Priester erforderliche, herausragende Qualifikation: einen Penis

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Do. 27 Dez 2018 - 22:59

Allein der Begriff "falscher Priester" ist schon amüsant.

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Sa. 29 Dez 2018 - 15:35

Antwort auf von Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Natürlich, mich wundert nur, wozu das nötig ist. Aber bitte.
Ich finde die Bezeichnung deshalb lustig weil sich mir nicht erschließt, worin sich ein echter von einem falschen Priester unterscheidet. Analog zum echten oder falschen Zauberer. Oder zur Hexe.
Diese Personen haben gemein, dass sie ihre vermeintlichen Fähigkeiten nicht unter Beweis stellen können. Ein Segen, ein Gebet, egal. Es unterscheidet sich durch nichts von Hokupokus. Ob nun ein falscher oder ein echter Priester ein Kind getauft hat, keine Macht der Welt könnte den Unterschied feststellen.
Wenn man weiter denkt fragt man sich, wo denn nun angesichts der rund 3000 Götter, die sich die Menschheit im Laufe der Zeit ausgedacht haben, die "echten" Priester zu finden sind. Man riecht doch förmlich den Mumpitz.
Ich möcht mich noch korrigieren, ich finde beide Bezeichnungen, "echter" und "falscher" Priester ganz lustig.

Sie machen sich über etwas lustig, was sie nicht verstehen. Was ist eigentlich ein Betrüger? Er begeht eine strafbare Handlung. Ha, ha, ha: Das ist aber lustig! Wissen Sie, dass es auch ein Staatskirchenrecht gibt? Ist es witzig, fromme Menschen zu betrügen? Ist es witzig, einen Verein zu betrügen? Sind fromme Menschen rechtlos? Soll ich die Angelegenheit als Jurist, als Theologe oder als Atheist betrachten, der Andersdenkende toleriert, so lange sie seine Rechte nicht beschneiden? Oder soll ich meinen, dass Atheisten das Privileg haben, sich über Sachverhalte lustig zu machen, von denen sie offenkundig keine Ahnung haben?
Ich bin Atheist. Warum? Weil ich einem monistischen Weltbild anhänge. Und warum sind Sie Atheist? Darüber würde ich gerne mit ihnen diskutieren.

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Do. 3 Jan 2019 - 00:45

Antwort auf von Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Ich sehe leider keinen Zusammenhang zwischen meinem post und Ihrer Antwort. Wenn Priester, Astrologen oder Homöopathen in gutem Glauben handeln sind sie zwar auf dem Holzweg, aber ich würde sie nicht Betrüger nennen. Und warum ich
A-theist bin? Weil ich auch A-klapperstochist und A-osterhasist bin. Ist doch ganz einfach.

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Do. 3 Jan 2019 - 20:24

Antwort auf von Rene Goeckel (nicht überprüft)

Klar, würde ich auch nicht. Für den Pseudopriester gilt übrigens die Unschuldsvermutung.
Warum ich Sie fragte, warum Sie Atheist sind? Ich meine halt, dass ein echter Atheist über den Dingen steht. Er hat eine Überzeugung, die von solchen Vorkommnisse nicht berührt wird. Ähnliches kommt ja in den besten Familien vor. Ist in diesem Fall die Kirche Täter oder Opfer?

Ich stehe meilenweit über diesen Dingen wenn es um religiöse Inhalte geht, nicht jedoch bei den weltlichen Belangen dieses Gauklerclubs. Vielleicht verstehen Sie mich besser, wenn ich mich als Kirchengegner bezeichne der die Meinung vertritt, dass die Welt ohne diesen völlig unnötigen Kropf runder laufen würde.
Ob nun falscher Priester, oder echter, geweihter Priester, beide sind mir schnurtz. In beiden Fällen handelt es sich für mich um seltsame Typen, die sich lächerlich verkleiden und (unseren Kindern) unerträglichen Schwachsinn erzählen. Und sich dafür auch noch von uns durchfüttern lassen.
Verstehen Sie nun meine Position?

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Fr. 4 Jan 2019 - 10:37

Antwort auf von Rene Goeckel (nicht überprüft)

Ich töte nicht, ich stehle nicht und ich glaube nicht. Aber man mag mich nicht.

Ich stehe dazu, Theologen sind für mich Betrüger und Lügner, auf Staatskosten. Sie bastelnd sich ihren Glauben auch für andere Gläubige so zurecht, wie er ihnen am besten in den eigenen Kram passt. Atheisten können nicht basteln, aber sie können human leben. falls es dem lieben Nachbarn gefällt.

