Justitia, im Hintergrund die Münchner Frauenkirche

Prozess um kirchlichen Missbrauch

„Ein Stück Rechtsgeschichte“

Das Landgericht Traunstein hat in einem Gutachten bestätigt: Die sexualisierte Gewalt, die ein Kläger gegen das Erzbistum München und Freising im Kindesalter erfahren hat, hat seine psychische und soziale Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt. Die Kirche muss nun Schmerzensgeld zahlen.

KI-generiertes Bild

Kommentar

Amelia und der Hass gegen Muslime

Im Netz sorgt ein neues Meme für Aufsehen: Amelia, eine KI-generierte Figur aus einem britischen Präventionsspiel, tätigt in Videos und Bildern menschenfeindliche Aussagen. Ursprünglich sollte das interaktive Lernspiel Jugendliche vor Radikalisierung schützen, doch die Figur wurde schnell zum Symbol staatlicher Übergriffigkeit und schließlich zum Vehikel für politische Ressentiments. Der Fall zeigt, wie schnell gut gemeinte Präventionsmaßnahmen durch Kommunikationsfehler ins Gegenteil umschlagen können.

Robert Roßbruch

Jahresbilanz der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben

Die Zahl der begleiteten Suizide steigt

Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) vermittelte im Jahr 2025 in insgesamt 898 Fällen eine Suizidhilfe. Eine neue Kampagne soll für die Selbstbestimmung am Lebensende werben.

Islamische Revolutionsgarde (IRGC)

Die Revolutionsgarde als Terrororganisation: Politisches Signal oder strategischer Wendepunkt?

Die Entscheidung der EU, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einzustufen, markiert einen möglichen Wendepunkt in der europäischen Iranpolitik. Aktuelle Gerichtsverfahren in den USA, aufgedeckte Mordpläne gegen Exiloppositionelle und die wachsende internationale Vernetzung zeichnen das Bild einer Organisation, die weit über Irans Grenzen hinaus operiert.

Prozess gegen Jacques Tilly in Moskau erneut verschoben

Der Prozess vor einem Moskauer Gericht gegen den Düsseldorfer Wagenbaumeister Jacques Tilly ist erneut verschoben worden. Das Verfahren war bereits am 30. Dezember vergangenen Jahres geplatzt, weil die Pflichtverteidigerin nicht erschienen war. Dieses Mal wurde die Verhandlung abgesagt, weil Zeugen nicht erschienen sind.

Grundgesetz

Kommentar

Wenn Politik ohne Grundgesetz denkt: Wehrpflicht, Dienstpflicht, Sozialstaat

Die politische Kultur in Deutschland verändert sich. Nicht durch offensichtliche Verfassungsbrüche, sondern durch etwas viel Unspektakuläreres – und Gefährlicheres: eine zunehmende Verfassungsferne im politischen Denken. Entscheidungen und Forderungen werden mit großer Entschlossenheit vorgetragen, aber ohne jene verfassungsrechtliche Selbstbindung, die den demokratischen Rechtsstaat ausmacht.

Balázs Bárány

Der Zentralrat der Konfessionsfreien Österreich startet Statistik-Seite

"Es ist nur eine Frage der Zeit"

Der Zentralrat der Konfessionsfreien Österreich hat eine neue Statistik-Seite mit dem Namen StatKB online gebracht. Dort werden interessante statistische Auswertungen und Grafiken veröffentlicht, die so noch nie öffentlich zugänglich beziehungsweise zusammengefasst waren. Der hpd sprach mit Balázs Bárány, dem Präsidenten des Humanistischen Verbandes Österreich und Kopf hinter StatKB.

Neue Messmethodik macht Konfliktverhalten in Gruppen messbar

Wie Gruppenloyalität und Hilfsbereitschaft unser Konfliktverhalten bestimmen

Warum verhalten wir uns oft hilfsbereit gegenüber Menschen in unserer Gruppe und benachteiligen fremde Gruppen? Um das herauszufinden, haben Forschende ein neues Werkzeug entwickelt, das erstmals ermöglicht, Hilfsbereitschaft (Altruismus) und Gruppenbezogenheit (Parochialismus) unabhängig voneinander zu messen.

