Die türkische Regierung führt seit Jahren einen beispiellosen Propagandafeldzug gegen die Evolutionstheorie. Sie sorgte dafür, dass der kreationistische "Atlas der Schöpfung" von Harun Yahya eine Auflage von mehreren Millionen Exemplaren erreichte und an viele Schulen des Landes verteilt wurde, und ließ Internetfilter entwickeln, mit denen Webseiten zur Evolutionstheorie nicht mehr aufgerufen werden konnten. Vergeblich haben türkische Wissenschaftler vor den Folgen dieser Wissenschaftsfeindlichkeit gewarnt. Um sie zu unterstützen und türkischsprachigen Kindern einen Einblick in die faszinierende Welt der Evolution zu geben, hat das Evokids-Projekt heute eine türkische Fassung des Lehrfilms "Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit" veröffentlicht.
Wer einen Film über einen Hund dreht, kann den Menschen schon sehr nahe kommen. Ein Dackel wird durchs Leben bugsiert. Nacheinander hat er viele Herren, die er eigentlich nur trösten soll. Vielleicht leiden sie alle daran, dass sie zu viel voneinander erwarten. Todd Solondz' Film "Wiener-Dog" über das wechselvolle Wanderleben eines Dackels im Land der gelebten Träume ist liebevoll, sarkastisch und von heiterer Traurigkeit.
Ein österreichischer Film zu einem bedrückenden Thema wurde zu einem wichtigen US-Filmfestival eingeladen. Das Slamdance Filmfestival zeichnet als Alternative zum Sundance Festival seit 1995 Independant-Filme aus, und "Die Kinder lassen grüßen" (engl. Titel: "The Children Send Their Regards") ist nun im Rennen für die wichtige Filmauszeichnung.
Eine Frau weigert sich. Sie tut dies mit wortloser Entschlossenheit. Sie will kein Fleisch mehr essen. Sie magert ab. Ihre pflanzenhafte Sanftheit weckt das Begehren ihres Schwagers, vielleicht auch ihre Rebellion. Er macht sie zu seinem Modell, zum Objekt seiner Kunstphantasie und treibt sie in den Wahnsinn. Der nun auf Deutsch erschienene, bereits verfilmte Roman "Die Vegetarierin" der südkoreanischen Autorin hat tragische Größe.
Erstmals in Österreich sprechen Menschen, die von Priestern und Nonnen missbraucht wurden, offen über das, was ihnen angetan wurde. Begleitet von der Kamera suchen die Betroffenen die Tatorte von damals auf, viele machen ihre Geschichten erstmals öffentlich, ihre Familien erfahren mitunter zum ersten Mal von diesem verschwiegenen Schmerz. Nach zweijähriger Drehzeit liegt ein Sittenbild der Gewalt, Vertuschung und der Heuchelei vor, ein Einblick in das wohl größte Verbrechen der Nachkriegszeit, von dem rd. 16.000 Menschen betroffen sein dürften. Der sexuelle Missbrauch durch Kirchenangehörige bleibt ein Trauma quer durch die Gesellschaft.
In der URANIA Berlin zeigte der Filmemacher Peter Bringmann-Henselder, selber ein ehemaliges Heimkind, seine Dokumentation über evangelische, katholische und städtische Kinder-, Waisen- und Behinderten-Einrichtungen in Ost- und Westdeutschland. Lange Zeit, so sagt der Filmemacher, hat man die Heimkinder zum Schweigen gebracht. "Jetzt reden wir!" ist der Tenor seines Filmes.
Eine Collage aus bewegten Bildern, Zeichnungen, Animationen, wunderschönen Filmszenen und Musik ist Laurie Andersons neuer Film "Heart of a Dog", der nun als DVD mit deutschen Untertiteln herausgekommen ist. Eine cineastische Elegie auf den Tod der Terrierhündin Lolabelle. Sie wurde von sechs Artgenossinnen gedoubelt.
BERLIN. (hpd) Zumindest auf der Leinwand ist Gott quicklebendig. Denn in den Vereinigten Staaten boomt der Markt für christliche Spielfilme. Mit "Pure Flix" ist nun ein christlich-missionarisches Netflix-Pendant entstanden – eine Streaming-Plattform, die sich auf den Verleih und die Produktion von "glaubens-basierten" Filmen und Serien spezialisiert hat. Deren bislang erfolgreichster Titel "Gott ist nicht tot" ist zwar nicht auszuhalten schlecht und aufdringlich belehrend, gibt aber einen interessanten Einblick in das Selbstverständnis strenggläubiger Christen in den Staaten. Und ungewollt komisch ist er auch.
BOCHUM. (hpd) Für die Aufführung des Films "Das Leben des Brian" am Karfreitag wurde die säkulare Initiative "Religionsfrei im Revier" im vergangenen Jahr zu einem Bußgeld verurteilt. Nun hat die Initiative Verfassungsbeschwerde gegen das Feiertagsgesetz NRW beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.
BERLIN. (hpd) Manipulation, Korruption und Menschenrechtsverletzungen: Die preisgekrönte Dokumentation "Dirty Games" ist couragierter Investigativjournalismus über die dunklen Seiten des Milliardengeschäfts mit dem Profisport. Ein wichtiges Alternativ- oder Begleitprogramm zur Fußball-Europameisterschaft.
BERLIN. (hpd) 20 Millionen Mal verkaufte sich Jiang Rongs Roman "Der Zorn der Wölfe" in China, den Jean-Jacques Annaud im Auftrag des chinesischen Staates unter dem Titel "Der letzte Wolf" verfilmte. Roman und Film sind in China absolute Publikumsrenner und künden von einer neuen Beziehung zwischen Mensch, Umwelt und Tier. Jetzt ist der Film hierzulande, wo er viel zu kurz in den Kinos war, auch als DVD zu haben.
BOCHUM. (hpd) Dass am Karfreitag in Bochum der Film "Das Leben des Brian" aufgeführt wird, ist inzwischen schon eine Tradition. Die säkulare Initiative "Religionsfrei im Revier" protestiert mit der Filmvorführung gegen das Feiertagsgesetz von Nordrhein-Westfalen. Die Zahl derer, die sich an diesem Protest beteiligen, steigt mit jedem Jahr.
BOCHUM. (hpd) Auch in diesem Jahr wird am Karfreitag in Bochum der Kultfilm "Das Leben des Brian" gezeigt. Mit der öffentlichen Aufführung des Films verstößt die säkulare Initiative "Religionsfrei im Revier" erneut bewusst gegen das Feiertagsgesetz von Nordrhein-Westfalen.
BERLIN (hpd) "Spotlight" ist ein Film, eine filmische Dokumentation und noch genauer, ein an die Realität gebundenes Spiegelbild, das katholisches Weltbild, Erziehung und Gehorsam wiedergibt: In Boston wird 2001 ein pädophiler Priester wegen wiederholter sexueller Gewalt verurteilt. Das Erzbistum sah sich weder zu einer Anzeige veranlasst noch fühlte es sich zum Schutz der Kinder verpflichtet.
BERLIN. (hpd) Charlie Kaufmans Stop-Motion Trickfilm "Anomalisa", der in den deutschen Kinos anläuft, ist für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Der Film ist ein einfühlsames Meisterwerk über Einsamkeit und die Möglichkeit von Liebe – ein existentialistisches Puppentheater für Erwachsene.