Rezensionen

Eine türkischstämmige Journalistin kritisiert die überdrehte Identitätspolitik

"Nicht mein Antirassismus"

In "Nicht mein Antirassismus" artikuliert die türkischstämmige Journalistin Canan Topçu ihren Unmut darüber, dass identitätspolitische Auffassungen häufig genug mit überdrehten Positionen einhergehen und sich monopolartig als Interessenvertreter für diskriminierte Minderheiten präsentierten.

Engelsburg mit Engelsbrücke

Das System Ratzinger

Die katholische Kirche und ihre Missbrauchs-Verbrechen: Im Mittelpunkt steht der Schutz der Kirche, nicht das Leid der Opfer. Mit schonungsloser Offenheit und Kooperation darf auch künftig nicht zu rechnen sein. Ein andauender Skandal, irritierend ignoriert von der Politik. Eine Kriminalgeschichte von Helmut Ortner.

Frank Deppes Sozialismus-Bilanz:

Mehr Demokratie und weniger Ökonomiezentriertheit

Der Marburger Politikwissenschaftler Frank Deppe legt mit "Sozialismus. Geburt und Aufschwung – Widersprüche und Niedergang – Perspektiven" eine bilanzierende Stellungnahme persönlichen wie politischen Zuschnitts vor. So faktenreich und informativ das Buch ist, so ist es doch von einer Ökonomiezentriertheit durchzogen, welche dann demokratischen und menschenrechtlichen Defiziten im "real existierenden Sozialismus" nur einen geringen Stellenwert zuschreibt.

Der literarische Salon von Madame Geoffrin (1755)

Rezension

Das bedrohte Vermächtnis der europäischen Aufklärung

"Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts gehört zu den einflussreichsten kulturellen und gesellschaftspolitischen Strömungen der westlichen Zivilisation", lautet der erste Satz eines Buches, das sich zum Ziel setzt, die Bedeutung dieser geistigen Entwicklung in allen Bereichen des Denkens und Handelns in Erinnerung zu setzen und die zunehmenden Widerstände und Bedrohungen, denen sie ausgesetzt ist, aufzuzeigen.

Rezension

Ein Priester rechnet mit seiner Kirche ab – und hofft auf Veränderung

Für gläubige außenstehende Katholiken ist es vermutlich ein erschütterndes, aufschlussreiches Dokument: Einmal mehr bestätigt sich deutlich: Religion und Kriminalität liegen zuweilen sehr dicht beieinander. Der Titel "Missbrauchte Kirche" verdeutlicht die Kritik und das Verständnis von Kirche des Geistlichen Wolfgang F. Rothe und seinen Wunsch, dass sich etwas tut.

Rezension

Ideen, die die Welt veränderten

Als Nachfolgetitel zu "Bücher, die die Welt veränderten" bietet der Haupt-Verlag mit der deutschsprachigen Ausgabe von "The Philosopher’s Library. Books that Shaped the World" eine weitere sehr aufwändig gestaltete Zeitreise durch die Ideengeschichte der Menschheit. Die Autoren Adam Ferner und Chris Meyns können auf ein bedeutendes Oeuvre wissenschaftsgeschichtlicher und philosophischer Veröffentlichungen verweisen, im vorliegenden Buch beleuchten sie ausführlich und tiefgründig, wie Denker, Philosophen und Wissenschaftler seit Jahrtausenden die Welt mit ihren Ideen beeinflussten.

Seyran Ateş in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee

Dokumentation über Seyran Ateş

"Warum wollt ihr mich töten?"

Auf dem von Terre des Femmes veranstalteten "Filmfest FrauenWelten" konnte man den einfühlsamen Dokumentarfilm "Seyran Ateş: Sex, Revolution and Islam" sehen. Er erzählt die Geschichte der mutigen Frau, die sich selbst aus einem gesellschaftlichen Gefängnis befreite, um ihren Wunsch nach Freiheit für sich und andere mit einem neuen zu bezahlen. Er zeigt, was Religion anrichten kann.

Rezension

Pascal Bruckners neuer Essay über die "Konstruktion des weißen Sündenbocks"

Der bekannte französische Essayist Pascal Bruckner, ein flammender Anhänger von Aufklärung, Laizität und Menschenrechten, kritisiert in seinem neuen Essay "Ein nahezu perfekter Täter" die "Konstruktion des weißen Sündenbocks". In bestimmten Erscheinungsformen wie etwa des identitären Anti-Rassismus sieht er das Umschlagen in einen Obskurantismus, was bei aller polemischer Darstellungsweise für eine reale Gefahr eben auch für Aufklärung, Laizität und Menschenrechte steht.

Rezension

Joachim Kahls Einladungen zum Humanismus

Der bekannte religionskritische Philosoph Joachim Kahl legt mit seinem neuen Buch "Humanismus. Eine Einladung" unterschiedliche Texte zum humanistischen Selbstverständnis vor. Dazu gehören definitorische Betrachtungen ebenso wie Gemäldeinterpretationen, kurze Portraitskizzen genauso wie themenbezogene Reflexionen.