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Fr. 4 Jan 2019 - 14:27

Antwort auf von Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Ich muss leider aus dem Gedächtnis zitieren, weil ich das Video Stephen Hawking, Urknall oder Schöpfung nicht abspielen kann. In ihm spricht er u. a. davon, was dass effiziente Systeme die einzigen Realitäten sind. So meine ich, dass die Religionen Realitäten sind, solange sie effizient sind. Durch das wissenschaftliche Zeitalter verlieren sie ihre Effizienz. Darum sind sie, wenn überhaupt, nurmehr für ihre Gläubigen effiziente Systeme.

Da effizient kein Werturteil ist, können auch effiziente Systeme gut oder schlecht sein. Das gilt nicht nur für Religionen, sondern auch für staatliche Gemeinschaften. Wir sprechen so gerne davon, dass wir nackte Affen sind. Darum können wir nur auf Kräfte zurückgehen, die dem Tierreich entstammen. Von da weg beginnt die Evolution des Menschen. Sie ist noch lange nicht abgeschlossen. Staatsformen und Religionen bilden einen Bestandteil unserer Evolution. Wie würde wohl das Sosein der Menschheit ohne diese Evolutionsstufen aussehen?

Zur geistigen Evolution gehören die Theologen. Zauberei, Betrug, Revierkämpfe gehören zu unserer Evolution. Dabei gibt es nicht „die Theologen“. Auch ich bin Theologe. Als ich versuchte, meine Weltanschauung zu finden, Schrieb ich im Jahre 2008 in einem bisher unveröffentlichten Buch:

„Der Leitsatz meiner Ausführungen lautet: „Kosmische Wirklichkeit, sei mir heilig.“ Das Wort „heilig“ hat einen religiösen Inhalt. Es bringt zum Ausdruck, dass ich meine Beschäftigung mit der kosmischen Wirklichkeit als religiösen Akt ansehe.
Es fiele mir sicher schwer, die Bedeutung der Aussage, ein Wesen oder eine Sache sei heilig, genau zu definieren. Etwas anderes ist es, wenn ich sage, dass mir die kosmische Wirklichkeit heilig ist. Dies zwingt mich im Umgang mit ihr zur Ehrfurcht und Wahrhaftigkeit. Weil ich jedoch weiß, dass wir Menschen niemals vollständig objektiv denken und handeln können, habe ich die Wunschform „sei“ gewählt. Es ist ein Vorsatz und eine Selbstverpflichtung, nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit zu suchen.
Im Religionsunterricht habe ich gelernt, dass Religion die Bindung des Menschen an Gott sei. Für mich hingegen ist Religion die Bindung des Menschen an die Realität, die uns umgibt und vorgegeben ist, unabhängig davon, wie auch immer beschaffen sein mag. Ob Gott der Urquell allen Seins ist oder die Materie, können wir Menschen nicht beeinflussen. Es ist so, wie es ist. Durch unsere Betroffenheit wird jedoch unser Streben nach Wahrheit nicht nur vom Verstand getragen und geleitet, sondern von unserer gesamten Persönlichkeit, zu der auch das Gemüt und unser Wille zählen. Darum halte ich die Suche nach der kosmischen Wirklichkeit für ein religiöses Tun, durch das ich mich forschend, meditierend und „betend“ an die Wirklichkeit herantasten.

Ich bin nicht der einzige Theologe, der vorurteilslos seinen Glauben beurteilen will. Das Endergebnis meiner Bemühungen war der Atheismus. Ich hatte ja viele Quellen, aus denen ich schöpfen konnte. Haben alle übrigen Theologen, die nach Wahrheit suchen, dieselben Möglichkeiten wie ich hatte? Sicher nicht. Darum wehre ich mich dagegen, unterschiedslos alle Theologen (aller Orte und Zeiten) als „Lügner und Betrüger auf Staatskosten“ zu qualifizieren.

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Sa. 5 Jan 2019 - 08:14

Antwort auf von Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Was ist denn ein Theologe etwas anderes als ein Lügner und Betrüger, der behauptet, es gibt
ein Leben nach dem Tode, die Christen in den Himmel, die Atheisten in die Hölle, so mal ganz im Groben gesagt? Und das bestimmen wiederum Menschen und seltsamerweise kein Gott!
Christenirrtum eben.

Falsch. Ein Standpunkt markiert die Position, die man einnimmt. Sei es geographisch oder intellektuell.