Das abschließende Podium

Humanistische Spiritualität – Tagung der Humanistischen Akademie

Du bist nie ganz bei dir

"Wenn humanistische Spiritualität dich beruhigt, hast du sie wahrscheinlich verfehlt." Dieses Bonmot von Ralf Schöppner fasst zusammen, wie er "humanistische Spiritualität" versteht. Anders hingegen Franz Josef Wetz, der mit dem Begriff "Spiritualität" wenig anfangen kann. Es erinnere ihn zum einen an alkoholische Getränke oder – noch schlimmer – an "Spiritus Sanctus", den "Heiligen Geist".

Symbolbild

Eine laufende Umfrage

Diskriminierung gegen Säkulare und Konfessionsfreie

Angestellte bei einem kirchlichen Betrieb, die zur Kirchenmitgliedschaft gezwungen sind; Eltern, die vergeblich eine religionsfreie Kita für ihr Kind suchen, oder Konfessionsfreie, die von ihren Steuern die Gehälter von Bischöfen mitfinanzieren: Die Erfahrungen von Säkularen und Konfessionsfreien mit religiöser Diskriminierung sind vielfältig. Jetzt sind die Betroffenen aufgerufen, ihre Erfahrungen zu schildern. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes sammelt in einer anonymen Befragung die Erlebnisse von Bürgerinnen und Bürgern mit unterschiedlichen Formen von Diskriminierung.

Wie spirituelle Ausbeutung floriert

Profitwunder statt Wunderheilung

Immer wieder berichtet die Polizei von spektakulären Betrugsfällen durch selbsternannte Wunderheilerinnen, Schamanen und spirituelle Lebensberater. Allein in Bayern verloren Opfer in München und Regensburg zuletzt mehrere hunderttausend Euro. Die perfide Masche: vermeintliche Reinigungsrituale, Kräuter, Gebete und ein gefährlicher Cocktail aus Esoterik, Spiritualität und religiösem Vokabular, der tief in die Heilpraktiker- und Glaubensszene hineinreicht.

Tag des europäischen Datenschutzes 2026

Warum unsere digitale Emanzipation von den USA und China jetzt dringlich ist

Wir Europäer haben die Warnsignale lange ignoriert: Über Jahrzehnte haben wir uns in Abhängigkeiten begeben, die uns zunächst billig, praktisch und bequem erschienen. Immer wieder vertrauten wir darauf, dass die momentanen Vorteile die Risiken überwiegen. Doch unsere Öl-Milliarden finanzierten islamischen Fundamentalismus, unsere Gas-Milliarden einen imperialistischen Krieg in Europa. Heute erlauben wir chinesischen Apps, KI-Modellen oder Billigkameras tiefe Einblicke in unsere Gesellschaft, unsere sensibelsten Daten vertrauen wir US-Konzernen an, als gäbe es kein Morgen.

Kommentar

Vorstoß für Gottesbezug auch im Saarland

Nach Schleswig-Holstein nun das Saarland: Ein interreligiöses Bündnis drängt auf einen Gottesbezug in der Landesverfassung und sieht darin Identität und Werteprofil gestärkt. Aus säkularer Sicht ist der Vorstoß hingegen als politisches Signal mit Sprengkraft und als möglicher Angriff auf die weltanschauliche Neutralität des Staates zu werten.

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Mehr aus den Rubriken

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Rezension

Miteinander reden, auch wenn es weh tut

Der Psychologe und Autor Ahmad Mansour sorgt sich um die Debattenkultur in Deutschland. In seinem neuen Buch „Haltung ohne Hass“ beschreibt er, wie und warum politischer Streit eskaliert und was geschehen muss, damit Menschen wieder verschiedene Meinungen aushalten.

Mitglieder des Arbeitskreises Säkularität & Humanismus

Berliner SPD-Arbeitskreis Säkularität und Humanismus wählt neuen Vorstand

Sieben Impulse für Koalitionsgespräche in Berlin

Der "Arbeitskreis Säkularität und Humanismus der SPD Berlin" hat am Mittwoch, 28. Oktober, im Willy-Brandt-Haus einen neuen Vorstand gewählt. Den Vorsitz übernimmt eine Doppelspitze aus Dr. Felicitas Tesch und Philip Schunke.

