Kommentar
Wo steht denn das mit der "praktizierten Homosexualität"?
Foto: © Frank Nicolai
KONSTANZ. (hpd) Wiederkehrend sind die Klarstellungen: Die Bibel definiert die "praktizierte Homosexualität" als verwerfliches Fehlverhalten! Erst dieser Tage hat beispielsweise die einflussreiche Beratungsorganisation "Weißes Kreuz" eine neuerliche Stellungnahme veröffentlich und formuliert unter der Überschrift "Homosexualität und Schriftverständnis" die Sichtweise des Vorstandes der Fachgesellschaft des Diakonischen Werkes für sexualethische Fragestellungen nochmals nachdrücklich, wonach biblische Texte genau diese angewendete Homosexualität als Sünde einstuften.
Jene offenbare Tatsache wird kontinuierlich in den Raum geworfen, ohne, dass für solch eine Behauptung überhaupt exegetische Belege geliefert würden. Wo ist denn nun der Nachweis für die Verwerflichkeit solch einer "praktizierten Homosexualität" in der Bibel? Ich kann ihn jedenfalls nicht finden – und beginne bei der oftmals zitierten Stelle aus Levitikus (18 und 20), aus der ich viel lese, aber nichts von "Homosexualität". Neben einem Knaben solle man nicht liegen wie neben einer Frau, heißt es in den hebräischen Ursprungstexten. Und betrachtet man den Kontext, weist dieser schließlich darauf hin, um welches berechtigte Verbot es sich hier dreht: es richtet sich nicht gegen gleichgeschlechtlichen Sex unter Männern, sondern gegen ausgelebte Pädophilie.
Hangelt man sich weiter zu Genesis 19, zur Erzählung von Sodom und Gomorrha, dann lernen wir dort aus Vers 5, dass es um den Vorwurf einer Vergewaltigung geht, in gemeinschaftlicher Absicht. Von einvernehmlichem Sex unter homo- oder heterosexuellen Menschen ist hier keine Rede, viel eher von Verführung und Sodomie. Wer behauptet, darin das gewöhnliche schwul-lesbische Sexualverhalten des Mannes oder der Frau ablesen zu können, betreibt kein "Schriftverständnis", sondern willkürliche Diskriminierung der übelsten Art und Weise. Auch in Richter 19 wird eindeutig von einer "Schandtat" erzählt, die einer Person angetan werden soll. Wieder ist es der Übergriff gegenüber einem Wehrlosen, der für Aufsehen sorgt. Und wer gar auf 1. und 2. Samuel abzielt, findet viel eher die Fürsprache für Natürlichkeit einer Liebe unter Männern – zwischen David und "seinem" Jonathan.
Auch das Neue Testament bleibt im Blick auf "Beweise" für eine Missachtung der "praktizierten Homosexualität" wenig aussagekräftig. Markus 7 spricht – wie viele andere Bibelstellen – generell von der "Unzucht", geht aber keineswegs auf die gleichgeschlechtliche Sexualität ein. Markus 10 verurteilt die Untreue im Blick auf das Eheversprechen und das anschließende Umgehen desgleichen. Bei Matthäus 5 fokussiert der Autor die Versuchung, im Anklang an das paradiesische Geschehen, allerdings eher im Blick auf die sexuelle Hingabe. Im 8. Kapitel widmet sich das Evangelium wiederum eindeutig und völlig interpretationsleer der Päderastie. Und eine generelle Ausbeutung und Schändung von Menschen wird im 1. Korintherbrief thematisiert, wiederum exemplarisch gegenüber den (männlichen) Kindern.
Weit und breit fehlt es also an den stets vielbesagten Textbelegen. Wer also praktizierte Homosexualität mithilfe der Bibel als Sünde verurteilt, der rückt Schwule und Lesben in die Nähe von Übergriffigen, von Straftätern und von Wollüstigen. Und das ist nichts Anderes als Hetze. Das ist das Bedienen von Vorurteilen, billig und polemisch zugleich. Denn dass die "Heilige Schrift" zu Recht eine ausufernde Sexualpraxis kritisiert, ein gewaltsames Vereinnahmen eines Menschen für die eigenen sexuellen Triebe, ist vollkommen losgelöst von der Art der homo- oder heteroerotischen Beziehung. Rücksichtslose Befriedigung, das Herabwürdigen des Gegenübers zum Objekt ist sündhaft – egal, ob ich Mann oder Frau, mein "Partner" männlich oder weiblich ist.
