Rezensionen

Dr. Randall Mindy (Leonardo DiCaprio) und Kate Dibiasky (Jennifer Lawrence) im Oval Office

Wir haben diesen Film verdient

Der Film "Don't look up" ist bemerkenswert. Da haben sich ein paar der größten Granden Hollywoods zusammengefunden, um der Menschheit den Spiegel vorzuhalten, indem sie das tun, worin sie am besten sind: Schauspielen. Herausgekommen ist ein neuer Ansatz, uns vor der heraufziehenden Klimakatastrophe zu warnen. Fakten vermögen es scheinbar nicht, die Menschen wachzurütteln. Vielleicht klappt es stattdessen mit dieser zynischen Weltuntergangssatire.

Wie man Verschwörungstheorien professionell analysiert

Der habilitierte Philosoph Andreas Edmüller liefert in seinem Buch "Verschwörungsspinner oder seriöser Aufklärer. Wie man Verschwörungstheorien professionell analysiert" aufklärerische Untersuchungskriterien zu derartigen Vorstellungen. Das Werk ist wie ein Lehrbuch strukturiert und motiviert zu einer eigenständigen Stoffaneignung. Angesichts der kursierenden Auffassungen, nicht nur im Internet, sind solche aufklärerischen Projekte überaus wichtig.

"Critical Philosophy of Race"

Die "Critical Philosophy of Race" beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit dem Rassismus in den USA. Ein Reader zum Thema bringt erstmals von wichtigen Texten deutschsprachige Übersetzungen. Indessen wirken auch viele Aussagen etwas abgehoben und müssten vor dem Hintergrund der Situation in den USA verstanden werden.

Fakt und Vorurteil

Der in der Skeptikerszene aktive, promovierte Kern- und Teilchenphysiker Holm Gero Hümmler und die Psychologin und Expertin für Esoterik in der Wiener "Bundesstelle für Sektenfragen", Ulrike Schiesser, widmen dieses Buch einer sachlichen Auseinandersetzung mit einem wichtigen, zeitlosen und im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auch sehr aktuellen Thema: Wie umgehen mit Personen mit irrationalen Weltsichten?

Christliche Wurzeln des modernen Antisemitismus

Der Publizist Tilman Tarach legt mit seinem Buch "Teuflische Allmacht" laut dem Untertitel eine Erörterung "Über die verleugneten christlichen Wurzeln des modernen Antisemitismus und Antizionismus" vor. In kurzen Abschnitten macht der Autor anschaulich ideengeschichtliche Kontinuitäten deutlich und kritisiert deren Tabuisierungen in vielen einschlägigen Veröffentlichungen.

Linke Identitätspolitik als säkularer Pietismus

Auch in seinem neuen Buch kritisiert Bernd Stegemann die linke Identitätspolitik, wenngleich der gewählte Titel "Wutkultur" das nicht vermuten lässt. Der Autor macht in seinem Essay anschaulich deutlich, dass mit der kritisierten Form von Identitätspolitik auch Individualismus und Universalismus objektiv negiert würden.

Die Welt geriet ins Wanken

Gerhard Streminger ist auf die angelsächsische Philosophie des 18. Jahrhunderts spezialisiert. In seinem aktuellen Buch geht er den philosophischen und geistigen Reaktionen auf das große Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 nach.

"Nicht mein Antirassismus"

In "Nicht mein Antirassismus" artikuliert die türkischstämmige Journalistin Canan Topçu ihren Unmut darüber, dass identitätspolitische Auffassungen häufig genug mit überdrehten Positionen einhergehen und sich monopolartig als Interessenvertreter für diskriminierte Minderheiten präsentierten.