Nach angeblicher Gotteslästerung
Kapitulation vor den Islamisten in Pakistan
Foto: © pixabay.com CC0 Creative Commons
Islamisten haben in Pakistan den Rücktritt des Justizministers wegen angeblicher Blasphemie erzwungen. Zuvor kam es zu Straßenblockaden und Ausschreitungen, bei denen mindestens sechs Menschen starben.
Der Auslöser für den Konflikt war die leichte Umformulierung einer Eidesformel für Parlamentarier. Der pakistanische Justizminister Zahid Hamid hatte veranlasst, dass aus einem feierlichen Schwur auf "die absolute und uneingeschränkte Prophetenschaft Mohammeds" eine Erklärung wurde. Fälschlicherweise verbreiteten Islamisten daraufhin die Nachricht, dass der Name von Mohammed aus der Erklärung gestrichen wurde. Dem Justizminister warfen sie deswegen Gotteslästerung vor und forderten seinen Rücktritt.
Obwohl die Regierung schnell zurückruderte und von einem "Schreibfehler" sprach, riefen mehrere religiöse Kleinparteien zum Protest auf. Tausende Islamisten folgten dem Aufruf und blockierten wichtige Hauptstraßen in mehreren Großstädten. Bei dem vergeblichen Versuch der Regierung, den Protest mit Polizei und Paramilitärs aufzulösen, kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Dabei starben mindestens sechs Menschen, etwa 200 wurden verletzt.
Aus Angst vor weiteren Eskalationen, beugte sich die Regierung der Forderung der Islamisten und der Justizminister erklärte seinen Rücktritt. Zuvor wurde sein Elternhaus von religiösen Fanatikern verwüstet und geplündert.
Beobachter befürchten derweil, dass sich Pakistan auf eine Staatskrise zubewegt. So erklärte der SZ-Korrespondent Arne Perras: "Die Demütigung der Regierung und das schwer beherrschbare Chaos schürt Befürchtungen, dass der Staat sich immer weniger gegen religiöse Hardliner zur Wehr setzten kann und sich erpressen lässt, wenn religiöse Kräfte Blasphemie als Waffe gegen liberale Kräfte einsetzen."
Kommentare (7)
Netiquette für Kommentare
Ach was! Das hat doch alles
Ach was! Das hat doch alles nix mit Religion zu tun...
... weil, wenn es was mit
... weil, wenn es was mit Religion zu tun hätte, das Dogma von der im Grunde guten Religion auch bei uns in Europa und überall ins Wanken geriete.
Meine Fresse, ist das krass.
Meine Fresse, ist das krass.
"Aus Angst vor weiteren
"Aus Angst vor weiteren Eskalationen,..."
"Beobachter befürchten derweil, dass sich Pakistan auf eine Staatskrise zubewegt."
Wundert dies irgendjemand? Wenn defacto Wahnsinnige die Politik bestimmen, dann ist das keine Staatskrise sondern das Kennzeichen eines failed states oder wahlweise das Kennzeichen einer "Irrenanstalt".
Ist es Blasphemie, nicht
Ist es Blasphemie, nicht Existentes als Fantasiegebilde darzustellen? Kann es sein, dass hier geistig umnebelte Fantasieproduzenten ihre Mitmenschen am konsequenten Denken zur Vertuschung ihrer eigenen Denkunfähigkeit hindern und missbrauchen? Geben wir der beweissbaren Realität den Vorrang vor Märchen und ihren Erzählern.
Ich denke, es geht hier um
Ich denke, es geht hier um Kultur und Macht, nicht um die Überprüfung von Behauptungen. Die Ideologie des Islamismus dient als verbindende Kultur einer Gruppe von Menschen, sich gegen andere Gruppen abzugrenzen und sich letztlich möglichst durchzusetzen unter Vernichtung der nicht Dazugehörigen. Es ist das selbe, wie es sich immer wieder abspielte und abspielt. Ob es um die Rohingyas in Myanmar geht, den Holocaust, die Juden im Mittelalter oder aktuell den nicht zu Deutschland gehörenden Menschen in Deutschland, oder den nicht zur Türkei gehörenden Menschen in der Türkei, es geht immer um die eigene Gruppe. Sehr oft wird Religion genutzt, um sich abzugrenzen, manchmal aber auch andere Ideologien. Und das geht auch nur, wenn man die mächtigste Gruppe ist oder wurde und nicht eine Minderheit.
So läufts eben in einem
So läufts eben in einem islamischen Gottesstaat.
Und so lange die Mehrheit der Bevölkerung noch hinter dieser Staatsform steht, wird sich nichts wesentlich ändern.
Die "Hardliner" sind nur ein Teil des Problems.
Der andere sind die für pakistanische Verhältnisse ganz normalen, nach unseren Maßstäben stockfundamentalistischen muslimischen Druchschnittsbürger.