Wenn sich eifrige Christen an der Sexuallehre der Bibel abarbeiten möchten, dann wäre zu wünschen, dass sie öfter einmal ihre Stimme zu diesen Fehlentwicklungen erheben würden: Nicht die praktizierte Homosexualität ist das "Problem" unserer Zeit, es ist vielmehr eine Schande, dass sowohl katholische wie protestantische Kreise jeglicher Couleur lieber Schwule und Lesben pauschal in eine bestimmte Ecke rücken, statt die allgemeine Verrohung und Sexualisierung in unserer Gesellschaft zum zentralen Thema zu machen. Es braucht keine "Gnade" gegenüber angeblich "sündigen" Homosexuellen, die nichts Anderes wollen, als sich zu lieben. Viel eher bedarf es mahnender Worte gegenüber allen Menschen, die ihr sexuelles Leben nicht mehr verantwortlich, sondern rücksichtslos "praktizieren".
Kommentare (20)
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Ich kann dem Schluss in
Ich kann dem Schluss in dieser Form nicht zustimmen. Ich denke nicht, dass in den letzten Jahren eine Verrohung der Sexualitaet gegeben hat. Es ist wohl eher das Gegenteil der Fall; sexuelle Uebergriffe, die frueher akzeptabel waren (Vergewaltigung in der Ehe, die anzuegliche Beruehrung der untergeordneten Angestellten, der Klaps auf den Hintern der Flugbegleiterin) sind heute unakzeptabel und werden sanktioniert. Und das nicht nur sozial sondern auch rechtlich, teils sogar strafrechtlich.
Was gemeint ist mit der
Was gemeint ist mit der "allgemeinen Verrohung und Sexualisierung in unserer Gesellschaft" bleibt mir auch unklar. Klingt wie aus einer Demo der Bildungsplan-Gegner. Das hätte ruhig mal ausformuliert werden können.
Darf man Meinungen nicht mehr
Darf man Meinungen nicht mehr äußern, weil sie möglicherweise auch auf solch einer „Demo“ propagiert werden? Ich wünsche mir da etwas mehr Ehrlichkeit auch im Blick auf unsere Gesellschaft. Ich bin durchaus der Überzeugung, dass wir heute eine andere Sexualität leben als noch vor Jahrzehnten. Man kann das als fortschrittlich bezeichnen. Auf mich wirkt es manches Mal aber viel eher befremdlich, gerade, wenn ich mich in „meiner“ schwul-lesbischen Szene umschaue. Anfangs dachte ich auch, ich übertreibe mit meiner Empörung. Mittlerweile bin ich aber doch eines Anderen belehrt und ich hadere nicht zuletzt deshalb immer wieder mit meiner Orientierung, weil ich mich in einer sexualisierten Welt wiederfinde, die mich abstößt. Nein, natürlich nicht jeder Homosexuelle verhält sich so, ansonsten hätte ich auch nicht diesen Text schreiben müssen, in welchem ich Schwule und Lesben ja gerade verteidige. Eine gewisse Tendenz, dass es in dieser Bewegung mit dem Sex aber durchaus etwas „lockerer“ genommen wird und der Trieb zur puren Befriedigung einem verantwortungsvollen Geschlechtsverkehr vorgezogen wird, will ich aus meiner Erfahrung nicht verhehlen. Und das wäre aus meiner Sicht nicht möglich, wenn nicht die Gesamtgesellschaft mit der Thematik heute freizügiger, ja, für mich in Teilen doch „verroht“, umgehen würde…
Leider kann ich aus Ihren
Leider kann ich aus Ihren Worten nur die rein gefühlsmäßige Ablehnung eines weitestgehend restriktionsbefreiten Umgangs mit Sexualität herauslesen, wie ich sie schon von meiner christlich-verklemmten Mutter kenne. Nicht dieser Umgang (an sich) verroht Menschen, sondern die Mißachtung und Unterdrückung von (Grund-)Bedürfnissen. Und ja, man kann auch verantwortungsbewußt "herumvögeln", sofern man sich an die nach wie vor gültigen Regeln des Safer Sex hält. Ich jedenfalls werde die freie Sexualität auch weiterhin als gewaltigen Fortschritt verteidigen - selbst, wenn nicht alle Menschen die mit neuen Freiheiten einhergehenden Verantwortlichkeiten einsehen und anerkennen. Das ist ein allgemeines Problem ethischer Unterentwicklung und keine Besonderheit der sexuellen Befreiung.
www.glbt-news.israel-live.de
www.glbt-news.israel-live.de/religion/tanakh.htm ........ Jesus als SOHN DAVIDS nach sach.4,14 sogar 2 gesalbte Singles !
