Missbrauch

Matthias Katsch vom "Eckigen Tisch"

"Uns läuft unsere Lebenszeit davon"

Bei der gerade zu Ende gegangenen Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wurde der sogenannte "Synodale Weg" beschlossen: Es soll Reformen geben. Außerdem war der Missbrauchsskandal erneut ein zentrales Thema: Das Entschädigungsmodell soll weiterentwickelt werden. Matthias Katsch, Sprecher der Opfervereinigung "Eckiger Tisch", stellte auf der Konferenz ein Empfehlungspapier vor, das eine Einmalzahlung von 300.000 Euro pro Fall vorsieht. Bei geschätzten 3.000 Opferanträgen würde sich für die katholische Kirche daraus eine Summe von einer Milliarde Euro ergeben. Der hpd hat mit Katsch gesprochen.

Alexandre in einer Rückblende als Kind (Davan Collin)

Ein kompliziertes Mosaik des Missbrauchsskandals in Überlänge

Passend zur gleichzeitig stattfindenden Bischofskonferenz kam gestern ein Film über den Missbrauchsskandal in die Kinos: "Gelobt sei Gott". Das hochgelobte Werk von François Ozon erzählt die wahre Geschichte von ehemaligen Opfern aus Lyon, die sich zusammentun und öffentlich anprangern, was ihnen widerfahren ist. Der Stil des preisgekrönten Films in Überlänge ist leider sehr anstrengend, denn er macht es dem Zuschauer schwer, ihm zu folgen.

Missbrauch: Kardinal Pell bleibt im Gefängnis

Die Berufung des australischen Kardinals George Pell ist gescheitert. Der ehemalige Finanzchef des Vatikans war im Dezember 2018 des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Der Vatikan betont, dass Pell während des gesamten Verfahrens stets seine Unschuld beteuert und nun das Recht habe, sich an den Obersten Gerichtshof Australiens zu wenden.

Katholische Kirche plant Gläubigen-Akquise in Asien

In den meisten Ländern Europas und in Teilen der USA verliert die katholische Kirche Gläubige. Neben der Realitätsferne der Kirche ist auch die jahrzehntelange Vertuschung und mangelnde Aufarbeitung der weltweiten Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger ein Grund für den Kirchenaustritt. Ihre Zukunft sieht die katholische Kirche nun auch in der Erschließung neuer Glaubensmärkte in Asien und Subsahara-Afrika.