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Mi. 9 Jan 2019 - 09:58

Antwort auf von Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Ein Standpunkt ist ein Kreis mit dem Radius Null. Soll angeblich von Albert Einstein stammen. Weil ich dies nicht identifizieren konnte, habe ich das Zitat irreführend verändert wiedergegeben. Ich meine, dieser Satz trifft auch auf alle Postings zu, die anderen Sichtweisen kompromisslos widersprechen. Persönlich meine ich, dass hier ein Hassposting vorliegt, das auch mich betrifft.
http://falschzitate.blogspot.com/2017/12/der-horizont-vieler-menschen-ist-ein_28.html

Peter Schmitt (nicht überprüft)

Fr. 28 Dez 2018 - 12:26

Was ist eigentlich ein falscher Priester,gibt tatsaechlich auch richtige??

Roland Weber (nicht überprüft)

Fr. 28 Dez 2018 - 14:42

Wer meint denn, dass einer "Weihe" irgendwelche Bedeutung zukommt?

Dieser Hokuspokus ist für das Eingehen einer Ehe irrelevant. Es genügt, dass Zeugen für das Eheversprechen vorhanden sind. Eine Beichte vor einem "Ungeweihten" ist der gleiche Mumpitz wie vor einem Geweihten: Man gibt persönliche Dinge preis und glaubt damit ginge es einem zumindest nach dem Ableben besser ...

Wer abergläubisch ist, kann ja alles wiederholen. Was haben denkende Menschen damit zu tun?

Emmerich Lakatha (nicht überprüft)

Mo. 31 Dez 2018 - 16:27

Antwort auf von Roland Weber (nicht überprüft)

Die Kirche hat "Vereinsstatuten". Wie sie aussehen, ist eine innere Angelegenheit. Es steht jedem frei, sie zu kritisieren. Hier geht es aber nicht um die Kritik kirchlicher Statuten, sondern um ein betrügerisches Handeln, das sowohl gegen kirchliche als aus gegen staatliche Normen verstößt.

Ihrer Frage: "Wer abergläubisch ist, kann ja alles wiederholen. Was haben denkende Menschen damit zu tun?" kann ich mich anschließen. Wozu ist dann der gesamte Beitrag gut?

Kay Krause (nicht überprüft)

Fr. 28 Dez 2018 - 15:09

Diese uns're Welt ist voller eitler Narren.
Und die Kirche spannt sie gern vor ihren Karren.
Und kommt ein Obernarr herbei,
kriegt sie Format, die Narretei.
Und hat die Narrheit erstmal Stil und Form,
dann wird sie schnell zur allgemeinen Norm.
und ab sofort bestimmt die Narrenmasse,
dass man den Nichtgenormten meide, ja, auch hasse!
Und wer nicht niederkniet im Kirchensaal,
gehört auch nicht dazu, ist einfach nicht normal!
Dass Obernarren Kinder schänden,
sich trotz Verbot an Frauen wenden,
heimlich nur und ganz verborgen,
das macht den Narren keine Sorgen.
Sie haben Kinder und sie gehen auf die Schnelle,
auch gern mal in Bordelle.
Der Papa in Rom mit Stab und weißer Mütze,
der ist ihre große Lebenslügenstütze.
Er verzeiht, was sie gesündigt und getan,
Weil er's selber tat in jungen Jahr'n!
Und lustig weiter wird gebetet, missioniert,
und die Narren werden abkassiert!
Und weil sie Narren sind und auch die Dummen,
geben sie dem Klerus große Summen,
und kaufen so sich von den Sünden frei.
Ich - zum Glück - bin nicht dabei!

Der größte Feind des Menschen ist - der Mensch. Ludwig Feuerbach

Des Christen Freund ist seine Dummheit. In Ewigkeit, Amen!

Stimmt für den Einzelnen nicht immer. Es gibt aber die institutionelle Dummheit, die aus den verschiedensten Gründen die Augen verschließt. Das ist nicht nur Dummheit: Das ist Verlogenheit

Hallo KK wieder einmal ein klasse Gedicht von Ihnen, leider stimmt der letzte Satz nicht ganz, auch Sie zahlen mit an den 19 Milliarden Subventionen jährlich von Ihren Steuern.

Kay Krause (nicht überprüft)

So. 30 Dez 2018 - 08:07

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Danke für Lob und Anmerkung, Gerhard Baierlein. Genau das habe ich bereits in meinem Kommentar zu diesem Thema ausgedrückt (siehe weiter oben).
Gruß von K.K.

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Mi. 2 Jan 2019 - 17:24

Und wie viele falsche Jesuse haben die Welt beglückt bzw. haben sich durch sie beglücken lassen? Da leuchtet der Wanderstab gleich in einem ganz anderem Licht!!

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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