Warum praktizieren Theologen
Warum praktizieren Theologen seit zwei Jahrtausenden nicht diese Exegese? Weil man sich auch andere Bibelstellen anschauen muss, in denen die Familie definiert wird. "Gott" schuf den Menschen als Mann und Frau! Das ist die Kernzelle der religiösen Familie bis heute. Mann + Mann oder Frau + Frau kommt weder in Bibel noch Koran als positiv besetztes Beispiel vor.
Dafür aber kommen alle Arten von Vergewaltigungen im Namen Gottes vor. Frauen darf man sich nehmen, sofern sie aus einem unterjochten Volk stammen. Wobei "Volk" eher "Stamm" meint, also letztlich die Nachbarsippe.
Auch Inzest kommt in der Bibel sehr oft vor. Die vor dem Mob geschützten Töchter Lots (beide minderjährige Jungfrauen), werden später von ihrem Vater geschwängert. Und der Mob von Sodom wird eindeutig als homosexuell bezeichnet, weil er gerne die beiden (männlichen) Engel zur Vergewaltigung gehabt hätte. Hier ging es nicht darum, die Vergewaltigung an sich zu brandmarken (schließlich bot Lot seine Töchter dem Mob ja zur Massenvergewaltigung an), sondern dass es - neben dem Schutz des Gastrechts - um eine homosexuelle Vergewaltigung ging. Die Übertragung von Sodom auf die Sodomie (Tiervergewaltigung) steht so auch nicht in der Bibel. Der Eindruck, der hier eindeutig entsteht, ist der einer zumindest teilweise schwulen oder lesbischen Gesellschaft, die deswegen auf "Gottes" Missfallen stieß.
Bei Noach finden wir sogar - zwischen den Exegeten umstritten - den Fall einer homosexuellen Vergewaltigung des betrunken Noach durch seinen Sohn Ham, der daraufhin verstoßen und zum Urvater aller Sklaven wird.
Natürlich wird Homosexualität in der Bibel immer als Vergewaltigung, Unzucht oder Exzess geschildert, weil dies ja nach religiöser Vorstellung widernatürlich ist. Noch heute beschuldigen religiöse Eiferer schwule Männer, Knaben zu verführen, um bei ihren zu liegen, wie ein Mann bei einem Weib. Homosexuelle Männer stehen also unter dem Generalverdacht, pädophil zu sein. Warum hätte dies in der Antike (die ja entsprechende Lebensweisen z.B. aus Griechenland kannte) anders sein sollen?
Es geht m.M.n. nicht um den Gegensatz zwischen "rücksichtlos praktiziertem Sexualleben" und "verantwortlichem Sexualleben", sondern um "frei bestimmtes Sexualleben" gegen "unterdrückte Sexualität mit dem ausschließlichen Ziel der Vermehrung der eigenen Gemeinde".
Allein die Szene im Paradies, nach dem Sündenfall, zeigt deutlich, was der Monotheismus von Sexualität hält. "Gott" hexte den Menschen die Sexualität an, als er sie aus dem Garten Eden vertrieb. Doch er sagte nicht zu Adam: "Mit viel Spaß wirst du künftig deine Nachkommen zeugen", sondern er sprach zu Eva: "Unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen." (Gen 3,16)
Es geht um Schmerzen, Verlangen und Herrschen. Sexualität ist für alle Monotheismen eine qualvolle Angelegenheit, eine Strafe "Gottes". Und die zwischen Männern oder Knaben ist sogar sinnlos, weil unfruchtbar.
Sehr gut zusammengefasst,
Sehr gut zusammengefasst, vielen Dank! So zeichnet sich eben ein ganz anderes Bild, aber wenn alles nur im Einzelnen mit Scheuklappen betrachtet wird kann es ja schließlich auch nichts werden.
