Rezension

Die realen Ereignisse. „Obamas Vietnam“?

(hpd) Der „Washington Post“-Redakteur Bob Woodward, der als bekanntester investigativer Journalist der Welt gilt, beschreibt anhand von internen Quellen den Umgang der US-Regierung mit dem Afghanistan-Krieg. Das Buch beinhaltet eine faktenbezogene Darstellung der Ereignisse auf der Ebene der Obama-Administration und macht so nur indirekt das politische Dilemma der Situation im Raum Afghanistan/Pakistan deutlich.

Iran im Umbruch

(hpd) In der Schriftenreihe der „Soziologischen Diskurse“ der Universität Hannover legt Dawud Gholamasad hier eine soziologische Studie vor, die sich mit der Situation des Iran seit der sogenannten „islamischen Revolution“ befasst. Das Buch ist nicht leicht zu lesen und doch ein Gewinn.

Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument

(hpd) Der israelische Historiker Moshe Zuckermann kritisiert den politischen Missbrauch des Verweises auf die Judenfeindschaft und die Shoah in Deutschland und in Israel. Angesichts der Komplexität und Sensibilität des Themas hätte man sich aber mehr Differenzierung in der Bewertung und mehr Sachlichkeit im Tonfall gewünscht, damit die durchaus beachtenswerte Problematik nicht Beifall von der „falschen Seite“ bekommt.

Politisches Denken im Übergang

(hpd) Der Politikwissenschaftler Frank Deppe will eine Darstellung und Einschätzung des politischen Denkens im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts vornehmen. Zwar findet man hier und da beachtenswerte Reflexionen, insgesamt wirkt der Band aber etwas „zusammengestoppelt“ und lässt viele inhaltliche Aspekte vermissen.

Islam und Muslime in der westlichen Welt

(hpd) Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün, die sich als „eine westliche Muslimin“ versteht, formuliert in ihrem Buch kritische Positionen zu den aktuellen Debatten um Islam und Muslime und legt die Grundzüge eines modernen Islam-Verständnisses dar. Es handelt sich um eine beachtenswerte Darstellung, die auf Basis eines säkularen Staatsverständnisses für einen reduzierten Bedeutungsanspruch der Religionen zugunsten einer allseitigen Toleranz plädiert.

Die Erfindung der Jesus-Religion

(hpd) Wer es heutzutage, nach unzähligen anderweitigen und manchmal brillanten Versuchen unternimmt, das längst entzauberte Christentum nochmals zu entzaubern, tut etwas Gewagtes. Und wer einiges an religionskritischer Literatur gelesen hat, wird keinen Bedarf nach weiterer Aufklärung über das Christentum verspüren. Und doch hat dieses Buch von Heinz-Werner Kubitza seine volle Berechtigung.

Allahs Missionare

(hpd) Der Journalist Will Germund nimmt in seinem Buch mit auf eine Reise zu den Islamisten in der Region Afghanistan/Indien/Pakistan. Die anschaulichen und lebensnahen Schilderungen vermitteln dabei ein plastisches Bild von der besonderen Situation vor Ort, wobei aber die Bedeutung der wohl Deoband-Schulen etwas überzeichnet wird.

"Die Tage mit Jantien"

(hpd) Vorsicht, spannend! Seien Sie vorsichtig, dieses schöne Buch im kleinen Format in die Hand zu nehmen. Hat man einmal begonnen, darin zu lesen, ist man für andere Dinge bis zum Ende des Buches verloren.

Christlicher Glaube als Weisheitslehre?

(hpd) Der studierte Philosoph und Theologe Gert Scobel, einem weiterem Publikum durch seine TV-Sendungen "Kulturzeit" und "scobel" bekannt geworden, hat sich auf die schwierige Suche nach einem "Ausweg aus dem Fliegenglas" begeben. Aber, um es vorweg zu nehmen: Auch er hat ihn, trotz großer Anstrengung und Ausdauer, nicht finden können.

Aktivist, Kartograph, Krimiautor

SCHWEDEN. (hpd) Der Journalist Jan-Erik Pettersson legt eine Lebensbeschreibung des Krimi-Bestseller-Autors Stieg Larsson vor, in der seiner langjährigen publizistischen Aufklärungsarbeit über den schwedischen Rechtsextremismus große Aufmerksamkeit eingeräumt wird. Das mitunter etwas unstrukturiert und weitschweifig wirkende Buch ist aber gerade wegen der Informationen über diese politischen Aspekte nicht nur für die Fans seiner Spannungsromane von Interesse.