Cover

Eine interessante journalistische Monographie

„Wie die Demokratische Partei Trump großmachte“

Welchen indirekten Anteil die Demokraten selbst an Trumps Wahlsiegen hatten, wird in Berichterstattungen und Diskussionen häufig ignoriert. Dass sie sich zugunsten des großen Geldes von den kleinen Leuten abgewandt haben, ist in einem Buch zum Thema die zentrale These: „Die Undemokraten“ von Jörg Wimalasena.

Millionen für die katholische Kirche

Katholische Kirche beteiligt sich nicht an Renovierungskosten für Bekenntnisschule

Nein, wir geben nichts

Die katholische Kirche erfreut sich an den knapp 800 katholischen Bekenntnisschulen in Nordrhein-Westfalen, werden sie doch zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand bezahlt. Wenn aber eine verschuldete Stadt eine solche Schule für viele Millionen Euro renoviert und die Kirche um Hilfe bittet, wird diese Bitte wortreich zurückgewiesen. Das zeigt ein Fall aus dem nordrhein-westfälischen Städtchen Haan.

Patrick Stewart

Nachruf auf Sir Patrick Stewart (13. Juli 1940 – 28. Oktober 2026)

Der Humanist auf der Brücke

Captain Jean-Luc Picard von der „USS Enterprise“ war wohl seine bekannteste Rolle: Der Schauspieler Patrick Stewart ist am 28. Oktober im Alter von 86 Jahren an einer Demenzerkrankung verstorben. Doch auch sein Engagement als Aktivist und Schirmherr der britischen Organisation Humanists UK verdient Beachtung. In der Rolle des Captain Picard brachte er einem Millionenpublikum humanistische Werte näher.

Rentner, alte Menschen

Was die amerikanische Rentendebatte mit dem New Deal zu tun hat und warum sie auch für Deutschland interessant ist

Sozialversicherung: Ein überraschender Blick in die USA

Bernie Sanders, der Senator aus Vermont, will die amerikanische Rentenversicherung, die Social Security, langfristig finanziell absichern und zugleich ihre Leistungen verbessern. Dazu schlägt er vor, ihre Finanzierungsbasis zu verbreitern und insbesondere hohe Einkommen stärker heranzuziehen.

Säkularer Stand beim Tag der Deutschen Einheit

„Bremen hat uns mit offenen Armen empfangen”

Drei Tage, zwei Zelte auf der Einheitsmeile und ein Publikum, das zugewandt stehen blieb: Der Zentralrat der Konfessionsfreien blickt auf ein Bürgerfest zurück, das einen riesigen Zuspruch brachte. Mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionen am Informationsstand stellte er in direkter Nachbarschaft mit dem AK Polis säkulare Politik und die Aufklärung über die Gefahren des Politischen Islam zur öffentlichen Debatte. Auch der hpd präsentierte sich am Stand.

Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Marburg

Ein Humanistenpreis an Islamisten?

Die geplante Verleihung des „Marburger Leuchtfeuers 2026“ an Bilal Farouk El-Zayat sorgt für Kontroversen. Im Zentrum der Debatte stehen seine dokumentierten Verbindungen zu islamistischen Milieus und der Umgang der Humanistischen Union Marburg mit der Kritik an ihrer Preisträgerwahl.

historischer Marktplatz

Der Einfluss der abrahamitischen Religionen auf das Wirtschaftswachstum

„Warum sind manche Länder reich und andere arm?“ – Das war die Ausgangsfrage, die sich drei Ökonomen gestellt haben. Zur Beantwortung der Frage wählten sie jedoch einen für die Ökonomie unüblichen Ansatz, denn sie interessierten sich dezidiert für den Einfluss der Religion auf die historische Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Sie kamen zum Ergebnis, dass Religion das Wachstum sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

El-Zayat wiegelt ab

Der hpd hatte über die geplante Verleihung der Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer" berichtet. Es ging vor allem um die Verbindungen des Preisträgers Bilal Farouk El-Zayat zu islamistischen Milieus, über die bereits 2018 berichtet worden war.