Das Problem ist doch nicht,
Das Problem ist doch nicht, was in irgendwelchen "heiligen" Schriften steht und ob es "richtig" oder "falsch" verstanden wird, sondern daß Menschen ÜBERHAUPT so dumm und verantwortungslos sind, ihr Denken und Verhalten aus solchen Machwerken zu beziehen. ALLE spezifisch religiösen Überzeugungen sind GLEICHERMASSEN irrational, weil sie im für-wahr-Halten unprüfbarer oder falscher Aussagen bestehen. Statt den Religioten bei der Selektion ihrer Wahnvorstellungen auch noch zu "helfen", sollten wir jedwedem religiösen Denken und Verhalten die gleiche strikte Ablehnung entgegenbringen.
Volle Zustimmung!
Volle Zustimmung!
Dieses dauernde Gefasel, dass
Dieses dauernde Gefasel, dass dieser Apostel jenes und ein anderer Prophet was anderes in der Bibel zum Thema Homosexualität von sich gibt, ist sowas von pervers.
Fakt ist, dass sogenannte Christen andere Menschen aus Gründen ihrer sexuellen Orientierung über Jahrhunderte
gequält, gefoltert, ausgegrenzt und auf abscheulichste Weise ermordet hat.
Die Religionen - und zwar ausnahmslos alle - haben sich aus dem Leben der Menschen heraus zu halten! Und vor allem natürlich auch aus der Politik! Punkt um!
Ich bin schwul und ich pfeiff auf die Zustimmung von einem 2000 Jahre alten Schinken zu meinem Sexualleben!
Gut gebrüllt, Löwe! Klasse,
Gut gebrüllt, Löwe! Klasse, Harald, gefällt mir!!!
Du bist schwul, o.k., wen geht das was an? Wenn es ein Problem ist, dann doch wohl nur Deines.
Ich bin nicht schwul, ich steh auf Frauen. Wen geht das was an? Wenn überhaupt, doch wohl nur mich! Wozu brauchen wir da dieses dicke alte Märchenbuch?
Nur zur Info: ich bin seit
Nur zur Info: ich bin seit meinem 16. Lebensjahr geoutet, meine Eltern haben mich deswegen damals rausgeworfen.
Ich bin seit vielen Jahren in der Schwulenbewegung aktiv.
Und nochmal: Keine Religion hat sich jemals für die Rechte von Schwulen stark gemacht!
Im Gegenteil: immer waren diese Organisationen an unserer Verfolgung und
Unterdrückung massgeblich beteiligt!
Dafür gibt es keine Entschuldigung!
Daher ist diese gekünstelte Suche nach 'homofreundlichen' Bibelstellen einfach zum Kotzen!
Ich finde das ständige
Ich finde das ständige Heranziehen der Hl. Schriften zum Kotzen. Was geht mich dieses ständige Kaffeesudlesen an? Auch wer an die Hl. Schriften glaubt, muss anerkennen, dass sie zu den Menschen ihrer Zeit gesprochen haben, aber nicht zu denen unserer Zeit. Bekennnen wir uns doch dzu, dass wir Atheisten sind und weder an Gott noch an die Offenbarung glauben. Für mich sind ausschließlich die Erkenntnisse der modernen Wissenschaften maßgeblich und damit Basta!
Das ist schon ein krasses
Das ist schon ein krasses Stück, wer die Bibel für die offenkundige Schwulenfeindlichkeit kritisiert ist laut Riehle im Grunde selbst Homophob. Nein, Herr Riehle nur weil wir das Gesamtwerk als solches erkennen, keine Rosinenpickerei betreiben und den historische Kontext berücksichtigen kann hat man deswegen nicht unrecht.
Selbstverständlich wird ein bestimmtes Bild in der Bibel über Schwulen gezeichnet, so wie die Nazis ein bestimmtes Bild über Juden zeichneten, deswegen ist aber jemand der den Antisemitismus im Nationalsozialismus erkennt kein Judenfeind nur weil man Ihrer Meinung nach damit das verbreite Klischee des Juden bejahen würde. Ich kritisiere eben auch und vor allem ja das Stereotype. So wie es auch heute für viele klar zu seien scheint sieht es auch Bibel, ein Schwuler ist im Grunde ein Knabenvergewaltiger. Und so wird dann eben auch die Sprache verwendet, so wie es halt immer passiert wenn eine Gruppe negative charakterisiert werden soll.
