Aufarbeitung

Stefan Ackermann mit dem abgesägten Stück Bank

Einladung an DBK-Missbrauchsbeauftragten zur Protestaktion vor dem Kölner Dom

Heute beginnt die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Aktionskünstler David Farago leitet eine parallel stattfindende Protestkundgebung vor dem Kölner Dom, um die unzureichende Aufarbeitung der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder in der katholischen Kirche anzuprangern. Dazu lud er auch den Missbrauchsbeauftragten der DBK, den Trierer Bischof Stefan Ackermann, ein. Der hpd veröffentlicht das Anschreiben.

Missbrauch bei den Zeugen Jehovas: Systematische Vertuschung

Vor einem Jahr berichtete der hpd, dass der Betroffenenverband JW Opfer Hilfe über zwei Jahre mehr als 50 Meldungen zu mutmaßlichen Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs innerhalb der Sekte erhalten hatte. Der Verein forderte von den Zeugen Jehovas Aufarbeitung. Aus anderen Ländern war bereits von Missbrauchsfällen berichtet worden. Seit Juli letzten Jahres gibt es eine offizielle Untersuchung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, bei der Ende November ein Expertengespräch stattfand.

Matthias Katsch im Gespräch mit Stephan Ackermann

Aufarbeitung ohne Verantwortung

Elf Jahre nachdem der Missbrauchsskandal am Berliner Canisius-Kolleg begann, legt das Bistum Berlin ein Gutachten einer Anwaltskanzlei über sexuellen Missbrauch durch Priester vor: Ohne Verantwortliche zu identifizieren, ohne Täter zu benennen, ohne mit Opfern zu sprechen. Konkrete Informationen für die Fälle, die dabei untersucht wurden, werden nicht veröffentlicht. Die Beschäftigung damit soll der "innerkirchlichen" Aufarbeitung überlassen bleiben.

Reden über die Sklaverei – auch in der nicht-westlichen Welt

So berechtigt die Empörung über die Sklaverei in und durch die westliche Welt ist, so darf sie nicht zur Ignoranz gegenüber der Sklaverei in der nicht-westlichen Welt führen. Das Ausblenden der einen wie der anderen Blickrichtung führt zu einem bedenklichen Menschenrechtsrelativismus. Eine kritische Aufmerksamkeit für die nicht nur historische Sklaverei ist nötig, unabhängig von den konkreten Profiteuren und Verantwortlichen.

Matthias Katsch im Gespräch mit Stefan Ackermann

Die Kirche ist bislang nicht bereit, über Entschädigung zu sprechen

Matthias Katsch hat vergangene Woche zusammen mit anderen Betroffenen und Betroffenenvertretern des sexuellen Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda kritisch begleitet. Der hpd hat mit ihm über sein Fazit des dort beschlossenen Systems für Anerkennungszahlungen und seinen Austausch mit Bischof Ackermann am "eckigen Tisch" gesprochen.

Kloster (Symbolbild)

Staatliche Untersuchungskommission zum kirchlichen Missbrauchsskandal gefordert

Die Zeit des Versteckspielens ist vorbei − auch für die katholischen Ordensgemeinschaften in Deutschland. Es ist Zeit für eine staatliche Untersuchungskommission. Die Orden müssen sich bereit erklären, an der Aufklärung und Aufarbeitung der dunklen Aspekte ihrer Vergangenheit mitzuwirken. Sollten sie sich einer Aufklärung verweigern, müsste ihnen der Status von Körperschaften öffentlichen Rechts entzogen werden.

Wie steht es mit der Missbrauchsaufarbeitung in der evangelischen Kirche?

Die evangelische Kirche hat eine Aufarbeitungsstudie zum Thema Missbrauch angekündigt, die Ursachen, Spezifika und bestehende Risikofaktoren aufklären soll. Dafür sind drei Jahre veranschlagt. Der Anti-Kindesmissbrauchs-Beauftragte der Bundesregierung äußerte sich derweil kritisch zum Aufarbeitungsprozess der Protestanten und sieht die katholische Kirche in einer "Vorreiterrolle". Schwer tun sich beide Kirchen beim Thema Entschädigung.