Reformen

Audienz

Folgsam und gehorsam

Die deutsche katholische Kirche will mit dem "Synodalen Weg" erste, zaghafte Reformen anstoßen. Vor allem für Frauen und Homosexuelle soll sich etwas ändern. Papst Franziskus kann den Vorschlägen wenig abgewinnen. Die katholische Kirche soll bleiben, was sie ist: eine weltabgewandte, grundrechtverletzende Männer-Domäne: starr, autoritär, machtbewusst. Warum machen die Gläubigen das mit?

Nathalie Becquart

Nathalie Becquart: Reform oder Feigenblatt?

Viele Menschen katholischen Glaubens hoffen, dass die Reformen innerhalb ihrer Kirche ausreichen, um mit dem Wandel der Gesellschaft schrittzuhalten. Doch ein genauerer Blick auf die tatsächlich stattgefundenen Veränderungen ist sehr ernüchternd: Keine der fragwürdigen Strukturen wurden abgeschafft oder zumindest dahingehend angepasst, dass diese keinen Schaden mehr anrichten können. Auch die erste Frau mit Stimmrecht in der Bischofssynode kann darüber nicht hinwegtäuschen.

Ein Gewinn für die offene Gesellschaft

Am Freitag eröffnete Seyran Ateş, Mitglied im Kuratorium des HVD, gemeinsam mit anderen liberalen MuslimInnen in Berlin die Ibn Rushd-Goethe-Moschee. Ein Ort für alle, die einen modernen, friedlichen und toleranten islamischen Glauben leben wollen.

Titelblatt der Freiburger Deklaration (Ausschnitt)

Vision eines humanistischen und aufgeklärten Islam

Am vergangenen Freitag haben Reformmuslime aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine "Freiburger Deklaration" veröffentlicht: Sie werben damit für eine tiefgreifende Reform im Islam, für einen menschenrechtlich orientierten humanistischen Islam. Die Reformmuslime möchten "Menschen erreichen, die einen zeitgemäßen am Humanismus orientierten Glauben leben möchten."