Es wäre schon zumindest ein
Es wäre schon zumindest ein kleines bisschen, wenn die christlichen Kirchen davon absehen würden, für ihre Verurteilung der Homosexualität Zitate aus der jüdischen Tora zu benutzen, da es keine ernstzunehmenden Strömungen oder Gelehrten im Judentum gibt, die von den aus dem Kontext gerissenen Stellen in ihrer Schrift eine Verurteilung der Homosexualität ableiten oder hineininterpretieren.
Wo steht das in der Bibel ?
Wo steht das in der Bibel ?
Nun es spielt ja keine Rolle mehr, was in der Bibel steht, solange man die geeigneten Hermeneutiken nicht kennt, die man auf die „Heiligen Texte“ anwenden muss (siehe dazu auch ein Hinweis in der „Umweltenzyklika“). Damit hat sich die Theologia nicht nur ein Hintertürchen sondern ganze Scheunentore für die ihnen genehme Interpretation der Bibel geöffnet, und uns damit in die Zeit vor Luther zurückgebeamt, als die „Heilige Schrift“ noch Geheimwissen von Mönchen und Priestern war. Ebenso geheim sind diese Hermeneutiken anscheinend, denn ich habe bis heute noch kein Dokument gefunden, wo sie und die dazugehörigen Vorschriften welche man wann und für welche Textstellen zu verwenden hat, verbindlich formuliert wären. Sie sollten notwendigerweise auch kanonisiert (also verheiligt) sein; quasi „EX CATHEDRA“ verkündet; schließlich dienen sie der Interpretation heiliger Schriften. Unverdrossen wird aber die Lektüre der Bibel ganz ohne Kenntnis dieser unentbehrlichen Schlüssel zur richtigen Interpretation wärmstens ans Herz gelegt und vor allem von Ungläubigen praktiziert. Da muss man sich nicht wundern, wenn Sie H. Riehle und Sie H. Kammermeier auf ganz unterschiedliche Ergebnisse kommen. Auch im Interesse der Gläubigen sollten wir die Veröffentlichung der „Heiligen Hermeneutiken“ und des „Heiligen Schlüssels zu ihrer Anwendung“ ganz dringend anmahnen.
Für eine Irritation sorgt es
Für eine Irritation sorgt es zwar auch bei mir immer, wenn Atheisten die Orthodoxen über die Auslegung ihrer religiösen Schriften belehren wollen, aber ich halte es für unverzichtbar.
Man macht ja so aufmerksam auf die Willkür, die meist in den Religionen herrscht, bei der Interpretation, und die den Anhängern oft gar nicht bewusst ist.
Man verdeutlicht die Widersprüche zwischen proklamierter, ewiger Wahrheit dort und vernünftiger Ethik hier.
Und man verstellt sich so nicht den Weg heilige Schriften per se abzulehnen.
Nein, man bringt die Kritisierten in die Bredouille, dass diese, die ihre Vorurteile und Abneigungen ja in die Bibel hineinlesen, dazu, dass sie selbst ihre Schrift in Frage stellen müssen, um an ihren Vorurteilen festhalten zu können oder alternativ ihre Vorurteile. Das ist Aufklärung im besten Sinne.
Wenn Atheisten, Agnostiker
Wenn Atheisten, Agnostiker und Freidenker die machtausübenden Religionen nicht sachlich kritisieren und deren Glaubensargumente zerpflücken, wer bitte dann?
Das habe ich auch gedacht.
Das habe ich auch gedacht. Wenn man Ärzte, Politiker oder Polizisten kritisiert kommt ja auch keiner auf die Idee zu sagen, dass das nicht o.k. ist, nur weil man selbst beruflich etwas anderes gelernt hat. Ein Teil der Problematik liegt meiner Meinung nach in genau so einer Kümmelspalterei verborgen. Das ist ja auch viel einfacher so...
Ich konnte die Stellungnahme
Ich konnte die Stellungnahme des "weissen Kreuz" leider nicht finden, wo steht es denn genau?