HVD Nordrhein-Westfalen

Ist der Religionsunterricht alternativlos?

Viele Eltern stellen meist erst mit dem Blick auf den ersten Stundenplan ihrer Kinder die Frage: "Muss mein Kind eigentlich zum Religionsunterricht?" Der Humanistische Verband in Nordrhein-Westfalen informiert Eltern jetzt über Alternativen zum Religionsunterricht an Grundschulen.

Auch wenn es keinen Zwang gibt und Eltern jederzeit ihr Kind vom Religionsunterricht abmelden können, bleibt das ungelöste Problem, dass es keine Alternativen zum Religionsunterricht an Grundschulen gibt. Denn ein Ersatzfach gibt es nicht und ein weltliches Fach wie "Humanistische Lebenskunde" wurde bisher nicht genehmigt.

Beispielbild

Der Humanistische Verband hat daher ein Informationsblatt erstellt, um Eltern zu ermuntern, gemeinsam mit Schulen und außerschulischen Trägern Alternativen zu schaffen. "Denn auch Kinder ohne eine Konfession haben das Recht darauf, ein Unterrichtsfach zu haben, in dem sie sich mit der Welt auseinandersetzen, ethischen oder philosophischen Fragen nachgehen können", betont Erwin Kress, Präsident des Humanistischen Verbandes in NRW.

In seinem Informationsheft erläutert der Verband die rechtlichen Grundlagen des Religionsunterrichts und beschreibt Möglichkeiten für schulische AGs und andere Formen eines alternativen Angebotes.

Aktuell verschickt der Verband dieses Informationsblatt über Kindertages­einrichtungen an Eltern, die ihre Kinder nächstes Jahr einschulen. Es kann auch in der Landesgeschäftsstelle in Dortmund angefordert oder online heruntergeladen werden.

Kommentare (19)

In Bayern können Sie sich an den bfg-augsburg wenden: www.bfg-augsburg.org
Wir verfügen über die nötigen Informationen und Erfahrung in diesem Bereich.

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Mo. 29 Okt 2018 - 11:52

Solange kein Gott oder Jesus hernieden kommt, um einen Religionsunterricht zu zelebrieren, kann man getrost auf diese Märchenstunden verzichten.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mo. 29 Okt 2018 - 14:07

"das ungelöste Problem, dass es keine Alternativen zum Religionsunterricht an Grundschulen gibt. Denn ein Ersatzfach gibt es nicht" - wieso ist das ein Problem???
Einfach abmelden; und fertig!

Hans, ich habe mit der täglichen Praxis zu tun.
Es gibt Eltern, die konfessionsfrei sind, und die konfessionsfreie Kinder haben. Der Prototyp wäre da, religionsfrei sozialisierte und religiös ungebildete Eltern aus der ehemaligen DDR. Die schicken ihre Kinder tatsächlich in den konfessionell und bekenntnisorientiert gebundenen Religionsunterricht, in dem Glaubensbekenntnis, Beten (u.a. Fürbitten) stattfinden, und Mythen wie Erbsünde etc. gelehrt werden. Und sie schicken ihre Kinder zu Priestern, in Einschulungs- und Abschlussgottesdienste. Die Anzahl derer, die das tun, ist gewaltig.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 30 Okt 2018 - 22:35

Antwort auf von Alexander Mich… (nicht überprüft)

Schon klar, Alex; solche Leute gibt es.
Ich sprach aber das angebliche, im Artikel angesprochene 'Problem' an, das ich nicht sehe.
WENN Eltern ihr Kind vom RU abmelden wollen, können sie das problemlos tun.
Ich möchte sie sogar dazu ermutigen.

Alexander Mich… (nicht überprüft)

Mi. 31 Okt 2018 - 16:33

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Hans,

Dein Punkt ist klar. Ich stürze den auch. In der aktuellen Praxis bin ich damit konfrontiert, dass vom Religionsunterricht angemeldete Kinder sich in einer beaufsichtigten Freistunde befinden, und mehr oder weniger Sinnvolles tun, was grundsätzlich besser ist, als Indoktrination. Ich erwische mich bei dem Gedanken, dass ich mir etwas wünsche, das sich Werten und Normen beschäftigt, um nicht den verbrannten Begriff Ethik zu verwenden. Wobei ich das auch wieder ablehne, weil es auf Zwangsersatzunterricht hinausläuft. Also dass Kinder, die keine Religion haben, ethisch gebildet werden müssen... . Ich bin also widersprüchlich, zerrissen, wie viele Eltern. Die Mehrheit schickt die Kinder in den Religionsunterricht, und wundert sich dann, was mit den Kindern passiert....

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 31 Okt 2018 - 22:32

Antwort auf von Alexander Mich… (nicht überprüft)

Alex,
"vom Religionsunterricht angemeldete Kinder" - du meinst sicher 'ab'gemeldete Kinder.

"sich in einer beaufsichtigten Freistunde befinden, und mehr oder weniger Sinnvolles tun, was grundsätzlich besser ist, als Indoktrination" - ja, klar.

"Werten ... Normen ... Ethik ... Zwangsersatzunterricht ... ethisch gebildet werden müssen" - ich sehe das nicht als Zwang an; am ehesten als Pflicht. Kinder müssen m.E. in Ethik gebildet werden wie in Lesen, Schreiben, Rechnen, Biologie oder Chemie.

