Aberglaube

Papst Leo XIV. und die Rückkehr der Dämonen

Wer befürchtet hatte, mit Papst Leo XIV. würde ein moderner Geist in den Vatikan einziehen, kann beruhigt aufatmen: Auch der neue Pontifex Maximus ist im finsteren Mittelalter verhaftet. Unlängst schickte er der Internationalen Vereinigung der Exorzisten ein Grußwort, in dem er den rund 300 versammelten Priestern für ihren "heiklen und äußerst notwendigen Dienst der Befreiung vom Bösen" dankte.

Beim Glück-und-Pech-Test

Freitag, der 13.: Aberglauben auf dem Prüfstand

Am Freitag, den 13. Juni organisierten Ehrenamtliche der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) gemeinsam mit der Giordano-Bruno-Stiftung und der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters eine öffentlichkeitswirksame Aktion in der Hamburger Innenstadt. Unter dem prägnanten Motto "Pech am 13ten? Wider den Aberglauben: wir machen den wissenschaftlichen Test!" wurden Passanten eingeladen, traditionelle Glücks- und Pechrituale auszuprobieren und deren Effekt auf ein einfaches Experiment zu prüfen: das Würfeln.

Warum Schwurbler schwurbeln: Die Rolle der "Core Knowledge"

Wer schwurbelt, erzählt Unsinn. Damit könnte das Thema schon ad acta gelegt werden - es wäre so einfach. Allerdings schwurbeln dafür zu viele, als dass man es einfach ignorieren könnte. Ob Religion, Esoterik, Parapsychologie oder Verschwörungstheorien (die Liste ließe sich lange weiterführen), allesamt liefern sie genug Stoff für Pseudoerzählungen die nur darauf warten, auf die Welt losgelassen zu werden.

Milbe

Blutende Madonna: Milben statt Wunder

Ein vermeintliches "Blutwunder" lockte im März zahlreiche Gläubige in eine Kapelle in der Oberlausitz. Von einer Madonnenfigur mit Kind schien eine rote Substanz herabzurinnen. Ein Zoologe von der TU Dresden fand die profane Erklärung: Eine Ansammlung von Milben hat das Phänomen verursacht.

Symbolbild

Uganda: Selbsternannter Pastor erhält lebenslängliche Haftstrafe für Kinderopfer

Im Mai 2021 trat in Uganda das Gesetz zur Prävention und zum Verbot von Menschenopfern in Kraft. Es sollte die vorhandenen Gesetze zu Entführung und Mord ergänzen und durch harte Strafen bis hin zum Tode abschrecken. Der vierjährigen Nakisuyi hat das nichts genutzt. Sie wurde vom selbsternannten Pastor Joseph Sserubiri in einem Ritual ermordet. Obwohl Sserubiri nun eine lebenslange Haftstrafe erhielt, zeigt dieser Fall, dass Prävention zum Abbau von Glauben an die Wirkung von Menschenopfern dringend notwendig wäre.

Die "satanische" Buslinie 666

Weil sich konservative Christen an Symbole Satans erinnert fühlten, hat ein polnischer Busbetreiber seine Linie 666 umbenannt. Die Endstation heißt Hel und liegt auf der gleichnamigen Ostsee-Halbinsel, einem beliebten Reiseziel für Wassersportler. In der Aussprache erinnert der Name an das englische Wort für "Hölle". Diese humoristische Anspielung an populäre Satanssymbole machte den Bus über die Landesgrenzen hinweg zur beliebten Touristenattraktion. Jetzt tritt eine Petition für die Rückkehr zur alten Nummer ein.

Abergläubisch sind immer die anderen

Der Begriff des Aberglaubens hat eine lange Geschichte und wurde dem Zeitgeist und der religiösen Entwicklung entsprechend mehrfach umgedeutet. Wurde er in früheren Zeiten relativ neutral interpretiert und wertfrei verwendet, haftet ihm seit mehreren Jahrzehnten eine negative Konnotation an.

Dorf in Malawi

Neues Gesetz zur Hexerei in Malawi geplant

Im südostafrikanischen Malawi glauben die meisten Menschen, dass es Hexerei und ähnliche magische Handlungen gibt. Obwohl es ein Verbot gibt, Menschen der Hexerei zu beschuldigen oder Hexenprüfungen vorzunehmen, werden immer wieder der Hexerei Beschuldigte von Mobs gejagt und gelyncht – mit wenig Konsequenz für den Mob. Einen Plan der Regierung, Hexerei gesetzlich zu verbieten, sehen humanistische Organisationen und viele andere kritisch, würde ein Verbot doch den Glauben zementieren, dass es Hexerei tatsächlich gibt.