Also besser in Ethik als in RU schicken. Selbst eine Freistunde ist besse als RU!

Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Mo. 29 Okt 2018 - 14:30

Der HvD sollte die Eltern lieber ermuntern, gemeinsam dafür zu kämpfen, dass Religionsunterricht endlich aus den Schulen verwiesen wird.
Ziel wäre ein für alle verpflichtendes gemeinsames Fach "Ethik", das völlig unabhängig von Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften normales Schulfach ist.

Alexander Mich… (nicht überprüft)

Di. 30 Okt 2018 - 09:40

Antwort auf von Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Meine Rede!

Entweder ein gemeinsamer Unterricht unter dem Label "Werte und Normen" oder dem verbrannten Etikett "Ethik". Oder gar nichts. Auf gar keinen Fall getrennter Unterricht in Bekenntnis (Katholiken, Evangelische, Islamisten, Buddhisten, Juden) und Zwangsersatzfach Ethik.

Kay Krause (nicht überprüft)

Do. 1 Nov 2018 - 06:37

Antwort auf von Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Genau, Rüdiger Weida! Dafür plädiere ich seit Jahren:Schaffung einer Sonntagsschule für Kinder, deren Eltern eine religiöse Erziehung wünschen! Finanzierung dieser Schule NICHT durch den Staat, sondern durch Eltern und Kirche!

Kay Krause (nicht überprüft)

Mo. 29 Okt 2018 - 16:58

Mit der Einführung des Grundschul-Lehrfaches "Humanistische Lebenskunde" kann unser Bemühen für eine säkulare Grundschule aber nicht beendet sein! Als nächstes müssen wir dafür Sorge tragen, dass der
auf einen oder mehrere Götter / eine Religion oder eine Kirche bezogene, staatlich bezahlte Religions-Unterricht gänzlich aus den Grundschulen verbannt wird und statt dessen die Religions-Historie lediglich in den aktuellen Geschichts-Unterricht einbezogen wird. Kirchen und Religionsgemeinschaften aller Coleur haben die Möglichkeit, den Eltern, welche ihre Religion in ihren Kindern weiterleben lassen möchten, den entsprechenden Unterricht in einer selbst finanzierten Sonntagsschule anzubieten. Die dort unterrichteten Kinder werden als Erwachsene auch eher einsehen, dass sie ihre Kirchentage selbst finanzieren müssen.

Jutta Lingos (nicht überprüft)

Mo. 29 Okt 2018 - 19:19

Ich selber bin zwar getauft ohne gefragt zu werden und lehne die Heiligen -schriften schon seit meiner Kindheit ab. Habe aber am Religionsunterricht teil genommen. Es war Pflicht.
Wenn ich die Heiligen -schriften nicht kennen lerne, kann ich sie nicht ohne Kenntnis ablehnen.
Meine Kinder und auch meine Enkelkinder sind alle nicht getauft, haben aber am Religionsunterricht teilgenommen. Sie mussten es kennenlernen um es abzulehnen.

Welche "heiligen Schriften" kennst Du denn so alles? Müssen Deine Kinder auch konfessionellen Religionsunterricht anderer Weltreligionen kennenlernen, um sie abzulehnen?

Ich bin Deutsche, wenn man das noch so sagen darf und lebe in Deutschland. Meine Kinder und Enkelkinder auch. In diesem Land gibt es das Christentum und keine Weltreligionen. Das Christentum wird in der Schule in diesem Land gelehrt. Auch heute noch. Trotz Religionsunterricht gehören sie keiner Kirche an. Sie hatten die Wahl ich habe sie frei erzogen.

Alexander Mich… (nicht überprüft)

Di. 30 Okt 2018 - 09:45

Antwort auf von Jutta Lingos (nicht überprüft)

Nein.

Die Religion der Christen ist schädlich, insbesondere bei frühkindlicher Indoktrination. Massenmorde, Holocaust als gerechte Strafe, Versklavung von Mädchen mit intaktem Hymen (andere werden umgebracht), Teufel, Hölle, Angst, Subordination, Denkverbote... Nur ein reifer Geist widersteht dem Schaden, den diese Unterwerfungsideologie anrichtet.

Moin Jutta Lingos! Ich ging in Hamburg zur Schule, dort war es keine Pflicht. ich habe trotzdem teilgenommen. Hat mir gut getan. Daher habe ich die Basis meines heutigen Wissensstandes. Davon abgesehen wurde bereits damals (1950 bis 1959) in Hamburg Religions-Geschichts-Unterricht gelehrt. Es wurde weder gebetet noch Psalme gesungen. Auch gemeinsame Kirchgänge gab es nicht.

Hallo Herr Krause,
das ist es ja... Die Hamburger können von den Bayern religiöse Gründlichkeit lernen. Was bei uns in den Einrichtungen von der Krippe bis zum Hort und über alle Schulklassen bis zum Schluss läuft, das würde uns kein Hamburger glauben.
Das Problem ist, dass die Hamburger über völlig anderen Sachverhalt sprechen als z.B. die Bayer. Wir in Bayern bekommen sozusagen den Heiligenschein zum Zeugnis dazu :)

Christoph Heckermann (nicht überprüft)

Di. 30 Okt 2018 - 14:06

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